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Kleinehäuser.de

 

 

20. Oktober 2007
20:00 Uhr Call of New Orleans spielt im Brauhaus traditionellen New Orleans Jazz. Eintritt 5,00 €

27.Oktober 2007
20:00 Uhr Jazz & Buffet im Brauhaus. Waldi Weiz & Band Eintritt 5,00 €

27. & 28. Oktober
Abfischen an den Schlepziger Fischteich, auch bei uns frischer Räucherfisch und leckere Fischgerichte.

11. November 2007
Martinstag ab jetzt gibt es bei uns die herrlichen Gänse......

10. November 2007
20:00 Uhr Jazz & Buffet im Brauhaus. Klezmer Chidesch Eintritt 5,00 €

24. November 2007
18:00 Uhr Klassik & Schlemmen im Landgasthof. Konstanze Löwe-Sopran, Maria-Elisabeth Weiler-Mezzosopran & André Kellinghaus- Klavier. "Wir Schwestern zwei, wir Schönen" Eintritt 5,00 €


8. Dezenber 2007
18:00 Uhr Klassik & Schlemmen im Landgasthof. Die Nixen Eintritt 5,00 €

15. Dezember 2007
20:00 Uhr Jazz & Buffet im Brauhaus mit STOOM Eintritt 5,00 €

31. Dezember 2007 Silvester das ganze Haus feiert.
Arrangement mit 4 Übernachtungen - ausverkauft 2007/08

1.Januar 2008...............................das Ganze wieder von vorne!
14:00 Uhr Frühschoppen mit den Spreetalern im Brauhaus

5. Januar 2008
20:00 Uhr Jazz & Buffet im Brauhaus. Lily Dahab-voc,
Bene Aperdannier-piano, Andreas Henze-bass,
Daniel Topo Gipia-perc. Tango, Bossa Nova, Bolero & Jazz
Eintritt 5,00 €

19. Januar 2008
20:00 Uhr Jazz & Buffet im Brauhaus. Björn Missal, Gesang
& N.N. Gitarre/Klavier. Eintritt 5,00 €

4. Februar 2008
14:00 Uhr Großer Rosenmontagsumzug in Schlepzig

9. Februar 2008
18:00 Uhr Klassik & Schlemmen im Landgasthof. Anita Rennert - Gitarre. Eintritt 5,00 €

14. & 15. Februar 2008 (14.2 Valentinstag)
Zum Valentinstag mit Ihrem Liebsten/Ihrer Liebste sich bei uns verwöhnen lassen mit einem Candllightdinner und schöner Musik...

16. Februar 2008
20:00 -23:00 Uhr New Orleans & Dixiland mit der Jazz Family im Brauhaus. Eintritt 5,00 €

23. Februar 2008
20:00 Uhr Jazz & Buffet im Brauhaus. Die Legendäre :
Ron Spielman, Björn Werra & Jan Eckelmann. Eintritt 5,00 €

8. März 2008
19:00 Uhr zum Frauentag Snacks & 1 Glas Sekt auf dem Tisch, Sie auf der Tanzfläche und wir erfüllen Ihre Musikwünsche im Rahmen unserer Möglichkeiten.

20. März 2008
Frühlingsanfang

22. März 2008
Osterfeuer mit den Bertianern. 19:00 Uhr ist Beginn.
Eintritt 5,00 €

29. März 2008
18:00 Uhr Klassik & Schlemmen im Landgasthof. Eleanor Forbes in Duett Karen Buck. Von Purcell bis Opernhighlights
(Saisonabschlußkonzert für Klassik & Schlemmen) Eintritt 5,00 €

5. April 2008
20:00 Uhr Jazz & Buffet im Brauhaus. Jessica Galle
( Saisonabschlußkonzert für Jazz & Buffet ) Eintritt 5,00 €

23. April 2008 Tag des Bieres. Ab in die Brauerei!

30. April 2008 Tanz in den Mai. Näheres folgt.

Mai 2008
Spargelzeit - der Spargel im Spreewald - eine Delikatesse
Auf Voranmeldung Samstags um 21:00 Uhr - Nachtwächterrundgang durch Schlepzig, Beginn im Brauhaus.

2. und 3. August 2008
Dorffest in Schlepzig mit dem Kahnkorso am
Sonntag um 14:00 Uhr

 

 

14.08.2007Lausitzer Rundschau

Volksmusik war beim Publikum besonders beliebt

Drei Tage Musik vom Feinsten in Schlepzig

Schlepzig. Drei Tage Musik vom Feinsten gab es in Schlepzig. Torsten Römer von der Spreewaldbrauerei hatte mehrere Musiker in das Spreewalddorf eingeladen. Die Westernhagen Revival-Band «Belmondo» bereitete den Auftakt.

 

Foto: Andreas Staindl
Blasmusik satt war in Schlepzig zu erleben. Schon an den Vortagen gab es Musik vom Feinsten. Die Spreewaldbrauerei Schlepzig hatte eingeladen.
Darüber hinaus spielten «Guitares on the Rock(s)» mit Ron Spielmann, Rainer Bachmann, Thorsten Wagner, Shannon Callahan, Fred Sauer, Björn Werra und Jan P. Eckelmann. «Die Musik war richtig klasse» , schwärmt Torsten Römer. «Ich hatte Gänsehaut. Da waren Leute dabei, die ihr Handwerk verstehen. Einfach Weltklasse.» Dass am ersten Abend der dreitägigen Veranstaltung nur rund 50 Leute gekommen waren, stört den Veranstalter nicht: «Dafür war das Publikum sehr fachkundig. Und wir hatten ohnehin unseren Spaß.»
Römer hatte das Open air am Weidendom in das Festzelt verlegt: «Das Wetter war einfach zu unbeständig» , begründet er.
Der dritte Tag stand ganz im Zeichen der Blasmusik. Drei Formationen hatte der Veranstalter eingeladen: «Die Fröhlichen Hechte» , die «Berstetaler» sowie die «Spreetaler» . Zur Volksmusik zumindest war das Zelt gut gefüllt. Und auch auf der Tanzfläche herrschte ständig Betrieb. «Ein Tänzchen zur Blasmusik ist doch etwas Schönes» , sagt Bernhard Muldner, der mit seiner Frau derzeit Urlaub im Spreewald macht. «Da kommt der Kreislauf so richtig in Schwung.» Die Blasmusiker haben dem reiferem Publikum kräftig eingeheizt.

Andreas Staindl

6.08.2007 Lausitzer Rundschau

Dorffest mit Bauernmarkt und an neuem Ort fand viel Zustimmung

Tradition lockt nach Schlepzig

Zwischen Brennerei, Brauerei und Landgasthof und dem Kahnfährhafen stieg am Wochenende das Schlepziger Dorffest. Wie Bürgermeisterin Heike Noah sagte, «haben wir mit Markt und Festzelt hier auf dem Gelände der Brauerei in diesem Jahr eine ganz neue Location gefunden.» Bei solch „super Bedingungen“ sollten Groß und Klein sich wohl fühlen.

Foto: Jens Golombek
Eine Pause legten die Akteure der Domowina Briesensee während ihres «Waschtags» ein.Das Schlepziger Hinterbackofenballett aus einer ungewöhnlichen Perspektive: Die Damen führten im Festzelt ihren Pantoffeltanz auf, zeigten aber auch Figuren aus dem amerikanischen Squaredance.


Während manche es sich am kleinen Strand an der von Libellen umschwirrten Cocktailbar gut gehen ließen und die Jungstörche bei ihren gemeinsamen Flugstunden beobachtete, stürmten die meisten den nahe gelegenen Bauernmarkt, dessen Eingang der Schlepziger Weidendom bildete.
Nicht nur «Gurken Paule» aus Lübben und die Wittmannsdorfer Butterfrauen sorgten dort für Spreewälder Flair. Arnold Klähr zeigte die Kunst der Herstellung Spreewälder Mollen, muldenförmige Holzgefäße, in denen früher Brotteig transportiert und Schlachtfleisch abgelegt wurde. Erklärt wurde Interessierten ebenso, wie Weidenkörbe gefertigt werden. Von Kaninchenkeulen bis Spreewälder Hefeplinsen wurde jeder Gaumenwunsch erfüllt. Der Duft von Kuchen aus dem Lehmbackofen oder vom Holzofenbrot betörte nicht nur die Domowina Trachtengruppe bei ihrem großen Waschtag.
„Der Eismann von nebenan hat uns vorhin seine Schürze gebracht, die war voller Schokoflecken“, berichtete Irma Paulsen. „Selbstverständlich haben wir die mit bestem Spreewasser und viel Rubbeln wieder blütenweiß bekommen. Aber es war, wie schon früher, anstrengende Arbeit.“ Besonders das Mangeln verlange kräftige Oberarme. „Tischtücher oder Bettwäsche konnten mit den Kohlenbügeleisen nicht geglättet werden“, erklärte Irma Paulsen. „Da wussten die Waschfrauen, was sie den ganzen Tag gemacht hatten.“
Holger Wieloch hatte den Bauernmarkt mit den rund 40 Ständen organisiert. „Wir haben besonderen Wert auf das Bäuerliche und Handwerkliche gelegt. Mit den brandenburger Produkten haben wir meiner Meinung nach einen modernen Mix gefunden, der sich auch für alle Beteiligten rechnet.“ Das zur Verfügung gestellte Gelände am Schlepziger Landgasthof leiste seinen Teil dazu. „Die Leute kaufen, sitzen, genießen und fotografieren. „Ich glaube, es sind alle sehr zufrieden und wir haben das Dorffest um ein gutes Stück bereichert.“
Die Schlepziger Kita läutete mit ihrem Auftritt einen bunten Nachmittag ein. Das Schlepziger Hinterbackofenballet, die jüngste der flotten Damen in ihren schönen Blaudruck-Röcken ist 64 Jahre alt, zeigte im Festzelt Spezialitäten wie ihren „Schlepziger“, einen Pantoffeltanz, mit dem das Ballett geboren wurde, aber auch amerikanischen Squaredance.
Uwe Zech, Braumeister der Spreewälder Privatbrauerei, stach das Fass mit dem von ihm gebrauten Festbier an. „Es hat eine sehr hopfige Note“, erhöhte er die Vorfreude der wartenden Gäste mit trockenen Kehlen. „Ich habe für diesen Anlass eine Prise mehr als normalerweise genommen.“
„Das war ein richtig schöner Tag, abgeschlossen von einem herrlichen Abend“, schwärmte Georg Heide. „Ich bin von unserem Dorffest sehr begeistert“, zog Bürgermeisterin Noah am Samstag ein vorläufiges Fazit, ehe am Sonntag der Kahnkorso als Höhepunkt des Dorffestes folgte. „Ich denke, es wurde gut angenommen und würde mich freuen, wenn dies so im nächsten Jahr fortgesetzt werden könnte.“
Dies bestätigte Torsten Römer vom Schlepziger Landgasthof. „Das Ambiente zusammen mit dem Wetter, dann noch so ein schöner Besuch, wir sind sehr zufrieden. Wenn die Gremien des Dorfes es ermöglichen, werden wir dieses harmonische Ereignis nächstes Jahr gern wiederholen.“

