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von der Milch unserer Charolaiskühe
haben wir Schnittkäse gemacht.
Jetzt müssen wir warten
und pflegen.
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16.3.2009 Lausitzer
Rundschau
Schlepziger Veranstaltungsreihe
soll erweitert werden
Schlepzig In der Reihe Klassik und Schlemmen
wollen wir kommendes Jahr noch mehr Konzerte veranstalten.
Das ist das Ergebnis der Bilanz, die Anja Römer nach der letzten
Veranstaltung dieser Reihe für die Wintersaison zieht.
Mit Tangomelodien gastierte das Duo Amortal im Landgasthof Zum
grünen Strand der Spree in Schlepzig beim letzten Teil
der Veranstaltungsreihe Klassik und Schlemmen in dieser
Saison.

Foto: Harald Friedrich
Wir haben fast bei jedem Konzert noch Stühle dazustellen
müssen und saßen schon dicht an dicht, beschreibt
Anja Römer vom veranstaltenden Landgasthof Zum grünen
Strand der Spree in Schlepzig das vorläufige Ergebnis.
Extrem gut besucht seien nicht nur die Klassik-Konzerte
gewesen, sondern auch die der Reihe Jazz und Buffet,
die immer abwechselnd miteinander stattfinden. Mit der Tango-Veranstaltung,
bei der am Samstag klassische Werke von Astor Piazolla zu hören
waren, ging Klassik und Schlemmen in die Sommerpause.
Ganz toll
sei der Wilhelm-Busch-Abend gewesen, zählt Anja Römer
Höhepunkte auf. Genossen hätten viele Gäste ebenso
den Chansonabend mit Rainer Roos im Dezember oder die Duette von
Sopranistin Konstanze Löwe, Mezzosopranistin Maria-Elisabeth
Weiler und deren Begleiter am Flügel Robert Heimann.
Schon jetzt habe
sie zahlreiche Signale von Künstlern, die im kommenden Jahr
sehr gern wieder in Schlepzig auftreten würden. Aufgrund der
guten Resonanz von beiden Seiten werde man in der kommenden Wintersaison
vielleicht sogar jede Woche ein Konzert anbieten.
Sie selbst finde
es schön, bei uns zu Hause zu sein und Kultur zu haben,
sagt sie lachend. Das ist was ganz Tolles. Über
die Jahre, in denen die Konzertreihen Klassik und Schlemmen
und Jazz und Buffet nun angeboten würden, sei sie
in die Musik hineingewachsen. Ich habe viele Einblicke gewonnen,
so Anja Römer. Dass so viele Besucher kämen und auch die
Künstler begeistert seien, spornt mich noch mehr an.
Ingvil Schirling
4.3.2009 Lausitzer
Rundschau
Schlepziger entdecken
brasilianischen Choro
Schlepzig Ungewöhnlich flotte klassische Melodien
sind bei Klassik und Schlemmen im Schlepziger Landgasthof
zu hören gewesen. Wir nehmen heute den meteorologischen
Frühlingsanfang etwas vorweg, stimmte Veranstalterin
Anja Römer auf den Abend ein. Und ich denke, mit brasilianischem
Sommer wird uns das auch gut gelingen.

Foto:
Quarteto Ideal mit De Ipanema a Copacabana
Musik vom Strand und den Kneipen Rios. Was sich zunächst
nach einem Arrangement für die Schwesterveranstaltungsreihe
Jazz und Buffet anhörte, war doch eine klassische
Offerte.
Das Musikerquartett
bot brasilianischen Choro, wörtlich übersetzt das
Weinen. Er ist eine der höchst entwickelten Gattungen
der instrumentalen populären Musik Brasiliens. In den 1920er
Jahren erreichte der Choro seinen ersten Höhepunkt und Ernesto
Nazareth (18631934) war bestimmt der originellste Komponist
dieser Zeit.
Die modischen Tänze
dieser Zeit wie Polka, Walzer, Tango, Habanera oder Schottisch werden
dabei mit einem eigenen brasilianischen Akzent interpretiert. Choro
ist weniger für die Massen konzipiert, als kammermusikalisch
geprägt, verriet Flötist Marcos Mesquita. Seine
Markenzeichen sind das hohe technische Können sowie die Virtuosität
und heitere Gelassenheit der Musiker, die sich spontan zu einer
zwanglosen Choro-Runde auf öffentlichen Plätzen oder in
Lokalen zusammenfinden.
Erhard Schwartz überraschte
das Publikum im Landgasthof Zum grünen Strand der Spree
mit einer Ophicleide, ein aus Saxophon und Horn kombiniertes Holzblasinstrument.
Katja Höllein rückte die Percussion deutlich stärker
in den Vordergrund, als von europäischen Kompositionen gewöhnt.
André Bayer
spielte auf einer siebensaitigen Gitarre. In Brasilien sind
die recht normal. Bei uns eine zu finden, ist nahezu unmöglich,
berichtete er. Aber ich konnte in Bayern einen Instrumentenbauer
aufspüren, der diese hier für mich angefertigt hat.
Nach der eineinhalbstündigen
musikalischen Reise, von der Der Spatz im Maismehl allen
Zuhörern unvergessen bleiben dürfte, knüpfte die
Landgasthof-Chefköchin mit ihrem Menü an das brasilianische
Reiseziel an.
Ich wurde nicht
nur von der Musik, sondern auch von diesem wunderbaren, angemessenen
Ambiente überrascht, staunte Dorothea Wolf. Damit
hatte ich hier auf den Dörfern nicht gerechnet, das überragt
die ein oder andere Lübbener Lokalität bei Weitem.
Man hat gesehen
und gehört, dass auch die Musiker an den Stücken trotz
ihres Anspruchs großen Spaß hatten, sagte Dr.
Bernhard Lauge. Da es mir auch beim Schlemmen ähnlich
ging, bin ich bestimmt beim nächsten Mal wieder dabei.
Von Jens Golombek
Spreewälder
Schlittschuh-Paradies
Über zehntausend
Besucher auf den Fließen und der Spree am Wochenende unterwegs
Von Frank Selbitz
Spreewald. Weit über
10 000 Schlittschuhläufer und Fußgänger waren an
beiden Tagen des Wochenendes auf den zugefroren Fließen der
Spree in Schlepzig (Unterspreewald) und der Kreisstadt Lübben,
sowie zwischen Lübbenau, Lehde und Leipe (Oberspreewald) unterwegs.
Hochbetrieb herrschte an den zahlreichen Glühwein- und Bratwurstständen,
die oftmals direkt auf dem zugefrorenen Eis standen.
Von einer zusätzlichen
touristischen Wintersaison, die uns das eiskalte Wetter der letzten
Tage beschert hat, sprach der Schlepziger Gastronom Torsten
Römer vom Hotel Zum grünen Strand der Spree.
Hier, wie überall im Spreewald, waren die Gastronomen auf den
Besucheransturm, der aus Brandenburg, Berlin und Sachsen kam, bestens
vorbereitet. Wir haben extra drei Tage Urlaub genommen, um
die einmalige Lagunenlandschaft im Winter zu genießen,
so Ines und Peter Kremtz aus Wilthen (Sachsen). Ein wahres
Spreewälder Schlittschuh-Paradies betonten beide, die
bereits seit Mitte der letzten Woche die Stille und Einsamkeit erlebten.
Damit war es aber
seit Samstagvormittag vorbei. Wie in der Rushhour in
den Großstädten kam es zwischen dem Lübbenauer Hafen
und dem Spreewalddorf Lehde zu einem Schlittschuhläufer-Stau.
Ob mit Schlittschuhen oder nur zu Fuß, mit Kinderwagen oder
mit Opa auf dem traditionellen Stossschlitten, Teile des Spreewaldes
glichen einer belebten großstädtischen Einkaufsmeile,
so Frank Krüger vom Cafe Venedig in Lehde. Der
Strom der Menschen wollte weder am Samstag, als noch Hochnebel über
dem Spreewald lag, noch am Sonntag, bei strahlendem Sonnenschein,
abreißen.
Wer Schlittschuhlaufen
wollte, musste ein Stück weiter fahren, so der gebürtige
Streganzer (Landkreis Dahme-Spreewald) Uwe Schwede, der mit Ehefrau
Marita und Sohn Paul, sowie Freunden unterwegs war. Blickfang der
lustigen Truppe war jedoch Opa Harald, der im Stossschlitten saß
und so zum beliebten Fotomotiv wurde. Sogar für den Rundfunk
Berlin-Brandenburg (RBB) musste Opa lächeln und winken,
freute sich Enkel Paul. Die Eisverhältnisse sind für
eine Natureisbahn ideal, zeigte sich Uwe Schwede nach der
Sechs-Stunden-Tour zufrieden.
Trotzdem müssen
wir immer wieder zur Vorsicht mahnen, betonte Hauptwachmeister
Reinhard Biela von der Wasserschutzpolizei in Lübbenau, der
mit seinen Kollegen am Wochenende verstärkt auf Patrouille,
natürlich auf Schlittschuhen, war. Viele Besucher waren
sehr vernünftig, so Biela, der den wenigen Übermütigen
mit der Spreewälder Pieke die Eisdicke zeigte.
25 Zentimeter betrug diese im Spreewalddorf Leipe, wo Willi Rogatz
wie in früheren Zeiten das Eisloch zum Wasser holen oder
im Ernstfall für die Feuerwehr offen hielt. Auch
die kleinen Traditionen müssen bewahrt werden, betonte
der Rentner, während die Jugend nur wenige Häuser weiter
die des Zampern pflegte. Mit Kapelle zog sie von Haus
zu Haus, um Eier, Speck und einige Taler für die `Pinke`
zu sammeln und sich mit einem Tänzchen zu bedanken, erklärte
die Spreewälderin Gisela Christl den neugierigen Gästen,
die einen zusätzlichen Stopp einlegten.
Dass der Spreewald
auch im Winter so schön sein kann, war uns bisher noch nicht
bewusst. Sebastian, Robert und Stefan aus der Gruppe Jugendlicher
riefen es im Vorbeigleiten zu und verschwanden im Pulk des Besucherstroms.
Das Pflänzchen Tourismus im Winter im Spreewald war zu
voller Pracht am Wochenende erblüht freute sich nicht
nur der Schlepziger Torsten Römer als der Nachtwächter
im Unterspreewalddorf im Vollmondschein wie einst die nächtlichen
Stunden ausrief.
Als über dem
Spreewald 10 000 Sterne zusätzlich strahlten
Schlepzig startet
mit großem Silvesterfeuerwerk in den Neujahrsmorgen
Von Frank Selbitz
Schlepzig. Sternenklarer
Himmel, von dem tausende Sterne blinken, herrscht über dem
Spreewald. Die Sektgläser stehen gefüllt neben dem wärmenden
Feuer des Feuerkorbs am Schlepziger Brauhaus. In der Wärme
werden die letzten Sekunden bis zum Start ins Neue Jahr gezählt
und dann erstrahlen 10 000 Sterne zusätzlich beim großen
Silvesterfeuerwerk des Gasthauses Zum grünen Strand der
Spree.
