
14. Februar 2011 17:49
Gedankenschlürfen Part IV: Im Fahrstuhl
zum Spreesazerac
Die Berlinale hat die
Stadt fest im Griff und man sucht Halt angesichts der
vielen Partys, überfüllten Bars und dampfenden
Klubs. Das eröffnet aber gleichzeitig die Chance
auf skurrile Erlebnisse und eine wunderbare mixologische
Entdeckung. Der Sloupisti aus dem Spreewald hat das Zeug
zum Kultwhisky.
Vorspann:
Der Abend begann denkwürdig
und er sollte auch so enden. Das erste Ziel ist eine Independentberlinaleparty
über den Dächern von Kreuzberg, mit Panoramablick
auf die leuchtende Stadt und Spreebrise. Also hinein in
den Fahrstuhl, ausgelegt für zwei Personen und hoch
in den Underground. Mit an Bord sind ein fremder Mann
und eine Flasche Jim Beam Black als Gastgeschenk für
die Schönen und Armen des Kunstfilms. Models, Filmer,
dichte Dichter. Langsam ächzt das Gerät dem
Turm entgegen, dann ist Schluss. Wir stecken fest. Malfunktion,
Bedienungsfehler? Egal, nichts geht mehr. Notruf. Aus
dem krächzenden Mikrofon heraus wird Hilfe in Aussicht
gestellt. Ich zähle meine Rauchwaren und überschlage
die Stunden, die damit überbrückt werden können.
Der Fremde und ich stellen uns per Handschlag vor. Alle
Körperfunktionen herunterfahren, hat man als Pfadfinder
gelernt - auf Minusbetrieb umschalten.
Wir setzen uns, rauchen und plaudern.
Machen Scherze und warten. Der Fremde entdeckt Jim in
meiner Tasche. Mit dem dezenten Hinweis, dass er noch
ein Bier im Auto habe und wie gut ihm das jetzt täte,
winkt er kräftig mit dem Zaunpfahl. Ich bleibe eisern,
die Nacht kann noch lange werden. Nicht auszudenken, wenn
wir Jim nun köpften und infolgedessen unser winziges
Gefängnis auch noch zur Latrine umfunktionieren müssten
...
Also weiter rauchen. Über
uns tobt die Party bereits, man amüsiert sich wie
Bolle und schickt launige Nachrichten in die klaustrophobische
Zelle.
Der Fremde entpuppt sich als reisender
und rasender Reporter und somit wird erste zarte geschäftliche
Fühlung aufgenommen. Drei Zigaretten später
geht dann alles blitzschnell. Die Befreiung aus dem Käfig
dauert nur Sekunden. Im Turm angekommen, wird Jim filmreif
der Feierschaar überreicht und unter Applaus in Grund
und Boden getrunken. Derart animiert sollte eine Spur
verfolgt und einem heimlichen, einem kometenhaft erschienenen
Geheimtipp mit Starappeal auf den Zahn gefühlt werden.
Wo ist Sloupisti?
Hauptfilm:
Blende auf. rivabar. Vor der Tür
zischen innerhalb von Minuten vier Twenties einen Liter
Vodka in Londoner Binchdrinkingmanier und glotzen wie
acht Kretins, als ihnen der Zutritt zur Bar verweigert
wird.
Auch hier natürlich Berlinalestimmung,
man ist hier zum Rocken aufgelegt. Der DJ jagt treibende
Beats durch das Oval. Nur noch leise murmelnd ist die
S-Bahn zu vernehmen, die humpelnd über das Gemäuer
schleicht. Überall Blitzlicht aus den mitgebrachten
Kameras - Sternchen eben. Ein internationales Publikum
zwischen sophisticated Barfly und Partydröhnern.
Typ: Reicheelterninternatsabsolventen" - weißes
Hemd, oberster Knopf geöffnet. Prinz-William-Frisuren,
Prinz-Harry-Benehmen, Prinz-Charles-Fressen. Ihre Girls
Augen rollend im Intensivintimdialog. Ihre Blicke schweifen
raubtierartig durch die Menge und pirschen sich Halt suchend
an. Noch einen Sauerkirschsaft bitte. Macht aber weiter
nichts, zu übermächtig ist die angenehme Gästemischung.