Von Jens Golombek

 

Foto: A. Staindl
Das Festbier für das Schlepziger Dorffest ist angesetzt.Gefeiert wird vom 3. bis 5. August. Bürgermeisterin Heike Noah, Karin Kappus von der Tourist-Info des Dorfes sowie Braumeister Uwe Zech (vorn v. r.) haben in der Spreewälder Privatbrauerei in Schlepzig den Aromahopfen in die Würzpfanne geschüttet. Etwa 60 Minuten bleibt die Maische im Kocher, wird in Behälter gefüllt und später gefiltert. «Pünktlich zum Dorffest ist das Bier fertig» , sagt Braumeister Uwe Zech.

 

 

Open Air in Schlepzig:

"Guitars On The Rock(s)"

 

Ron Spielman (git, voc),

Rainer Bachmann (git, voc),

Thorsten Wagner (git, voc),

Shannon Callahan (voc),

Rool (sax),

Fred Sauer (key),

Björn Werra (bass),

Jan P. Eckelmann (drums).

 

JUST GOOD MUSIC

Sa. 11.8.2007, 20:00 h

 

 

 

Wir warten auf das Dorffest am 3.-5. August

 

 

 

13.07.2007 Lausitzer Rundschau

Minister präsentiert Gästezahlen / Fast eine Million Übernachtungen

Junghanns lobt Spreewald als touristischen Schrittmacher

Der Spreewald ist mehr denn je ein Garant für touristische Attraktivität. Brandenburgs Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns (CDU) präsentierte gestern Rekorde bei Übernachtungs- und Gästezahlen. Fast eine Million Besucher haben 2006 im Spreewald übernachtet, 2003 waren es nur rund 900 000. Landesweit haben 8,8 Millionen Gäste übernachtet, 400 000 mehr als im Jahr 2003.

Medienwirksam verband Junghanns die Präsentation der Gästezahlen mit einem Besuch im Spreewald. Der Minister ließ sich in Lübbenau (Oberspreewald-Lausitz) und in Schlepzig (Dahme-Spreewald) sehen, suchte das Gespräch mit Vertretern von Tourismusverband, Biosphärenreservat und Gastronomie. Im Haus für Mensch und Natur in Lübbenau zeigte Naturpädagogin Gisela Hovestadt Junghanns den Forscherkahn „Nautilust“. Vor allem Jugendliche können auf dem Boot Gewässerproben untersuchen. In Schlepzig führten Torsten und Anja Römer Junghanns durch ihren Landgasthof samt Bierbrauerei und Schnapsbrennerei. Die Bremer haben den Gasthof seit 1993 nach und nach ausgebaut.
Peter Stephan, Geschäftsführer im Tourismusverband Spreewald, nannte Gründe für die gestiegene Attraktivität des Spreewaldes: Investitionen der Kommunen in Radwege, die gute Zusammenarbeit zwischen Verband und Biosphärenreservat, Tropical-Islands sowie neue Bäder in Burg (Spree-Neiße) und in Lübbenau (Oberspreewald-Lausitz). Dank der Therme, so Stephan, verbuche Burg 25 Prozent mehr Übernachtungen. Außerdem seien Gurkentag und Spreewald-Marathon etablierte Veranstaltungen, die mittlerweile regelmäßig Hunderte Besucher in die Region ziehen.
Dennoch sehen Stephan und Carl-Heinz Klinkmüller, Vorstand im Tourismusverband, noch Potenzial. So würden noch zu wenig heimische Gastronomen ihre Gäste auf touristische Angebote auch außerhalb des Spreewaldes hinweisen. Erst kombiniert mit einem Ausflug zum Beispiel nach Dresden, so Heinz Klinkmüller, werde für viele Gäste ein Spreewald-Aufenthalt attraktiv. Im November werde sich der Spreewald auf der Leipziger Touristikmesse präsentieren, kündigte Peter Stephan an – auf 1000 Quadratmetern. Grund dafür ist ein Jubiläum. «Vor 125 Jahren gab es im Spreewald die ersten Gesellschaftsfahrten auf Kähnen. Das war der Beginn des Tourismus» , so Stephan.
Laut Junghanns rangiert der Spreewald auf Rang drei der Beliebtheitsskala in Brandenburg – hinter Fläming und Ruppiner Land. Die Region sei für Brandenburg ein «touristischer Schrittmacher» . Nur mit Blick auf die Übernachtungen und Besuche von Touristen – die Geschäftskunden herausgerechnet – wäre der Spreewald gar Spitzenreiter, ergänzte Peter Stephan.

Von Daniel Preikschat

 

 

DER TAGESSPIEGEL 29.6.2007

Gastronomie
Kulinarisches Glück unter freiem Himmel

Von Bernd Matthies

Vom Klimawandel kann Brandenburg nur profitieren, und seine Gastronomen erst recht. Die Terrassensaison 2007 ist längst in vollem Gang, und mit Ausnahme einiger Gewitterphasen dürften selten so viele Gäste in der Berliner Umgebung beglückt unter freiem Himmel gesessen haben. Gegessen haben sie vermutlich meist auch – und dabei oft erfahren, dass Grünlage und schöner Blick nicht unbedingt ein Indiz für gutes Essen sind. Sicherer gehen Sie mit unseren aktuellen Tipps für den Wochenendausflug .

Brandenburg ist, theoretisch, eine Urlaubslandschaft – die Leute wissen es nur nicht. Und deshalb sind neue Hotel- und Restaurantprojekte eine Rarität; wenn mal ein Besitzer einen Tagungsraum ausbaut, ist das schon der Gipfel unternehmerischen Wagemuts. Bemerkenswert ist es daher, dass nicht einmal der Sparkassenverband als Eigentümer des Schlosshotels Neuhardenberg genug Atem hat, rund ums Jahr ein gehobenes Restaurant zu installieren. Immerhin ist es gelungen, neben der rustikalen, preisgünstigen „Brennerei“ in den historischen Räumen ein A-la-Carte-Restaurant namens Kleine Orangerie zu eröffnen, das von Mittwoch bis Sonntag edle mediterrane Kost offeriert, nur abends und vorerst bis Oktober. Die Anreise lohnt, schon, um Park und Schloss zu bewundern – telefonische Nachfrage ist aber sehr ratsam.

In Schloss Hubertushöhe, dem edlen Jagdhaus über dem Storkower See, hat sich nach einer längeren Phase der Stabilität wieder ein neuer Küchenchef, Ralph Knebel, einarbeiten müssen. Ich hatte noch keine Gelegenheit zu einer Kostprobe, traue dem ehemaligen Sous-Chef im Münchener Königshof aber allerhand zu, seine sehr neofranzösische Speisekarte liest sich interessant. Ebenfalls schon fast ein Klassiker, ebenfalls mit neuem Küchenchef: Die Alte Schule in Reichenwalde. Das Essen im alten Klassenraum, bislang bekannt für gradlinige französische Klassiker zu günstigen Preisen, ist ein wenig ambitionierter und ein wenig teurer geworden, bleibt aber unverändert empfehlenswert.

In Bad Saarow zeigt das Schicksal des Restaurants „Aroma“ im Arosa-Resort Scharmützelsee, wie schwer es vor allem die Großen mit der Gastronomie im Berliner Umland haben: Es wurde geräuschlos versenkt. Ein Winzling ist in die Lücke gesprungen und berechtigt zu schönen Hoffnungen: Die Villa Contessa in Bad Saarow, die als „Deutschlands kleinstes Luxushotel“ firmiert. Die mit echten und falschen Rosen zum Bersten überladene Inneneinrichtung ist, sagen wir, fragwürdig. Keinen Zweifel gibt es aber daran, dass Enrico Schreier einer der besten Köche der Region ist. Nach schwankenden Anfängen hat er ein zweigeteiltes Konzept auf hohem Niveau etabliert: mittags gibt es italienische Klassiker, abends mediterrane Edelküche, beispielsweise Lammrücken und Lammschulter mit einer Lasagne von grünen Bohnen und Pimientos, Spargel mit Gamba-Terrine und Safrangelee oder einen Kuchen von Valrhona-Schokolade auf eingelegten Mangos mit Honig-Ingwer-Eis. Leider: Trüffelöl-Feinde müssen die Küche rechtzeitig um Unterlassung bitten, damit sie das Essen auf der wohl schönsten Seeterrasse im Lande genießen können.

Naheliegend, auch gleich zu übernachten. Dafür bieten sich neben der Villa Contessa das ebenfalls schön gelegene, stilistisch ähnlich überfrachtete Palais am See oder das etwas sterile Esplanade an, das weniger mit seiner angestrengt weltläufigen Küche als mit einem umfangreichem Wellness-Angebot punktet.