Im Schlepziger Brauhaus
kochten die Sudkessel voller Stimmung über. Nicht weil Braumeister
Uwe Zech, der diesmal für das große Neujahrs-Begrüßungsfeuerwerk
verantwortlich zeichnete, den Silvestertrunk angesetzt hatte, sondern
weil in beiden Etagen der Schlepziger Storch den Schlepziger Hammer
schlug. Kein Platz war mehr auf der Tanzfläche, wo DJ Zimpelsong
jeden Musikwunsch in der Silvesternacht erfüllte.
Zeit zum Luftholen,
gab es kaum, als die ultimativ letzten Minuten des Jahres
2008 ausgezählt wurden.
Alle Hände voll
zu tun hatte jetzt Paul Görs, der für die große
Sekttafel im Freien verantwortlich war. Nicht nur die Sektkartons
mussten aus dem Weinkeller geholt, sondern auch die Flaschen geöffnet
und die Gläser gefüllt werden.
Der Countdown
läuft, das galt auch im Saal und Gastraum Zum grünen
Strand der Spree, wo in gediegener Atmosphäre bei Foxtrott
und langsamen Walzer, saubere Schrittkombinationen auf dem Parkett
gezeigt werden. Die stürmischen Jahre sind vorbei
war da zu hören, die Jugend ist im Brauhaus. Doch
dort tobte diese und sang Wir sind alle über 40
aus vollen Kehlen mit.
Zwei Partys, zwei
(Alters)welten und überall tolle, ausgelassene Stimmung, die
um Mitternacht beim Feuerwerk im Freien verschmolz, als 10 000 Sterne
zusätzlich über dem Unterspreewald strahlten.

Pauline und Mutter,
Tanten.
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alte englische Landschweinrasse,
mit Biozertifikat
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"work in progress
and preliminary results": unsere Antwort auf Tütenschinken
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Schlachtebuffet im
Brauhaus am Wochenende
Unter dem Motto:
"Nie wieder Wasserschwein" schlachten wir ein Bioschwein
und essen es auf.
Brando
Ein
Tag mit den Schlepziger Brau- und Brennmeistern / RUNDSCHAU-Serie Teil IV Per
Zufall auf den Whisky gekommen Eichenfass
auf Eichenfass stapelt sich in einem Lagerraum in Schlepzig (Dahme-Spreewald).
Dort ruht er, der Spreewälder Whisky namens Sloupisti. Doch bevor der Hochprozentige
so manche trockene Kehle netzen darf, braucht es vor allem eins: Zeit. Mindestens
drei Jahre muss er in den Fässern reifen. Geduld und Zeit brauchen auch Brennmeister
Jens Richter und Brauer Uwe Zech, die den Sloupisti im Landgasthof «Zum
grünen Strand der Spree» herstellen. Dabei sind beide eher zufällig
in dieses Handwerk hineingerutscht. 
Foto:
D. Schülbe Prüfender Blick: Brauer Uwe Zech (l.) und Brennmeister
Jens Richter begutachten im Schlepziger Gasthof das frisch gewonnene Destillat. «Ich
musste damals ab und zu die Kessel reparieren und lernte so automatisch etwas
darüber.»«Ich bin wahrlich kein Experte. Ich kann die vielen
Sorten nicht an ihrem Geschmack unterscheiden.» Uwe Zech, Braumeister
Jens Richter, Brennmeister Es
ist früh am Morgen im Schlepziger Gasthof. Whisky-Braumeister Uwe Zech schlurft
zu seinem Arbeitsplatz. Vorbei an dem noch kalten steinernen Backofen für
frisches Brot, vorbei an der unbesetzten hölzernen Theke mit den vielen Flaschen
Selbstgebranntem erklimmt er eine kleine steile Stiege im Restaurant. Sie führt
zur Galerie. Dort steht der 46-Jährige die Hälfte des Tages an der Maischepfanne.
Ein Kessel, indem Wasser und Malz gemischt werden. Der Mann mit der grünen
Latzhose ist zuständig für die Basis des Whiskys die Maische,
die anschließend zu Alkohol vergoren wird. In Schlepzig stellen Uwe Zech
und sein Kollege Jens Richter einen Single-Malt her. So heißt ein Whisky,
der in einer einzigen Destillerie gebrannt wird. Im Dezember 2007 verkosteten
Zech und Richter den ersten Schluck des Schlepziger Whiskys, der seither auf der
Getränkekarte des Restaurants steht. An diesem Sommertag hat die Sonne
das Gebälk des Gasthofes noch nicht erwärmt. Heiß wird es trotzdem
gleich. Uwe Zech drückt ein paar grüne und rote Knöpfe auf einem
Schaltpult. Während die Temperatur in den trichterförmigen Kupferpfannen
kontinuierlich steigt, wie die digitale Anzeige am Schaltpult verrät, befüllt
er eine der beiden mit Wasser. 900 Liter werden es insgesamt sein, wenn die Pfanne
voll ist. Am oberen Ende des Bottichs ist ein langes Rohr befestigt. Bis unter
die Decke des Gasthofes führt dieses. Es ist jedoch nur eine Attrappe, wie
Uwe Zech sagt, die dem Raum mehr Flair geben soll. In großen Brauereien,
erklärt der 46-Jährige mit den grau-melierten Haaren, werde über
solche Rohre das Malz in die Maischepfanne gefüllt. Aber in Schlepzig sei
noch alles Handarbeit, sagt Zech und schnappt sich einen der weißen Malz-Säcke. Der
Brauprozess scheint etwas für Mathematiker zu sein. Die Temperatur: genau
62 Grad Celsius. Die Malzmenge: exakt 275 Kilogramm. Und die Ruhezeit: keine Sekunde
weniger als 20 Minuten. Die erste Rast nennt der Braumeister diesen Ruheprozess.
Die zweite Rast bei 72 Grad dauert noch einmal 45 Minuten. Währenddessen
wird die Masse in ihre Bestandteile getrennt. Es entsteht eine Zuckerlösung,
die Vorderwürze. Dass er einmal Vorderwürze herstellen würde,
hätte Uwe Zech nie gedacht. Der gelernte Schlosser kam vor zehn Jahren an
den Schlepziger Gasthof als Hausmeister. «Ich musste damals ab und
zu die Kessel reparieren» , sagt er und poliert dabei einen der kupfernen
Behälter auf Hochglanz, «und lernte so automatisch etwas darüber.»
Als der alte Braumeister in Rente ging, übernahm Zech den Job. «Ich
habe eine Menge von ihm gelernt und mir zudem sehr viel angelesen.» Trotzdem
sei die Anfangsphase schwierig, manch anderer Braumeister skeptisch gewesen. Inzwischen
sind Zech und seine Arbeit aber längst anerkannt. Derweil macht sich der
Brennmeister Jens Richter ans Werk. Richter, größer und 24 Jahre jünger
als Zech, ist der Ruhigere von beiden. Er ist für die Destille zuständig.
Im Vergleich zu den riesigen Maischepfannen wirkt sie fast ein wenig unscheinbar.
Samt Kessel, Auffangvorrichtung und den vielen Rohren steht die Destille auf einem
Backsteinsockel im oberen Gästeraum des Restaurants. Dort verbrennt Richter
die vergorene Maische. Und dort ist fein säuberlich Holz gestapelt. Jens
Richter nimmt einige Holzscheite. «Davon geht beim Brennen eine Menge drauf»
, sagt er und wirft das Holz ins lodernde Feuer unter dem bauchigen Bottich der
Destille. Das Wasser darin sprudelt bereits. Zeit für die Maische. Der 22-Jährige
rollt eine blaue Tonne zu dem Apparat. Darin wurde Uwe Zechs Maische eine Woche
lang gelagert. Bei diesem Prozess wird der Malzzucker zu Alkohol und Kohlendioxid
(CO 2 ) vergoren. Durch ein Gärröhrchen, das am Deckel der Tonne angebracht
ist, kann das CO 2 entweichen. Sauerstoff kann in die luftdicht abgeschlossen
Behälter aber nicht eindringen. Mit einer überdimensionalen Kelle,
über die sich jeder Märchenriese freuen würde, schöpft Richter
die gelbliche Brühe in den Kessel. Es riecht süßlich und nach
abgestandenem Bier. Die Luft ist warm und feucht. Der Brennmeister nimmt sein
Basecap ab und wischt sich den Schweiß von der Stirn. Obwohl er tagtäglich
damit zu tun hat, ist Jens Richter kein Whisky-Fan. Ab und zu probieren, das ist
schon drin. «Aber ich bin wahrlich kein Experte. Ich kann die vielen Sorten
nicht an ihrem Geschmack unterscheiden.» Auch wenn er privat noch nicht
auf den Geschmack gekommen ist, möchte er einmal nach Irland fahren und von
Destillerie zu Destillerie reisen. Einfach aus Neugier. Schon weil dort der Whisky
nicht über Holz, sondern über Torf gebrannt wird. Irland gilt neben
Schottland als Ursprung der Whiskyherstellung. Im Gegensatz zu seinem jüngeren
Kollegen war Uwe Zech bereits mehrmals in Irland, hat dort auch Verwandte und
nahm schon an einer Verkostung in Bushmills, einer der ältesten Brennereien
des Landes teil. «So viele Whiskyfässer wie dort habe ich noch nie
gesehen. Die haben sogar eine eigene Böttcherei, die diese herstellt»
, ruft er seinem jüngeren Kollegen Richter zu. Der Braumeister öffnet
die Luke der Maischepfanne. Der Brei darin ist inzwischen dickflüssig geworden.
Jetzt geht es ans Filtern der Masse, dem Läutern. «Zudem wird die Vorderwürze
durch zwei Aufgüsse verdünnt. So erhalten wir die Stammwürze mit
einem Zuckergehalt von bis zu 13 Prozent.» Dazu füllt Uwe Zech auch
in den zweiten Bottich Wasser. Wieder betätigt er einige Knöpfe an dem
Schaltpult, und automatisch wird die Masse von dem einen in den anderen Bottich
gepumpt. Im unteren Teil des Behälters ist eine Art Sieb angebracht. Dort
setzt sich nach und nach das Malz ab, während die flüssige Zuckerlösung
nach unten läuft. Wieder heißt es warten, zehn Minuten ganz genau.