Dann wird der rote Teppich in der
rivabar ausgerollt. Auftritt Sloupisti in Fassstärke
- 62,8%. Der neue Superstar aus dem Spreewald. Gesegnet
vom Whiskypapst Jim Murray und zum zweitbesten Kontinental-Single-Malt
geadelt.
Erste kleine Purverkostung. Und
tatsächlich: Ein Aromatsunami flutet die Sinne. Dreidimensionaler
Geschmack in Cinemascope. Paternoster zum Synapsengewitter.
Spreewaldbernstein.
Hier tut sich naturgemäß
ein Abgrund auf. Man möchte das Erlebte teilen und
auch wieder nicht. In dem Wissen um die begrenzte Verfügbarkeit
des Produkts eine schwierige Entscheidung. Aber nur steigende
Nachfrage generiert auch steigende Produktionszahlen,
also hinausposaunt: Sloupisti (niedersorbisch für
Schlepzig) ist eine Offenbarung!
Während die Mixologin mit
stoischer Ruhe und kühler Präzision die Caipirinhas
und Mojitos abarbeitet, wächst das Verlangen nach
dem Rivasazerac, Friedemannsazerac, nach dem Spreewaldsazerac.
Angerichtet mit der vom Hausherrn auf allen Kanälen
vollmundig propagierten Spreewaldkirsche, steigt die Spannung
vor dem ersten Sipp. Danach nur noch Schweigen. Spreesazerac,
Spreezac, Sprac ... Da capo! Klappe.
Abspann:
0,5 l 40 % = 32€,
0,5 l Fassstärke, (ca. 63
%) = 50€
0,7 l 40 % = 44€,
0,7 l Fassstärke, (ca. 63
%) = 69€
Vertrieb: ab Brennerei oder per
email: spreewaldbrennerei@t-online.de
Herkunft: Brandenburg
Hersteller: Spreewälder Feinbrand
und Spirituosenfabrik, Dorfstr.56, 15910 Schlepzig
Internet: http://www.spreewaldbrennerei.de/


Eastern
Germanys single malt whisky turning heads
By Swantje Stein, REUTERS
January 25, 2011
SCHLEPZIG, Germany - Germanys
Spreewald region best known for its pickles, boat
rides and beer has a surprising new addition: single
malt whisky.
Sloupisti whisky from
the Spreewaelder Feinbrand und Spirituosenfabrik in the
village of Schlepzig is being sought by connoisseurs as
far away as Japan and has been holding its own against
more famous rivals from Scotland, Ireland and the United
States according to the experts.
The product has
been well received, Spreewaelder owner Torsten Roemer
told Reuters. There are big whisky fans in Germany
... word gets around.
Roemer knew hed
caught the eyes of whiskys top aficionados last
year when whisky expert Jim Murray awarded Sloupisti a
rating of 94 points out of 100, one of the highest ratings,
in his annual Whisky Bible.
The rating has attracted
a lot attention and showed that whisky from the continent
can be very good, said Roemer, who added the distillery
to an existing hotel and brewery business in 2004 and
produced its first batch of single malt in 2007.face
Spreewaelder is one of
some 40 whisky distilleries in Germany and the first to
gain such international attention.
The former radiologist
credits the German oak barrels in which the whisky is
aged for the spirits distinctive taste.
The barrels are
the most important thing, Roemer said. I find
they account for 90 percent of the whiskys taste.
Anyone can make a decent malt distillate, but the right
selection of barrels gives whisky its aroma.
Roemer procured barrels
from southern Germanys Franconia region as well
as from Berlin, about 100 km to the north.
The Franconian barriques,
which previously aged German Silvaner white wines, now
age Roemers Sloupisti.
Roemer said that it is
not so strange that remarkable whisky could come from
Germany given its centuries-old tradition for brewing
beer.
If you like to drink
beer and produce a good beer, then its simply taking
the next step, Roemer said. And if you are
in a region that rewards or enables such initiatives then
its rather easy.
Production is still on
the micro scale. The distillery produces three 225-litre
barrels of single malt annually.
Although Sloupisti is
only available at the source in Schlepzig, Roemer has
on request shipped small orders to individuals throughout
Germany and recently sent an order of single malt to devotees
as far away as Tokyo.