Wellness ist auch das Stichwort, mit dem das Hotel zur Bleiche in Burg im Spreewald bekanntlich jeden internationalen Vergleich besteht. Sein Gourmet-Restaurant 17fuffzig ist zweifelsfrei das beste in Brandenburg, schon deshalb, weil sich Küchenchef Oliver Heilmeyer intensiv um regionale Erzeuger und regionale Traditionen bemüht – sofern er nicht gleich im eigenen Gemüse- und Kräutergarten erntet. Das Resultat ist eine durchdachte, hochmoderne Edelküche, die sich ständig wandelt und gegenwärtig vor allem mit puristischen Kompositionen wie dem pochierten Ei auf Kartoffel-Rosmarinbrot und Haselnusssauce oder einem gelierten Kräuterfonds mit Fischen und Safrangraupen glänzt. Sommelier Oliver Westphal schöpft aus einem Weinkeller mit über 400 Abfüllungen, seine Spezialität sind die ostdeutschen Winzer, die er in einer einzigartigen Auswahl präsentiert.

Die Übernachtung in der „Bleiche“ ist bekanntermaßen kostspielig. Die Besitzerfamilie Clausing bietet neuerdings eine Alternative: das Hotel zur Linde mitten in Burg, wo soeben 16 ländlich-elegante Zimmer fertig geworden sind, ideal zum Beispiel für Radler oder Kanufahrer, die das umfassende Angebot der „Bleiche“ nicht nutzen wollen. Selbstverständlich: Feine Spreewaldküche unter Heilmeyers Aufsicht, schöner Biergarten.

Zwischen Scharmützelsee und Spreewald gibt es noch mehr ehrgeizige Köche, die allerdings längst nicht auf dem gleichen hohen Niveau arbeiten. Zu nennen wäre der noble Vierseithof mitten in Luckenwalde und Schloss Lübbenau, wo die Küche meist mehr will, als sie kann; bescheidener sind die Ambitionen in der hübschen Gasthausbrauerei Am grünen Strand der Spree in Schlepzig, wo es feingemachte rustikale Gerichte beachtlicher Qualität gibt.

Ihnen weit voraus ist Frank Schreiber, der Juniorchef im famosen Goldenen Hahn in Finsterwalde. Hier fehlt es zwar am entscheidenden Sommer-Anreise-Argument, nämlich der schön gelegenen Terrasse. Doch auch im bescheidenen Innenhof oder dem feinbürgerlichen Gastraum merkt der sonnenhungrigste Gast rasch, dass die elegante, filigran ausgestaltete Küche Schreibers die weiteste Anfahrt lohnt, zumal ein wunderbares DreiGang-Menü – z.B.Terrine von Zander und Garnelen, Rinderzunge mit Kartoffel-Meerettich-Püree, Erdbeeren mit Mascarpone und Waldmeistereis – schon für 19 Euro zu haben ist. Aber auch das herrlich kräuterduftige Kalbsfilet mit Spreewald-Gemüsen und Basilikum-Ravioli ist seine 24,50 Euro locker wert.

Guido Kachel behauptet sich als einziger ernst zu nehmender Küchenchef in der Spargelgegend am südlichen Berliner Autobahnring. Die schlichte Idylle des Landhotels Theodore F. täuscht: Hier will einer richtig ambitioniert kochen, wagt den weltumspannenden Zugriff und offeriert beispielsweise gebeizte Lachsforelle mit Rosinen-Chili-Taboulé, Perlhuhnbrust mit Cranberrysauce oder, gelegentlich, vielgängige Fischmenüs. Am Wochende gibt es im schönen Garten am Fluss auch einfache Grillgerichte.

Potsdam ist eine Sache für sich – die besten Restaurants der Landeshauptstadt nennen wir unten in einem separaten Kasten. Und über den Aufstieg der Bäkemühle in Kleinmachnow hat Elisabeth Binder am vergangenen Sonntag in unserer Restaurantkritik „Von Tisch zu Tisch“ berichtet. Wir ziehen deshalb hier weiter nach Werder-Petzow, wo das Hafenrestaurant Ernest am Schwielowsee einfache, sauber gekochte Fischgerichte bietet – ein perfektes Ausflugsziel, wenn nicht die große gastronomische Oper auf dem Programm steht. Es gehört übrigens zum kulinarisch weniger interessanten Resort-Hotel, liegt aber ein Stück entfernt.

Der gesamte Westen Brandenburgs kommt hier nicht vor. Das ist kein Versehen, sondern Ausdruck der seltsamen Tatsache, dass sich dort kein einziges beachtenwertes Restaurant etablieren konnte. Esslust kommt erst wieder in zwei hübschen Hotels im Norden Berlins auf: Das Seeschlösschen in Wustrau, sehr hübsch am Neuruppiner See gelegen, bietet eine angenehme, preisgünstige spanisch-mediterran beeinflusste Küche. Ähnlich schmeckt es auch in der Orangerie von Schloss Ziethen, ländlich-sittlich am Rande eines schönen Landschaftsparks unweit des Autobahnkreuzes Oranienburg. Beide Häuser bieten keine Gourmet-Großtaten, überzeugen aber durch moderne, ausgereifte Küche zu vernünftigen Preisen.

In Wandlitz wagt jetzt auch das vor einigen Jahren sehr empfehlenswerte Seepark-Hotel nach kulinarischem Absturz einen Neuanfang mit einem vielversprechenden Küchenchef. Ich war noch nicht da, gebe den Tipp also ungeprüft weiter - der Garten am See lohnt auf jeden Fall den Besuch.

Ganz im Norden treffen wir Florian Löffler. Er hat sich nach Jahren als Küchenchef im Berliner „Vau“ aufs Land zurückgezogen und kocht jetzt in der schlichten Alten Schule in Fürstenhagen animierend locker-leicht, modern, aber ohne Exaltationen. Unterm Dach liegen schlichte Gästezimmer, das Frühstück ist ebenso individuell wie das Abendessen – das Haus hat im Sinne unseres Themas nur einen Fehler: Es liegt ungefähr einen guten Kilometer auf Mecklenburger Boden. Aber Brandenburg ist ja nicht so reich gesegnet mit guten Restaurants, dass wir ausgerechnet dieses Kleinod unterschlagen dürften.

 

 

24.05.2007 Lausitzer Rundschau

Schlepziger pflegt ungewöhnlichen alten Spreewaldkahn

Kur an der Quaasspree

Schlepzig. Einem besondereen Kahn hat ein Schlepziger an der Quaasspree eine Pflegekur zukommen lassen. Mehrere Schichten Kahn-Teer sollen den Verfall des nicht mehr ganz so taufrischen Modells aufhalten.

 

 

Foto: Jens Golombek
Ungewöhnlich ist der Kahn, dem Andreas Krüger mit Teer eine Pflegekur gegeben hat. Denn das Gefährt ist aus Längsbohlen gebaut. Der Schlepziger vermutet, dass es sich um den letzten erhaltenen Kahn dieser Bauart im Spreewald handelt.

„Das ist der letzte Längsbohlenkahn im Unterspreewald“, vermutet Andreas Krüger. Drei massive Kiefernholzbretter bilden den knapp acht Meter langen Bootsrumpf. Heutzutage werde der Einfachheit halber ausschließlich mit kurzen Brettern quer beplankt. Schmiedeeiserne Nägel, bei denen noch keinerlei Rost zu entdecken ist, halten die Bordwände des alten Modells, deren Oberkante zudem völlig eben ist. „Weil hier keine Querbalken sind, konnten die Bauern mit den beladenen Schubkarren direkt von der Wiese durch den ganzen Kahn fahren“, erklärt der Schlepziger das Konzept des unbekannten Kahnbaumeisters bewundernd.
„Früher wurde das Holz nicht entharzt, das hat sich dann geändert, und heutige Holzkähne sind oft schon nach 15 Jahren verfault.“ Auch die Bauform fasziniert den Schlepziger. „Zusammen mit den Längsbohlen ergibt sich eine phantastische Hydrodynamik. Damit stakte man damals bestimmt dreimal so schnell“, vermutet Andreas Krüger.
Bei Emil Hempel, einem Schlepziger Bauern, war der Kahn mehr als 40 Jahre lang im Dienst. Zusammen mit einem Freund hatte Andreas Krüger das Unikat vor Jahren in Sichtweite des Schlepziger Kahnhafens direkt an der Quaasspree deponiert. Eigentlich könne der auch ins Museum, „aber hier fahren alle Gästekähne vorbei und die Fährleute erklären dann gerne dessen Besonderheiten“. Deshalb stünde der Kahn auch kopfüber und leicht schräg. Die entscheidenden Details ließen sich so besser erkennen.
Er versuche schon immer, das Alte zu bewahren, erzählt Andreas Krüger. „Es ist doch schön, wenn man so etwas erhalten kann – vor allem wegen der fast vergessenen Handwerkskunst.“ Den nächsten Pflegetermin hat er sich für 2012 vorgemerkt. So lange halte die Teerimprägnierung für den Kahn Wind und Wetter stand.

Jens Golombek

 


18.05.2007 Lausitzer Rundschau

Aalräuchern in Schlepzig

 

Foto: Ilja Melcher
In einem selbstgebauten Ofen räuchert Erwin Pfennig Aale, Forellen und Karpfen und bietet sie an einem Stand am Schlepziger Landgasthof an Wochenenden und Feiertagen an. Der 56-Jährige ist gelernter Binnenfischer. «Wer nicht räuchern kann, ist auch kein Fischer» , sagt er schmunzelnd. Er versuche, vor allem Fische von Betrieben aus der Region zu bekommen wie in Jamlitz oder Peitz, von dem auch die Petkampsberger Teiche bei Schlepzig bewirtschaftet werden. «Denn die einheimischen Fische sind die besten und stärksten» , begründet der Schlepziger.

 

 

21.05.2007 Lausitzer Rundschau

Heiteres, Geselliges, Besinnliches europaweit in der Unterspreewald-Gemeinde

Nachtwächter-Sturm auf Schlepziger Kuchenbüfett

SCHLEPZIG. „Der Apfelkuchen war gut, hast du auch schon den Zuckerkuchen probiert?“ Klänge in verschiedenen deutschen Dialekten und Sprachen anderer Länder im Garten des Schlepziger Bauernmuseums verrieten: Zufriedene Gäste hat es am Freitag im Unterspreewald gegeben.

