Rezensionen

 

 

 

 

26.11.2007 Lausitzer Rundschau

Saison-Start zu „Klassik und Schlemmen“

Lyrische Dramatik im Sopran-Duett

SCHLEPZIG. Wenn weniger mehr sein kann, dann darf der Musikfreund nach dem Auftakt zur Konzert-Serie von „Klassik und Schlemmen“ 2007/2008 im Schlepziger Landgasthof „Zum grünen Strand der Spree“ in der Winter-Saison einiges Gute erwarten.

Foto: -ds
Die Sopranistinnen Maria-Elisabeth Weiler und Konstanze Löwe (r.) und ihr Pianist André Kellinghaus von der Deutschen Staatsoper Berlin gaben ein Konzert in Schlepzig.
Am Sonnabend haben Künstler der Deutschen Staatsoper Berlin zu diesem Mini-Festival den Auftakt gegeben. Vier Konzerte stehen im Veranstaltungs-Kalender – deutlich weniger als in den Vorjahren. Aber sie sind mit guten Interpreten besetzt.
Lyrische Dramatik mit etlichen Spritzern Verschmitztheit und ganz großer Musikalität haben die Mezzosopranistin Maria-Elisabeth Weiler, die Sopranistin Konstanze Löwe und ihr einfühlsamer Begleiter am Flügel, André Kellinghaus, in dem gut anderthalbstündigen Konzert eingesetzt.
Die Sängerinnen stehen seit Jahren in den Reihen des großen Chores der Deutschen Staatsoper, des ältesten Opernhauses der deutschen Hauptstadt mit langer und bewusst gepflegter sängerischer Tradition. Diese Gesangskultur kam den Hörern in Schlepzig auf vielfache Weise zugute. Die Sängerinnen und André Kellinghaus – seit einigen Jahren im Staatsopernchor Assistenz des Chordirektors Eberhard Friedrich – hatten besondere Lieder auf die Programmzettel gesetzt. Denn Duette für Mezzosopran und Sopran sind in der Musikliteratur nicht so zahlreich zu finden. Aber Ma ria-Elisabeth Weiler und Konstanze Löwe waren erfolgreiche Schatzsucher für ihr Schlepziger Publikum.
Romantische Meister hatten es ihnen angetan. In Johannes Brahms’ Lied „Die Schwestern“ heißt es: „Wir Schwestern zwei, wir schönen, sind gleich von Angesicht.“ Das hatten sich die Sängerinnen als Motto für ihr Konzert ausgesucht. Beschwingt und fröhlich sangen sie das schwierige Strophen-Lied, ohne auf ihre eigenen gesanglichen Schönheiten verzichten zu müssen. Keine wurde in all den Konzertminuten dominant über die andere, trotz aller Klangfarben-Unterschiede in der Interpretation.
Mit fünf Liedern von Robert Schumann nahmen die drei Musiker ihre Hörer lyrisch mit durch einen Gang durch die Jahreszeiten und deren besondere Stimmungen, wobei gesangliche Gefühlsausbrüche erlaubt waren. Peter Tschaikowski komponierte drei Duette voller Naturverbundenheit und Liebesqual – das kam gesanglich in anrührender Weise in russischer Sprache. Ga briel Fauré und Ernest Chausson, die beiden französischen Musik-Romantiker im beginnenden 20. Jahrhundert, steuerten teils heitere, teils melancholische Liebeslyrik bei.
Gioacchino Rossini schließlich gab die Partituren für volkstümliche heitere Weisen aus Venedig und anderen italienischen Gebieten, die beide Sängerinnen sowohl sangen als auch mimisch und gestisch spielten. Das Publikum freute sich besonders über das „Duett der Katzen“ in ihrer komödiantischen Darbietung.
„Die Konzertreihe ,Klassik und Schlemmen’ bietet in dieser Saison noch Musiken vom Streichquartett, von der Gitarre und Gesang mit Klavierbegleitung vom Feinsten“, sagte Veranstalterin Anja Römer. Ensemble aus den Programmen des Vorjahres hätten ihr Kommen für die nächsten Jahre zugesagt. In diesem Winter wolle sich das Gasthof-Team aber ver stärkt der Veranstaltungsreihe von „Jazz und Buffet“ widmen, denn da gebe es eine besonders große Nachfrage. Die Klassik-Freunde würden nicht vergessen. (-ds)

-ds

22.10.2007 Lausitzer Rundschau

Auftakt zur Serie «Jazz und Buffet»

Im Schlepziger Brauhaus ein Sound wie in der Beale Street

Der Ruf von New Orleans ist im Schlepziger Brauhaus erklungen – und viele Besucher haben ihn vernommen. Der «Call of New Orleans» bildete den Auftakt der Serie «Jazz und Buffet» , die bis zum April in regelmäßigem Turnus fortgesetzt werden soll. Zur traditionellen Musik aus den Südstaaten durfte im Erdgeschoss des Brauhauses nach Herzenslust geschlemmt werden: Das Buffet mit gebackenem Wildschwein verwöhnte die Gaumen.

 

Foto: Jens Golombek
Auch Jazzmusiker brauchen mal 'ne Stärkung: Im Schlepziger Brauhaus ist die Reihe «Jazz und Buffet» mit großem Publikumszuspruch gestartet.
Die Herren gaben ihre Stücke „unplugged“ zum besten. „Der Pianist Roland Schifter war mein Neurologie-Lehrer in meiner Zeit im Berliner Klinikum“, verriet Brauereibesitzer Torsten Römer. Zu jedem der rund 70-jährigen Hobbymusiker aus ganz Deutschland bestehe eine akademische Bindung. Man biete im Brauhaus leichte, unaufdringliche Musik, für die man kein philharmonisches Gehör brauche. „Das ist hier aber kein Dixieland“, machte der Veranstalter energisch deutlich, „das wäre dann die Kommerzialisierung dieses New-Orleans-Styles.“
„Diese Musik stammt aus den 1920er Jahren“, ergänzte Anja Römer. „Man sieht durch sie quasi die Alltagsszenen aus New Orleans vor sich.“ Mit Blick auf das gut gefüllte Brauhaus zeigte sie sich erfreut: „Ich glaube, dass die Leute viel zu lange Entzug hatten. Die sind wie wir froh, dass es wieder losgeht. So etwas ist eben eher für die Wintermonate, für drinnen geeignet.“ Ab jetzt gehe es in Brauerei und Landgasthof Schlag auf Schlag. „Zuerst starten wir mit drei Jazzabenden durch, dann folgt die Klassik. Unser mittlerweile sehr erfolgreiches Konzept wird einfach durch die Leute getragen und bestätigt, die immer wieder nach Schlepzig kommen“, freute sich Römer.
„Auch die Musiker bekunden immer den großen Wunsch, wieder hier aufzutreten. Das ist der Grund, warum wir heute ein Zusatzkonzert vorneweg packen mussten. Denn alle anderen Termine waren schon voll“, informierte Torsten Römer.
Das Repertoire sei keinesfalls festgefahren. „Besonders im Klassik-Sektor haben wir durch Empfehlungen immer wieder wechselnde Besetzungen“, berichtete Anja Römer. Die Klassik bildete einst die Grundlage der Veranstaltungsreihe. „Aber in das Brauhaus hat die Klassik einfach nicht gepasst. Da bot sich einfach ehrlicher, guter Jazz an.“
Den Höhepunkt der Saison sehen die Römers in der Veranstaltung mit der „Jazz Family“ am 16. Februar. „Da kommen 400 Jahre geballte Jazz-Kompetenz auf uns zu“, freut sich Gastwirt Römer schon fünf Monate vorher.
Im November steht erstmalig der Bockbieranstich im Kalender von Braumeister Uwe Zech. „Ein wundervoller Bock reift hier seit acht Wochen“, schwärmte Torsten Römer, der jüngst noch einer heimlichen Leidenschaft Leben einhauchte: Vor drei Jahren abgefüllt und „weggelegt“, reife an der Spree Whisky in sechs Eichenfässern. „63,3 Prozent hat der erste Brandenburger Whisky. „Sloupisti“, Schlepzigs uralten Namen, soll der einmalige Single-Malt demnächst tragen“, verriet Römer.
„Ich bin heute durch Zufall hier vorbei gekommen“, berichtete Marko Fischer. „Und wenn ich mir die Musiker und das Programmheft so anhöre und -sehe, bestimmt nicht zum letzten Mal.“
„Unabhängig von der außergewöhnlichen Musik und der klasse Stimmung hier im Brauhaus gab es bei uns am Tisch heute unerwarteten Verdruss“, verriet Brigitte Jahnke, „eigentlich hatten die Kraftfahrer festgestanden. Dann jedoch haben wir die vielen leckeren Brände von Aprikose bis Holunder entdeckt und probiert. Aber in Form von Fläschchen zum Mitnehmen haben wir einen wirklich guten Kompromiss gefunden.“
Service: Der nächste Termin
Am Samstag, 27.Oktober, werden um 20 Uhr Waldi Weiz & Band im Schlepziger Brauhaus in der Reihe Jazz und Buffet zu hören sein.

Von Jens Golombek

26.03.2007 Lausitzer Rundschau

„Terzenbrecher“ sorgen für übervollen Konzertsaal

„Höherer Unsinn“ als Musik-Vergnügen

SCHLEPZIG. Einen übervollen Saal im Landgasthof „Zum grünen Strand der Spree“ hat es am Sonnabend in Schlepzig gegeben.

Foto: Detlev Simsch
Slapstick, Hintergründiges und Freude am Gesang – das haben die Berliner „Terzenbrecher“ am Sonnabend beim letzten Saison-Konzert von „Klassik und Schlemmen“ im Schlepziger Landgasthof vor voll besetztem Saal geboten. Zum Chanson „O Donna Clara“ passte prima ein Reigen-Tanz, und die Gäste amüsierten sich.
Sogar in den großen Flügeltüren und am Ausschank stehend, hörten die Konzertgäste zu – und das fast zwei Stunden lang, die nicht langweilig wurden. Das brachten die „Terzenbrecher“ aus Berlin mit ihrem Programm „Man schlepzig so munter durchs Leben“ fertig.
Die „Terzenbrecher“ sind in den vergangenen Jahren immer wegen ihres Witzes und der Besonderheit der Programme ein Höhepunkt in der Konzertreihe „Klassik und Schlemmen“ gewesen. Die erlebte am Sonnabend das Abschlusskonzert ihrer 13. Saison – und was für eines!