If we grow too large,
then our casks would empty in the blink of an eye,
Roemer says. Thats of course not our aim and
intention. Previously we were a niche product, a hot tip
25.01.2011
Von
Matthias Matern
Vom Whisky-Papst gesegnet
Seit 2004 brennt Torsten
Römer mitten im Spreewald Single Malt Whisky. Die
Fachwelt ist begeistert (25.01.11)
Schlepzig - Früher
war Torsten Römer Radiologe am Klinikum Berlin-Steglitz.
Heute brennt er mitten im Spreewald einen der besten Whiskys
der Welt zumindest, wenn man auf das Urteil von
Jim Murray vertraut. Der als Whisky-Papst bekannte Engländer
hat den Sloupisti der Spreewälder Feinbrand-
und Spirituosenfabrik aus Schlepzig (Dahme-Spreewald)
in seine Whisky-Bibel 2010 aufgenommen. 94 von 100 möglichen
Punkten verlieh Murray dem einzigen Single Malt Whisky
Ostdeutschlands. Lässt einem das Wasser im
Munde zusammen laufen, genießen Sie die Klarheit
der Aromen, schwärmt der Whisky-Papst in seinem
Feinschmecker-Almanach. Eine Adelung, die so manchen erfahrenen
Whisky-Brenner bestimmt vor Neid erblassen lässt.
Quereinsteiger Römer jedoch gibt sich gelassen: Lob
ist schön, aber eigentlich ist mir das Wurst. Ich
mache anständigen Whisky, so wie ich ihn mir vorstelle,
sagt der 60-jährige Destillen-Chef, während
um ihn herum eifrige Mitarbeiter die dickbäuchigen
Kupferkessel im Schankraum polieren.
Eigentlich wollten Torsten
Römer und seine Frau vor 18 Jahren nur ein kleines
Wochenendhäuschen im Spreewald kaufen. Daraus geworden
ist ein Hotel mit 19 Zimmern und sieben Suiten, ein Landgasthof,
ein Brauhaus, ein kleiner Bauernhof mit einigen Kühen
sowie mehr als 200 Obstbäumen und seit 2004 eine
Brennerei. Nicht nur Whisky, sondern nahezu alles, was
sich vergären lässt, wird in Schlepzig zu Hochprozentigem
gebrannt und entweder im eigenen Restaurant ausgeschenkt
oder aber in Flaschen abgefüllt verkauft: Im Angebot
sind diverse Obstbrände, vom Quittenschnaps bis zum
Wildkirschwasser, aber auch Rum. Wodka und Gin soll es
ebenfalls bald geben. Dabei fühle er sich weder als
Gastwirt noch trinke er gerne Schnaps oder Whisky, versichert
Römer. Ich muss ja auch nicht trinken, sondern
nur kosten, sagt er und lächelt etwas schelmisch.
Viel mehr sieht sich Römer
als Architekt light oder Amateur-Architekt.
Ich baue einfach nur gerne, hätte hier auch
einen Blumenladen aufmachen können. Der Stolz
des Bauherrn ist ihm durchaus anzumerken, wenn er Besucher
über sein Gelände führt. Jeder Winkel wird
gezeigt, begeistert werden Details erläutert. Wer
von der Autobahn Berlin-Dresden kommend über Krausnick
nach Schlepzig fährt, dem fällt als allererstes
Römers rustikales Brauhaus und Hotel im Backstein-Fachwerk-Stil
ins Auge. Das Hotel geht auf eine alte Schankwirtschaft
aus dem 18. Jahrhundert zurück. Die meisten anderen
Gebäude sind dagegen nicht wirklich alt, dafür
aber aus altem Baumaterial, das Römer aus anderen
verfallenen Häusern geholt hat, zusammengesetzt.
Bereits mehrere Millionen Euro hat der gebürtige
Bremer im Spreewald investiert, beschäftigt im Sommer
bis zu 35 und über die Wintermonate mindestens 20
Mitarbeiter. Mittlerweile erstreckt sich sein Besitz zu
beiden Seiten der Schlepziger Hauptstraße, insgesamt
sind es fünf Hektar.
Das müssen
Sie sich natürlich alles gepflastert vorstellen,
erklärt Römer, während er gegenüber
seines Hotels auf einen matschigen Innenhof zusteuert.