«Es gibt Phasen, da ist das einfach so» , sagt Zech und wendet sich
erneut dem Polieren der Kessel zu. In der Maischepfanne beginnt unterdessen
der Umwälzprozess. Immer wieder wird die flüssige Masse vom unteren
Rand des Bottichs nach oben gepumpt, um auch noch die kleinsten Malzbestandteile
herauszufiltern. Wie weit der Prozess ist, überprüft Zech mit einem
Kontrollröhrchen, das außen am Bottich angebracht ist. Dann nimmt er
eine Probe und misst den Zuckergehalt. Wenn der stimmt, pumpt er die Maische nach
unten in den Keller, wo sie abkühlt und schließlich in die blauen Gärtonnen
verfrachtet wird. Jens Richter hat es sich inzwischen bequem gemacht. Rücklings
sitzt er auf einem Stuhl, das Kinn auf seine Hand gestützt, das Basecap tief
ins Gesicht gezogen. Er starrt gebannt auf die Destille. «Wenn unsere Gäste
mich manchmal hier sitzen sehen, müssen die auch denken, ich habe einen Knall»
, sagt er und lacht. Der 22-Jährige hat genau wie Uwe Zech sein Handwerk
nicht von der Pike auf gelernt. Als Kochlehrling kam er an den Schlepziger Gasthof
und von dort zum Brennen. Vom Essen zu den Getränken. Manchmal, sagt er,
vermisse er das Kochen schon. «Aber das kann ich ja auch zu Hause.» Allmählich
löst sich der Alkohol von der kochenden Masse im Bottich der Destille und
steigt gasförmig in einem Rohr nach oben. Bei exakt 78,3 Grad steigt dann
der genießbare, reine Alkohol, das Ethanol, auf. Bis zu anderthalb Stunden
können bis dahin vergehen. Genau auf diesen Moment wartet Jens Richter auf
seinem Stuhl. Sobald der Dampf über ein weiteres waagerechtes Rohr in
den linken Teil der Destille geströmt ist, schaltet der Brennmeister den
Kühler an. So wird der Alkohol wieder verflüssigt. Tropfen für
Tropfen sammelt er sich in einem kleinen Kännchen. Minuten verstreichen,
bis aus den kleinen Tröpfchen ein ergiebiger Strahl wird. Dann geht alles
ganz schnell. Mit einem lauten Poltern kündigt sich die erste Ladung an.
Jens Richter nimmt einen Kolben, hält ihn unter das Ausflussrohr. Plätschernd
ergießt sich die Flüssigkeit in den Kolben. Richter schüttelt
das Gefäß, riecht an der Flüssigkeit ein stechender Geruch.
Ein klares Zeichen für das gesundheitsschädigende Methanol, das bei
Genuss sogar zur Erblindung führen kann. «Das nennen wir Vorlauf. Meist
sind das drei bis vier Kolben, bevor der Mittellauf, das Ethanol kommt.»
Und tatsächlich: Nach vier Kolben ist der stechende Geruch verschwunden,
die Flüssigkeit schmeckt weich und ein wenig nach Malz. Richter und Zech
haben es geschafft, für Brenn- und Braumeister ist die Arbeit beendet. Für
den Whisky allerdings ist das erst der Anfang. Denn der lagert jetzt in den Eichenfässern
für drei lange Jahre. von
Dana Schülbe 25.4.2008
Lausitzer Rundschau Brauerei
macht auf Tag des Bieres aufmerksam Schlepziger
Bier wird beim Gurkentag ausgeschenkt Schlepzig.
Die Schlepziger Brauerei wird das 10. Gurkentagsbier für die
sommerliche Großveranstaltung in Golßen brauen. Das erfuhren Braumeister
Uwe Zech und Torsten Römer von der Spreewälder Privatbrauerei vorgestern
am Tag des Bieres. 
Foto:
Jens Golombek Gelernt ist gelernt: Wo so mancher Würdenträger den
Gerstensaft in großen Fontänen vergeudet, brauchte Braumeister Uwe
Zech mit dem Holzhammer genau zwei sichere Schläge, um das Weißbierfass
ohne einen einzigen Tropfen Verlust anzustechen. Das
ist für uns natürlich eine große Ehre, sagte Römer
erfreut. Den Tag des Bieres nutzte die kleine Brauerei, um ihre Sorten vorzustellen,
über die Herstellung zu informieren und mit ihren Gästen den Beginn
der Biergartensaison zu feiern. Wie das Bier gelungen ist, müssen natürlich
die Leute entscheiden, aber ich bin mit meiner Arbeit sehr zufrieden, sagte
Braumeister Uwe Zech, auch wenn es etwas dunkler geworden sei als von den Experten
gefordert. Die Hefe für das Spreewälder Weißbier komme aus
der Wieninger Brauerei in Berchtesgaden. Dieser Hefestamm ist einfach grandios,
lobt Uwe Zech die Bayrische Importware. Dazu das Schlepziger Wasser und
nur wenig Hopfen, das ist im Grunde schon fast das Erfolgsrezept. Aber das Allerwichtigste
war und ist eine große Portion Liebe. Die Gärführung sei
wunderbar verlaufen, weswegen man sie recht früh abgebrochen habe, um Süße
und Fruchtigkeit zu erhalten. Von dieser Hopfensorte würden bereits kleinste
Mengen reichen, wohinter nicht allein der Spargedanke stecke: Wir wollen
ja auch nicht, dass der Hopfen unsere Spreewaldgäste müde macht,
so Torsten Römer von der Brauerei. Gattin Anja Römer fügte sofort
an: Mein Mann spricht da von zahlreichen Selbstversuchen. 15 Hektoliter
Weißbier werden über den Sommer verteilt gebraut. Dieses Weizen
schmeckt einfach richtig gut, sagte René Zoeke. Ich trinke
so etwas eigentlich sehr selten, aber vielleicht könnte sich das in dieser
Saison nachhaltig ändern. Es schmeckt nach Sommer, so
Jeannine Falk, von den ersten Mücken des Sommers umschwärmt. Mein
Kompliment an den Künstler. Leider müssen wir mit unserer Radlergruppe
schon bald weiter, aber die nächste Tour wird um diesen Stopp hier auch nicht
herumkommen. (jgk) # Am Tag des Deutschen Bieres wird seit 1994 von den
deutschen Bierbrauern der Erlass des bayerischen Reinheitsgebots im Jahre 1516
gefeiert. Die damaligen Brauer nahmen so ziemlich alles zu Hilfe, was ihren Tränken
Farbe, Haltbarkeit und berauschende Wirkung verlieh. Kräuter waren ebenso
zu finden wie Ruß zur Färbung des Dunkelbiers. Kreidemehl sollte sauer
gewordenes Bier wieder trinkbar machen. Stechäpfel und Fliegenpilze sorgten
für interessante Nebenwirkungen.
Jens
Golombek 9.4.2008
Lausitzer Rundschau Künstler
kommen gern wieder / Saisonabschluss für Jazz und Klassik Warteliste
für Auftritte in Schlepzig Schlepzig.
Es ist einfach eine tolle Saison gewesen mit just good music, schätzt
Veranstalter Dr. Torsten Römer die neunte Auflage der Veranstaltungsreihe
von Jazz & Buffet ein, die nun im Schlepziger Brauhaus beendet
wurde. 
Foto:
Jens Golombek Gute handgemachte Musik, etwas zum Anfeuchten der Kehle, familiäre
Atmosphäre das ist es, was Musiker wie die von der Band «Jazz-Family»
und das Publikum an den Veranstaltungen in Schlepzig schätzen. Eine Woche
vorher hatte es zum letzten Mal Klassik & Schlemmen 2007/08 im
benachbarten Landgasthof gegeben. Ganz bewusst habe man sich den Winter als
Spielzeit ausgesucht. Kulturelle und gastronomische Ereignisse sind sehr
selten, fast überall sind die Schotten dicht für Einheimische und Wintergäste,
so Torsten Römer. Was die Veranstaltungsreihen in Schlepzig betrifft, hat
sich alles schön entwickelt, fügte Anja Römer an. Es
ist schön, wenn die Künstler wiederkommen, wie in einer großen
Familie. Wir wachsen, wie die Musiker auch. Obwohl sie stets besser werden, finden
sie immer den Weg in den Spreewald. Als besondere Höhepunkte der
jüngsten Saison seien Römers die Entdeckung von Schlagzeuger Christian
Lillinger mit seiner Band Spoom und die Auftritte von Lily Dahab und Ron Spielman
in Erinnerung. Insgesamt seien alle Erwartungen an die Künstler von diesen
erfüllt worden. Vor allem sie, aber auch die Gäste würden sich
über die gute Luft im Brauhaus freuen, das seit dem Jahreswechsel frei von
Tabakrauch ist. Das klappte sang- und klanglos, berichtete Torsten
Römer. Rund 150 Plätze stehen zur Verfügung, es bleibe also immer
intim, um die Musik zu genießen. Wir würden am liebsten viel
mehr machen, aber auf jeden Fall wie bisher unplugged und elektronikfrei,
sagte Torsten Römer. Vielleicht machen wir das ja auch, fügte
schmunzelnd Gattin Anja an. Dann sind aber auch die Leute wieder am Zug
zu kommen. Man müsse zudem sehen, dass die Kosten wieder hereinkommen.
Das Eintrittsgeld gehe in voller Höhe an die Musiker. Das ist aber
eher eine kleine Aufwandsentschädigung, denn eine echte Gage könnten
wir gar nicht zahlen. Auf alle Fälle wollen Römers weitermachen
mit guter Musik und guter Stimmung. Das Programm für nächste
Saison sei fertig, mittlerweile gebe es sogar schon eine Warteliste. Neben Garanten
für gute Konzerte würden die Veranstalter erneut «viel frisches
Blut» wagen wollen. Um die lange Wartezeit bis zum Start der Jubiläumssaison
am 25. Oktober zu überbrücken, wird ein All-Star-Treffen Anfang Juli
die Abstinenz lindern, verspricht Torsten Römer. Wir wollen unsere
Musiker auch mal braungebrannt sehen und haben wirklich viele runde Sachen zu
zelebrieren. Die Brennerei wird fünf Jahre, die Brauerei zehn. Der Landgasthof
sowie ,Klassik und Schlemmen feiern ihr 15-jähriges Bestehen. Und 220
Jahre Brenn-, Brau- und Schankrecht in Schlepzig wollen auch gewürdigt werden,
zählt Römer die Jubiläen auf. (jgk) Jens
Golombek
Osterfeuer locken trotz Sprühregen
allerorts ins Freie Von
Frank Selbitz Region.
Glutrot erleuchtet war der Himmel über dem Spreewald, als am Gründonnerstag
und Samstag vor Ostern in vielen Spreewalddörfern die Osterfeuer loderten.