Nonsens-Shakes gemixt
Bernhard von Bruchhausen (Altus), Carsten Großeholz (Tenor), Reimar Westendorf (Bariton) und Gert Hellwig (Bass) sind die „Terzenbrecher“. In ihren dunklen Anzügen erscheinen sie zunächst, als könnten sie kein musikalisches Wässerchen trüben. Sie trüben auch nichts, sie mixen alles zu fröhlichen Nonsens-Shakes.
Die vier nahmen ihre Hörer im Alter zwischen sieben und mehr als 70 Jahren frisch und unkompliziert mit auf eine Tour voller Humor, Musik und Slapstick. Alles geschah mit gut aufgelegtem Gesang. Die für ihre Lieder nötigen Instrumente „machten“ sie sich stimmlich selber.
So wurde das Ganze zu einer Mischung von Musik, die an die legendären „Comedian Harmonists“ aus den 20er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts, aber in der instrumentalen Perfektion mit den Gesangsstimmen auch an die Swingle Singers der 70er-Jahre erinnerte. Aber eben nur erinnerte, denn die Vier achten auf Eigenes. Das können sie, weil sie ihr Metier beherrschen.

Fröhlich interpretiert
Reimar Westdorf hatte zu vielen der insgesamt 20 planmäßigen Programm-Stücke die Arrangements geschrieben, die durchweg dank der unbekümmert-fröhlichen gekonnten Interpretation das Publikum verzückten. Von den „Comedian Harmonists“ lieh sich das Quartett unter anderem „Die Liebe kommt, die Liebe geht“, „Du bist nicht die Erste“ und die „Schöne Isabella von Kastilien“ aus, um alles auch mit Sinn für die Parodie auf dem Podium zu inszenieren. Lieder von Lennon und McCartney, Ray Charles, Cindy Lauper, Stevie Wonder und Henry Mancini interpretierte besonders oft Carsten Großeholz als „Kuschel-Balladen mit schelmischem Augenaufschlag“. Slapstick pur war „O Donna Clara“ im Stil der alten Schellack-Platten (ebenfalls Großeholz im Gesang). Die anderen Drei tanzten dazu einen Reigen, und das Publikum am& uuml;sierte sich darüber.
Drei Zugaben waren der Abschluss der Wintersaison 2006/2007 von „Klassik und Schlemmen“, und natürlich erklang das Chanson vom „Kleinen grünen Kaktus“. „Den habe ich mir auch noch insgeheim gewünscht“, gestand Konzert-Organisatorin Anja Römer. Sie zeigte sich mit der Saison zufrieden, auch wenn einige der geplanten Konzerte aus Termingründen „geplatzt“ waren. „Aber an Konzerte wie mit den Berliner Cellharmonikern kurz nach Neujahr und die französische Pianistin Elsa Marie Delon denken viele Musikfreunde und auch ich besonders gern zurück“, sagte sie.

Sieben Konzerte geplant
In der kommenden Wintersaison 2007/2008 wird es die Konzertreihe „Klassik und Schlemmen“ in ihrem 14. Jahr geben. „Sieben Konzerte habe ich zwischen dem 27. Oktober und 29. März in dieser Reihe im Terminkalender“, verriet Anja Römer. Über die Künstler mochte sie noch nichts sagen. Aber über einen Wermutstropfen sprach sie doch: Künftig würden fünf Euro Eintrittsgeld je Gast zum Konzert nötig sein, um die Unkosten der Künstler zu decken. (-ds)

-ds

05.02.2007 Lausitzer Rundschau
Bekannte Pop-Songs verjazzt
Berliner Duo mit einem Gast

Einen Abend der leisen Töne haben die Jazzfreunde am Samstag erlebt. Nicht zum ersten Mal war das Berliner Duo Jessica Gall (Gesang) und Bene Aperdannier (piano) im stilvoll rustikalen Ambiente unter dem Dach des Brauhauses zu Gast.


Foto: Birgit Keilbach
Das Duo Jessica Gall, Bene Aperdannier, verstärkt um den Mundharmonika-Spieler Marko Jovanovic begeisterte sein Publikum.


Musikalisch bereichert hat das Konzert der Solist Marko Jovanovic mit seiner Mundharmonika.
Der 28-jährige Vollblutmusiker seufzt, ja flüstert mit seiner Harmonika im Duett mit Sängerin Jessica. Gekonnt unterstreicht er die Wirkung der konzertant melodischen Interpretation bekannter Pop-Songs von Sting, U 2, Prince, Cindy Lauper und Christina Aguilera. Musik mache er bereits seit seiner Schulzeit, erzählt der in München geborene und aufgewachsene Sohn serbischer Eltern, der außerdem Kontrabass spielt. „Wir haben uns auf einer Geburtstagsfeier kennen gelernt und konnten uns die Mundharmonika als passende Ergänzung zu unserer Musik gut vorstellen“, sagt Bene Aperdannier. Dass diese zusätzliche Klangfarbe beim Publikum ankommt, drückt es an diesem Abend mit reichlich Beifall aus.
Der 40-jährige Jazzmusiker und die 26-jährige Sängerin präsentieren ihre Interpretationen sowie eigene Songs seit 1998. Mit Marko Jovanovic und weiteren drei Musikern haben sie die Berliner „Jessica Gall Band“ aufgebaut. Die ersten Titel für eine eigene CD sind bereits fertig. „Damit sind wir jetzt auf der Suche nach einer Plattenfirma“, berichtet Bene Aperdannier, bevor das Trio eine besondere Kostprobe zu Gehör bringt. Zart, nachdenklich und sehr emotional kommt das bekannte Kinderlied „Hänschen Klein“ in der Bearbeitung des Duos daher.
„Das ist ganz neu und sehr gut gelungen“, gibt Renate Lehmann aus Lübben ihren Eindruck wieder. Bereits zum dritten Mal habe sie die Berliner Jazzmusiker hier erlebt, ergänzt sie. Für Jörg Seidel und Frank Kalleske aus Walddrehna ist es immer wieder schön, im Brauhaus Live-Musik zu erleben. „Die Musik ist etwas für Fans, wer sie gern hört, dem gefällt sie“, so Jörg Seidel. Musikalisch etwas anders vorgestellt hat er sich diesen Jazzabend, erklärt Frank Kalleske, „aber die Musik brachte eine interessante Variante der Interpretation bekannter Songs“ zu Gehör. (klb)

Birgit Keilbach

30.01.2007 Lausitzer Rundschau
Eine Weltreise mit Musiker-Klatsch
Spaß in Tönen in Schlepzig
Wenn drei Musiker zusammenstehen, worüber reden sie« Natürlich über „liebe Kollegen“ und ihre Fehlleistungen. Um danach selber wieder Musik zu machen.


Foto: Detlev Simsch
Musik und Klatsch haben den Zuhörern im Schlepziger Landgasthof Freude gemacht. Dan-Constantin Velea (l.), Henry Weit und Masatoshi Saito sorgten dafür.
Das ist im Landgasthof „Zum grünen Strand der Spree“ mit drei Musikern des Philharmonischen Orchesters Cottbus genau so gewesen. Die Gäste amüsierten sich.
„Und ist die Bühne noch so klein, so passt doch immer Frohsinn 'rein“, nach dieser alten Musiker-Weisheit richteten sich Dan-Constantin Velea, der stellvertretende Solo-Cellist am Staatstheater Cottbus, mit Solo-Kontrabassist Masatoshi Saito und Pianist Henry Weit häuslich ein. „Wussten Sie, dass Rossini zwei Leidenschaften hatte»“ Henry Weit hatte das heraus bekommen: „Komponieren hat ihm Spaß gemacht, aber das Dinieren noch viel mehr!“ Rossini hatte als 32-jähriger mit dem Komponieren Schluss gemacht, erfuhren die Konzertfreunde, um sich Genüssen zu widmen: dem Kochen und dem Hören der Musik, die ihm bis dahin gelungen war. Als „Kompott in Harmonien“ erklang ein bekanntes Stück im Volkston.
Auch Händel wird nachgesagt, dass er ein großer Esser war und sich in London einmal drei Menüs bestellt habe. „Die Gesellschaft am Tisch bin ich“, soll er erklärt und danach beim Essen kräftig zugelangt haben. Das Trio spielte eine Sonate in g-Moll aus Händels jüngeren Jahren in barocker Fülle.
Von London ging es musikalisch nach Salzburg zu Mozart. „Der mochte schon wegen des Fürsterzbischofs Salzburg nicht so sehr“, erinnerte Weit, was die Salzburger bis heute nicht hindert, Mozart als Kugelpraline oder anderes anzubieten.
Es geht in der Musikwelt zuweilen tierisch zu, was das Trio mit Musik aus dem „Karneval der Tiere“ von Saint-Saens hören ließ. Der berühmt-tapsige „Elefant“ kam als Kontrabass-Solo daher, und lyrisch-elegant schien in Cello-Tönen der „Schwan“ in Harmonien durch den Raum zu schweben. „Trotzdem hat Ravel zu solcher Musik gesagt, Saint-Saens hätte lieber Metallhülsen polieren als komponieren sollen“, so Weit.
Über japanische Klänge entführte das Trio seine Hörer nach Rumänien, der Heimat des Cellisten. Der gab dem „Bauerntanz“ von Dimitrescu gemeinsam mit seinen Kollegen die Fröhlichkeit eines ganzen Dorffestes so, dass sich das Publikum das Stück nochmal als Zugabe wünschte. (-ds)

 

24.1.2007 Lausitzer Rundschau

Wunschkonzert im Schlepziger Landgasthof


Elsa Marie Drelon entführte ins 20. Jahrhundert

Eine vergnügliche Entführung hat es am Sonnabend im Landgasthof „Zum grünen Strand der Spree“ in Schlepzig gegeben. Die „Täterin“ bekannte sich gern dazu: Die Pianistin Elsa Marie Drelon versetzte ihre Hörer mit Musik ins vergangene Jahrhundert.


Foto: Detlev Simsch
Einen Ausflug nach Frankreich und in seine Musik machte die Pianistin Elsa Marie Drelon am Sonnabend in Schlepzig möglich. Dazu hatte sie die Organisatorin der Konzert-Serie „Klassik und Schlemmen“, Anja Römer, eingeladen.
Die haben sich das nur zu gern gefallen lassen.
Elsa Marie Drelon ist vor allem dem Berliner Publikum mit der Vorliebe für gute Tangomusik bekannt. Die mehrfache Preisträgerin internationaler Kammermusik-Wettbewerbe hat das Tangoensemble „Yira Yira“ mitbegründet, das oft im Kammermusiksaal der Philharmonie Berlin zu hören ist.