In einem der umliegenden scheunenartigen Fachwerk-Gebäude
werden gerade neue Bodenfliesen verlegt, zwei Türen
weiter hobelt ein Tischler an neuem Interieur, hinter
einem schweren Filzvorhang steht eine betagte Theke aus
einer alten Berliner Kneipe. Es ist offensichtlich, Römer
rüstet auf, will die Kapazitäten seiner Brennerei
deutlich erweitern. Die neuen Kessel sind bereits geliefert.
Seitdem Murray dem Spreewälder Whisky seinen Segen
erteilt hat, kommt Römer mit dem Brennen kaum noch
hinterher. Das wird eine Probierstube für Whisky,
wo man auch ein paar kleine Schweinereien zu essen bekommen
kann, erläutert Römer in einem weiteren
Nebengebäude, das derzeit als Lager und Versandbüro
dient. Dort klebt gerade eine von Römers Mitarbeiterinnen
das Etikett der Spreewälder Feinbrand- und Spirituosenfabrik,
ein prostender Storch mit Fliege und Zylinder, auf die
eckigen Flaschen mit dem honiggelben Single Malt. Abhängig
vom Alkoholgehalt, 40-prozentig oder als sogenannter Cask
strength (Fassstärke) mit 62,8 Prozent, kostet die
0,7 Liter Flasche 49 oder 69 Euro. Zu kaufen gibt es den
gesegneten Brand bislang aber nur in Schlepzig oder über
Römers Internetseite.
Vom derzeit verfügbaren
2007er Jahrgang ist das meiste jedoch bereits verkauft.
Gerade einmal anderthalb Fass von ursprünglich viereinhalb
Fässern sind noch zu haben. Sogar in einer Bar in
Tokio wird der Sloupisti angeboten. Vermittelt
durch den Sohn eines Bekannten, der in der japanischen
Hauptstadt arbeite, räumt Torsten Römer ein.
Wie der Spreewälder Single Malt allerdings in Murrays
Hände geraten ist, ist Römer dagegen ein Rätsel.
Ich weiß nicht, woher er die Probe hatte,
noch genau, welche Abfüllung er gekostet hat,
sagt der Brennerei-Betreiber. Vermutlich aus einem
2005er Fass. Erst von einem Berliner Journalisten
habe er erfahren, dass es der Sloupisti als
Superstar-Whisky in Murrays Bibel geschafft
hat.
Dabei klingt Römers
Erfolgsrezept so schlicht, dass man sich fragt, was die
Spreewälder Edelspirituose von einem Billigfusel
unterscheidet. Ein sauberer Malzbrand, ein Fass
mit Geschichte und Zeit sei alles, worauf es ankommt,
ist sich der Bremer Ex-Radiologe sicher. Fässer mit
Geschichte zumindest lagern reichlich in Schlepzig, darunter
mehrere aus dem mittelfränkischen Weißwein-Anbaugebiet,
aber auch aus dem berühmten Weingut Château
dYquem im französischen Bordeaux. Befüllt
mit der nächsten Generation Whisky, Rum und verschiedenen
Obstbränden liegen die sogenannten Barriques gestapelt
in einem großen Gebäude am Ufer eines schmalen
Spreearms, der sich träge durch Schlepzig schlängelt.
Da war vorher ein Silvaner aus Iphofen drin,
erzählt Torsten Römer und legt dabei seine Hand
auf eines der Fässer. Mit weißer Kreide ist
auf den rauen Holzdeckeln festgehalten um welchen Brand
es sich handelt und wann er eingelagert wurde. Mindestens
drei Jahre lang muss echter Whisky reifen.
Die richtige Nase
habe er sich erst mühsam anlernen müssen,
gesteht Torsten Römer. Auch seine beiden Brennmeister,
ein Mann und eine Frau, sind Quereinsteiger. Er
war früher Maurer und sie hat zu DDR-Zeiten in einem
Chemiefaserwerk gearbeitet. Das ist schon schräg.
Aber so spielt halt das Leben, meint der Brennerei-Chef.


Edelbrand Wildkirsche
Dest. 2007
2007 war ein ergiebiges Obstjahr. Die Allee von Schlepzig
nach
Dürrenhofe war voll von leckeren Beeren und Früchten.
