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Originaltext des
bayerischen Reinheitsgebotes von 1516
"Wie das Pier
Summer vie Winter auf dem Land sol geschenkt und prauen werden"
"Item wir ordnen,
setzen und wollen mit Rathe unnser Lanndtschaft das füran allenthalben
in dem Fürstenthumb Bayrn auff dem Lande auch in unsern Stettn
vie Märckthen da desáhalb hieuor kain sonndere ordnung
gilt von Michaelis bis auff Georij ain mass oder kopffpiers über
einen pfennig müncher werung un von Sant Jorgentag biß
auf Michaelis die mass über zwen pfennig derselben werung und
derenden der kopff ist über drey haller bey nachgeferter Pene
nicht gegeben noch außgeschenckht sol werden. Wo auch ainer
nit Merrzn sonder annder pier prawen oder sonst haben würde
sol erd och das kains weg häher dann die maß umb ainen
pfennig schenken und verkauffen. Wir wollen auch sonderlichen dass
füran allenthalben in unsern stetten märckthen un auf
dem lannde zu kainem pier merer stückh dan allain gersten,
hopfen un wasser genommen un gepraucht solle werdn. Welcher aber
dise unsere Ordnung wissendlich überfaren unnd nie hallten
wurde den sol von seiner gerichtsobrigkait dasselbig vas pier ustraff
unnachläßlich so offt es geschieht genommen werden. jedoch
wo ain brüwirt von ainem ainem pierprewen in unnsern stettn
märckten oder aufm lande jezuzeitn ainen Emer piers zwen oder
drey kauffen und wider unnter den gemaynen pawrfuolck ausschenken
würde dem selben allain aber sonstnyemandes soldyemaßs
oder der kopfpiers umb ainen haller häher dann oben gesetzt
ist zugeben un ausschencken erlaube unnd unuerpotn."
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