Temperamentvoller Start
„Dieses Mal bin ich aber ganz alleine mit dem Flügel auf der Bühne“, sagte sie mit einem Stoßseufzer vor dem Konzert in Schlepzig. Die Organisatorin der Reihe „Klassik und Schlemmen“, Anja Römer, beruhigte sie mit dem Hinweis auf die fast familiäre Atmosphäre im Saal. Schon nach dem ersten heiter-temperamentvollen Stück von Claude Debussy und dem Applaus dafür konnte kein „Eis“ mehr zwischen Bühne und Publikum gebrochen werden.
Elsa Marie Drelon fasste sich ein Herz und lud ihre Hörer zu einem besonderen kleinen Konzert ein: „Wünschen Sie sich doch was aus dem 20. Jahrhundert“, forderte sie ihr Publikum auf. Sie wolle mit ihm eine Reise durch ihre französische Heimat machen, und die hätte so viele interessante Komponisten. So gab es eine vergnügliche Stunde voller unterschiedlicher Musik.
Drelon spielte auf dem vorzüglich gestimmten Zimmermann-Flügel das „Claire de lune“ von Claude Debussy zart, fast filigran, aber herzlich, wie es sich für eine Mondschein-Nacht gehört. Mit von der musikalischen Partie waren Werke des Spätromantikers Gabriel Fauré mit ihren fröhlichen Harmonien.
„Jetzt kommt was von einem besonders schrägen Vogel in der französischen Komponisten-Welt“, kündigte Elsa Marie Drelon Musik eines Bohemiens besonderer Art an. Erik Satie, der sogar mit einigen seiner Klavierkompositionen Maurice Ravel interessierte, lebte und komponierte als exzentrischer Sonderling im ersten Viertel des 20. Jahrhunderts. „Aber einige seiner Stücke haben was Besonderes“, empfand Drelon. Saties musikalische Empfindungsbreite zeigte sie am Flügel mit der Interpretation des Opus „Großer Priester“ in großer Ruhe, aber auch mit einem Walzer, geschrieben für ein Pariser Kabarett.

Fünf kleine Poulenc-Stücke
Musik von Francis Poulenc ist in Schlepzig sicher lange nicht zu hören gewesen. Das änderte die junge Pianistin unter anderem mit fünf kleinen Stücken für Kinder, und die entführten die Hörer unter anderem in die Welt des Zirkus, des Films, ließen Polka-Töne erklingen. Das gefiel dem Publikum sehr.
Elsa Marie Drelon kann aber auch ganz andere Töne anschlagen. Aus dem 20. machte sie einen Ausflug ins Frankreich des 18. Jahrhunderts und ehrte den Königlichen Komponisten der Kammermusik Jean Philippe Rameau mit einem luftig-leicht gespielten Präludium, dem ein bravourös interpretiertes Fugato folgte.
„Ein gelungener Abend“, schätzte Anja Römer nach dem Konzert ein. Viele Gäste bedankten sich bei der Interpretin persönlich – auch das ist bei den Konzerten in Schlepzig möglich. Selbst oder gerade nach einer „Entführung“ wie dieser auf die vergnügliche Art. (Detlev Simsch)


24.10.2006 Lausitzer Rundschau

Heiterer Saisonstart auf alten Instrumenten
Auftakt von „Klassik und Schlemmen“ in Schlepzig


Eine Konzertreihe ist in ihren 13. Jahrgang gegangen: „Klassik und Schlemmen“ begeistert seit dem Jahr 1993 Musikfreunde der kleinen, fast familiären Form mit besonderen Interpreten. Im veranstaltenden Landgasthof „Zum grünen Strand der Spree“ von Anja und Dr. Torsten Römer gab es nun den Auftakt für eine weitere Saison. Die Berliner Interpreten Almute Zwiener mit zwei Oboen sowie die Gitarristin Kathrin Redlich erfreuten ihren Hörerkreis.
„Wie viele Gäste wir in den vergangenen zwölf Jahren begrüßten, haben wir nicht gezählt“, sagte Anja Römer. „Wir mögen die Mischung von Stamm-Gästen und neuen Interessierten. Die kommen meistens wieder“, stellte die Programm-Chefin fest. Es gebe über die Jahre „Wiederholungstäter“ beim Publikum wie bei den Interpreten.
Almute Zwiener und Kathrin Redlich gehören noch nicht zu den „künstlerischen Wiederholungstätern“. Beide sind Dozentinnen an Berliner Musikhochschulen. Almute Zwiener, die Oboen-Meisterschülerin unter anderem von Paul Goodwin, ist Mitglied des Orchesters im Berliner Theater des Westens. Kathrin Redlich besuchte Meisterkurse beim legendären Gitarristen Pepe Romero. Dieses Duo setzte mit speziellen Instrumenten die Hörer in Verzückung.

Mehr als 200 Jahre alt
Almute Zwiener hatte eine Barock-Oboe mit dem Baujahr vor 1800 sowie eine romantische Oboe, die um das Jahr 1860 in Breslau gebaut wurde, mit nach Schlepzig gebracht. Kathrin Redlich musizierte auf einer Biedermeier-Gitarre, deren Bau auf die Zeit um das Jahr 1830 geschätzt wird.
Besondere Instrumente mit besonderen Interpreten verlangen ein besonderes Programm. Das erklang mit einer lyrisch-heiteren Sonate des heute kaum noch bekannten Franzosen Jaques Widerkehr. Beethovens Variationen über Mozarts „Reich mir die Hand, mein Leben“ in der Fassung für dieses Duo war neu, aber schön. Fernando Sor, ein zu seiner Zeit berühmter Gitarrist, ließ Kathrin Redlich als Solistin in einer „Introduction mit Variationen auf ein Thema“ brillieren. Dessen Schüler Napoleon Coste schließlich schuf ein stimmungsvolles Klanggemälde „Le Montagnard“ für Oboe und Gitarre, und das genossen die Hörer sichtlich.

Neujahrskonzert mit Berlinern
Bis ins Frühjahr 2007 hinein wird es in weitere Konzerte in der Reihe „Klassik und Schlemmen“ geben, versicherte Anja Römer. So wird am 6. Januar 2007 zum Neujahrskonzert mit den „Berliner Cellharmonikern“ eingeladen. Feinste französische Klaviermusik will die renommierte Pianistin Elsa Marie Drelon am 20. Januar in Schlepzig zu Gehör bringen. Schon am 27. Januar hat sich die Kontrabassistin Masuko Saito mit Kollegen zum Kammerkonzert angekündigt.
Konzerte mit der Sängerin Eleanor Forbes und Kollegen mit Liedern von Joseph Eichendorff (10. Februar) sowie auf Texte von Heinrich Heine (17. März) sind im Programm vorgemerkt. Die lustigen „Terzenbrecher“ sollen dann am 24. März den Schlusspunkt unter eine Konzert-Saison in Schlepzig setzen, zu der jeder Musikfreund freien Eintritt und die Option auf ein Landgasthof-Schlemmermahl nach dem Konzert hat. (-ds/dh)

Detlev Simsch

10.04.2006 Lausitzer Rundschau
Winter Ade mit Jazz und Blues in Schlepzig
Veranstaltungsreihen pausieren im Sommer

Die Winterkonzerte 2005/06 in Schlepzig sind Geschichte. Mit Blues und Jazz haben Waldi Weiz und Band am Samstag den Schlusspunkt unter die elfte Saison gesetzt.


Foto: Andreas Staindl
Waldi Weiz und Band setzten den musikalischen Schlusspunkt unter die elften Winterkonzerte der Schlepziger Brauerei sowie des benachbarten Landgasthofes. Für die zwölfte Saison kündigt Chefin Anja Römer ein noch attraktiveres Programm an.
«Klassik & Schlemmen» im Landgasthof «Zum grünen Strand der Spree» sowie «Jazz und Bufett» in der benachbarten Brauerei sind längst ein Renner, auch wenn diesmal einige Plätze im Brauhaus frei blieben. «Beide Veranstaltungen werden sehr gut angenommen, das Interesse ist weiter gestiegen» , sagt Anja Römer, Chefin des Landgasthofes. «Bei jedem Konzert hatten wir 40, 50 Besucher, darunter viele Stammgäste aus der Region.» Deren Wunsch soll in der zwölften Saison erfüllt werden: «Wir bauen unsere Konzertreihe aus, bieten noch mehr Veranstaltungen, darunter auch Lesungen» , kündigt Anja Römer an. 75 Prozent der Künstler habe sie schon fest gebunden.
Auch Waldi Weiz will wieder kommen. «Das Ambiente im Brauhaus ist klasse, die Wirtsleute sind prima, das Publikum sehr aufmerksam – was will man mehr?» , so der Wahl-Berliner. Am Samstag gab er sein zweites Konzert in dieser Wintersaison in Schlepzig. Mit ihm musizierten sein langjähriger Partner Udo Weidemüller an der Gitarre, Simon Paul am Bass sowie Micha Joch am Schlagzeug.
Mit dem Quartett hatte Anja Römer gestandene Musiker engagiert: Waldi Weiz gewann beispielsweise beim Jazz & Blues Award 2004 in Berlin die Jurywertung vor Engerling. «Unser Anspruch ist es, richtig gute Künstler nach Schlepzig zu holen» , sagt Anja Römer. Ein Problem sei das nicht mehr: «Inzwischen wollen manche Musiker sogar zweimal pro Winterhalbjahr bei uns auftreten.»
Doch nicht nur das kulturelle Konzept wird erneuert. Drei Wochen lang wurde im Brauhaus gebaut. Am Samstag sah die Öffentlichkeit erstmals das Ergebnis, auch wenn noch nicht alles perfekt ist: Anstelle des kleinen Küchentraktes ist ein rustikaler Backofen entstanden, daneben ein großer Kessel für Käse-Schmankerl. «Wir wollen möglichst viele Produkte selbst herstellen» , sagt Anja Römer. «Brot, Pizza und Käse ergänzen unsere bisherigen Angebote optimal.» Im nächsten Monat sollen Backofen und Käsekessel offiziell eingeweiht werden. So gesehen sagten Waldi Weiz und Band am Sonntag nicht nur symbolisch Ade, sondern weckten auch Vorfreude auf die nächsten Winterkonzerte, dann im neuen Brauhaus-Ambiente. (as/dh)


Andreas Staindl
27.03.2006 Detlev Simsch, Lausitzer Rundschau
Deutschkurs vom Gesangs-Quintett
Berliner Gesangsensemble zu Gast in Schlepzig

Fünf Sänger bringen am Samstag einen kleinen Konzertsaal in Schlepzig zum Kochen.