Überall lag der Duft reifen Obstes in der Luft.
In mühevoller Arbeit wurden die winzigen Wildkirschen
geerntet, sanft entsteint und eingemaischt. Nach 6-8 Wochen
wurde schonend gebrannt.
Danach lagerte das kostbare Destillat
über 3 Jahre im Edelstahlfass.
Ab Januar 2011 füllen wir
diesen Edelbrand in Flaschen ab.
Der Brand hat ein sehr intensives, fruchtiges Aroma. Er
ist, sortenspezifisch, kräftig und voluminös,
mit typischen Mandelaromen im Geschmack und Bukett.
Ausgesuchte einmal belegt
gewesene Château dYquem Barriques wurden belegt
mit
2007er Wildkirschenbrand,
2007er Quittenbrand und 2010er Whisky. Wir bitten um Geduld.

Edle Tropfen:
Das Leben ist zu kurz, um schlechten Schnaps zu
geniessen
13.12.2010
Feinster Stoff aus dem
Spreewald
In Schlepzig wird Ostdeutschlands erster
Single Malt Whisky gebraut. Die Fachwelt ist begeistert
Torsten Müller
SCHLEPZIG. Torsten Römer
atmet zufrieden durch. Endlich kann der Chef der Schlepziger
Feinbrand- und Spirituosenfabrik nach wochenlanger Durststrecke
seinen Gästen auch wieder einen Whisky aus eigener
Produktion anbieten. Seit dem Nikolaustag wird in Brandenburgs
einziger Malzdestille nach dreijähriger Reifezeit
wieder ein Fass des edlen Brandes in Flaschen abgefüllt.
225 Liter - so viel passen in ein Barrique hinein - sind
allerdings nicht viel angesichts der zahlreichen Bestellungen
eines Verehrerkreises, der schon bis nach Japan reicht.
Seit drei Jahren produziert
der aus Bremen in den Spreewald eingewanderte Unternehmer
Torsten Römer mit einigen kreativen Leuten aus der
Region den Sloupisti, wie Ostdeutschlands erster Single
Malt Whisky heißt. Für zwei, drei Barriques
pro Jahr reicht bislang die Kapazität des kleinen
Betriebes, der auch verschiedenste Obstbrände herstellt.
Eine der Brandenburger Abfüllungen hat es in der
Whisky-Bibel 2010 von Jim Murray - der Brite ist so etwas
wie der Franz Beckenbauer der internationalen Testergemeinde
- auf sensationelle 94 von 100 möglichen Punkten
gebracht. Ein Ritterschlag! Seitdem ist jede Lieferung
ganz schnell ausverkauft.
Die Schlepziger Whiskydestille
hat auf den ersten Blick gar nichts gemein mit dem rauchigen
grauen Gemäuer ihrer Schwesterbetriebe in den schottischen
Highlands. Zwischen Dorfstraße, Wiesen und Fließ
steht ein blumengeschmückter Landgasthof, zu dem
noch ein kleines Brauhaus mit Schankstube gehört.
Dort hat sich Braumeister Uwe Zech seit mehr als einem
Jahrzehnt der Kunst des Maischens und Gärens verschrieben.
Warum soll man neben all den Bier- und Schnapsgrundstoffen
nicht auch mal eine Malzmaische, die Basis für einen
Whisky, ansetzen, haben er und sein Chef sich schließlich
gefragt. "Man wächst mit seinen Aufgaben",
sagt der Schlepziger. "Es ist doch ein Riesending,
sich so ausprobieren zu können."
Enrico Hebler kann dem
nur zustimmen. Er ist der Brennmeister, der den von Uwe
Zech angesetzten Sud destilliert. Seine Maschine, ein
goldgelb blitzendes Kupfer-Konstrukt aus bauchigen und
schlanken Kesseln und gläsernen Laboratorien, sieht
aus wie die edle Variante von Omas Badeofen. Darin wird
der Alkohol vom Wasser getrennt. Die Aufgabe des Destillateurs
ist es dann, den edlen Tropfen vom Fusel zu unterscheiden.