Von Neuendorf bis Schlepzig, von der Lübbener Three Oak Ranch
bis Caminchen, zog es trotz langanhaltenden Sprühregens die Spreewälder
und ihre Gäste an die Osterfeuer. Petrus
scheint es mit uns nicht gut zu meinen, stöhnte Lübbens stellvertretender
Stadtbrandmeister am Samstagabend, als die Kameraden der Lübbener Wehr ihr
traditionelles Osterfeuer entzündeten. Im letzten Jahr mussten wir das Osterfeuer
wegen Trockenheit und der damit verbundenen Waldbrandgefahr kurzfristig absagen
und diesmal versinken wir fast im aufgeweichten Boden. Doch
trotz des den gesamten Tag anhaltenden Sprühregens lockte das diesjährige
Osterfeuer auf der Lübbener Three Oak Ranch wieder über
tausend Lübbener. Zeit zum Quatschen, nannte Annett Meier die
Freude auf das Feuer und viele andere, die in diesem Jahr aufgrund des ungemütlichen
Wetters näher an die Flammen gerückt waren, sahen es ähnlich. Schon
beim freien Blick auf Schlepzig hinter dem Börnichener Forst sah man die
dicken Rauchschwaden des Osterfeuers in der Unterspreewaldgemeinde in den Himmel
steigen, während das Rot der Flammen zu den Wolken züngelte. Der Weidendom
Arena Salix gab die mystische Kulisse für das Osterfeuer hinter
der Spreewälder Brauerei. Über einhundert Hotelgäste und Schlepziger
hatten sich auf die aufgeweichte Wiese gewagt und genossen das Lodern der Flammen
bei Live-Musik von Ecki & Bertianern. Der zweijährige Simon,
der erstmals mit Mutti gemeinsam am Feuer stand, war ganz aufgergt und rief lauthals:
Mutti, es brennt. Schmunzelnd nahmen es Anja und Torsten Römer
zur Kenntnis und freuten sich über die lobenden Worte betreffs der lockeren
und ungezwungenen Atmosphäre bei Glühwein und Osterwasser. Passend
gekleidet waren auch in Schlepzig die Besucher des Osterfeuers in wetterfester
Kleidung, mit Schlapphut und Gummistiefeln, wobei Burkhard Henschelchen mit der
Bemerkung, ob hier die Vorbereitungen für einen nächtlichen Angelausflug
laufen die Lacher auf seiner Seite hatte. Doch nicht zum Angelausflug, sondern
ins Brauhaus zog schließlich die Schar der Zuschauer unter den Klängen
von Go matching in in einer Polonaise hinter den Musikern ins Trockene. Glücklicher
schätzten sich die Veranstalter der Osterfeuer am Gründonnerstag. Obwohl
auch ihr Blick stets zum Himmel ging, hielt Petrus die Himmelstüren geschlossen
und sogar der Vollmond blinzelte manchmal verstohlen durch die Wolkenlücken
hindurch. In Steinkirchen an der alten Jägerbadeanstalt traf man sich um
bis in die frühen Morgenstunden zusammen zu sitzen. Aber auch am Lübbener
Ortsausgang der verlängerten Feldstraße loderte das Osterfeuer. Eigentlich
ist es immer angenehm, wenn man zu Ostern erstmals nach den langen Winterabenden
gemeinsam mit den Nachbarn am Feuer sitzt, meinte Sandy Miras, doch
diesmal war der Winter kein Winter und dafür muss man sich zum Osterfeuer
warm anziehen. Doch die Lübbener Boutique-Besitzerin und ihren Ehemann
Heiko hielt das Wetter, wie auch viele andere Gäste, nicht davon ab, bis
in die Morgenstunden am Osterfeuer zu sitzen. Klein,
aber fein, so Neuendorfs Ortsbürgermeister Hartmut Wedekind. Schließlich
haben wir nur 191 Einwohner und entsprechend muss das Osterfeuer auch kleiner
ausfallen, ist Wedekind überzeugt. Dass dies aber nichts mit der Gemütlichkeit
zu tun hat, ergänzt seine Ehefrau. Wir feiern in Neuendorf etwas anders
als in Lübben, ergänzt sie, während sie die Wärme des
Feuers an der Lübbener Three Oak Ranch auch am Samstag vor Ostern
genießt und mit Bekannten und Freunden bei einem Becher Glühewein die
Vorosterzeit ausklingen läßt. 12.01.2008
Lausitzer Rundschau Eselskarren
wird in Schlepzig aufgebaut
Foto: I. Schirling Franz
Jähne und Hubert Michlbauen den Eselskarren auf, der den Ortseingang von
Schlepzig aus Richtung Lübben ziert. Seit Donnerstag steht die Spielskulptur,
die Jürgen Bergmann von der Firma «Künstlerische Holzgestaltung»
entworfen hat. Diese ist vor allem für den Freizeitpark Einsiedel bei Niesky
tätig. Der Eselskarren, den sich die Schlepziger mit Hilfe von Fördermitteln
leisten, ist begeh- und bespielbar, die Mehlsäcke, die auf ihm liegen, können
von Kindern erklettert werden. Die Idee ist Teil eines Konzepts, nach dem in Schlepzig
viele solcher interessanter Anlaufpunkte vorgesehen wären. Ob es umgesetzt
wird, ist noch offen. 7.01.2008
Lausitzer Rundschau Argentinierin
verwöhnt mit Gesang und Ausstrahlung Konzertgäste und -veranstalter Lily
Dahab begeistert Schlepziger Publikum Schlepzig.
Während im Erdgeschoss des Schlepziger Brauhauses das Buffet die Gaumen erfreute,
verwöhnte direkt darüber Lily Dahab im Rahmen der winterlichen Jazz
& Buffet-Reihe Ohren und Seele zahlreicher Musikfreunde.
 | Foto:
Jens Golombek Das Konzert von Lily Dahab empfand Veranstalterin Anja Römer
«wie zwei Stunden Urlaub» . Ihre Begeisterung über die Sängerin
teilte sie mit dem Schlepziger Publikum im Brauhaus. Die Jazzmusikerin spielte
schon gemeinsam mit Yvonne Catterfeld, Phil Collins, Freundeskreis, Udo Lindenberg.
Am Sonnabend ließ sie im Schlepziger Brauhaus, unterstützt von ihrer
neuen eigenen Band, ihre Stimme strahlen. Lily Dahab wurde in Argentinien in
Buenos Aires geboren. Neben Jazz und Pop hat sie spätestens nach dem Studium
von Musik und Gesang auch noch Bossa Nova, Bolero und Tango im künstlerischen
Repertoire. An der Seite von Madonna fand Lily Dahab mit dem Kinofilm «Evita»
den Weg aus Südamerika heraus. Hauptrollen in Broadway-Musicals brachten
sie ebenso wie Engagements auf Kreuzfahrtschiffen nach Europa. Seit November
lebt die Südamerikanerin in Berlin. Obwohl ihr Sprachkurs erst im Februar
beginnt, klappt die Verständigung mit dem Pianisten Bene Aperdannier, Bassist
Andreas Henze und Topo Gioia (Percussion) offensichtlich hervorragend. Stücke
mit veränderter Tempi sorgten wie Instrumentalsoli für im Schlepziger
Brauhaus ungewöhnlich kräftigen Applaus. Inhaber Dr. Torsten Römer
schwärmte von Stimmorgan und Ausstrahlung der Sängerin. Und das
vor allem nahezu unplugged, wir sind ja schließlich kein Elektroschuppen,
war er begeistert. Ich bin wunschlos glücklich, sagte strahlend
Ernst Lamping. Erst anständig und geschmackvoll satt geworden, jetzt
diese unglaubliche Vorstellung. Obwohl dann für die Kulturreihe ein
Stammgast verloren ginge, könne er sich durchaus vorstellen, mit Lily
Dahab bis nach Südamerika zu tanzen. Ich bin sehr stolz, diese
phantastischen Musiker zu haben, bedankte sich Lily Dahab bei ihren Künstlern.
Wir haben gestern zum allerersten Mal geprobt. Dass es heute schon so gut
geklappt hat, ist ein göttliches Zeichen. Die Anfahrt aus
Lübben hat sich auf jeden Fall gelohnt, sagte Simone Reusch. Früher
sind die Leute ja immer für die Kultur in die Stadt gekommen. Aber diese
Klassik- und Jazz-Geschichten hier in Schlepzig dürften dies langsam aber
sicher umkehren. Das war wie zwei Stunden Urlaub, fügte
Anja Römer schwärmend an. Den Höhepunkt der Saison sehen die
Römers im Abend mit New Orleans und Dixieland von der Jazz Family
am 16. Februar. Da kommen 400 Jahre geballte Jazz-Kompetenz auf uns zu,
freut sich Gastwirt Römer schon seit langem. Aber auch die 20 Dudelsackspieler
und Trommler von ,Pipes & Drums sind Anfang März auf jeden Fall
einen Besuch wert. Bereits am 19. Januar wartet erstklassiger Jazz von und
mit Björn Missal auf die Spreewälder. (jgk) Jens
Golombek
Nicht
verpassen: Das
Erste | Sonntag, 13.01.2008 | 13:45 Uhr Bilderbuch: Der Spreewald RBB (Stern.)
| Länge: 45 Minuten StereoBreitbild Film
von Maren Niemeyer 100 Kilometer
südöstlich von Berlin erstreckt sich auf etwa 480 Quadratkilometern
eine in Mitteleuropa einmalige Kulturlandschaft. Fast 1.000 Kilometer Fließe
mit Feldern und Wiesen formen ein harmonisches Binnendelta. Weil dem Teufel die
Ochsen durchgingen und sie tiefe Furchen zogen, sei dieses dichte Wassernetz entstanden.
Tatsächlich ist der Spreewald das Ergebnis der letzten Eiszeit, die die Spree
in viele dünne Wasserläufe teilte. Die beliebteste Brandenburger Region
wird jährlich von 2,5 Millionen Touristen heimgesucht, die sich in randvollen
Kähnen durch die Kanäle staken lassen, Gurken kosten und sorbische Bräuche
bewundern. Nobelherbergen wie die mehrfach ausgezeichnete Bleiche"
sind entstanden, um dem Ansturm auch in oberen Preisklassen gerecht zu werden. Doch
das ländliche Venedig" Brandenburgs ist eine fragile Idylle. Die
intensive Landwirtschaft zurückliegender Jahrzehnte hat ein schwieriges Erbe
hinterlassen. Das Wiederauffüllen der Grundwasserreserven der Kohletagebaue
droht den Wasserzufluss zum Spreewald zu gefährden. Das Wegbrechen großer
Wirtschaftszweige wie Kohle- und Textilindustrie hatten eine hohe Arbeitslosigkeit
zur Folge, die die private Landwirtschaft und der Tourismusboom nicht auffangen
konnten. So kehrten viele junge Leute der Region den Rücken. Aber es siedeln
sich - wie im kleinen Dorf Groß Leuthen - auch wieder junge Familien an. Der
Film erzählt von alteingesessenen Familien wie den Grafen zu Lynar, die vor
einigen Jahren von Portugal nach Lübbenau umzogen, um das Schloss wieder
auf Vordermann zu bringen, Existenzgründern und Ideengebern, wie dem Umwelttechniker
Frank Hildebrand, der 2004 für die ökologisch behutsame Wiederherstellung
traditioneller Holzhäuser den Brandenburgischen Umweltpreis bekam, oder wie
Arvid Boellert, dem Kurator des Kunstfestivals Rohkunstbau. Vorherige SendungSendungNächste
Sendung 29.12.2007
Lausitzer Rundschau Landgasthof
verzeichnet keinen wirtschaftlichen Nachteil Gute
Erfahrungen mit rauchfreier "Zone" in Schlepzig Schlepzig.