Die Terzenbrecher sorgen mit schräger Wortakrobatik und süßsauren Melodien für Stimmung.
Die «Terzenbrecher» aus Berlin locken mit ihren Darbietungen, die an die legendären «Comedian Harmonists» der 20er-Jahre erinnern, so viele Leute in den Landgasthof «Zum grünen Strand der Spree» , dass die Gastgeber nur mit Mühe genügend Stühle heranschaffen können.
Das fast zweistündige Programm wird durch den Gesang einer wohl artikulierten, sauberen und angenehmen Art zum Vergnügen. Dazu gibt es eine gestische und mimische Bühnenshow voller Witz und mit dem gekonnten Zuspielen von Gags in Wort und Slapstick.
«Wir singen Ihnen ein Stück deutscher Grammatik» , kündigt der Bariton Reimar Westendorf dem scheinbar verdutzten Publikum an. Wie die Fünf den Jahrzehnte alten Song «Die Präpositionen» vom Duo Ulla und Ulrik mit Präpositionen, Pronomen, Fragewörtern und anderen „Gemeinheiten der deutschen Grammatik“ präsentieren, nimmt manchem Besucher förmlich die Luft, erinnert an düstere Zeiten des Deutsch-Unterrichtes und hinterlässt wegen der exzellenten Text- und Sprachkenntnis der alles exakt artikulierenden Sänger nichts als Staunen.
Die fünf Sänger mögen musikalische Plagiate nicht. Sie wollen Eigenes. Und das manchmal skurril, satirisch überhöht, ohne aber den Spaß am Original zu verlieren. „Schuld“ daran ist vor allem Reimar Westendorf. Er schrieb für zehn Lieder des Abends die Arrangements zu Originalen von höchst unterschiedlichen Autoren für eben dieses anspruchsvolle vergnüglich aufspielende Quintett. Von den «Comedian Harmonists» bearbeitete er «Stormy Weather» und «Auf Wiedersehen» .
Die karg ausgestattete Bühne im Landgasthof wird mit diesen Sängern zum Festspielplatz, sagen die Zuhörer unisono. Bewegung beim Fünf-Männer-Gesang ist selbstverständlich, das Solistische vor gekonntem szenischen Gesang als Klangteppich auch. Gershwins «Summertime» kommt als Persiflage auf Frank Wedekinds «Tantenmörder» dramatisch daher. «Alexander’s Ragtime-Band» gibt es im Gesangsquartett mit Cheerleader-Qualität. Der «schöne Gigolo» auf englisch schließlich erklingt als swingende Kapelle mit ergreifendem Solo-Gesang, und gar nicht so rührselig wie zu befürchten war.
Da ist es kein Wunder, dass die «Terzenbrecher» nach dem vorgesehenen Finale nicht von der Bühne gelassen werden. «Aber die Nora lässt mich nicht verkommen» , verrät Tenor Carsten Großeholz im Chanson mit Unterstützung seiner Kollegen. Nachdem das choreografisch karikierte «Pata Pata» das Publikum immer noch nicht zur Ruhe gebracht hat, ist nach «Lebewohl, gute Reise» im Stil der «Comedian Harmonists» endgültig Schluss. (-ds/nm)


14.02.2006 Lausitzer Rundschau
Ansteckende Leichtigkeit beim Konzertabend in Schlepzig
Ein vorgezogenes Valentinstagsgeschenk für alle Verliebten

Schlepzig. Mit ansteckender Leichtigkeit und meisterhaftem Spiel haben zwei Musiker am Wochenende in Schlepzig das Publikum verzaubert. Anja Römer, Chefin des Landgasthofes "Zum grünen Strand der Spree", hatte Daniela Braun (Violine) und Frank Lubnow (Klavier) für die Konzertreihe "Klassik & Schlemmen" in den Unterspreewald geholt.

Foto: Andreas Staindl


Für zwei Zugaben mussten Daniela Braun (Violine) und Frank Lubnow (Klavier) zurück auf die Bühne. Den "Kuss der Fee" hatten beide Künstler mit nach Schlepzig gebracht.
Daniela Braun wurde in Potsdam geboren, hat Violine in Berlin studiert. Als Konzertmeisterin war sie an vielen freien Berliner Opernproduktionen beteiligt. Jetzt widmet sie sich der Kammermusik. Lubnow stammt aus Frankfurt am Main. Er studierte Klavier und belegte diverse Meisterkurse. In Schlepzig ließen beide Künstler ihr Können aufblitzen. Den "Kuss der Fee" hatten sie mitgebracht. "Ein vorgezogenes Valentinstagsgeschenk für alle Verliebten", kündigte Anja Römer an.

Das Ballett "Der Kuss der Fee" entstand 1928. Auf dessen Basis komponierten der russische Komponist Igor Strawinsky und der Geiger Samuel Duschkin später das Divertimento für Geige und Klavier auch für Konzertzwecke. Divertimento leitet sich vom italienischen "sich abwenden" ab, bekam später aber eine andere Bedeutung. Vergnügung und Unterhaltung ist zutreffender dafür, was Braun und Lubnow mit ihrem Divertimento für Violine und Klavier boten. Ihr Spiel ist pure Unterhaltung. Beide Instrumente ergänzen sich in einer Art und Weise, als würden sie sich gegenseitig verführen wollen: Sie belauern sich, um wenig später aufeinander zuzustürzen und vergnügt zu tanzen.

Das Publikum hatte seine Freude an den beschwingten Klängen und konnte kaum genug bekommen. Zwei Zugaben mussten Daniela Braun und Frank Lubnow geben. Dann erst hatten die Besucher ein Einsehen mit ihnen und widmeten sich dem kulinarischen Teil des Spektakels.

Andreas Staindl

Konzertbeobachter Torsten Starke,

www.rocktimes.de

Ron Spielman,
Spreewälder Privatbrauerei in Schlepzig (Spreewald), 14.01.2006

Nachdem ich das CD Review: "From My Songbook" von Olli gelesen hatte, war ich gespannt, was Ron Spielman live zu bieten hat. Obwohl in Burg bei Bruno ebenfalls ein in der Blues - Szene bekannter Gitarrist, Peters Deal aus Leipzig, angesagt war, machten wir uns auf den Weg nach Schlepzig.
Der Gastgeber hieß diesmal jedoch nicht Michael Künzel. Die Spreewälder Privatbrauerei, geführt von Anja und Dr. Torsten Römer, präsentierte innerhalb ihrer Jazz & Buffet - Veranstaltungsreihe einmal mehr Musik der besonderen Art.
Ron SpielmanDie 1. Überraschung: Pünktlicher Konzertbeginn um 20:00 Uhr, ein Novum in der heutigen Zeit! Als wir, in gewohnter Weise und zur Sicherheit, früh genug eintrafen, war der Saal bereits gut gefüllt, fast alle Sitzplätze vergeben. Wir platzten also mitten in das 1. Set hinein! Macht nichts - kommen wir also gleich zur Sache.
Ron SpielmanVor der Spiritus - Destillations - Maschine saßen zu ebener Erde die 3 Musiker Ron Spielman (Gitarre, Gesang), Björn Werra (Bass, Kontrabass), Jan Peter Eckelmann (Schlagzeug) und zelebrierten Jam- Fusions- Jazz- und Soul Rock à la Phish, Dave Matthews Band oder The String Cheese Incident vom Feinsten. Der Sound war beeindruckend, diese Akustik hatten wir nicht erwartet. Zumal wir die Räumlichkeiten von Brauerei - Führungen und - Verkostungen im Rahmen der SR-Listentreffen Germany kannten. Wir fühlten uns zurück versetzt in den November 2005, als wir Derek Trucks erstmalig live erleben durften. Heute ging es aber nicht nur um kunstvolle Jazz- Soul- Gitarrenläufe, sondern um swingenden, funkigen Improvisationsrock der Extraklasse!
Ron SpielmanObwohl hier und da ein Fuß schon mal wippte oder ein Zeigefinger auf dem Tisch trommelte, schien das restliche Publikum noch skeptisch zu sein. Aber bereits 3 Titel später hatte sich ein Jazz - Club - Feeling entwickelt, das die 3 Musiker zum Schwitzen brachte. Der Kontrabass groovte und grummelte, der Drummer grinste und taktierte für Ron die rhythmische Grundlage, damit er mit seiner Gitarre auf dem "fliegenden Teppich" entschweben konnte.
Ron Spielman2. Überraschung: Als im 2. Set der Kontrabass eingetütet und der elektrische Bass eingestöpselt wurde, zeigten sich die Hausgäste des musikbegeisterten Hotelier - Ehepaars Römer von ihrer Tanzbein schwingenden Seite und füllten die Tanzfläche bis auf den letzten Zentimeter!
Ron SpielmanVorbei war's nun mit dem ungehinderten, wohlwollend prüfenden Blick des Musikliebhabers und vermeintlichen Kenners, auf Gitarrenriffs, Drumstakkato und Bassläufe. Trotzdem war uns nicht entgangen, dass ein zweiter Gitarrist (Timo) die melodische Begleitung des Leadplayers Ron übernommen hatte. Wunderbar!
Ron SpielmanVollends zum Staunen brachte uns wiederum Torsten Römer, als er seine Kellnerinnen in die obere Etage, die heutige musikalische Abteilung des Brauhauses, beorderte, um seiner Frau Anja und ihm wenigstens einen Titel lang beim Tanzen Gesellschaft zu leisten. Ein musikalisches Brauhaus durch und durch, wo eigenes Bier gebraut wird, der Alkoholsud in der hauseigenen Spiritus - Destillations - Maschine brodelt und als "Hammer" in Likörgläsern dem Gastvolk auf die einladenden Tische serviert wird.
Ron Spielman3. Überraschung: Völlig unerwartet verkündete Ron Spielman, die Musiker müssten jetzt nach Hause, weil am Sonntag in Dresden gearbeitet werde. Kurz darauf konstatierte er aber, dass man auf die Spreewälder aufpassen muss und verlängerte um ca. eine Stunde den tollen Abend! Wie schon 1 Jahr zuvor mit Engerling in Neu-Lübbenau fängt auch dieses Konzert - Jahr 2006 vielversprechend an. Hoffen wir auf viele weitere Überraschungen! Rock im Spreewald meldet sich wieder, sobald für die Jam- Funk- Rock Gemeinde ein weiteres Ereignis präsentiert werden kann. Ron Spielman & Friends - Hingehen! Anschauen! Zuhören! Staunen! Spaß haben!


Ron Spielman, 14.01.2006, Spreewälder Privatbrauerei, Schlepzig
Torsten Starke, 19.01.2006

 

 

12.12.2005 Detlev Simsch, Lausitzer Rundschau:
Besinnliche Klänge vor vollem Haus in Schlepzig
Wachsendes Brot in der Winterzeit erklärt


Brot wächst in der Winterzeit – wie geht das? Das scheinbare Geheimnis haben die Gitarristin Anita Rennert, die Sopranistin Eleanor Forbes und die Rezitatorin Claudia Balke in einem Konzert der Reihe „Klassik und Schlemmen“ im Landgasthof „Zum grünen Strand der
Spree“ vor vollem Haus geklärt.