 

Foto: Detlev Simsch


Während der Prozession der 69 Zunftmitglieder durch Schlepzig zeigte Stefan Kreienbühl aus dem schweizerischen Bischofszell die neue Standarte der Zunft an der Spitze des Umzuges.
Die waren aus sieben Ländern Europas gekommen.
Die Europäische Zunft der Nachtwächter und Türmer traf sich in Lübben und Umgebung zu ihrer 22. Sitzung. „Das ist eine Ehre für den Spreewald und eine gute Werbung für unsere gästefreundliche Reise-Region“, sagte Dieter Günzel, Vorsitzender des Tourismusvereins Lübben und Umgebung. Der Verein richtete gemeinsam mit der Zunft und mit Unterstützung der Stadt Lübben dieses Treffen aus.
Zustimmung zu Land, Leuten und zur Vielfalt der Angebote vom Kulinarischem bis hin zum Erlebnis in Natur an und auf dem Wasser gab es in mehreren Sprachen beim internationalen Treffen auf dem Schlepziger Museums-Hof. „Hellebarden, Morgensterne und vor allem viele Nachtwächter-Laternen haben an unserer Linde auf dem Museums-Hof noch nie gestanden. Aber alles ist friedlich und freundlich“, freute sich Schlepzigs Ortsbürgermeisterin Heike Noah. Sie hörte gern das Lob zur Gastfreundschaft, den pieksauberen Ort, die freundlichen Einwohner. Die hatten die 69 Nachtwächter und Türmer mit ihren Angehörigen zuvor bei einer Prozession vom Hafen bis zur Kirche und danach bis zum Museum zum Teil kennenlernen dürfen.
Die Gäste waren mit acht Spreewaldkähnen von Lübben aus am Mittag im Schlepziger Hafen mit fröhlichem Horn-Tuten und Gesängen eingetroffen. Wenig später erwartete sie Landrat Martin Wille im Garten des Gasthofes „Zum grünen Strand der Spree“, um gemeinsam mit den Gästen aus Deutschland, den Niederlanden, Dänemark, der Schweiz, Polen und weiteren der insgesamt elf Zunft-Mitgliedsländer das extra für dieses internationale Treffen gebraute „Nachtwächter-Bier“ zu verkosten.
„Mit 7,4 Prozent ist dieses Bier wirklich ein starkes Getränk, aber die Nachtwächter sind auch ein starker Stand“, stellte Torsten Römer vom Landgasthof das neue Bier vor. „1500 Liter haben wir gebraut, da können Spreewälder durchaus auch kosten“, so Römer.
Landrat Wille erinnerte in seinem Grußwort daran, dass die Zunft eine schöne Tradition touristenattraktiv pflege. „Damals im Schutz der Waffen für die Stadt, heute mit dem Schutz des Wortes“, hob er die Einzigartigkeit des Wirkens der Zunftmitglieder sowohl als Bewahrer regionaler Geschichte als auch als Vermittler zwischen Nationalitäten auf den jeweiligen Rundgängen hervor.
Bei einem Festgottesdienst in der sehr gut besuchten Schlepziger Dorfkirche erinnerte Superintendentin Ulrike Voigt in ihrer Predigt über die „fünf törichten und fünf klugen Jungfrauen“ aus dem Matthäus-Evangelium an die hilfreichen Wurzeln der Zunft. Sie sei heute wie damals der Wohlfahrt der Bürger verpflichtet, sagte Ulrike Voigt.
Die Menschen, denen er begegnete, seien freundlich, aufgeschlossen und an seinem Hobby interessiert, sagte Manfred Schnabel, seit zwei Jahren Nachtwächter im sächsischen Zwönitz. „Kahnfahrten im Spreewald kannte ich bisher nur aus dem Fernsehen, aber in Wirklichkeit ist alles viel schöner“, so sein Urteil. „Der Spreewald ist mit seinen Menschen viel angenehmer, als es in Büchern zu lesen ist“, diese Erfahrung hat Karl Wild, Türmer in Nördlingen zwischen Nürnberg und Würzburg gemacht. Er wie viele der Gäste wollen gern den Spreewald erneut erkunden. (-ds)

 

 

31.03.2007 Lausitzer Rundschau

Eigenes Gebräu für das Treffen in Mai angesetzt

Dunkles Spreewald-Bier für Europas Nachtwächter

Zu Himmelfahrt findet in Lübben das „22. Europäische Nachtwächter- und Türmer-Zunft-Treffen“ statt. Genau fünfzig Tage vorher wurde in Schlepzig das Programm vorgestellt und das spezielle Nachtwächter-Bier in der Spreewälder Privatbrauerei 1788 gebraut.

 

Foto: Golombek
Die Nachtwächter aus vielen Ländern, die im Mai in Lübben erwartet werden, können sich an einem eigens zu dieseme Zweck gebrauten Bier laben. Vorab wurde der Gerstensaft schon einmal in stilvollem Rahmen getestet.


Am 17. Mai 2007 wird der Bürgermeister der Stadt Lübben, Lothar Bretterbauer, mindestens 200 Gäste aus elf europäischen Ländern am Ufer der Spree in der Jugendherberge begrüßen. Eine Kahnfahrt nach Schlepzig mit Festgottesdienst für Nachtwächter und Türmer mit Superintendentin Ulrike Voigt in der Bauernbarock-Kirche sind geplant, desgleichen gemütliche Stunden unter der Linde im Hof des Agrarhistorischen Museums. Der Abend verspricht von 20 Uhr bis 24 Uhr in zehn Lübbener Gaststätten eine „Nachtwächter-Kneipennacht“ unter Mitwirkung der Zunft-Mitglieder.
Für das besondere Ereignis wird ein eigener Trunk kreiert – ein dunkles Bier und gern auch etwas stärker. Schon heute ist sich Lübbens Nachtwächter Frank Selbitz sicher: „Zu Bett geht unsere Zunft erst wenn es hell wird.“
17 Hektoliter Spreewälder Schwarzbier hat Braumeister Uwe Zech angesetzt. Gut 1500 Liter des „Spezialbräus“ werden nach Sud und Lagerung an Christi Himmelfahrt im Schlepziger Landgasthof „Zum grünen Strand der Spree“ durch Zunftmitglieder und Gäste verkostet. Auch Brandenburgs Kulturministerin Prof. Dr. Johanna Wanka als Schirmherrin will sich im Mai in die sicheren Reihen der mit Laterne und Hellebarde bewaffneten Schwarzröcke gesellen.
„Ich hoffe doch auch auf Hilfe und Verständnis der Lübbener. Denn nicht alle meine Kollegen sind der deutschen Sprache mächtig,“ so Selbitz. Wächterinnen werden die Lübbener vergeblich suchen. Denn Türmer sei eine reine Männerzunft.

Von Jens Golombek

 

 

 

Ein Mikrochip soll Lausitzbesucher schon bald über Sehenswürdigkeiten informieren

Der Reiseleiter in der Handtasche

Der Landgasthof «Zum grünen Strand der Spree» liegt direkt an einem Fließ in dem Spreewalddorf Schlepzig (Dahme-Spreewald). Ab morgen wird in dieser Idylle eine Technikneuheit konzipiert, die von der Lausitz aus die Welt erobern soll. 20 Frauen und Männer treffen sich, um «Tourist» zu entwickeln – einen intelligenten Suchagenten.

 

Foto: Michael Helbig, montage: lr-creativ
Der Konferenzsaal des Hotels ist funktional eingerichtet. Tische sind aneinander gestellt, drum herum nicht zu bequeme Stühle. Keine unnötigen Details sollen das Team von der Arbeit ablenken. Ehe die Teilnehmer der Runde am Abend die Köstlichkeiten der hauseigenen Hotel-Brauerei genießen können, liegt eine Menge Arbeit vor ihnen.
Für die Experten, sie alle kommen aus kleinen und mittelständischen Firmen in Berlin und Brandenburg, sind zahlreiche Skizzen und Entwürfe vorbereitet worden. Sie enthalten alle technischen Daten für den Prototypen des «Tourist» . Der intelligente Suchagent ist das zentrale Thema der geschlossenen Gesellschaft, die sich im Spreewald trifft.
Die Technik ist eine Weltneuheit. In Schlepzig soll das zukunftsweisende IT-System deutlichere Konturen annehmen. Daran arbeitet ein Expertenteam rund um Professor Uwe Meinberg, den Leiter des Fraunhofer-Anwendungszentrums für Logistiksystemplanung und Informationssysteme (ALI) an der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) Cottbus.
«Tourist besteht aus drei Komponenten: einem Chip, vielen Terminals und dem intelligenten Suchagenten» , sagt der Professor und beschreibt, was das System leistet: Reisende, die sich für Theater, Parks oder Galerien interessieren, werden über diese Einrichtungen und ihre Programme informiert. Wer Geschichte oder Fußball bevorzugt, vielleicht selbst sportlich aktiv ist, dem werden Veranstaltungen empfohlen, Aktivitäten angeboten. «Egal, was der Benutzer mag – Tourist bringt ihn durch die Lausitz» , so Uwe Meinberg.
Dafür wird ein kleiner Chip benötigt, auf dem sich das Profil des Besuchers befindet. Außerdem werden Auskunftsterminals gebraucht. Das Wichtigste aber ist der intelligente Suchagent, der in allen online verfügbaren Datenbanken und auf Internetseiten nach Angeboten sucht, die den Interessen des Benutzers entsprechen. Er versorgt den Touristen mit Hintergrundwissen zur Slawenburg in Raddusch, informiert über Osterfeuer, Festkonzert und Kahnfahrt, freie Theaterplätze oder Paddelangebote durch den Spreewald. Der intelligente Suchagent von der Größe eines 50-Cent-Stückes macht Vorschläge für Urlaub und Ausflüge.
Noch ist all das Vision – aber seit einigen Monaten arbeiten Spezialisten an der Entwicklung des innovativen IT-Systems. «Die Lausitz ist das weltweite Pilotprojekt für das elektronische Tourist-System. Großes Ziel ist die nationale und internationale Vermarktung» , sagt Meinberg. Elf Klein- und Mittelstandsunternehmen aus Brandenburg und Berlin entwickeln mithilfe des ALI die Technik, die Menschen – abgestimmt auf individuelle Vorlieben – durch die Lausitz führt. Für diese Idee wurden die Netzwerk-Partner Anfang des Jahres vom Bundeswirtschaftsministerium ausgezeichnet. Jetzt bleiben drei Jahre Zeit, um aus der Theorie ein Produkt zu kreieren.