Am 1. Januar tritt auch in den gastronomischen Einrichtungen des Spreewalds das
Nichtraucherschutzgesetz in Kraft. Während
viele Wirte gravierende Umsatzeinbrüche befürchten, hat ein Schlepziger
Unternehmer einen einjährigen Erfahrungs- und Informationsvorsprung: Am Eingang
zum Hotel und Restaurant «Zum grünen Strand der Spree» verkündet
seit Jahresbeginn 2007 ein kleines Hinweisschild: «Wir sind rauchfreie Zone»
. Inhaber Torsten Römer, ehemaliger Mediziner und seit dem Jahr 2000 kein
Raucher mehr, erklärt diese Entscheidung: «Wenn es der Allgemeinheit
dienlich ist, warum nicht? Der Aufenthalt bei uns kann dadurch von allen Gästen
wirklich genossen werden.» Ihm hätten die Beispiele von Irland und
England imponiert. «Dort hat das Verbot so sang- und klanglos geklappt.
Die Gemütlichkeit hat nicht gelitten, auch nicht bei uns im Hause.» Der
prognostizierte wirtschaftliche Nachteil sei nicht eingetreten, im Gegenteil:
«Was ohne Aschenbecherpflege allein an Arbeitszeit sinnvoll eingesetzt werden
kann, ist beachtlich» , so Römer. Der Aufwand beim Waschen der Vorhänge
sei geringer geworden, Renovierungszyklen würden sich spürbar verlängern. Große
Probleme habe man wegen des Rauchverbots noch nicht gehabt. «Gelegentlich
finden wir ein paar Kippen vor der Tür. Selten kommen leichte blaue Dämpfe
aus der Toilette, die hoffentlich den heimlichen Zigaretten zuzuschreiben sind»
, berichtet Torsten Römer. Nur zwei Absagen von Rauchern habe der Hotelbetrieb
während dieses Jahres verzeichnet. «Die Anderen haben uns in dieser
Entscheidung bestärkt.» «Ich weiß nicht, wie die Einheimischen
das sehen. Aber für mich als Erholungssuchender ist das eine prima Sache»
, sagt Horst Kahla. «Schon im Frühjahr war ich hier zu Gast, damals
stand ich diesem kleinen Schildchen skeptisch gegenüber. Aber beide Kurzurlaube
waren auch für mich als Raucher phantastisch.» Das freiwillige Verbot
des Gastwirtes habe ihn sogar angespornt, auch außerhalb der Räumlichkeiten
der Sucht zu widerstehen «leider noch ohne nachhaltigen Erfolg»
, räumt der Stuttgarter ein. (jgk)
 | Jens
Golombek: Lausitzer Rundschau 8.12.2007 Schlepziger
Whisky begeistert auch Nichtfachleute bei Präsentation Nach
mehr als drei Jahren Wartezeit wurde "Sloupisti" am Nikolaustag erstmals
der breiten Öffentlichkeit vorgestellt. Schnittchen mit Gänseleberpastete,
Wildschweinschmalz und Hirschschinken unterbrachen das Schwärmen von kräftigen
Fruchtaromen, Rauch- und Torffreiheit oder angenehmen Abgängen "Wir
haben nicht versucht, schottischen Whisky nachzumachen, sondern einen Eigenen
zu kreieren. Dass uns das so gut gelungen ist, macht mich stolz auf die Urteile
der Fachleute wie Clemens Dillmann", läutete Sloupisti's Vater Dr. Torsten
Römer die Erlebnistour "voller luzider Momente" ein. Schnell
begann am frühen Abend das Philosophieren und Fachsimpeln über den optimalen
Herstellungsprozess und sein aktuelles Ergebnis. "Oi-oi, der reicht mir",
reagierte einer der Whisky-Entdecker auf den Hinweis, eine auf 40 Vol.% verdünnte
und kältefiltrierte Variante zu genießen, die die Aromen aufspreizt
und erfahrbar macht. Mit über 63 Vol.% kommt der erste ostdeutsche Whisky
aus den großen Weißweinfässern und konnte auch in dieser Konzentration
überzeugen. Bei der Vorführung der Brennanlage während des Rundganges
konnten die Gäste, zur geschmacklichen Abwechslung, ihren Finger auch einmal
in einen Eimer voller frisch gebrannten Birnendestillat stecken. Bei dieser Gelegenheit
zeigte Römer den Whiskeyfreunden auch den "kleinen eingesperrten Zollbeamten,
der dafür sorgt, dass wir wirklich für jeden einzelnen Liter gebrannten
Alkohols über 13 Euro Steuern zahlen". "Da gehört aus meiner
Sicht vor allem viel Mut dazu, sich an ein so langfristiges Unternehmen wie der
Whiskeyproduktion zu wagen", lobte Ernst Lamping aus Schlepzig dessen Ergebnis.
"Und sich dann auch noch mit dem Ergebnis der Öffentlichkeit zu stellen.
Mir persönlich, da bilde ich keine Ausnahme hier am Tisch, schmeckt er in
beiden Stärken einfach Spitze. Ich trinke ihn, bestimmt ab jetzt regelmäßig,
sehr sehr gerne." Bei all den schönen Veranstaltungen, Bieren und Obstbränden
hätte er von den Römers auch nichts Anderes erwartet. Der Ragower
Hartmut Scherz ließ sich bei der ausgiebigen Verkostung zu einer spontanen
Einlage Schlepziger Mundart hinreißen und die edlen Tropfen in beinahe ausgestorbenem
Dialekt zu loben. "Da gibt es zwischen Ragow, Neu Zauche oder Schlepzig nur
minimale Unterschiede, die kaum auffallen", begründete der "auswärtige"
seine von den Eltern erlernten Fähigkeiten. Die Führung schloss auch,
angeführt von einem schottischen Dudelsackspieler, Römers neues Bauprojekt
unweit des Brauhauses ein. Dort konnte der als Spirituosenlager und zukünftiger
Gastraum umgebaute Stall bewundert werden. "Die angrenzende Scheune ist noch
eine Baustelle. Aber dort soll bald ein ´Warehouse´ entstehen, das
aber je nach Saison auch einen Spreewaldmarkt und eine Obstverarbeitung überdachen
soll." Nicht nur Arbeitnehmer sondern auch die Gebäude müssten
heutzutage flexibel sein. Die Zahl der bis zu 30 Arbeitsplätze werde sich
zwar nur geringfügig erhöhen, deren Saisonarbeitszeiten jedoch spürbar
verlängern. "Auch ein Mehrfamilienhaus mit zwei Läden sollen neben
der geplanten Flussbadestelle auf diesem Areal entstehen", fügte Unternehmergattin
Anja Römer an die aktuellen Pläne an.
 | Foto:
Jens Golombek Viele
Geruchs- und Geschmacksproben musste der Schlepziger Whisky bei seiner Präsentation
bestehen. Der «Sloupisti» kam bei allen an.
Fotos:
Patrick Pleul 01.12.2007
Lausitzer Rundschau Sloupisti
der erste Whisky Ostdeutschlands kommt aus Schlepzig Hochprozentiges
für Genießer aus dem Spreewald Wenn
es für Schotten einen Grund gegeben hat, ihre Insel und damit den dortigen
Whisky nicht zu verlassen, zählt dieser nicht mehr. «Der erste Whisky
Ostdeutschlands kommt aus dem Spreewald» , sagt Torsten Römer, Inhaber
vom «Landgasthof zum grünen Strand der Spree» in Schlepzig. Dort
wird der «Sloupisti» gebrannt. Drei Jahre musste er im Verborgenen
warten. Nun darf er ins Glas und damit ans Licht. Noch ganz jung wird er heute
schon vor der eigentlichen Präsentation am Nikolaustag den Mitgliedern des
Lübbener Whiskyclubs und einem Whiskytester vorgeführt.
Foto:
Daniela Kühn Mit
zwei Flaschen Sloupisti in der Hand steht Torsten Römer (v.) vor dem Destillator.
Im Hintergrund kontrolliert Destillateur Jens Richter die Qualität des Brandes. «Sloupisti»
ist die wendische Bezeichnung für Schlepzig und bedeutet Pfahl. Diesen Namen
trägt nun auch der erste Whisky aus der Region. Die ersten Behausungen des
Spreewalddorfes wurden auf Pfählen errichtet. Vergessen hat Torsten Römer
den Malzbrand wohl nie, den er 2004 in Eichenfässer gelegt hat. Nun ist die
nötige Frist für den Hochprozentigen verstrichen, der mindestens drei
Jahre in den Holzbehältern reifen muss, bevor er sich Whisky nennen darf.
Die sechs mal 225 Liter sind offenbar gelungen. «Ich bin kein Whisky-Trinker,
deshalb freue ich mich um so mehr, dass er einigen Kennern zu schmecken scheint»
, sagt Torsten Römer. Eine Whisky-Probe hatte er nach Hannover geschickt
zu Dr. Clemens Dillmann, der weiß, was einen guten Tropfen ausmacht. «Er
muss schmecken und ein angenehmes Mundgefühl machen. Allerdings kann sich
der persönliche Geschmack jeden Tag ändern» , erzählt Dillmann,
der sich selbst nicht als Spezialist sieht. «Ich will kein Krönchen,
ich bin ein Whisky-Liebhaber.» Trotzdem zählt seine Meinung, deshalb
hat Torsten Römer Kontakt zu ihm aufgenommen. Dillmann, der im Jahr 1994
die Internetseite www.whisky.de ins Leben gerufen hat, ließ den Whisky verkosten.
Die Probanden wussten nicht, welche Art Whisky sie tranken. «Der Sloupisti
kam bei ihnen richtig gut an» , berichtet Dillmann. Heute wird er sich
selbst einen Eindruck über die Brennerei verschaffen. Mit ihm werden sich
auch die Mitglieder des Whisky-Clubs Lübben von der Qualität des Tropfens
überzeugen. Römer begründet: «Wir wollen vor der eigentlichen
Präsentation am 6. Dezember einfach auch die Meinung von Kennern einholen.»
Die bestätigen schon vorab, dass der Hochprozentige aus dem Spreewald eine
absolute Neuheit über die brandenburgischen Grenzen hinaus ist. «Das
ist der erste Whisky in Ostdeutschland» , sagt Thomas Lehmann, Mitglied
im Whisky-Club Lübben. Auf Rügen soll vermutlich im Jahr 2009 ein Whisky
abgefüllt werden. Lehmann klärt auch gleich über die unterschiedliche
Schreibweise auf: «Schottischer Whisky wird nur mit y geschrieben, der aus
Irland und Amerika mit e, also Whiskey.» Nun jedenfalls wird der Feinschmecker
den Schlepziger probieren. Die Qualität des «Sloupisti» wird
auch durch die Holzfässer beeinflusst, die sowohl die Farbe des Getränks
als auch das Aroma beeinflussen. Die Fässer für den Spreewälder
Whisky stammen von einem fränkischen Winzer und haben schon Wein in ihrem
Inneren beherbergt. «Auch das wirkt sich auf das Aroma aus» , weiß
Römer, dessen Leidenschaft für das Hochprozentige immerhin auch 70 Sorten
Brände zur Folge hat. Obstbrände und Bier gehören zu seinem
Geschäft. Wie aber kam die Idee zum Whisky? «Das ist eigentlich ganz
logisch. Wir haben die Technik Brauerei und Brennerei. Diese glückliche
Verbindung ist die Voraussetzung dafür, Whisky zu brennen» , erklärt
Torsten Römer. Zwischen Kupferkesseln, Destillationsanlage und Holzfässern
werden die Kenner den Spreewälder Whisky probieren. Ob der «Sloupisti»
mundet, zeigt sich heute.