„Es wächst viel Brot in der Winterzeit, weil unterm Schnee die Saat“, erinnert Claudia Balko mit einem Gedicht des heute fast vergessenen Lyrikers Friedrich Wilhelm Weber. Das in Berlin beheimatete künstlerische Trio hat ein vorweihnachtlich-nachdenkliches Programm zusammengestellt, das nie traurig wird. Die Künstlerinnen verstehen es, die Balance zwischen der Darstellung vieler Widrigkeiten im Leben und der Hoffnung, die ein jeder in sich setzt, zu verdeutlichen.

Dozentinnen in Berlin
Die am Royal College of Music in London ausgebildete Sopranistin Eleanor Forbes, sie lehrt seit Jahren Gesang an der Berliner Musikhochschule „Hanns Eisler“, hat in der Gitarristin Anita Rennert eine einfühlsame Partnerin. Rennert lehrt an der Universität der Künste Berlin Gitarre-Methodik und ist auch an der Cottbuser Fachhochschule Lausitz Dozentin.
Beide Musikerinnen stehen mit der Schauspielerin Claudia Balko auf der kleinen Bühne – Balko ist an Berliner Bühnen zu Hause, spielte unter anderem im Grips-Theater in dem Stück „Linie 1“. In Schlep zig spricht sie anrührende Texte von Joachim Ringelnatz, Werner Finck, Bert Brecht, Eugen Roth und Kurt Tucholsky.
Musikalisch wagen die Interpretinnen den Spagat von Musik der Renaissance bis zu dissonanten Klängen. Das gefällt. Eleanor Forbes, die gebürtige Schottin, singt im Konzert ein Liebeslied von John Dowland, einem englischen Komponisten der Renaissance, aber auch von Benjamin Britten. Der lebte gut 350 Jahre später als Dowland, vertonte sein Liebeslied stilistisch gänzlich anders. Forbes und Rennert lassen beides innig und voll Humor erklingen.
Kaum Bekanntes kommt von der Bühne: Im „Kaschubischen Weihnachtslied“ von Werner Bergengruen stellen die Sängerin und die Gitarristin musikalisch fest: „Wärst du Kindchen im Kaschubenlande geborgen, nimmer wärst du im Stall geboren.“ Weil Weihnachten auch das Fest guten Essens ist, verblüffen beide mit „gesungenen Kochanleitungen“ in der Komposition von Rainer Kunad. Alle im Saal wissen nun, wie man Gans oder frische Aale anzurichten hat.
Bekanntes in der Adventszeit fehlt aber nicht ganz im Programm. So ist „Still, still, still, weil’s Kindlein schlafen will“ aus dem Salzburger Land zu hören, aus Böhmen „Kommet ihr Hirten“ sowie aus dem Trier des 16. Jahrhunderts „Maria durch ein’ Dornwald ging“.

Fortsetzung folgt
Nach dem Konzert, das zwar in diesem Jahr das letzte, aber noch längst nicht die letzte Veranstaltung der Reihe „Klassik und Schlemmen“ in dieser Saison ist, fällt Anita Rennert ein Stein vom Herzen: „D
as Programm heute ist eine Premiere gewesen, und wir wussten nicht, ob’s ankommt!“ Es kam an, wie der Beifall bewiesen hat. (-ds)

 

28.11.2005, Detlev Simsch, Lausitzer Rundschau:
Vergnüglicher Unsinn in Schlepzig
Vier Streicher erheitern bei «Klassik & Schlemmen»

Da kommen vier freundliche Männer mit ihren Streichinstrumenten in den Saal, machen es sich gemütlich und erheitern binnen weniger Minuten ihr Publikum. Mit fröhlichem Nonsens. So geschehen am Sonnabend im Landgasthof «Zum grünen Strand der Spree» in Schlepzig.

 

Die Berlin Classic Players fühlen sich wie zu Hause und wollen scheinbar mit Hausmusik «blödeln» . Schön, dass da Leute im Saal sind – die dürfen mitmachen. Wolfram Korr, dem 1. Violinisten (Konzertmeister im Philharmonischen Orchester am Staatstheater Cottbus), sitzt der Schalk im Nacken. Wie seinen Mitspielern Tamas Vasarhelyi (2. Violine), Matthias Zeckert (Bratsche) und Andreas Kipp (Violoncello).
Blödeln kann in Musik nur der, der seine Sache gut beherrscht. Das zeigt sich auch bei diesem Konzert. «Wir stimmen erst mal die Instrumente» , sagt Korr. «Dann überlegen wir, was wir heute machen.» Was folgt, ist ein Feuerwerk von Spaß in Harmonien mit Kammermusik-Kostbarkeiten.
Gewaltig in Streichquartett-Bearbeitung erklingt zunächst der «Hochzeitsmarsch» aus dem «Sommernachtstraum» von Mendelssohn-Bartholdy. Aber nur ein paar Takte lang. «Wenn Sie denken, wir machen so weiter – falsch gedacht» , sagt Korr lachend. Diese Melodie wird sich wie ein roter Faden durch das Programm ziehen. Wie auch ein Ereignis, das jeden der «behandelten» Komponisten beschäftigt hat: «Happy Birthday» gibt es in vielen Fassungen in diesem Konzert. So kündigt die Melodie im Stil verschiedener Komponisten immer Kommendes an – mal barock für Pachelbel, klassisch-verspielt für Haydn, Brahms «als ,Opus unbekannt’ für seine Freundin Clara, denn Schumann lebte ja noch» , wie Korr verschmitzt hinter vorgehaltener Hand sagt. «Happy Birthday» auch als Wagners «Siegfried-Idyll» oder mit Wiener Schmäh als Persiflage auf Fritz Kreisler – das Publikum kommt aus dem Schmunzeln nicht heraus.
«Nun zählen Sie mal mit, wie oft der Cellist immer das Gleiche spielen muss» , fordert Korr vor Pachelbels «Kanon» auf. Der erklingt in seiner virtuosen Ruhe exzellent im Quartett. Mitgezählt hat wohl keiner. «Das wundert mich nicht» , sagt Korr. «Unser Cellist Andreas spielt das so oft, dass es sogar wieder hübsch wird!»
Das Konzert verballhornt musikalische Koryphäen so, dass die alten Meister wahrscheinlich vom Musik-Olymp geschmunzelt haben mögen. Auf Haydns «Sonnenquartett» werden gekonnt lateinamerikanische Schlager gepackt. Cole Porters «Everytime» ist mit Takten aus Wagners «Götterdämmerung» angereichert. Eine scherzhafte Zusammenstellung zum Thema «Hochzeit» wird zum Stelldichein mit musikalischen Themen aus «My fair Lady» , Melodien von Johann Strauß, Scott Joplin, Astor Piazzolla, Antonio Vivaldi, anderen Meistern gemischt mit Felix Mendelssohn-Bartholdys «Hochzeitsmarsch» zum Vergnügen des Publikums.
Brahms’ feuriger «Ungarischer Tanz» Nr. 4 soll das «Erlösungs-Stück» für das Publikum sein, sagt Korr. Das fordert noch vier Zugaben. «Das konnte gar nicht anders sein» , resümiert Wolfram Korr. «Wir Schussel hatten ja Dvoraks ,Humoreske’ im Programm einfach vergessen.» (-ds)


1.11.2005 Lausitzer Rundschau
Ungewöhnliches Duo musiziert in Schlepzig
Altistin und Cellist eröffnen Saison "Klassik und Schlemmen"


Schlepzig. Eine Dame in langem schwarzen Kleid mit rotem Schal auf der Bühne neben ihrem musikalischen Partner am Cello. Schon der Anblick dieses Duos ist nicht alltäglich gewesen. Elke Ulrich und Andreas Lichtschlag haben am Samstag die diesjährige Saison "Klassik und Schlemmen" im Schlepziger Landgasthof "Zum grünen Strand der Spree" eröffnet.


Seit mehr als einem Jahrzehnt laden Anja und Torsten Römer alljährlich Freunde der Salon-Musik in ihren Gasthof. Zunächst wird gediegene Musik genossen, danach wartet der reichlich gedeckte Tisch, um sich über das Kunstereignis auszutauschen. So war es auch am Samstag.
Die beiden Berliner Elke Ullrich als Altistin und der Violoncellist Andreas Lichtschlag – er spielt sonst beim Deutschen Symphonieorchester Berlin – hatten ein besonderes Programm für diesen speziellen, fast intimen Konzertrahmen vorbereitet. Sie luden ihre Hörer ein, sich auf die Alt-Meister Alessandro Scarlatti und Domenico Gabrieli einzulassen. Elke Ullrich sang mit ihrem warmen Alt und mit darstellerischer Emotion auf der Bühne Scarlattis drei Lieder von Liebesfreuden und Liebesleid harmonisch und getreu des Meisters Intention fast wie aus einem Guss. Fremdsprachen waren für sie kein Hindernis. Das Italienische beim Scarlatti nicht, auch nicht das Englische, Französische, sogar das Russische im Verlauf des Konzertes.

Beide nahmen ihre Hörer mit durch musikalische Stilepochen. Lichtschlag brillierte mit dem "Ricercare" von Domenico Gabrieli als Cello-Solist und brachte dem Publikum eines der kunstvollsten und wohl ältesten Solo-Stücke für seine Instrumentengruppe mit Innerlichkeit und Virtuosität nahe.

Zuvor hatten sich beide dem Shakespeare-Zeitgenossen John Dowland mit fünf Liebesliedern genähert. Wie in jener Zeit üblich, forderte der Komponist die starke emotionale Interpretation. Das gelang der Sängerin wie dem Cellisten ohne Sentimentalität, wohl aber anrührend.

Spannung im Programm dieser Konzertreihe sind üblich, wissen Kenner. Daran wurde auch beim ersten Konzert der Saison 2005/06 festgehalten. "Modernere Klänge aus dem vorigen Jahrtausend" – so ulkte Andreas Lichtschlag völlig richtig – erklangen. Zunächst war eine Komposition der geborenen Tatarin Sofia Gubaidulina zu hören. Sie lebt jetzt in Hamburg, und ihr 1985 entstandenes Opus "Brief an die Dichterin Rimma Dalos" wurde im Publikum zu einer Mischung von Ratlosigkeit über die Kunstaussage und Bewunderung für die Interpreten. Besonders die Altistin zeigte Stimmgewalt und -sicherheit. Bekannte Weisen wie das "Parlez-Moi d’ Amour" und "La Jalousie" belohnten die Hörer, die sich schließlich doch noch mit freundlichem Beifall eine Zugabe – einen Bob-Dylan-Song – erbaten.

Insgesamt fünf Klassik- und vier Jazz-Konzerte wollen die Römers in der Wintersaison im Landgasthof veranstalten. Am 26. November werden in der Reihe "Klassik und Schlemmen" ab 18 Uhr die "Berlin Classic Players" zu Gast sein.