Mit der Gurke durch die Lausitz
«Zum Spreewald passt die Spreewaldgurke. Deshalb haben wir überlegt, einen Gegenstand mit dieser Form zu entwickeln, in dem sich dann der Datenchip befindet, mit dem die Gäste die Lausitz erkunden» , so der Wissenschaftler. «Tourist soll das Ankommen in unserer Region erleichtern und Urlaub von der ersten Minute an garantieren» , ergänzt Silke Köhler vom ALI, die mit dem Netzwerkmanagement Tourist betraut ist.
Meldet sich der Besucher im Hotel an und nimmt sich beim Einchecken zehn Minuten Zeit, um einen Fragebogen auszufüllen, wird der Urlaubs-Manager aktiviert. Aber auch schon vor Reiseantritt könne der Fragebogen im Internet ausgefüllt werden. In der Tourist-Info, im Hotel, beim Boots- oder Fahrradverleih gibt es dann den schlauen Begleiter. So klein, dass er in jede Hosen- oder Handtasche passt.
«Er bringt nicht nur Vorschläge zu Museumsbesuchen oder Fahrradtouren, er bietet auch Hintergrund- und Zusatzinformationen zu Ausflugszielen» , weitet Meinberg das Einsatzgebiet aus. Dafür sollen an allen touristisch relevanten Punkten in der Lausitz Terminals aufgebaut werden. «An jeder Attraktion soll so ein Auskunftsterminal stehen, abhängig vom Standort wetterfest und stoßsicher» , sagt Meinberg.
Pilotpartner für das Projekt ist die Internationale Bauausstellung (IBA). Dort wird Anfang 2008 der erste Info-Point installiert. «Wir testen das System mit einem Terminal in unserem Besucherzentrum auf den IBA-Terrassen in Großräschen» , sagt die Projektverantwortliche Antje Boshold. Wie viele dieser Info-Terminals in der Lausitz stehen werden, hängt von den Partnern ab. Silke Köhler: «Je mehr Partner sich beteiligen, desto flächendeckender kann installiert werden.» Wichtige touristische Stationen wie das Besucherbergwerk F60 in Lichterfeld oder das Staatstheater in Cottbus könnten mit Terminals ausgestattet werden.
Kommt ein Urlauber mit dem Chip in ihre Nähe, können auf den Monitoren der Auskunftsterminals Informationen zu Entstehung, Geschichte, Entwicklung und aktuellen Ereignissen abgerufen werden. Durch Zusatzgeräte oder das Handy erfährt der Benutzer, wo gerade ein Töpfermarkt oder Dorffest veranstaltet wird. Je nach Interessen und Vorlieben: Der intelligente Suchagent passt sich an und dirigiert. Geeignet ist der Tourist nicht nur für Ortsfremde. «Auch für Lausitzer könnte das System interessant sein. Er möchte seine Heimat nach eigenen Bedürfnissen erkunden» , sagt Silke Köhler.

Per Funk werden Daten abgerufen
«Unbemerkt vom Benutzer zieht sich der Suchagent die relevanten Informationen aus dem Internet und anderen Medien. Das Besondere – die Daten werden ständig aktualisiert und die Auswahl der Dynamik des Touristen angepasst» , so Meinberg. Interessiert den Besucher entgegen der Profil-Angaben doch auch Sport, nimmt Tourist das wahr und macht spezielle Angebote, weist auf das nächste Energie-Spiel oder eine Squash-Halle hin. Er speichert, was die Gäste bevorzugen und bietet das an.
Ein Spitzel im Sinne von Kontrolle und Überwachung sei das aber nicht. «Der elektronische Suchagent stellt fest, wo der Tourist sich befindet und schlägt ihm Veranstaltungen vor, die seinem Profil entsprechen. Alle Daten werden anonym behandelt und nach Abreise des Besuchers wieder gelöscht. Speziell um den Datenschutz kümmert sich die Firma Persicon aus Potsdam» , sagt der Professor.
«Es gibt kein noch stärker zielorientiertes Angebot. Präzise und ohne überflüssige Informationsflut wird auf die individuellen Bedürfnisse der Gäste der Lausitz reagiert» , beschreibt Meinberg die Vorteile. «Auch für die Touristenvereine wäre das System von großem Nutzen. Sie könnten ihre Ausflugsprogramme den Vorlieben der Touristen anpassen. Daraus ergeben sich ungeahnte Möglichkeiten. Diese Bedarfsorientierung kann sich positiv auf die gesamte Wirtschaftsregion Lausitz auswirken» , ist Meinberg sicher.
Hintergrund Netzwerkpartner
Beteiligte Unternehmen:
«level9» aus Senftenberg (Softwareentwickler für den Suchagenten)
«aibis» Informationssysteme aus Potsdam/Hamburg
«TSI Telematic Solutions Int» aus Berlin (Navigationssysteme)
«dwif-Consulting» aus Berlin (Bewegungsprofil)
«Lokal-Radio» aus Cottbus (Medium)
«Lindner Congress Hotel» in Cottbus
«Cottbusverkehr»
«Spreewald Rad Akademie» Cottbus
«Internationale Bauausstellung» (IBA)
«PERSICON Information Risk Management» aus Potsdam (Datenschutz)
«Spreehafen Burg» als Tourismusunternehmen
Kontakt zum ALI über Silke Köhler: 0355 69 4487 oder per Mail
silke.koehler@ali.fraunhofer.de

Von Daniela Kühn

Warten auf den Frühling

 

5.3.2007: Wir sind Mitglied bei den

Privaten Braugasthöfen

 

Osterfeuer 2007

Herzlich Willkommen!

 

Ostersamstag 19:00 Uhr

 

 

 

Januar 2007:

Wir bauen neue Kühlzellen und Küchenräume

 

Eingangsüberdachungen

 

Die Brennscheune nimmt Formen an!

 

Das Tropenparadies ist wieder eröffnet:

Schlafen Sie hier, baden Sie dort, oder umgekehrt!

 

Der Brandenburgsong von Rainald Grebe

27.11.2006 SPREEWALDINI ist geboren!

 

20.11.2006 Lausitzer Rundschau
Eine akustische Verführung
Zigeunerklänge im Schlepziger Brauhaus


Ein solches Feuerwerk hat das Schlepziger Brauhaus selten, vielleicht noch nie erlebt: Mitreißende Folklore, leidenschaftliche Zigeunerweisen, provozierend und sinnlich zugleich.




Foto: Andreas Staindl
Jakascha & Gipsycasanova gefielen im Schlepziger Brauhaus mit italienischem Temperament und russischer Seele.
Das Quartett Jakascha & Gipsycasanova, eine akustische Verführung, war im Unterspreewald zu Gast, das erste Mal wie Anja Römer sagte. Die Chefin des Hauses hatte schon die Probe verfolgt und war begeistert: „Das wird heute Abend tatsächlich heiß.“
Sie sollte recht behalten. Was die Musiker auf die Bühne zauberten, war Unterhaltung vom Feinsten. Selbst hartgesottene Biertrinker zog es vom Stammtisch ganz nah an die Bühne. Die ist in Schlepzig ebenerdig, direkt vor der Destille und etwa drei Armlängen vom Publikum entfernt.
Italienisches Temperament gepaart mit russischer Seele erwies sich als eine hoch explosive Mischung, verursacht von Musikern, die ihr Handwerk verstehen. Die Profis absolvierten zahlreiche Auftritte im Fernsehen, bei Opernbällen, Galas und dem Bundespresseball beispielsweise. Fürs das Feuer der Leidenschaft sorgte in Schlepzig vor allem der Sänger mit italienischem Blut, ein Herzensbrecher mit Worten, ein Meister auf dem Instrument. Er stammt aus Rom, die Teufelsgeigerin aus Odessa.
Bassist Boris Lichtmann ist der Leiter der Gruppe, sein Vater Jakob hatte das Ensemble 1972 in Odessa gegründet. Einst war es mit neun Leuten in Russland unterwegs und begeisterte mit Zigeunerweisen, russischer Romanze und ungarischem Csardas. 1975 emigrierte Lichtmann nach Berlin, 1982 folgte die Wiedergeburt von Jakascha mit mitreißender Folklore, jüdischer, rumänischer und russischer Musik oft in unterschiedlicher Besetzung. Die russisch-italienische Mischung hat ihren ganz eigenen Charme.

Andreas Staindl

November 2006:

Das Brennhaus

Die Brennscheune

Wir bauen ein Baumhaus direkt an der Spree

So werden Kastanien zu anständigen Biergartenbäumen erzogen

 

24.10.2006 Lausitzer Rundschau

Heiterer Saisonstart auf alten Instrumenten
Auftakt von „Klassik und Schlemmen“ in Schlepzig


Eine Konzertreihe ist in ihren 13. Jahrgang gegangen: „Klassik und Schlemmen“ begeistert seit dem Jahr 1993 Musikfreunde der kleinen, fast familiären Form mit besonderen Interpreten. Im veranstaltenden Landgasthof „Zum grünen Strand der Spree“ von Anja und Dr. Torsten Römer gab es nun den Auftakt für eine weitere Saison. Die Berliner Interpreten Almute Zwiener mit zwei Oboen sowie die Gitarristin Kathrin Redlich erfreuten ihren Hörerkreis.
„Wie viele Gäste wir in den vergangenen zwölf Jahren begrüßten, haben wir nicht gezählt“, sagte Anja Römer. „Wir mögen die Mischung von Stamm-Gästen und neuen Interessierten. Die kommen meistens wieder“, stellte die Programm-Chefin fest. Es gebe über die Jahre „Wiederholungstäter“ beim Publikum wie bei den Interpreten.
Almute Zwiener und Kathrin Redlich gehören noch nicht zu den „künstlerischen Wiederholungstätern“. Beide sind Dozentinnen an Berliner Musikhochschulen. Almute Zwiener, die Oboen-Meisterschülerin unter anderem von Paul Goodwin, ist Mitglied des Orchesters im Berliner Theater des Westens. Kathrin Redlich besuchte Meisterkurse beim legendären Gitarristen Pepe Romero. Dieses Duo setzte mit speziellen Instrumenten die Hörer in Verzückung.