#
Ab 11 Uhr können Interessierte beim Schaubrennen Einblicke in die Brennerei
Schlepzig erhalten. Neben Schnaps gibt es auch frisches Brot aus dem Backofen
im Brauhaus. Informationen zu Whisky und Veranstaltung gibt es telefonisch unter
035472/6620. Wissenswert Was ist Whisky? Das ist ein aus vergorener Getreidemaische
hergestelltes Destillat, das mindestens 40% Vol. Alkohol enthält und drei
Jahre gelagert wurde. Single Malt Whisky darf sich der nennen, der aus gemälzter
(gekeimter) Gerste in einem speziellen Brennverfahren destilliert wurde, und aus
einer einzigen Brennerei stammt. Der Sloupisti ist ein Single Malt Whisky. Mehr
Informationen unter: www.whisky.de oder www.whiskyfanpage.de 27.11.2007
Lausitzer Rundschau Auch
nach Feierabend bei Ausstellerparty der Messe «Touristik & Caravaning»
in Leipzig gepunktet Spreewälder
präsentieren sich erfolgreich Die
Reise-, Erholungs- und Wohlfühlregion Spreewald präsentierte sich fünf
Tage lang auf 1000 Quadratmetern Ausstellungsfläche bei der 18. Touristik
& Caravaning (TC) in Leipzig in der imposanten Glashalle als Partnerregion
der Messe. Kurz bevor sich die Tore der Neuen Messe endgültig schlossen,
zogen Aussteller und Organisatoren erste Bilanz. Hatte die Region, an deren touristische
Erschließung vor 125 Jahren eine historische Litfaßsäule erinnerte,
den Partner-Vorsprung erfolgreich genutzt? Foto:
J. Golombek Die Spreewälderin Martina Riedel als Kinderfrau zusammen mit
ihrem Mann Frank in schwarzer Kirchgangstracht und Peter Lehmann in wendischer
Männertracht auf der TC.
 | «Die
vergangene Woche war richtig gut» , sagte der Schlepziger Braumeister Uwe
Zech. Wir hatten einen Wahnsinnsstart. Die Sachsen seien freundlich
und zuvorkommend gewesen. Rund um unsere historische Bierkutsche war die
Stimmung viel besser als auf der Grünen Woche in Berlin. Viele Leute waren
schon im Spreewald, kannten Schlepzig und unsere Brauerei. Das macht uns stolz. Zech
und zwei weitere Mitarbeiter seien jetzt erschöpft. Die Messe war eine
gute Nummer. Ich kann nicht für die kleinen Einzelhändler sprechen,
aber wir haben hier mehr als eine Wochenproduktion ausgeschenkt. Der Spreewaldverein
hat uns beim gesamten Messeauftritt tatkräftig unterstützt. Einen
beachtlichen Teil des überdachten Minispreewalds nahm ein liebevoll gestalteter
Campingplatz ein. Wir haben hier mit dem Federballplatz und all den Details
phantastisches Campingplatzflair in die Messehalle gezaubert, meinte Roland
Exler, Geschäftsführer des Eurocamp am Spreewaldtor Groß
Leuthen. Zusammen mit weiteren Campingprofis repräsentierte er
die zwölf Plätze des Spreewaldes. Wir traten hier spürbar
nicht nur als einzelne Orte oder Unternehmen auf, sagte Ilka Paulick, sondern
als gesamter Spreewald. Erfolgreich sei die Vielfalt vermittelt worden.
Man erkennt immer mehr, dass viele überlegen, in Deutschland Urlaub
zu machen. Oft seien auch Wiederholungstäter auszumachen
oder Kurzurlauber, die den Spreewald im Blick hätten. Die meisten wissen
schon, wo wir liegen. In Sachsen gibt es ein besonderes Interesse an Kajak- und
Paddelboottouren. Die Möglichkeiten sind im Freistaat sehr begrenzt. Den
gelungenen Feiertagsstart am Mittwoch hob Peter Stephan, Geschäftsführer
des Tourismusverbandes Spreewald, hervor. 65 Unternehmen sind bei uns vertreten
und haben ab dem ersten Tag für eine wunderbare Mischung aus Tourismus, Naturschutz
und Ernährung gesorgt. Dieses Drei-Säulen-Modell funktioniere
und werde stark nachgefragt. Es war wichtig und richtig, dass unsere recht
kleine Region selbst einmal sieht, wie stark sie ist. Die Messeleitung habe
sich bereits beim Verband für die gelungene wunschgemäße Vorstellung
bedankt. Das ohne Personalkosten rund 60 000 Euro schwere Konzept, vom Brandenburgischen
Infrastrukturministerium maßgeblich gefördert, sei voll aufgegangen.
Neben der exklusiven Vorstellung brächten kostenlose Medienbeachtung und
spreewaldlastige Messeplakate unschätzbare Vorteile. Wir haben gemäß
unserem Hauptziel vermitteln können, dass der Spreewald außerhalb des
Kahnklischees noch viele andere Angebote für Urlaub und Erholung hat,
sagte Peter Stephan. Der Spreewald sei von Schlepzig bis Burg ganzjährig
geöffnet. Ein Höhepunkt war die Ausstellerparty am Freitag. Diese
Feier mit etwa 2000 Gästen aus 50 Ländern war uns sehr wichtig. All
die Medienvertreter und Touristikfachleute mussten sich einen ganzen Abend sozusagen
gezwungenermaßen mit uns auseinandersetzen, so Stephan. Nicht nur
die von Spreewälder Betrieben gestifteten kulinarischen Spezialitäten
sorgten für ausgelassene Atmosphäre. «Uns wurden 17 Bierfässer
zur Kalkulation genannt. Fast doppelt so viele konnten wir ausschenken. Sogar
Torgauer Paul-Gerhardt-Flaschenbier mussten wir noch organisieren. Denn selbst
die Leerflaschen wurden als Souvenir mitgenommen» , freute sich Peter Stephan. Während
das Land der Fließe und Gurken Partnerregion war, war Kuba als Land der
Traumstrände und Zigarren Partnerland der TC. Wir waren schon sehr
stolz, wenn wir bei den Pressekonferenzen mit Kuba in einem Satz genannt wurden,
so Stephan. Auch auf der Kulturbühne wechselte sich Günni, der singende
Spreewaldwirt, mit kubanischer Salsa ab. Die Kubanerin Rose Pedersoli-Fuhrmann
erzählte: Was wir bei der Ausstellerparty vom Spreewald sehen konnten,
hat uns sehr gefallen. Leider ist es von Kuba mit neun Flugstunden doch ein bisschen
weit weg. Für die Spreewälder jedenfalls ist klar, dass sie
im kommenden Jahr wieder in Sachsen bei «Tourismus & Caravaning»
dabei sein wollen.
Von
Jens Golombek 10.11.2007
Lausitzer Rundschau Sonderstellung
auf 1000 Quadratmetern als Partnerregion in Leipzig Spreewald
fiebert größtem Messeauftritt entgegen Seinen
voraussichtlich bisher größten Messeauftritt erlebt der Spreewald vom
21. bis 25. November auf der Leipziger Ausstellung «Touristik und Caravaning»
. Seit Monaten wird er vorbereitet. Peter Stephan vom Tourismusverband in Raddusch
sieht dort vor allem die Chance, ein internationales Publikum zu erreichen und
damit den Spreewald «auch im Ausland bekannter zu machen» . In
fünf Bereichen wollen die Verantwortlichen darstellen, was der Spreewald
zu bieten hat, und Fördermittelgebern zeigen, wie sich die ländliche
Region weiterentwickelt hat. Besonders verpflichtet fühlen sich die Spreewälder
Organisatoren der Messe auch deshalb, weil die Fließlandschaft zur Partnerregion
der Ausstellung erhoben ist. Daraus leiten sich Vorteile ab wie «eine hervorragende
Präsentation in allen PR-Mitteln» , so Andreas Traube vom Spreewaldverein,
aber auch besondere Verpflichtungen, zum Beispiel während des Ausstellerabends,
der derzeit fieberhaft organisiert wird. Den
Spreewald schmackhaft machen Zunächst soll ein Spreewaldmarkt den Gästen
die Fließlandschaft schmackhaft im wahren Sinne des Wortes machen. «Spreewald
schmeckt» heißt das Motto, unter dem sich die Schlepziger Privatbrauerei
mit Bier, Obstbränden und Likören ebenso präsentieren wird wie
die Kochakademie des Werbeners Peter Franke, die Langengrassauer Imkerei Neiße,
die Kümmritzer Landfleischerei und Vetschauer Wurstwaren. Andreas Traube
vom Spreewaldverein hat den Hut auf und sitzt gerade an der Vorbereitung eines
der Höhepunkte, des Ausstellerabends. «Da wollen wir gerade beweisen,
dass der Spreewald schmeckt» , so Traube. «Wir erwarten rund 650 Gäste
aus 50 Nationen» , ergänzt Peter Stephan. Schwerpunkt
Camping Daneben soll erstmals dem Camping im Spreewald ein Schwerpunkt eingeräumt
werden. Extra dafür sei der «Campingführer Spreewald» aufgelegt
worden, so Ilka Paulick von der Gemeinde Märkische Heide, die diesen Teil
unter ihre Fittiche genommen hat. 13 Platzbetreiber aus dem Spreewald, davon acht
aus dem Altkreis Lübben, sind darin vertreten. Animateure stellen mit Sport
und Spiel für die Messebesucher den Campingalltag dar. 125 Jahre Spreewaldtourismus
werden die übergreifende Klammer für eine Präsentation von Kultur,
Handwerk und Tradition sein, die die Tourismus, Kultur und Stadtmarketing GmbH
Lübben (TKS) vorbereitet. Alte Trachten sollen gezeigt werden, eine historische
Spreewaldküche wird aufgebaut, Ostereierverzierer, Böttcher Waldemar
Zech aus Schlepzig, Korbmacherin Julia Löwenberg aus Lieberose, Leierkastenmann
Volkmar Baier aus Alt Zauche und viele andere gestalten die Schau. Das Thema
«Gesund und aktiv» werde ein weiteres wichtiges sein, so Peter Stephan.