-ds

21.03.2005 Lausitzer Rundschau
Schalk im Nacken, Rhythmus im Blut
«Terzenbrecher» verteilten Spaß und Denkanstöße

«Kunst kommt von Können. Wenn das vom Wollen käme, dann hieße das ja ,Wunst’.» Dieser Satz wird dem Münchner Original und Urkomödianten Karl Valentin zugeschrieben.



Er könnte aber Pate gestanden haben bei dem, was «Die Terzenbrecher» aus Berlin bieten: feinen Humor, der sich nach einigem Nachdenken erschließt, gepaart mit exzellentem Gesang von fünf Leuten. Die waren am Sonnabend mit ihrem Programm «Im Zeichen des Reißwolfs» zu Gast im voll besetzten Saal des Landgasthofes «Zum grünen Strand der Spree» .

Unfreiwillig urkomisch
Eigentlich ist schon der Name ihres Ensembles, das seit 1989 in unveränderter Besetzung besteht, ein lustiger Schwindel. Die Terz – seit dem 16. Jahrhundert versteht die Musikwelt darunter den bestimmenden Intervall des Dreiklangs – wird hier von fünf lustigen Leuten dargeboten, die singen und Zwischentexte an den Mann oder die Frau bringen, die es in sich haben. Andererseits wollen die drei die Terz mit der Quinte – also den Fünfen – brechen, und wer an «Herzensbrecher» denkt, der liegt gar nicht so falsch.
In ihrem «Programm mit dem Reißwolf» kommt einiges zur Sprache, was im Alltag urkomisch ist und doch nicht so empfunden wird – weil es amtlich ist. Der Bassist des Ensembles Gert Hellwig zitierte original aus den Beförderungsbedingungen der Deutschen Bahn. Sie unterscheiden zwischen dem hundertprozentigen Zahler mit Bahncard und den schnorrenden Mitfahrern, die werktags wohl, freitags nicht, am Wochenende vielleicht und nachts nur bei günstigem Luftdruck einsteigen dürfen. Man muss das nur mit Betonung lesen, um die unfreiwillige amtliche Komik zu verstehen. Der Reißwolf ist, so fand auch das Publikum, dafür eine gute Adresse.

Solist und Ensemble-Mensch
Die gekonnten Zwischentexte voller Selbst-Ironie standen in einem Programm des Ensembles, das qualitativ durchaus an die Tradition der legendären Comedian Harmonists anschließt, ohne kopieren zu wollen. Die fünf Berliner sind stimmlich a capella souverän. Jeder Einsatz kommt exakt. Jeder der Sänger – vom Countertenor Bernhard von Bruchhausen über die Tenöre Carsten Großeholz und Matthias Schneider, den Bass Gert Hellwig bis zum Bariton Reimar Westendorf, der viele der Arrangements besorgte – ist ein Klasse-Solist für sich, aber auch ein Ensemble-Mensch.
Da erklangen Beatles-Titel wie «Here, There And Everywhere» , das «Girl From Ipanema» mit dem wunderschönen Countertenor-Solo, Lieder im Stil der Comedian Harmonists wie «Hallo, was machst du heut’, Daisy» , Musical-Songs wie «Money, Money» oder das herrlich verruchte «Aber die Nora lässt mich nicht verkommen» . (In alten Aufnahmen ist die «Nora» vom «Nowak» ersetzt – aber was tat’s? Da sang das eine Sängerin.)
20 Lieder wurden mit Augenzwinkern und sichtlich-hörbarem Spaß dargeboten. Natürlich gingen die Fünf so nicht von der kleinen Bühne. Zu den drei Zugaben gehörten der Hit der Comedian Harmonists «Die schöne Isabella von Kastilien» und auch die Grönemeyer-Pa rodie «Männer» . Die Gäste kringelten sich von der ersten bis zur letzten Minute der Aufführung vor kultiviertem Vergnügen.

Kleine Form der großen Kunst
«Eine gute Saison war ,Klassik und Schlemmen’ in der schon elften Saison. Die Reihe hat sich etabliert. Es hat sich herum gesprochen, dass im Landgasthof die kleine Form der großen Kunst gepflegt wird. Unsere Gäste kommen aus der Region, aber auch aus Berlin» , resümierte Veranstalterin Anja Römer im RUNDSCHAU-Gespräch.
Es wird eine zwölfte Konzertreihe geben, die am 29. Oktober mit einem Kammerkonzert des Berliner Akanthus-Ensembles beginnen soll und bis Mitte März zu insgesamt fünf Veranstaltungen der Reihe «Klassik und Schlemmen» ins Landgasthaus einlädt. Außerdem werden vier Veranstaltungen innerhalb der Reihe «Jazz und Büffet» für die neue Spielzeit geplant. «Wer wann kommt, darüber reden wir gerade mit den Künstlern» , verriet Anja Römer. Man darf gespannt sein.

Detlev Simsch

14.02.2005 Lausitzer Rundschau


Cellharmoniker begeisterten erneut
Schlepziger Landgasthof lud zu «Klassik & Schlemmen» ein


«Klassik & Schlemmen» stand am Samstagabend auf dem Programm im Schlepziger Landgasthof

«Zum grünen Strand der Spree» . Anspruchsvolle Musik und fürstliche Speisen – das ist seit zehn Jahren das Konzept von Anja Römer.

Foto: Foto: A. Staindl
Die Berliner Cellharmoniker gastierten am Samstag im Schlepziger Landgasthof und begeisterten erneut.
Damit führt sie den Landgasthof erfolgreich über die Wintermonate.

«Ausgezeichnete» Musiker
Die Berliner Cellharmoniker gehören zu ihren Stammmusikern. Seit 1994 gibt es das Quartett, inzwischen national und international ausgezeichnet. Mit ihren Konzerten begeistern die vier jungen Männer weltweit. Das war am Samstag in Schlepzig nicht anders. Ihre eigenwillige Mischung aus Unterhaltungsmusik, Avantgarde und Klassik muss sich auch im Spreewald herumgesprochen haben.
«Etwa 40 Plätze waren vorbestellt, weitere Gäste kamen spontan» , sagte Anja Römer und freute sich über die gute Resonanz. Zusätzliche Stühle mussten in den Saal geschafft werden, der, nur spärlich beleuchtet, dass passende Ambiente für die Cellharmoniker bot.
«Wir sind bestrebt, hier nie das gleiche Konzert zweimal zu bieten. So ehrgeizig sind wir dann schon» , erklärten die Künstler zu Beginn. David Drost, Alexander Kahl, Andreas Kipp und Rouven Schirmer wurden an Berliner Musikhochschulen ausgebildet. Ihr Repertoire reicht von Vivaldi bis Michael Jackson.
Sie haben eigene Arrangements von Filmmusiken und Schlagern ebenso drauf wie Originalwerke klassischer und zeitgenössischer Musik. Und sie ließen eigens für ihr Quartett Werke komponieren. Zum Beispiel von Friedrich Metzler, der ihnen ein Stück für vier Violoncelli schrieb, das sie in Schlepzig vortrugen. Metzler lebt nicht mehr. «Doch mit seiner Witwe sind wir in engem Kontakt» , gestanden die vier Musiker ihre Verbundenheit zum Komponisten.
Mit der Suite in D-Dur von David Funck stiegen sie in ihr Programm ein. Schon da gab es viel Beifall für die jungen Protagonisten. Ihnen gelingt der Spagat zwischen ernster und unterhaltsamer Musik. Sie zelebrierten die «Air» von Johann Sebastian Bach, ließen Georg Gershwins «The man I love» erklingen und spielten musikalisch mit den Gefühlen.
Sie setzten das Leben eines jungen Familienvaters in Musik um, musizierten von seinen Freuden und Leiden mit seinen Kindern, später auch von Bankern und Börsianern.
Das Experiment Jazz gelingt ihnen wie manches mehr. «Nur nicht aus Liebe weinen» stammt ebenso von Theo Mackeben wie «Mach mich glücklich» . Kaum hatten die Cellharmoniker diese Forderung umgesetzt, brauste anerkennender Beifall auf.

«Be my love» für Römers
Mit Herbert Grönemeyer wollten die Künstler eigentlich ihr Konzert beenden. Das Publikum hatte etwas dagegen, forderte eine Zugabe nach der anderen. «Wenn‘s Ihnen Spaß macht – uns auch.» Die vier jungen Männer ließen sich nicht lange bitten, warnten aber mit verschmitztem Lächeln: «Wir möchten uns ja nicht mit der Küche anlegen.»
Schließlich war das Gros der Gäste auch wegen der Schlemmerei in den Landgasthof gekommen. Die hausgemachte Terrine von Lachs, Zander und Flusskrebsen an Feldsalat mit einer leichten Knoblauchsoße wartete.
Als Hauptgang gab es Kalbsfilet mit Kräuterkruste auf Calvadosrahm, später eine leckere Nachspeise. Da hatten sich die Berliner Cellharmoniker längst mit «Be my love» – «dem Lieblingstitel der Hausherren» zu Ehren von Anja und Torsten Römer – von der Bühne verabschiedet.
Diese laden ihrerseits am 5. März zu «Jazz & Buffet» und am 19. März erneut zu «Klassik & Schlemmen» ein.

Andreas Staindl

22.03.2004 Lausitzer Rundschau
Große Gefühle in Musik
Akanthus-Ensemble beschloss Konzert-Reihe

Musik von Freunden erklang beim letzten Winterkonzert dieser Saison in der Reihe «Klassik & Schlemmen» im Landgasthof «Zum grünen Strand der Spree» . Das Akanthus-Ensemble Berlin sorgte für einen vollen Saal. Musikfreunde wollten Klavier-Quartetten lauschen – dem Nr. 3 in c-Moll von Johannes Brahms und dem in Es-Dur von Robert Schumann.