Enrico Hebler muss mit seiner Nase über vielen Gläsern
kreisen und jenes reine Extrakt erschnüffeln, das
weder nach Klebstoff noch nach Essig riecht. "Es
ist immer wieder ein großartiger Moment", schwärmt
Hebler, "wenn die Nase signalisiert: Das ist der
Stoff, der den feinen Unterschied macht." Erst dieser
feine Unterschied darf ins Fass.
Im Lager der Spreewälder
Brennerei liegt der Geruch des verdunstenden Alkohols,
der "Angel Share", der "Anteil für
die Engel", über der Böttcherware. Die
Fässer atmen, sie geben etwas vom Alkohol ab, nehmen
dafür aber auch die Aromen der Umgebung auf. So wie
der schottische Whisky von den Highlands gewürzt
wird, so saugt der Sloupisti mindestens drei Jahre lang
die Dämpfe des Spreewaldes auf. Natürlich schwört
der umtriebige Chef Torsten Römer auf sein einheimisches
Personal. "Aber zur Wahrheit der Whiskyproduktion
gehört auch, dass ihr Geheimnis zu 90 Prozent im
Fass liegt", sagt er. Der Clou ist, dass der freudige
Experimentierer für den Sloupisti auf gebrauchte
Barriques zurückgreift, in denen bereits das Aroma
eines fränkischen Spitzenweins gefangen ist. "Ich
suche mir meine Fässer mit der Nase aus", sagt
der märkische Whiskypionier.
Torsten Römer liebt
den "Hokuspokus", wie er sein Treiben nennt.
Auf einem Hof gegenüber dem Landhotel zaubert er
gerade den nächsten Trumpf aus dem Hut. Der Gebäudekomplex
sieht aus wie ein altes Spreewaldgehöft, das gerade
restauriert wird. "Nee, das ist alles neu, wir haben
halt nur altes Material verwendet", strahlt der Selfmademann.
"Das wird unser neuer Brennereihof."
Um einen Destillator mit
der sechsfachen Leistungsfähigkeit des bisherigen
werden sich demnächst Brennhaus, Spezialitätenladen,
Verkostungsstube und auch ein von den Steuerbehörden
anerkanntes Offenes Branntweinlager gruppieren. Ab nächstem
Sommer wird der Hof zu Whiskyerkundungen einladen. Und
noch ein paar Reifejahre später ist vielleicht auch
die Zeit heran, in der die Freunde des Sloupisti ganz
ohne Durststrecke übers Jahr kommen.
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69 Euro pro Flasche
Die Whiskyproduktion hat
in Deutschland im vergangenen Jahrzehnt einen kräftigen
Aufschwung genommen. Insbesondere in Bayern, aber auch
in den klassischen Weinanbaugebieten an Mosel, Saar und
Rhein erzeugen Brennereien Malzdestillate in kleinen Mengen.
Mutterländer des Whiskys sind Irland und Schottland.
Single Malt Whiskys heißen
jene Brände, die - wie der Sloupisti - ausschließlich
aus gemälzter Gerste in einer einzigen Brennerei
hergestellt wurden. Dagegen ist der blended Whisky eine
Mischung aus verschiedenen Sorten.
In Schlepzig werden jährlich
drei 225-Liter-Fässer mit dem Sloupisti (Flaschenpreise
0,7 Liter: 44 und 69 Euro) angesetzt. Ein Fass jedes Jahrgangs
bleibt als sogenannte Founders Reserve auch nach dreijähriger
Reifezeit im Lager.
Der dreijährige Brand
ist ein junger Whisky. Die Lagerzeit für ganz erlesene
Tropfen schwankt zwischen 11 und 20 Jahren. In Schlepzig
wird auch mit dem sogenannten finishing experimentiert.
Dabei wird der Whisky nacheinander für mehrere Monate
oder Jahre in verschiedenen gebrauchten Fässern mit
unterschiedlichen Aromen eingelagert. 13.12.2010
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Foto: Der Chef und sein
Brennmeister: Torsten Römer (r.) und Enrico Hebler
präsentieren stolz ihr edles Produkt. Im Hintergrund
der Destillator.
Hier entsteht der Brennereihof
mit "SPREEWALDINI" und "ReinRaum"
Hof und Klinkerpflaster
Lausitzer Rundschau 15.10.2010
Der
Spreewald fliegt auf den BBI
Lübben Lausitzer und Spreewälder
Spezialitäten sollen ab Juni 2012 Handel und Gastronomie
des Großflughafens BBI in Schönefeld bereichern.