Die Lübbenauer Spreewelten werden eine Sauna aufbauen, die Burger Therme
Anwendungen und Behandlungen demonstrieren. Schließlich ist dem Naturschutz
mit dem Biosphärenreservat ein weiterer Schwerpunkt gewidmet. Auch die Partner
aus Holland und Polen sowie das Dahme-Seen-, das Oder-Spree-Gebiet und die Samerberger
aus Bayern werden eine Rolle spielen. 83 000 Besucher zählte die Messe
im vergangenen Jahr, und auch diesmal werde mit mindestens 80 000 gerechnet, so
Andreas Traube. Um möglichst viele davon inhaltlich zu erreichen, «haben
wir unsere Imagebroschüre jetzt auch auf Englisch aufgelegt» , so Peter
Stephan. «Unser Auftritt soll in hoher Qualität durchgeführt werden,
und alle ziehen bisher sehr gut mit.» Zum Thema Viel Prestige und Kosten Die
Chance für den Spreewald, ein internationales Publikum auf der Leipziger
Messe zu erreichen, kostet Geld. Mindestens 50 000 Euro schätzt Tourismusverbands-Chef
Peter Stephan. Für die knapp 1000 Quadratmeter Präsentationsfläche
wird eine Pauschale in Höhe 10 000 Euro gezahlt. Unterstützt wird die
Spreewaldpräsenz laut Stephan vom Land Brandenburg, von den Landkreisen,
von Kommunen und Unternehmen. Von
Ingvil Schirling 09.11.2007
Lausitzer Rundschau Hervorhebung
als Ort im ursprünglichen Spreewald Schlepzig
nimmt Hürde für das Prädikat Erholungsort Schlepzig.
Schlepzig erfüllt die Anforderungen für die Anerkennung als Erholungsort
im Land Brandenburg. Das geht aus einer Tourismusentwicklungsstudie hervor, die
die Freizeit- und Tourismusberatung GmbH erstellt hat. Der Gemeinderat stimmte
der Studie während seiner jüngsten Sitzung zu. Sie
ist Voraussetzung, um das Prädikat «Staatlich anerkannter Erholungsort»
zu beantragen. Die Gemeinde im Unterspreewald strebt dieses Prädikat an. Die
nun vorliegende Studie beinhaltet Analysen, Leitlinien und Handlungsempfehlungen,
um zentrale Ziele für die Gemeinde zu erreichen. Das Kurzkonzept basiert
auf der Auswertung vorhandener Statistiken und Daten, auf Expertengesprächen
vor Ort sowie auf der Bewertung der aktuellen Infrastruktur und vorhandener Angebote.
«Die Studie ist ein Leitfaden für unsere künftige Ausrichtung»
, erklärt Bürgermeisterin Heike Noah. Schlepzig will sich auf Schwerpunktthemen
konzentrieren. Dazu zählen etwa die Positionierung als Standort im Herzen
des natürlichen und ursprünglichen Spreewalds und die Sicherung der
Wasserlandschaft Spreewald. Außerdem will sich Schlepzig auf die naturorientierten
Aktivitäten wie Radfahren, Kanuwandern, Wandern und Kahnfahrten konzentrieren
und Angebote für Kinder entwickeln, beispielsweise Spielplätze. Eine
Badestelle soll ausgebaut und ein Wohnmobilstellplatz errichtet werden. Schlepzig
soll sich klar als Spreewald-Ort positionieren, um von dem hohen überregionalen
Bekanntheitsgrad des Spreewalds zu profitieren. Zudem sollen der dörfliche
Charakter und die Ursprünglichkeit herausgestellt werden, um sich von größeren
Orten wie Burg, Lübben und Lübbenau abzugrenzen. Die zentrale Botschaft
bei der Vermarktung soll lauten: «Schlepzig wo der Spreewald am ursprünglichsten
ist» . Der Landesfachbeirat hat Schlepzig im vergangenen Jahr besucht und
mit Blick auf das Prädikatsverfahren Handlungsbedarf in folgenden Bereichen
ausgemacht: Wellness-Angebote, familiengerechte Angebote, Erhöhung der Bettenkapazität
und Klassifizierung der Unterkünfte. Vom Landgasthof «Zum grünen
Strand der Spree» lägen Pläne vor, die vorhandene Bettenkapazität
deutlich aufzustocken. Zudem will die Gemeinde finanzielle Mittel zur Verfügung
stellen, um in einem ersten Schritt Spielgeräte für Kinder anzuschaffen.
Der Ausbau der Badestelle soll insbesondere für Familien mit Kindern attraktiv
sein. Experten einer Arbeitsgruppe Tourismus vor Ort bezeichnen die touristische
Entwicklung in Schlepzig laut Studie als überwiegend positiv. Die Zukunftsaussichten
seien gut. Das Potenzial werde in erster Linie im Erhalt des Dorfcharakters, der
Tradition des Ortes sowie der Sicherung der ursprünglichen Wasserlandschaft
gesehen. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müsse jedoch das Marketing
noch weiter intensiviert, die Organisationsstruktur den wachsenden Anforderungen
angepasst und die interne Zusammenarbeit verbessert werden. Andreas
Staindl 06.11.2007
Lausitzer Rundschau Amt
will mit Brücke vor dem Winter fertig sein Kahnfahrt-Bau
in Schlepzig geht voran Schlepzig.
Die Arbeiten an der Kleinen Kahnfahrt in Schlepzig sollen noch vor dem Winter
soweit fertig sein, dass die Autofahrer die Umfahrung nicht mehr benutzen müssen. Ob
dieses Ziel zu schaffen ist, hänge allerdings sehr stark vom Wetter ab, schränkt
Michaela Schudek ein, Bauamtsleiterin im Amt Unterspreewald. Schleuse
fast fertig Von der Bauberatung berichtete sie, dass die Schleuse «Poßlings
Eckchen» in rund drei Wochen, also noch im November fertiggestellt werden
soll. Am Donnerstag sei sie trocken und mit Wasser gefüllt baulich abgenommen
worden. In der Dammstraße seien «die Schleuse und die Brücke
in ihrer Grundform da» , so Michaela Schudek. Als nächstes sollen die
Einbauten hergestellt und montiert werden. Die Kleine Kahnfahrt, die eine Tour
durch das Dorf per Kahn ermöglichen soll, bringt einige Veränderungen
mit sich: Zahlreiche Leitungen und Kabel wurden verlegt und Bäume gefällt.
Das Freifließ wird an die Hauptspree angeschlossen für den rund drei
Kilometer langen Rundkurs. Das Großprojekt soll knapp 900 000 Euro kosten,
von denen ein Teil gefördert wird, und ist in zwei Bauabschnitte unterteilt. Rentabilität
nicht belegt Am Vorhaben hatte es auch Kritik gegeben: Unter anderem wurde
die bisher nicht belegte Rentabilität bemängelt. Die soll sich erst
zeigen, wenn die «Kleine Kahnfahrt» zu Beginn der nächsten Saison
von den Spreewaldbesuchern genutzt werden kann. 22.10.2007
Lausitzer Rundschau Auftakt
zur Serie «Jazz und Buffet» Im
Schlepziger Brauhaus ein Sound wie in der Beale Street Der
Ruf von New Orleans ist im Schlepziger Brauhaus erklungen und viele Besucher
haben ihn vernommen. Der «Call of New Orleans» bildete den Auftakt
der Serie «Jazz und Buffet» , die bis zum April in regelmäßigem
Turnus fortgesetzt werden soll. Zur traditionellen Musik aus den Südstaaten
durfte im Erdgeschoss des Brauhauses nach Herzenslust geschlemmt werden: Das Buffet
mit gebackenem Wildschwein verwöhnte die Gaumen.
 | Foto:
Jens Golombek Auch Jazzmusiker brauchen mal 'ne Stärkung: Im Schlepziger
Brauhaus ist die Reihe «Jazz und Buffet» mit großem Publikumszuspruch
gestartet. Die Herren gaben ihre Stücke unplugged zum besten.
Der Pianist Roland Schifter war mein Neurologie-Lehrer in meiner Zeit im
Berliner Klinikum, verriet Brauereibesitzer Torsten Römer. Zu jedem
der rund 70-jährigen Hobbymusiker aus ganz Deutschland bestehe eine akademische
Bindung. Man biete im Brauhaus leichte, unaufdringliche Musik, für die man
kein philharmonisches Gehör brauche. Das ist hier aber kein Dixieland,
machte der Veranstalter energisch deutlich, das wäre dann die Kommerzialisierung
dieses New-Orleans-Styles. Diese Musik stammt aus den 1920er Jahren,
ergänzte Anja Römer. Man sieht durch sie quasi die Alltagsszenen
aus New Orleans vor sich. Mit Blick auf das gut gefüllte Brauhaus zeigte
sie sich erfreut: Ich glaube, dass die Leute viel zu lange Entzug hatten.
Die sind wie wir froh, dass es wieder losgeht. So etwas ist eben eher für
die Wintermonate, für drinnen geeignet. Ab jetzt gehe es in Brauerei
und Landgasthof Schlag auf Schlag. Zuerst starten wir mit drei Jazzabenden
durch, dann folgt die Klassik. Unser mittlerweile sehr erfolgreiches Konzept wird
einfach durch die Leute getragen und bestätigt, die immer wieder nach Schlepzig
kommen, freute sich Römer. Auch die Musiker bekunden immer
den großen Wunsch, wieder hier aufzutreten. Das ist der Grund, warum wir
heute ein Zusatzkonzert vorneweg packen mussten. Denn alle anderen Termine waren
schon voll, informierte Torsten Römer. Das Repertoire sei keinesfalls
festgefahren. Besonders im Klassik-Sektor haben wir durch Empfehlungen immer
wieder wechselnde Besetzungen, berichtete Anja Römer. Die Klassik bildete
einst die Grundlage der Veranstaltungsreihe. Aber in das Brauhaus hat die
Klassik einfach nicht gepasst. Da bot sich einfach ehrlicher, guter Jazz an. Den
Höhepunkt der Saison sehen die Römers in der Veranstaltung mit der Jazz
Family am 16. Februar. Da kommen 400 Jahre geballte Jazz-Kompetenz
auf uns zu, freut sich Gastwirt Römer schon fünf Monate vorher. Im
November steht erstmalig der Bockbieranstich im Kalender von Braumeister Uwe Zech.
Ein wundervoller Bock reift hier seit acht Wochen, schwärmte
Torsten Römer, der jüngst noch einer heimlichen Leidenschaft Leben einhauchte:
Vor drei Jahren abgefüllt und weggelegt, reife an der Spree Whisky
in sechs Eichenfässern. 63,3 Prozent hat der erste Brandenburger Whisky.