Mehr als 200 Jahre alt
Almute Zwiener hatte eine Barock-Oboe mit dem Baujahr vor 1800 sowie eine romantische Oboe, die um das Jahr 1860 in Breslau gebaut wurde, mit nach Schlepzig gebracht. Kathrin Redlich musizierte auf einer Biedermeier-Gitarre, deren Bau auf die Zeit um das Jahr 1830 geschätzt wird.
Besondere Instrumente mit besonderen Interpreten verlangen ein besonderes Programm. Das erklang mit einer lyrisch-heiteren Sonate des heute kaum noch bekannten Franzosen Jaques Widerkehr. Beethovens Variationen über Mozarts „Reich mir die Hand, mein Leben“ in der Fassung für dieses Duo war neu, aber schön. Fernando Sor, ein zu seiner Zeit berühmter Gitarrist, ließ Kathrin Redlich als Solistin in einer „Introduction mit Variationen auf ein Thema“ brillieren. Dessen Schüler Napoleon Coste schließlich schuf ein stimmungsvolles Klanggemälde „Le Montagnard“ für Oboe und Gitarre, und das genossen die Hörer sichtlich.

Neujahrskonzert mit Berlinern
Bis ins Frühjahr 2007 hinein wird es in weitere Konzerte in der Reihe „Klassik und Schlemmen“ geben, versicherte Anja Römer. So wird am 6. Januar 2007 zum Neujahrskonzert mit den „Berliner Cellharmonikern“ eingeladen. Feinste französische Klaviermusik will die renommierte Pianistin Elsa Marie Drelon am 20. Januar in Schlepzig zu Gehör bringen. Schon am 27. Januar hat sich die Kontrabassistin Masuko Saito mit Kollegen zum Kammerkonzert angekündigt.
Konzerte mit der Sängerin Eleanor Forbes und Kollegen mit Liedern von Joseph Eichendorff (10. Februar) sowie auf Texte von Heinrich Heine (17. März) sind im Programm vorgemerkt. Die lustigen „Terzenbrecher“ sollen dann am 24. März den Schlusspunkt unter eine Konzert-Saison in Schlepzig setzen, zu der jeder Musikfreund freien Eintritt und die Option auf ein Landgasthof-Schlemmermahl nach dem Konzert hat. (-ds/dh)

Detlev Simsch

10.10.2006 Lausitzer Rundschau
Geiseldrama zur Vorspeise
In Schlepzig wurde es zum Essen spannend


Unter dem Titel „Crime and Dine“ servierte der Schlepziger Landgasthof „Zum grünen Strand der Spree“ eine Krimi-Lesung zum Abendessen. Christoph Spielberg aus Berlin las aus seinem neuesten, ironisch-lakonischem Werk „Der vierte Tag“.




Foto: jgk
Christoph Spielberg las in Schlepzig aus seinem Krimi.

Den Protagonisten der Kriminalreihe erwartet ein Geiseldrama auf der Intensivstation, bei der auch das Schlepziger Lokal und seine Umgebung eine Rolle spielten. Autor und Gastgeber Torsten Römer verbindet die berufliche Vergangenheit in einer Berliner Klinik als Kardiologe beziehungsweise Röntgenarzt. Dass die Handlung seiner Bücher, die meist in ärztlicher Umgebung spielen, rein fiktiv ist, darauf legt der Krimiautor großen Wert.
„Ich freue mich besonders über den intimen Rahmen unseres Dinners“, begrüßte Torsten Römer die Gäste. Der Verfasser setzte sich direkt zu den Dinnergästen und schuf somit eine besonders spannende Erzählatmosphäre. Das festliche, extra arrangierte Drei-Gänge-Dinner wurde so, auch durch den offenen Dialog mit dem Autor, zu einem Festmahl für alle Sinne.
„Ich habe schon immer etwas geschrieben, aber erst im Jahr 2000 konnte ich mich zu einer Veröffentlichung durchringen“, so Christoph Spielberg. Prompt erhielt er den Fried rich-Glauser-Preis für den besten Debüt-Kriminalroman sowie später den Agatha-Christie-Kriminalpreis. „Nach den Preisen und Verkaufserfolgen hat der Verlag gesagt: ,Weitermachen‘. Nichts hört ein Autor lieber.“ Während Spielberg schon am fünften Werk schreibt, arbeiten der Norddeutsche und Bayrische Rundfunk an der Verfilmung von „Der vierte Tag“. (jgk)

jgk

 

Krimis von Christoph Spielberg:
(2001) Die russische Spende
(2002) Denn wer zuletzt stirbt
(2003) Hundertundeine Nacht
(2005) Der vierte Tag

 

WELT am SONNTAG

In den Tropen Brandenburgs
Unterwegs notiert
von Peter Wägner

Eigentlich wollte ich etwas Fieses schreiben. Etwas richtig Fieses. Ein tropenerfahrener Reisejournalist wird in die Brandenburger Provinz geschickt, um irgendwo zwischen Königs Wusterhausen und Lübbenau ein künstliches "Tropenparadies" zu erkunden. Ach du lieber Gott! Dann telefonierte ich bei meinen Vorbereitungen mit einem jungen Kollegen - und der überschlug sich fast vor Tropenbegeisterung.


Das heißt, begeistert schienen vor allem seine Kinder, vier und sechs Jahre alt. Ihn freut es eher, dass er dort seine Blagen bezahlbar (er 23,50 Euro, seine Kinder je 19,50 Euro) und bequem befrieden kann: Baden, Buddeln, Eis und Pommes essen, aufgeregt Herumrennen im "Kinderparadies" - derweil Vater bei 25 Grad an der "Tropenbar" sitzt oder sich im Teak-Liegestuhl am künstlichen Lagunenstrand lümmelt. Und wenn er sich dann noch überreden lässt, für eine Nacht mit ihnen ins gemietete Zelt zu kriechen (Schlafsäcke werden gestellt), kennt das Kinderglück keine Grenzen.


Wenn man das "Tropenerlebnis", das in den Prospekten als "exklusiv, schillernd, fantastisch, luxuriös, rauschend, fulminant, exotisch, imposant, opulent" annonciert wird, so auf die familiären Wirklichkeiten herunterbricht, dann sind da zwei opulente Badebereiche ("Südsee" und "Bali-Lagune"), zwei Whirlpools, ein eindrucksvoller Botanischer Garten, ein Kinderparadies, ein paar exotische Büfetts, viel fernöstliche Dekoration und eine etwas laute Unterhaltungsshow. Das alles zusammen ist zwar energieverschwendend, ziemlich unecht und künstlich, aber durchaus einen Ausflug wert (www.my-tropiclal-islands.com).


Ja, und dann ist da noch die Sache mit der Halle, der angeblich größten freitragenden Halle der Welt, 107 Meter hoch, 360 Meter lang, 210 Meter breit, acht Fußballfelder groß. Sie imponiert auch Vater, Mutter, Oma, Opa, sogar den Halbwüchsigen. Die Geschichte dazu - die Cargolifter-Pleite, der asiatische Retter, die versenkten Subventionsmillionen - wurde oft erzählt, ist aber, zumal vor Ort, immer noch spannend und lehrreich. Kurzum: ein lohnendes Ziel, das noch lohnender wäre, wenn es Schnupperpreise "nur mal zum Kucken" gäbe. Die gibt es nicht, man zahlt den vollen Preis und darf so lange bleiben, wie man will. Aber wer will das schon?


Für die, die das nicht wollen, haben wir noch zwei hübsche Ausweich-Tipps, einen fürs Einkehren und einen fürs Übernachten: An der Autobahnausfahrt Staakow steht ein Wegweiser, der nach Briesen und in die "Grüne Linde" führt. Ein Dorfgasthof wie aus dem Bilderbuch, unter den Linden vorm Haus werden Quark mit Leinöl und Kartoffeln sowie andere Spreewaldspezialitäten serviert. Spätestens bei "Omas Plinsen" werden Sie mir für den Tipp dankbar sein.


In Schlepzig, am Eingang zum Spreewald, gibt es noch etwas Grünes: den Landgasthof "Zum grünen Strand der Spree". Zimmer, Ambiente, Service, Essen, Trinken - alles wunderbar. Zum Haus gehört die "Spreewaldbrauerei", aber die Weinkarte ist auch bemerkenswert.


Und wenn Sie an einem warmen Abend im August bei einem Glas guten Bordeaux-Wein über die Spreewiesen dem Storch nachschauen und dabei über die Frage menschen- oder naturgemacht nachdenken, dann, ja dann könnte man schon etwas Fieses über das "Tropenparadies" schreiben.


Artikel erschienen am 20. August 2006

und ab ging's am 20.August:

Schon wieder Geschichte:

Der Kahnkorso 2006

 

28.7.2006 Die parlamentarische Sommerpause im Potsdamer Landtag nutzt der Vorsitzende der SPD-Fraktion, Günter Baaske, zu Besuchen in allen Regionen Brandenburgs. Vor wenigen Tagen führte ihn seine "Wandertour" in den Spreewald. Begleitet wurde Baaske vom Bundestagsabgeordneten Dr. Peter Danckert und der SPD-Landtagsabgeordneten Sylvia Lehmann. Dieter Irlbacher erläutert die Funktionen des Spreewaldvereines im Weidendom.