Die Industrie- und Handelskammer Cottbus und der Spreewaldverein
Lübben haben dazu 20 Produkte aus der Region ausgewählt,
die in einer Broschüre offeriert werden und
einer Golßener Gurke nacheifern wollen.
Im Land der Gurken spricht Torsten Römer passend
von der Hoffnung auf ein »knackiges Geschäft«.
Der Chef der Schlepziger Brauerei und Brennerei erweitert
seine Anlagen gerade - und hofft, demnächst einiges
an Whisky und Edelbränden in Richtung Großflughafen
Berlin-Brandenburg International (BBI) nach Schönefeld
schicken zu können. Das neue Braugerät erhöhe
die Kapazität um das Sechseinhalbfache, »und
das wollen wir natürlich mit neuem Umsatz krönen.
Da ist jeder Hebel recht«, sagt Römer.

Foto: Roland Hottas
Der Hebel ist eine druckfrische
Broschüre, die die Industrie- und Handelskammer Cottbus
und der Spreewaldverein in Lübben gerade herausbringen.
Auf 40 Seiten präsentieren sich Anbieter aus der
Lausitz und speziell dem Spreewald, die auf den BBI fliegen.
Baumkuchen von Hajeks aus Cottbus und Bad Liebenwerdaer
Teeträume sind darunter, Gurkenlikör von Magoli
aus Straupitz, Korn und Gurkenwasser aus Sellendorf, Spreewälder
Präsentkörbe aus Cottbus Online-Shops, Fruchtmus
vom Spreewaldhof Golßen, Honig aus Langengrassau,
Marmeladen aus Lehde, Naturkosmetika der Spreewald-Therme,
Trachtenpuppen aus Burg, Sanders Keramik aus Lübben
und Holzminiaturen aus Calau. Dort, bei Brigitte Garz,
werden Spreewaldkähne, Fischkästen oder Stoßschlitten
von Hand gearbeitet. Bislang zieht die Calauerin über
Märkte und verkauft an die Touristen-Büros in
der Region. »Oft schauen die Leute und denken, das
sei alles aus dem Erzgebirge«, erzählt Brigitte
Garz. Und sie freut sich über die staunenden Gesichter,
denn die Miniaturen kommen aus den Händen ihres Mannes
Horst.
Die kleinen Souvenirs
haben etwas gemeinsam mit dem Whisky aus Schlepzig, dem
Korn aus Sellendorf, dem Kuchen aus Cottbus oder dem Met
aus der Imkerei Neiße: Es sind exklusive Produkte.
»Wir wollen keine Tausend Kähne, wir bieten
Unikate«, sagt Brigitte Garz. Auch Römer sagt,
er bleibe trotz der Erweiterung »in einer Nische«.
Diese Exklusivität aber soll die Produkte für
die Händler und Gastronomen am BBI interessant machen.
»Angebote in Flughäfen
sind oft austauschbar«, sagt Jens Krause, Bereichsleiter
Standortpolitik bei der IHK in Cottbus und der Verbindungsmann
der Kammer zum Großflughafen. Am BBI soll sich künftig
die Region wiederfinden. »Wir haben in der Lausitz
und im Spreewald viele super Produkte, aber mancher weiß
es einfach nicht«, so Krause. Die regionale Note
in den Läden am Flughafen soll helfen, das zu ändern,
und sie soll gleichzeitig für die Landschaft zwischen
Heideseen, Spree und Seenland werben. »Den künftigen
Großflughafen werden Millionen Passagiere aus aller
Welt frequentieren. Ihnen ein Andenken aus dem Spreewald
mitzugeben ist die beste Gelegenheit, international für
die Region zu werben«, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer
Dr. Wolfgang Krüger. 20 für den Flughafen-Handel
und die dortige Gastronomie geeignete Produkte sind in
der 40-seitigen Broschüre gelistet, die neugierig
machen soll.
Vielleicht gelingt ihnen
ein Höhenflug wie der »Get One«-Gurke
aus Golßen. Diese Spezialität aus dem Spreewaldhof
hat sich seit ihrer Einführung auf den Berliner Flughäfen
im August bereits 3000 Mal verkauft.