Akanthus Ensemble – das ist seit seiner Gründung 2001 ein Geheimtipp für originelle Interpretation von bekannten Werken und für Präsentation von Musik, die noch nicht sehr geläufig ist. Musiker des Deutschen Symphonieorchesters Berlin – am Samstag spielten Karsten Windt (Violine), Ori Kam (Viola), Mathias Donderer (Cello) sowie der Ensemble-Gründer Paul Rivinius (Klavier), Lehrer an der Universität der Künste Berlin – erfreuten mit einem musikalischen Wechselbad der Gefühle.
Johannes Brahms war Robert und Clara Schumann als musikalischer Schüler und Freund der Familie eng verbunden. Im Klavierquartett von Brahms, das über 15 Jahre ständig überarbeitet wurde und die platonische Zuneigung zu Clara Schumann ausdrückt, gab das Quartett als ein Stück im Stil des «Sturm und Dranges» . Wechselte der erste Satz zwischen lyrischen Passagen und dem energischen Thema, kam das Scherzo fast galoppierend daher, um schließlich im abschließenden Finale neben anderen melodischen Finessen auch Beethoven musikalisch zu zitieren: Klänge des «Schicksalsmotivs» aus dessen 5. Sinfonie sollten helfen, der seelischen Not von Brahms Ausdruck zu verleihen. Brahms schuf dieses Werk 1875 in seiner glücklichen Wiener Zeit auf dem Zenit seines Ruhmes.
Das im Herbst 1842 von Robert Schumanns komponierte Klavierquartett in Es-Dur ist das einzige seiner Art aus der Feder des Meisters. Mit Brahms gemeinsam hat es die Verehrung Beethovens – im ersten und vierten Satz gibt es Anlehnungen an Streichquartette des Großen der Wiener Klassik. Schumann schrieb leichte, aber nicht seichte Musik. So erkennt man im ersten Satz das musikalische Zitat des Chorals «Wer nur den lieben Gott lässt walten» . Schumann lässt damit künstlerisch persönliche psychische Probleme anklingen, ohne sentimental zu werden. Das Scherzo des zweiten Satzes zeichnet liebliche Elfen-Bilder und erinnert an Mendelssohn-Bartholdys romantische Kompositionen, um im Andante cantabile den Cellisten – was musikalisch ziemlich einmalig ist – zu bewegen, mitten im Konzert die tiefste Saite des Instrumentes um einen Ton herab zu stimmen, damit zum Schluss ein tiefer Orgel-Punkt gespielt werden kann. Mathias Doderer war Routinier und hatte auf offener Bühne damit kein Problem. Wie auch das Fugato im abschließenden Satz lebhaft und frisch daher kam – eben frühlingsgemäß. Dem Publikum gefiel die Interpretation beider Werke.
«Die Konzerte der Klassik-Reihe, aber auch der Jazz-Reihe waren prima besucht und machen uns Mut, das auch weiter zu führen» , freute sich Veranstalterin Anja Römer. Mehr als 60 Gäste füllten bei manchen Aufführungen den Saal oder das Brauhaus. Seit neun Jahren gibt es das Klassik-Angebot in den Herbst- und Wintermonaten. In der Saison 2003/04 war neben den Berlin Classic Players, der Harfenistin Simonetta Ginelli, den Berliner Cellharmonikern eben auch das Akanthus Ensemble gekommen. «Vor Jahren, als wir nach Schlepzig kamen, luden wir Freunde von der Hochschule der Künste Berlin ein. Die kamen gern, brachten Künstler mit, und so können wir attraktive musikalische Angebote machen. Auch in der kommenden Herbst-Winter-Saison» , versicherte Anja Römer. Konkretes wird im Sommer ausgehandelt. (-ds)



08.04.2004 Lausitzer Rundschau
«Jazz hat sich in Schlepzig etabliert»
Rückblick mit Anja Römer auf Veranstaltungsreihe

Mit einem musikalischen Feuerwerk sei am Samstag die «Jazz und Buffet» -Saison 2003/2004 in der Brauerei ausgeklungen, berichtete Veranstalterin Anja Römer der RUNDSCHAU über das Konzert der Gruppe «Ya Ka Scha» .


«Die Leute wären beinahe aufgesprungen und hätten mitgetanzt, wenn ausreichend Platz gewesen wäre.»
Die Veranstaltung sei ein toller Abschluss der Jazz-Reihe gewesen. Mit sehr positiven Gefühlen blicke sie zurück, so Anja Römer. Obwohl es die Reihe «Jazz und Buffet» seit fünf Jahren gebe, sei es die erste Saison gewesen, die durchgängig mit rund 50 Gästen pro Veranstaltung besucht gewesen sei. «Dies zeigt, dass sich Jazz in Schlepzig etabliert hat und gibt uns Mut, im nächsten Herbst und Winter daran anzuknüpfen.»
In besonderer Erinnerung seien ihr zwei Auftritte Im Februar und März geblieben. Pünktlich zum Konzert am Valentinstag sei das Klavier in der Brauerei gestimmt worden und hätte dann über Nacht einige Töne «verloren» . «Da mussten wir ganz kurzfristig mit 60 Gästen in den Landgasthof nebenan umziehen. Die meisten Besucher waren verständnisvoll.» Im März hätte den Musikern die große Bühne im Landgasthof so gut gefallen, dass sie lieber dort als in der Brauerei spielen wollten.
Ob Musiker oder Publikum, mittlerweile kämen viele immer wieder gern in den Ort im Unterspreewald, sagt Anja Römer. «Fast alle Musiker haben gleich nach den Auftritten nachgefragt, ob sie in der nächsten Saison wieder hier auftreten dürfen.» Im Juli/August werde sie sich für die Planung hinsetzen und ihre lange Kontaktliste durchgehen.
Noch etwas habe sich verändert, bemerkt Anja Römer. Das Publikum, welches in den Anfangsjahren eher aus dem Raum Berlin kam, setze sich jetzt meist aus Leuten aus der Region zusammen.
Wer bis zum Herbst nicht auf Jazz in Schlepzig verzichten möchte, kann am 1. Mai, zur Einweihung des Schlepziger Weidendoms hinter der Brauerei, unter anderem die Gruppe «Ya- Ka- Scha» noch einmal oder auch zum ersten Mal erleben. (ar)

01.11.2004 Lausitzer Rundschau
Fröhliche Spötter im Liebeslieder-Land

11. Winter-Konzertsaison in Schlepzig eröffnet

«Mir träumte wieder der alte Traum: Es war eine Nacht im Maie. Wir saßen unter dem Lindenbaum und schworen uns ewige Treue.» Ein Gedicht, vertont von André Asriel und von vielen Chansonniers gern gesungen, ließ erst stutzen, dann nachdenken und sich schließlich freuen: Heinrich Heine, der fröhliche Spötter, schrieb es, bevor er vom Liebchen in die Hand gebissen wurde. Das fand er zwar nicht so toll, aber doch so bemerkenswert, dass er es in eines seiner Liebesgedichte einfließen ließ. Dieses und vieles andere rund um das ewige Thema Liebe war am Sonnabend im Saal des Landgasthofes «Zum grünen Strand der Spree» zu hören.

 

Die Sopranistin Eleanor Forbes, sie hat als Schülerin der berühmten Elisabeth Grümmer wie auch als Opern-, Oratorien- und Liedsängerin und als Gesangs-Dozentin an der Berliner Hochschule für Musik «Hanns Eisler» besten Ruf, und Anita Rennert, als einfühlsame Gitarristin in etlichen europäischen Ländern als Solistin und Kammermusikerin sowie als Dozentin für Gitarre-Methodik an der Universität der Künste Berlin und der Fachhochschule Lausitz in Cottbus bekannt, gaben sich und dem Publikum im Saal des Gasthofes die Ehre. Nichts von akademisch-steifer Auffassung dieses heiteren Themas. Dafür aber Frische und Anrührendes die Menge, und das im Programm quer durch Europa und mit einem Gang durch musikalische Epochen.
Die Konzertreihe «Klassik und Schlemmen» , schon 1993 von Anja Römer initiiert und nun in der elften Saison, ist immer für künstlerische Überraschungen gut – so auch am Sonnabend. Die beiden Solistinnen hatten ein musikalisches Juwel mit nach Schlepzig gebracht: Georg Friedrich Händels einzige Komposition für Gitarre, und das als spanisches Liebeslied eines verschmähten Liebhabers.
Barock kann sehr modern klingen, weil das Thema auch heutzutage gilt – und das Publikum hatte seine Freude. Ebenso an den Klängen aus der englischen Renaissance auf Texte des Shakespeare-Zeitgenossen Ben Johnson «Liebe regt alle Sinne an» und «Komm, süße Liebe» ( «Come away, sweet love» ), und da war die geborene schottische Sopranistin und Absolventin des Royal College of Music London in ihrem heimatlichen Element.
Federico Garcia Lorca ist als bedeutender spanischer Dichter bekannt, aber wer weiß noch, dass er als Schüler Verdis und de Fallas gern komponierte? Auch im Musikalischen blieb er seinem Hauptthema, der spanischen Folklore, treu. Das National-Instrument Spaniens ist die Gitarre. Kommt kunstvoller Gesang hinzu, ist das ein bleibendes Erlebnis für Musikfreunde. Eleanor Forbes und Anita Rennert ließen drei Lieder Lorcas in ihrer volksnahen Schwermut voller Hoffnung erklingen.
Die Liebe war und ist allgegenwärtig. Das belegen Komponisten der Wiener Klassik wie Joseph Haydn mit seinem verschmitzten Liebesidyll von der «Zu späten Ankunft der Mutter» oder Mauro Giulianis «Abschied» , der schon Züge der romantischen Verklärung atmet. Liebeslieder aus Frankreich, die alte schottische Ballade «Jock o‘Hazeldean» auf einen Text von Sir Walter Scott, das schwedische «Über den Berg ist mein Liebster gezogen» oder deutsche Chansons von Eva Strittmatter mit der Musik von Joachim Schäfer «Vor einem Winter» rundeten eine vergnügliche Veranstaltung ab. (-ds)

Info zum Thema Klassik und Jazz
«Klassik und Schlemmen» in der elften Saison – das sind bis in den März noch vier weitere Veranstaltungen mit interessanten Ensembles aus Brandenburg und Berlin. Außerdem wird noch viermal zu «Jazz und Buffet» zwischen den «Klassikern» eingeladen. «Wir wollen gerade außerhalb der touristischen Hauptsaison Kulturangebote machen und auch Gäste für unser Haus begeistern» , so Anja Römer.

 

18.01.2005 Lausitzer Rundschau
«Holler & Wendel» begeisterten im Brauhaus
Gekonnte Interpretationen populärer Songs vor wenig Zuhörern in Schlepzig

Das Brauhaus in Schlepzig erwies sich Samstagabend als feinste Adresse. Dass das rustikale Ambiente seine Liebhaber hat, ist bekannt. Auch, dass im Winterhalbjahr die Wirtsleute Anja und Torsten Römer Musiker von Format als «Gästekatalysator» präsentieren, dürfte sich inzwischen herumgesprochen haben.