28.07.2006 Lausitzer Rundschau
Letzter Schliff für Schlepziger Festbier
Getränk reift erneut in der Brauerei

Zum zweiten Mal wird extra für den Spreewälder Gurkentag ein Festbier gebraut. Gestern haben im Schlepziger Brauhaus das Gurkenkönigspaar Anika I. und Michael I.

Foto: Ingvil Schirling
Gurkenkönigspaar Anika Schäfer und Michael Damian sowie Spree-Neiße-Landrat Dieter Friese (SPD) und der Burger Amtsdirektor Horst Gahler geben dem Gurkentags-Bier aus Schlepzig mit Hopfenpellets den letzten Schliff.
sowie Vertreter von Kommunen und Organisatoren symbolisch den letzten Schliff zu dem naturtrüben, dunklen Hopfengetränk hinzugefügt.
«Erstmals hatten wir ein Festbier zum Gurkentag in Schlepzig im vergangenen Jahr hergestellt» , erklärte Andreas Traube vom Spreewaldverein Lübben die Hintergründe. «Daran wollen wir beim 8. Spreewälder Gurkentag in Dissen festhalten und eine Tradition entstehen lassen.» Gleichzeitig solle mit dem Bier auf die Veranstaltung aufmerksam gemacht werden.
Bis zum Gurkentag reife das Bier nun in der Schlepziger Brauerei, informierte dessen Chef Torsten Römer. Während der Veranstaltung in Dissen werde es sowohl vom Fass ausgeschenkt als auch in Flaschen zu haben sein. Hergestellt werde erneut ein Sud, das entspreche 1500 Litern, mit einem Alkoholgehalt von fünf Prozent.
Der 8. Spreewälder Gurkentag findet am 9. und 10. September in Dissen statt. Auf dem Programm stehen ein Kunst- und ein spreewaldtypischer Handwerkermarkt sowie die Wahl eines neuen Gurkenkönigspaars, ein Erntefestumzug, das Hahnrupfen, ein deutsch-wendischer Gottesdienst und Angebote für Kinder.
Ingvil Schirling

29.07.2006 Märkische Allgemeine
Die richtige Würze für das Festbier

Ausgeschenkt wird "Edelhefe trüb" zum achten Gurkentag in Dissen im Spreewald

SCHLEPZIG Der Sud des achten Gurkentag-Festbieres ist angesetzt. Sächsisches Malz aus Brandenburger Gerste, Wasser aus Schlepzig und ökologisch angebauter Spalterhopfen aus Bayern brodeln seit Donnerstag in einem Braukessel der Spreewälder Privatbrauerei 1788 in Schlepzig, damit es im kommenden September in Fass und Flaschen den Besuchern des achten Gurkentags offeriert werden kann.

Das noch amtierende Gurkenkönigspaar, Ihre Majestäten Annika I. und Michael I., kamen dazu eigens in großer Robe aus Lübben angereist, um während eines symbolischen Aktes exakt 1,1 Kilogramm Hopfen dem Gebräu beizufügen. "Wir brauen wie im Vorjahr einen Sud, das sind 1500 Liter Festtagsbier", erklärte Brauhausinhaber Torsten Römer der interessierten Öffentlichkeit.

Erstmals auch

in Flaschen

Zum siebenten Gurkentag im vergangenen Jahr wurde das Festbier erstmals ausgeschenkt und gleich ein Riesenerfolg. In diesem Jahr wird nun der gute Anfang fortgeführt. Er soll nun zur Tradition werden. Eine Neuheit ist für den achten Gurkentag, der am 9. und 10. September in Dissen stattfinden wird, zudem geplant. Das Spezialgebräu wird auch in Flaschen erhältlich sein. "Wir wissen noch nicht, wie viele Flaschen wir abfüllen werden", ergänzte Dieter Irlbacher vom Spreewaldverein. Fest dagegen stehe, dass die schon jetzt begehrten Flaschen mit einem Sonder-Etikett versehen und an einer alten Abfüllmaschine aus dem Jahre 1935 in Handarbeit gefüllt werden. "Nach der Gärung kommt der Sud in einen Tank und reift dort über fünf Wochen. Dieser lange Prozess führt zu einem ganz besonders guten Geschmack", kündigt Torsten Römer zu diesem Natur belassenen dunklen Bier mit dem Namen "Edelhefe trüb" an.

Der Zeremonie des Festbier-Sudansatzes wohnte auch Fred Kaiser, der Bürgermeister des 680-Einwohner-Ortes Dissen (Desno) im Spreewald bei, der sich als Austragungsort des achten Gurkentages beworben hatte und den Zuschlag bekam. Das Ortsoberhaupt freut sich auf den Festtrubel im September in seinem beschaulichen Dorf. "Auf zwei Bühnen wird an beiden Tagen zwischen 10 und 18 Uhr ein attraktives Festprogramm gezeigt, wir richten einen Erlebnismarkt aus und demonstrieren sorbische Bräuche", kündigt er an. Der Striesower Heimatverein zeige alte Erntetechniken, eine Vesper und den Ernteabschluss mit einem Erntefest. Das Dorf nördlich von Cottbus, in dem noch die sorbisch-wendische Sprache gesprochen wird, gehöre zu den fünf bedeutendsten Storchendörfern in Deutschland, so Kaiser.

Nachfolger

noch nicht benannt

Im Mittelpunkt des fröhlichen Treibens wird namensgemäß die Gurke stehen. "Wir rechnen in diesem Jahr mit einer ungewöhnlich guten Ernte. Die Gurkenpflanzen müssen ja bei dieser Trockenheit regelmäßig bewässert werden. Und die Hitze führt zu einem schnellen Wachstum", so Dieter Irlbacher zu den aktuellen Problemen der Spreewaldbauern, die sich dennoch über den Erfolg freuen dürfen. Noch steht übrigens nicht fest, wer in diesem Jahr die Krone des Gurkenkönigspaares tragen wird. "Wir sichten noch Bewerbungen und sind auf der Suche nach interessierten jungen Frauen und Männern", so Andreas Traube vom Arbeitskreis achter Gurkentag. usch



 

12.07.2006

Hoher Besuch

und eine große Ehre.

 

Sonntag 2. Juli 2006

4.07.2006 00:00
Fanfaren und Bläser sorgen für laute Töne in Schlepzig
Fanfarengarde Frankfurt/Oder und ein polnisches Orchester geben gemeinsam Konzert im Biergarten

Musik der Extraklasse haben die Zuhörer in Schlepzig erlebt. Die Fanfarengarde Frankfurt/Oder und ein polnisches Orchester gaben im Biergarten des Brauhauses ein Konzert.





Foto: Andreas Staindl
Das gemeinsame Musizieren des polnischen Orchesters (vorn) und der Fanfarengarde Frankfurt/0der war der Höhepunkt des Konzertes im Biergarten des Brauhauses in Schlepzig.

„Wir wollen uns für die Gastfreundschaft bedanken“, sagte Andreas Doll, Vereinsvorsitzender der Fanfarengarde. Die Musiker hätten vor ihrem Konzert beispielsweise eine Kahnfahrt unternommen. Der musikalische Auftritt in Schlepzig sei der Abschluss eines spannenden Wochenendes gewesen, so der Vereinschef.
Laut Doll waren die Fanfarengarde und das polnische Orchester «Ponieca Dziecieco Mlodziezowa Orkiestra Deta przy Zamku w Rokosowie» zuvor bei den 14. Uckermärkischen Blasmusiktagen in Anger münde gewesen. Dort seien die Musiker erstmals gemeinsam aufgetreten.
„Leicht ist es nicht, Fanfaren und Bläser zweier Orchester unter einen Hut zu bekommen“, sagte Hans-Georg Laurisch, musikalischer Leiter der Fanfarengarde. Zwei Stunden hätten die Musiker geübt, um in Schlepzig zwei Titel gemeinsam zu spielen. Dem Beifall der zahlreichen Zuhörer nach zu urteilen, war das Vorhaben gelungen. Zuvor hatten sich beide Ensemble jeweils abgewechselt.
Die Fanfarengarde hat eine lange Tradition: Gegründet worden war sie nach Auskunft von Hans-Georg Laurisch im Jahr 1973 als Fanfarenzug des VEB Halbleiterwerkes Frankfurt/Oder. Demnach nahmen die Musiker gleich im ersten Jahr des Bestehens an den Weltfestspielen in Berlin teil. Im Jahr 1977 begann laut Laurisch die musikalische Ausbildung von Kindern, im Jahr 1981 folgte die erste Eigenkomposition, sechs Jahre später der Aufbau eines Nachwuchszuges. Aus dem Fanfarenzug wurde un Jahr 1990 die Fanfarengarde. «Es folgten Gastspiele in vielen Ländern Europas, auch Teilnahmen an Bundesmusikfestivals» , so der musikalische Leiter. Die erste CD produzierten die Frankfurter demnach im Jahr 1995, die zweite Scheibe folgte im Jahr 2001.
Heute zähle die Fanfarengarde Frankfurt/Oder etwa 120 Mitglieder, darunter viele Kinder und Jugendliche, so Andreas Doll. „Nachwuchssorgen haben wir dank engagierter Betreuer nicht“, so der Vereinsvorsitzende. Nach dessen Angaben war etwa ein Drittel der Garde in Schlepzig dabei.
Brauhauschef Torsten Römer war begeistert: „Das Konzert war richtig toll. Wir würden es gern wiederholen“, sagte Römer. Musiker und Gastwirt wollten in Kontakt bleiben. Blasmusik und Spreewälder Tänze soll es nach Angaben von Anja Römer bereits wieder am 20. August geben. Veranstaltungsort ist demnach der gemeinsame Biergarten von Brauhaus und Landgasthof „Zum grünen Strand der Spree“.