Zum Thema:
Am Hauptstadtflughafen Berlin Brandenburg International
(BBI) wird es nach Betreiberangaben mit der Eröffnung
im Jahr 2012 rund 150 Geschäfte und Restaurants oder
Cafés geben. Insgesamt werden 22 000 Quadratmeter
Verkaufsfläche entstehen. Davon sollen sich 18 000
Quadratmeter hinter der zentralen Sicherheitskontrolle
und 4000 Quadratmeter davor befinden. Für das Jahr
2011 ist eine weitere Auflage der Broschüre bereits
geplant, dann mit noch mehr Produkten aus der Lausitz
und dem Spreewald.
Von Jan Gloßman
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ReinRaum
"SPREEWALDINI"
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ReinRaum
28.07.2010
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Gärport
Ausflugstipp
In Schlepzig wird Ostdeutschlands erster Premiumwhisky
gebrannt
Montag, 17. Mai 2010 Berliner Morgenpost
Die Brenner aus Schlepzig
sind schon schlaue Leute. Nicht, weil sie den ersten Whisky
Ostdeutschlands hergestellt haben, nein. Das war auch
schlau, aber darum geht es jetzt nicht.
Viel schlauer als die Idee mit dem Whisky selbst war die
Idee mit dem Namen des Whiskys. Denn der sinnlich braune
Alkohol, der hier 2004 erstmals angesetzt und nach drei
Jahren Reifezeit 2007 zum ersten Mal ausgeschenkt wurde,
heißt "Sloupisti". Was daran jetzt schlau
ist? Nun ja, zum einen ist es eine Würdigung der
wendischen Tradition des Spreewaldes, denn Sloupisti,
das ist das wendische Wort für Schlepzig und bedeutet
Pfahl.
Zweitens ist der Name
noch viel schlauer, weil er im Mutterland des Whiskys
wie selbstverständlich ausgesprochen werden kann.
Verstehen sich doch gerade die Schotten auf eigentlich
unaussprechliche Sprachen, zu beobachten beim Gälisch,
einer Sprache, in der Deutschland Gearmailteachd und Whisky
Uisge-beatha heißt. Sloupisti kommt ihnen da gerade
recht.
Der Sloupisti ist ein
so genannter Single Malt Whisky, also einer, der aus gemälzter
Gerste in einem speziellen Brennverfahren destilliert
wurde und aus einer einzigen Brennerei stammt. Die Brennerei
in Schlepzig, im Landgasthof zum grünen Strand der
Spree, kann man besichtigen und sich von der Herstellung
des Lebenswassers faszinieren lassen. Eine Führung
durch die Feinbrand- und Spirituosenfabrik (mit Verkostung!)
ist dabei nicht nur für Whiskyliebhaber ein schöner
Ausflug. Auch Kinder kommen hier auf ihre Kosten, da eine
Menge zum Handwerk eines Brenners und zur Produktion eines
Edelschnapses erzählt wird. Das ist spannend und
lehrreich zugleich.
Dass in Brandenburg echter
Premiumwhisky entsteht, ist in diesem Jahr dann auch dem
wohl berühmtesten Whisky-Autoren der Welt, Jim Murray,
aufgefallen. In seiner "Whisky-Bibel" 2010 erhält
der Schnaps aus Schlepzig 94 von 100 möglichen Punkten.
Murray nennt ihn "riesig" und "abgefahren",
bescheinigt ihm eine wuchtige und überwältigende
Persönlichkeit, ordnet ihn in die Kategorie der "Superstar-Whiskys"
ein, die uns allen "einen Grund zum Leben" gäben.
Das scheint sich herumgesprochen zu haben, denn die Sloupisti-Macher
kommen laut eigener Aussage mit der Produktion kaum noch
hinterher.
Spreewälder Feinbrand
- und Spirituosenfabrik im Landgasthof zum grünen
Strand der Spree. Dorfstr. 53/56, 15910 Schlepzig.
Termine für Führungen
unter: Tel.035 472/ 66 20
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Brenngerät
I.
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Brenngerät
II.
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9.07.2010
Hier wird bald
gebrannt.
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18.05.2010
Hier wird bald
gebrannt.
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