Sloupisti, Schlepzigs uralten Namen, soll der einmalige Single-Malt
demnächst tragen, verriet Römer. Ich bin heute durch
Zufall hier vorbei gekommen, berichtete Marko Fischer. Und wenn ich
mir die Musiker und das Programmheft so anhöre und -sehe, bestimmt nicht
zum letzten Mal. Unabhängig von der außergewöhnlichen
Musik und der klasse Stimmung hier im Brauhaus gab es bei uns am Tisch heute unerwarteten
Verdruss, verriet Brigitte Jahnke, eigentlich hatten die Kraftfahrer
festgestanden. Dann jedoch haben wir die vielen leckeren Brände von Aprikose
bis Holunder entdeckt und probiert. Aber in Form von Fläschchen zum Mitnehmen
haben wir einen wirklich guten Kompromiss gefunden. Service: Der nächste
Termin Am Samstag, 27.Oktober, werden um 20 Uhr Waldi Weiz & Band im Schlepziger
Brauhaus in der Reihe Jazz und Buffet zu hören sein. Von
Jens Golombek
Es
ist Herbst geworden, prima!
Kleinehäuser.de Baumhaus
*18.10.2007
Spreewaldkiosk demnächst
auf Pfählen *5.12.2007
Weitere
nicht mehr ganz so aktuelle Nachrichten
Das Kobe-Rind
Zu Besuch bei einem sagenhaften Tier
Von Berthold Kohler
Dieses Tier hat kein schönes Euter, aber angeblich das beste
Rindfleisch der Welt
29. Juni 2009 Kobe. Der Weg ist
das Ziel, daran lässt sich auch auf diesem nicht zweifeln.
In Serpentinen geht es die Flanken des Bergs Rokkesan hinauf und
wieder hinunter, an Reisfeldern vorbei und an einem kleinen Shinto-Schrein.
Selbst das plötzlich auftauchende Schild "Rotary Golf
Club" scheint noch irgendwie in dieses japanische Idyll zu
passen, gilt der Besuch doch ebenfalls einer exklusiven Gesellschaft,
wenn auch einer mit einem noch ausgeprägteren Herdentrieb.
Die Liebe zu kurzgeschnittenem Gras teilt aber auch diese.
Eine Kurve noch, und da stehen
sie: schwarze Rinder mit dunklen Augen, deren Name Feinschmecker
auf der ganzen Welt in Ekstase zu versetzen vermag. Es sind Kobe-Rinder,
die der Menschheit, allerdings nur einem sehr kleinen Teil davon,
das angeblich beste und gesündeste, in jedem Fall aber teuerste
Steak der Welt schenken, wenn auch kaum willentlich. Doch ranken
sich schon so viele Legenden um Aufzucht und Wesen dieses japanischen
Wundertiers, dass es auf eine mehr oder weniger, sagen wir über
seine Opferbereitschaft, auch nicht mehr ankäme.
Kein Pfund des Kobe-Fleisches
geht in den Export
Wer (seinem Koch) weiter glauben
will, dass sein sündhaft teures Filet in dessen früherem
Leben von Koto-Tönen beschallt, mit Bier getränkt und
täglich von einer Geisha oder wenigstens einem zärtlichen
Bauern massiert worden ist, sollte ab hier besser nicht weiterlesen.
Das, was in Deutschland oft als "Kobe-Beef" angepriesen
wird, stammt ohnehin nicht von den Tajima-Rindern aus Kobe, sondern
allenfalls von japanischem Schwarzvieh aus anderen Teilen des
Landes oder von Nachzüchtungen und Kreuzungen im Ausland.
Selbst in Oberbayern werden schon Wagyu-Rinder gehalten. Doch
kamen sie nicht in Kobe zur Welt. Das Ausführen von lebenden
Tajima-Rindern ist streng verboten. Und auch kein Pfund des streng
geprüften Kobe-Fleisches geht in den Export: Alles landet
in den vermögenden Mägen Japans.
Selbst dafür aber ist es
zu Lebzeiten nicht mit Sake massiert worden, jedenfalls nicht
auf Mastbetrieben wie diesem, auf denen die meisten Kobe-Rinder
erzeugt werden. Da hätten seine sechs Angestellten viel zu
tun, sagt der Betriebsleiter Ishida. Er trägt weiße
Gummistiefel. 600 Stück Mastvieh stehen in seinen Ställen
aus Stahlträgern, auf mit Sägespänen bestreutem
Beton, nicht auf Tatamis. Dazu kommen vierzig Mutterkühe.
Ja, in Matsusaka, in der Nachbarpräfektur Mie, sagt Herr
Ishida, da machten sie so etwas mit den Rindern, für die
Touristen. Mythen haben ihren Preis.
Nicht jedes Rind darf sich Kobe-Beef
nennen
Die wenigsten Touristen aber dürften
wissen, dass das gestreichelte Fleisch von dort gar nicht die
immerhin in Japan gesetzlich geschützte Bezeichnung "Kobe-Beef"
tragen darf. Die ist allein den Steaks und Filets von Tajima-Rindern
aus der Präfektur Hyogo vorbehalten, in der Kobe liegt -
wenn sie denn den höchsten Qualitätskriterien entsprechen.
Zuletzt sind 3066 Tiere im Jahr post mortem mit diesem Titel geadelt
worden. 770 000 japanische Bullen, Kühe und Kälber hatten
nicht das Glück.
Gestriegelt hat auch Ishida-san
schmutzige Rinder schon. Die Behauptung, erst die Massage führe
zur typischen Marmorierung des Kobe-Fleisches mit einem überaus
geschmacksstoffreichen Muskelfett, verweist er jedoch in das Reich
der Fabel. Dafür sind in erster Linie die Gene der Rasse
verantwortlich, über die in Kobe streng gewacht wird. Der
Samen für die Zuchtbetriebe stammt von zwölf sorgsam
ausgewählten Bullen, die sich in der Obhut der Präfektur
befinden. Für den Fall, dass einer dieser Samurai-Stiere
ermattet oder gar das Zeitliche segnet, stehen ebenfalls genau
geprüfte Kandidaten bereit, in die Bresche zu springen. Während
man in Europa und Amerika über Jahrzehnte den Rindern das
Fett und damit die Geschmacksstoffe züchterisch austrieb,
durften die Kobe-Rinder es behalten. Zur Fetteinlagerung trägt
bei den Bullenkälbern die Kastration bei, die den gerühmten
konfuzianischen Sanftmut der Tiere in einem etwas anderen Licht
erscheinen lässt. Vor allem aber führt die Fütterung
dazu, dass das Fleisch zart ist und das Verhältnis von ungesättigten
zu gesättigten Fettsäuren günstig.
Nur ausgewähltes Heu für
die Jungtiere
Bis zum Alter von fünfzehn
Monaten bekommen die speziellen Zuchtbetrieben abgekauften Jungtiere
Vitamin-A-reiches Heu aus Oregon und Kanada zu fressen, das in
Containern über den Pazifik gelangt. Dann wird auf Heu und
Weizenstroh aus der Nachbarschaft (Australien) umgestellt, ergänzt
durch geschroteten Mais und Weizenkleie. Immerhin diese Zutaten
stammen aus Japan. Keinen Scheffel davon baut diese Farm, die
einer Aktiengesellschaft gehört, selbst an. Der Betrieb hat
keine Felder, daher geht auch der Dung der Tiere wieder vom Hof
- nach sieben Wochen Lufttrocknung und Kompostierung, als Dünger
an Gemüsebauern. Zweimal wird den Tieren Blut abgenommen
und untersucht. Doch eigentlich wissen erfahrene Mäster wie
Ishida schon nach einem tiefen Blick ins Auge ihrer Rinder, ob
ihnen etwas fehlt. Kreidemarkierungen an den Boxen der nach allen
Seiten offenen Ställe dokumentieren, wann Vitamine dem Wasser
für die Tiere zugesetzt worden sind. Sake, so sagt Herr Ishida,
käme ohnehin nicht über den ersten Magen des Rinds hinaus.
Man müsse es nur in Ruhe fressen und schlafen lassen, dann
werde schon alles gut.
Es ranken sich viele Legenden um Aufzucht und Wesen dieses japanischen
Wundertiers
Etwa zweieinhalb Jahre dauert
dieses alkohol-, aber auch weitgehend stressfreie Leben. Dann
sind die Färsen 600 bis 650, die Ochsen 700 Kilogramm schwer
und somit schlachtreif. Gut 300 Stück wirft Ishidas Betrieb
im Jahr auf den Markt. Eine gute Million Yen (rund 8000 Euro)
bringt ein schönes Tier ein. Im Großhandel steigt der
Preis für das geschlachtete Kilo auf derzeit gut 2300 Yen
(etwa 17 Euro). Das ist jedoch noch lange nicht das Ende der Nahrungs-
und schon gar nicht der Wertschöpfungskette.
5000 Yen für ein Filet
Der japanische Gourmet muss beim
Metzger bis zu 5000 Yen auf den Tresen legen, wenn er das schönste
Stück Filet erwerben will - je hundert Gramm, versteht sich.
Auf der nach oben offenen Restaurantskala sind natürlich
noch andere Preise möglich. Doch selbst sehr Betuchte müssen
erst schauen, wie und wo sie an das Marmorfleisch kommen. Kobe-Beef
wird in einer Art geschlossener Gesellschaft aus Züchtern,
Händlern, Metzgern und Restaurants vertrieben. Wer Zugang
zu diesem exklusiven Kreis erhält, kann aber auch sicher
sein, das Original auf dem Teller zu haben.
Etwa zweieinhalb Jahre dauert das alkohol-, aber auch weitgehend
stressfreie Leben eines Kobe-Rindes
An dieser Gewissheit ist auch
in Zeiten der Krise noch so vielen Japanern gelegen, dass der
Kobe-Beef-Kurs nicht so in die Tiefe rauschte wie der Nikkei.
Den Zeitpunkt der Lehman-Pleite kann aber auch der stellvertretende
Abteilungsleiter für Rindfleisch aus der Präfektur Hyogo
mühelos auf seiner Preiskurve identifizieren. Die wachsende
Arbeitslosigkeit habe allerdings das Interesse an der Zucht der
teuren Tiere neu belebt, das in den vergangenen Jahren nachgelassen
hatte. Hatten vielleicht auch die Japaner geglaubt, Kobe-Rinder
müssten täglich zwei Stunden lang massiert werden?
Gestohlen worden ist übrigens
noch keines der Rinder des Herrn Ishida - in Japan neige man nicht
zur Hausschlachtung, sagt er. Nicht einmal auf der Farm selbst
gibt es ein Schlachtfest. Immerhin bekommt der Betriebsleiter
sehr gelegentlich "zu Testzwecken" ein Stück des
erzeugten Fleisches vorgesetzt. Der zuständige Beamte dagegen
hatte nach eigener Auskunft noch nie das Vergnügen. Legenden
sind schließlich und eigentlich nicht zum Verspeisen da.
Auch an diesem Tag verlassen die Besucher hungrig die Stätte
der Ställe. Einer schielt auf dem Rückweg nach dem nächsten
McDonald's-Schild. Irgendwie lässt der Mythos des Kobe-Rindes
sogar noch einen einfachen Hamburger zur Verheißung werden.
Text: F.A.S.
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