Andreas Staindl

 

 

08.06.2006 Lausitzer Rundschau
Bier braucht Heimat
Wie sich Brauer der Region am Markt behaupten


Es ist nicht so preiswert wie Oettinger oder Karlskrone, dafür – meist – naturtrüb und selbst gemacht. Die breite Palette der Fass- und Flaschenbiere ganz kleiner bis mittelgroßer heimischer Brauereien hält sich am Markt. Einige Hersteller verzeichnen sogar langsam steigenden Absatz. Dabei lassen sich die Brauer immer wieder Neues einfallen. Von der WM erwarten sie sich einen kurzfristigen Umsatz-Schub in den Gaststuben.





Foto: Preikschat
Stolz auf sein neuestes Produkt – Spreelator Doppelbock – ist der Schlepziger Brauerei-Chef Dr. Torsten Römer.
Wenn es nach ihm ginge, bliebe die Leinwand eingerollt. «Ich bin nicht so der Fußball-Fan» , gesteht Brauerei-Chef Dr. Torsten Römer aus Schlepzig im Landkreis Dahme-Spreewald. Weil es aber selbstverständlich nicht nach ihm gehe, sondern nach den Gästen, werde es wohl so kommen, dass die Leinwand ausgefahren wird. Knapp über den beiden glänzenden Sudpfannen aus Kupfer werden sich die WM-Spiel-Dramen im rustikalen Ambiente eines Brauerei-Gasthauses abspielen – verfolgt von Gästen mit einem Glas Zwickel, Spreelator oder Weizen in der Hand. Mag sein, das Bier fließt dank der WM reichlicher aus den Hähnen, so Römer. Der Nicht-WM-Fan will darüber aber nicht lange spekulieren.
Lieber zeigt er sein neues Produkt: Spreelator Doppelbock in der Flasche. Das Etikett zeigt einen Storch in Genießer-Pose. 40 Kisten bringt der Brauhaus-Chef fürs erste unters Volk. Sonst beschränkt er sich weit gehend auf Fassbier. 100 000 Liter jährlich braut Römer. Weizenbier, Zwickel, Dunkles und Spreelator, alles unfiltrierte, naturtrübe Biere, die zunehmend besser ankommen in den 20 Spreewald-Gasthäusern, die Römer mittlerweile beliefert. Zweidrittel seiner Produktion gingen dort hin. Das Fassbier sei nicht das preiswerteste, weil aufwändig selbst hergestellt, so Römer. Dennoch trinken es Touristen gern. «Die wollen ein Spitzenbier aus der Region, etwas Individuelles. Dafür sind sie bereit, mehr zu zahlen.» Römer bringt an dieser Stelle seinen Lieblingsspruch an: «Bier braucht Heimat.»
Nicht nur Torsten Römer sieht das so. Mindestens sieben weitere Brauereien behaupten sich in der Region mit eigenen Gerstensäften auf dem Markt. Die meisten Brauerei-Chefs führen zugleich ein Gasthaus. Die Brüder Kircher in Drebkau (Spree-Neiße) haben zwar ebenfalls eins. Doch anders als ihre Kollegen in den kleineren Brauhäusern geben sie den Großteil ihrer 600 000 Liter Jahresproduktion in den Getränkehandel. Pils, Schwarzbier, Lager und Porter gibt es vor allem in Cottbus.
Seit November bieten Kirchers noch eine Sorte an: das Cottbuser Jubiläumsbier zum 850. Geburtstag der Stadt. «Ein mildes Pils» , von dem bisher 10 000 Kästen verkauft wurden, das also wohl gut ankommt, sagt Kircher. Cottbus, so Kircher, sei kein einfacher Markt. Die Gastronomen sind über lang laufende Verträge an Großhändler gebunden. «Da kommt man schwer rein.» Zudem mögen die Cottbuser lieber klares Bier. Obwohl das naturtrübe näher an das deutsche Reinheitsgebot rankomme, gehaltvoller sei und runder im Geschmack. Also filtern die Kirchers das Bier vor dem Abfüllen.
Zweiter Absatzmarkt der Drebkauer neben Cottbus ist der südliche Spreewald. «Aber dort ist eben auch nur sechs Monate Saison» , beschreibt Kircher die Grenzen der Absatzchancen. Die Brauer seien froh, wenn sie ihr Produktions-Level halten.
Im sächsischen Wittichenau hatte die Stadtbrauerei 1996 noch 36 Mitarbeiter, die 2,5 Millionen Liter Bier produzierten. Heute, sagt Johannes Glaab, zuständig für Marketing und Direktvertrieb, schwankt die Jahresproduktion zwischen 1,5 und zwei Millionen Litern. Der Familienbetrieb beschäftigt noch 24 Leute. Glaab: «Hoyerswerda ist unser Hauptabsatzmarkt. Aber die Stadt verliert massiv Einwohner.» Gaststätten und Kaufmärkte nehmen neun Wittichenauer Sorten ab. Mit Krabat Trunk, Krabat Pils, St. Marien Klosterbräu und St. Marienstern Klosterbräu bietet die Stadtbrauerei Bier für die Region. Wird davon während der WM mehr getrunken? Glaab glaubt schon: «Wir haben Bier-Bestellungen von unserem katholischen Jugendverein, der die Spiele im Kulturbahnhof zeigt.» Auch in Finsterwalde habe ein Jugendverein Bier für seine WM-Fete geordert.
Arno Schelzke, Geschäftsführer der Schlossbrauerei Fürstlich Drehna (Dahme-Spreewald), erkennt zwar keinen WM-Effekt, wartet aber dennoch mit erfreulichen Geschäftszahlen auf: 20 Prozent mehr Absatz voriges Jahr als 2004. Zwei Millionen Liter Bier haben die fünf Brauer 2005 hergestellt. An Sorten-Vielfalt, so Schelzke, suche die Brauerei ihresgleichen. Mit 14 verschiedenen Bieren versuchen die Fürstlich Drehnaer Nischen im Markt zu besetzen – nicht nur in der Region mit Marken wie Fürst Lynar. Der Odin Trunk mit Honiganteil werde bundesweit geordert. «Den holen sich die Großhändler bei uns ab» , so der Geschäftsführer stolz. Immer noch mehr Innovationen will der 16-Mann-Betrieb kreieren. Neuestes Erzeugnis ist der Himbeerlimo-Bier-Mix Potsdamer.
Eher bescheiden gibt sich der Forster Brauer Franz Worrich. «Ich bin ja nun der kleenste in der Region.» 20 000 Liter selbst gebraute Schwarze Jule und Forster Zwickel schenkt Worrich in seinem Sport-Pub jährlich aus. «Klar» , sagt er, «verspreche ich mir von der WM einen Schub. Die Leute fragen seit Wochen, ob sie bei mir die Spiele sehen können.» Natürlich könnten sie das. Am Tag des Aufstiegs von Energie Cottbus habe der Forster gemerkt, wie viel besser das Geschäft plötzlich läuft. «Die haben bei mir bis in die Nacht gefeiert.» Bernhard Ra digk von der Wirtshausbrauerei in Finsterwalde (Elbe-Elster) formuliert es eher derb: «Wenn die Klinsmänner die Arschbacken zusammenkneifen, verkaufen wir auch mehr Bier.» Radigk wollte die WM, mit der Stadt Finsterwalde, im großen Stil gastronomisch ausschlachten. Doch der Traum vom Schloss-Stadion platzte. 800 Besucher sollten im Hof des Finsterwalder Schlosses alle Spiele auf Großleinwand sehen. Die Lizenz aber, die WM-Kicks auf einer mehr als zwei mal zwei Meter großen Leinwand zu zeigen, lasse sich die Fifa teuer bezahlen – «da haben wir’s sein lassen.»
Andreas Labsch vom Brauhaus „Zur Linde“ in Jänschwalde (Spree-Neiße) geht es wie Torsten Römer in Schlepzig. Er zeigt die Spiele nur, weil seine Gäste das wünschen. Nach der WM verschwinde der Fernseher wieder. «Ich finde, der gehört nicht in ein Gasthaus.» Zum TV-Spaß gibt es bei Labsch unfiltriertes Pils oder Dunkelbier. Der Jänschwalder stellt es ganz allein her – 12 000 Liter im Jahr, schätzt er. Franz Worrich im nahen Forst mag das mit Interesse hören. Denn damit ist nicht seine, sondern die Jänschwalder Brauerei in der Region «die kleenste» .

Hintergrund Lausitzer Bier-Brauereien
Schloßbrauerei Fürstlich-Drehna (Dahme-Spreewald): 14 Sorten Flaschenbier, von Gambrinus Pils und Fürst Lynar über Karamel und Doppelbock bis hin zum Odin Trunk mit Honiganteil; Jahresproduktion: zwei Millionen Liter.
Stadtbrauerei Wittichenau (Landkreis Kamenz): Neun Sorten Flaschenbier, von Wittichenauer Gold und Wittichenauer Premium Pils über St. Marienstern Klosterbräu bis hin zum Krabat Pils; Jahresproduktion: zwischen 1,5 und zwei Millionen Liter.
Kircher Brauhaus Drebkau (Spree-Neiße): Kirchers Premium, Kirchers Schwarzbier als Flaschen- und Fassbier, Spreewald Lager und Spreewald Porter als Fassbier; Jahresproduktion: 600 000 Liter.
Spreewälder Privatbrauerei Schlepzig (Dahme-Spreewald): Zwickel, Weizenbier, Dunkelbier und Spreelator-Starkbier im Fass; Jahresproduktion: 100 000 Liter.
Brauerei Babben Lübbenau (Oberspreewald-Lausitz): Dunkles Spezial, Pils und Weizen im Fass; Jahresproduktion: 60 000 Liter.
Worrichs Pub Forst (Spree-Neiße): Forster Zwickel, Schwarze Jule im Fass; Jahresproduktion: 20 000 Liter.
Brauhaus Zur Linde Jänschwalde (Spree-Neiße): Pils und Dunkelbier im Fass; Jahresproduktion: 12 000 Liter.
Wirtshausbrauerei Radigk Finsterwalde (Elbe-Elster): Pils, Dunkelbier, Maibock, Weizenbier, Fass- und Flaschenbier; Jahresproduktion: keine Angaben.



Von Daniel Preikschat

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