Foto: A. Staindl


Elke Holler und Thomas Wendel begeisterten am Samstagabend im Schlepziger Brauhaus. Das Berliner Duo überzeugte mit handgemachter Livemusik.
«Klassik & Schlemmen» im Landgasthof sowie «Jazz & Buffet» im Brauhaus laden auch in der kalten Jahreszeit in den Unterspreewald-Ort ein. Die Auswahl der Musiker ist immer für eine Überraschung gut, doch so groß wie diesmal dürfte diese selten ausgefallen sein. Holler und Wendel waren angekündigt, dazu die wenig erhellende Bemerkung, dass es nicht unbedingt Jazz ist, was dort mit zwei Gitarren und Gesang geboten wird.
«Ich hatte keine Ahnung, was uns erwartet, war einfach gespannt. Jetzt bin ich mehr als begeistert. Es war ein richtig toller Abend mit Livemusik vom Feinsten. Die beiden Musiker muss ich mir unbedingt merken. Sie heben sich angenehm von der üblichen Masse ab» , schwärmte Harald Hensel. Der Rosenthaler aus dem Amt Dahme war das erste Mal im Schlepziger Brauhaus. «Das rustikale Ambiente gefällt mir. Gut möglich, dass eine unserer nächsten Partys hier stattfindet.»
Elke Holler und Thomas Wendel hatten seinen guten Eindruck noch verstärkt. Seit 2000 spielt das Berliner Duo zusammen. Ihr Repertoire umfasst mehr als 50 Songs aus der Geschichte der populären Folk-, Rock- und Countrymusik. Santana, Beatles, Rolling Stones, Cat Stevens oder Roberta Flack sind nur einige weltbekannte Musiker, an die das Duo erinnert.
Holler und Wendel spielen die Stücke nicht einfach nur nach, sondern interpretieren sie eigenständig. Altbekannte Ohrwürmer erscheinen in völlig neuem Gewand. Beiden Musikern gelingt es, die Interpreten der Originalversionen fast vergessen zu machen. Zudem überzeugen sie mit hohem handwerklichem Niveau.
Ihre Spielfreude steckt an, überträgt sich leicht auf das Publikum. Leider war das nicht gerade zahlreich erschienen. Zu verlockend schienen wohl die Maskenbälle der Region.
«Wir hätten etwas verpasst, wenn wir das Duo nicht erlebt hätten» , sagt Rüdiger Holly begeistert. Er hat in der Frankfurter Allgemeinen (FAZ) vom Schlepziger Brauhaus gelesen und fühlte sich vom Bericht über die Römers angesprochen. «Für uns war schnell klar, dass wir uns gegenseitig zu Weihnachten ein Wochenende in dem idyllischen Ort schenken. Wie klasse die Musik wird, haben wir da noch nicht gewusst.»
Jetzt will Holly seinen Freunden und Bekannten im Rheinland davon berichten, was der Spreewald landschaftlich und kulturell zu bieten hat. Bei den beiden Musikern bedankte er sich persönlich und sparte dabei nicht mit Lob: «Wer sich an solch schwierige Stücke wie einige der Gehörten wagt, muss richtig was drauf haben.»
In der Tat präsentierten sich Samstagabend zwei Profis. Elke Holler stammt aus Thüringen, nahm sieben Jahre lang klassischen Gesangsunterricht an der Musikschule Jena. Sie trat in verschiedenen Formationen auf, lebt seit 1987 in Berlin und arbeitet dort auch als Musiklehrerin.
Thomas Wendel wurde in Bitterfeld geboren, steht seit seinem 15. Lebensjahr als Gitarrist auf der Bühne. 1985 machte er am Konservatorium in Zwickau seinen Abschluss als Berufsmusiker und spielte in zahlreichen Bands. Wendel arbeitete live und im Studio, etwa mit André Herzberg (Gruppe Pankow), Gerulf Pannach (Renft), Lutz Kerschowski, Dirk Michaelis, Pension Volkmann, Karat und anderen. Am Samstag wollte das Publikum ihn und seine Partnerin nicht einfach ziehen lassen. Mehrere Zugaben wurden gefordert. «Auch uns hat der Abend großen Spaß gemacht» , so Holler.

Von Andreas Staindl


Die Berliner Cellharmoniker

 

BERLINER CELLHARMONIKER
David Drost Stefan Heinemeyer Andreas Kipp Rouven Schirmer

Die Berliner Cellharmoniker wurden 1994 gegründet und bereits im darauf folgenden Jahr mit einem Bundespreis des Wettbewerbs "Jugend musiziert" ausgezeichnet. Mittlerweile ist das Ensemble u.a. Gewinner des Internationalen Kammermusikwettbewerbs "Charles Hennen" 1999 in den Niederlanden sowie des Internationalen Violoncello-Ensemble-Wettbewerbs in Beauvais 2001 und erhielt darüber hinaus den Spezialpreis "Dancing Angel" der EMCY, den Preis der Stadt Beauvais für die beste Interpretation des zeitgenössischen Werks sowie den Europäischen-Ensemble-Förderpreis der Kulturstiftung "Pro Europa". An diese Erfolge schlossen sich neben Rundfunk- und Fernsehaufnahmen Einladungen zu weiteren Konzerten auf renommierten Podien oder im Rahmen namhafter Musikfestivals wie z.B. dem Rheingau Musik Festival, den Ludwigsburger Schlossfestspielen oder den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern an.

Durch die Vielseitigkeit der ungewöhnlichen Besetzung gelingt es dem Ensemble, die Trennung zwischen ernster und unterhaltsamer Musik aufzuheben und sich dadurch neue musikalische Formen zu erschließen. So hat es sich bei zahlreichen Konzerten und Veranstaltungen im In- und Ausland nicht nur als klassisches Kammermusik- sondern auch als Unterhaltungsensemble präsentieren können. Dabei stehen speziell konzipierte Themenabende (Musical, 20er Jahre, Tango etc.) oder Konzerte für die Yehudi-Menuhin-Stiftung "Live Music Now" in sozialen Einrichtungen für die Berliner Cellharmoniker ebenso auf dem Programm wie Auftritte bei der Langen Nacht der Museen in Berlin, der Potsdamer Schlössernacht oder dem Crossover-Festival "Strings of Fire" im Leipziger Gewandhaus.

Die vier Cellisten sind Absolventen der beiden Berliner Musikhochschulen in den Klassen von Prof. Michael Sanderling und Prof. Wolfgang Boettcher und ergänzten ihre musikalische Ausbildung durch Meisterkurse, Kammermusikprojekte (Stiftung Villa Musica, Bundesauswahl Konzerte Junger Künstler etc.) und Akademien verschiedener Berliner Orchester u.a. der Berliner Philharmoniker. Darüber hinaus begleiteten Preise nationaler und internationaler Musikwettbewerbe und eine rege solistische Konzerttätigkeit ihren bisherigen Werdegang.

Das umfangreiche Repertoire der Berliner Cellharmoniker erstreckt sich von klassischen Werken über virtuose Salonstücke und Avantgarde bis hin zu eigenen Arrangements von Filmmusiken, Schlagern, Pop und Jazz. Die besonderen Bemühungen um die zeitgenössische Musik veranlassten darüber hinaus einige Komponisten, eigens Werke für das Ensemble zu komponieren.

Samstag 19.03.2005
Klassik & Schlemmen
Die Terzenbrecher zum Frühlingsanfang, was will man mehr!

Ein Kurzportrait

A-cappella-Gesang der feinen Art bieten die terzenbrecher aus Berlin. Fünfstimmig, ohne Klavier, aber mit viel Witz und Charme bringen sie Musik des 20. Jahrhunderts zu Gehör - von den legendären Comedian Harmonists über Rock, Pop, Jazz und Chanson bis zu eigenen Kompositionen.

"Es überzeugten die empfindlich ausgehorchten und manchmal traumhaft schönen Arrangements ebenso wie deren intonationssichere und homogene Interpretation." (die tageszeitung)

Das Ensemble besticht durch seine ausgefeilten Arrangements, seine vokale Kunstfertigkeit und durch die geistreiche Art der Darbietung, ob im Konzert oder im abendfüllenden Bühnenprogramm.

"Meine große Bewunderung für die Fähigkeit, ein so unglaublich vielfältiges Programm in solcher Perfektion stilsicher zu interpretieren. Das hat m.E. noch keine der vielen ‚Nachfolgegruppen' geschafft, wenn man einmal von den King's Singers absieht...", schrieb Prof. Peter Czada, der leider viel zu früh verstorbene Kenner und Archivar der Comedian Harmonists.

Das Repertoire umfaßt annähernd hundert Titel von der 20er Jahren bis heute. Ein Auswahl:
Comedian Harmonists: Auf Wiedersehen o Auf Wiederseh'n, mein Fräulein o Creole Love Call o Die Liebe kommt, die Liebe geht o Du bist nicht die Erste o Eine kleine Frühlingsweise o Guter Mond o Hallo, was machst du heut', Daisy o Hunderttausendmal o In der Bar zum Krokodil o Lebewohl, gute Reise o Liebling, mein Herz läßt dich grüßen o Mein kleiner grüner Kaktus o Ohne Dich o Onkel Bumba aus Kalumba o Puppenhochzeit o Scheinbar liebst du mich o Schöne Isabella von Kastilien o So ein Kuß kommt von allein o Stormy Weather o Veronika, der Lenz ist da o Wenn ich vergnügt bin
Aus Rock, Pop, Jazz, Chanson und Schlager: A Taste of Honey o Aber die Nora o Ade o Afrika o Angel Eyes o Birdland o Blackbird o Blues Brothers o Bodybuilder-Boogie o Bohemian Rhapsody o Calling You o Can't Buy Me Love o Die Präpositionen o Drive My Car o Eleanor Rigby o For No One o Got to Get You Into My Life o Here, There and Everywhere o I'm a Train o Ich brech die Herzen der stolzesten Frau'n o It Won't Be Long o Julia o Laß mich dein Badewasser schlürfen o Männer o Michelle o Money Money o Moon Over Bourbon Street o Mr. Sandman o New York o Oh, Donna Clara o Pata Pata o Short People o So Sorry, I Said o Story o Summertime o Sway o Texas Girl o Thank You o The Girl From Ipanema o They Just Got Married o Time After Time o Village Ghetto Land o When I'm Sixty Four und viele mehr

Das Ensemble besteht seit 1989 in unveränderter Besetzung:
Bernhard von Bruchhausen (countertenor), Carsten Großeholz (tenor), Matthias Schneider (tenor), Reimar Westendorf (bariton), Gert Hellwig (bass).

"In ihrem Programm überzeugen die Sänger gleichermaßen durch ihre ausdrucksstarken Stimmen. Kurzweilig ist der Abend aber gerade wegen der guten Mischung aus Slapstick, beißender Komik und Gesang." (DIE WELT)

Sechs Bühnenprogramme, Konzerte in Berlin, Bremen, Hamburg und anderen Städten vor allem im norddeutschen Raum, Auftritte bei Festivals, im Rundfunk und im Fernsehen haben die terzenbrecher einem breiten Publikum bekannt gemacht.
Zu hören ist das Quintett auch auf zwei CDs: "a cappella" (1997) und "rhapsodia infernale" (2001).