Lausitzer Rundschau
18.03.2010
Flottes Fagott spielt
in Schlepzig den Frühling herbei
Schlepzig Die vorletzte Veranstaltung
der Schlepziger Klassik-und-Schlemmen-Saison stand ganz
im Zeichen des Fagotts. Im Landgasthof spielte der Berliner
Fagottvirtuose Jörn Behrsing den ersehnten Frühling
herbei und frönte dabei auch seiner zweiten Leidenschaft,
dem Rezitieren von Literatur.

Fagottvirtuose Jörn Behrsing gab interessante
Einblicke in die Funktionsweise und Bedeutung seines
hölzernen Instrumentes. Foto: Jens Golombek
Zahlreiche Gäste
erlebten ein moderiertes Konzertprogramm mit Fagottstücken
aus internationaler und eigener Feder sowie ergänzende
Prosatexte und Instrumentvorstellungen. Forelle, Wels
und Kalb spielten die Hauptrollen im Schlemmerteil des
besinnlichen Abends.
Start mit Hummelflug
Das Fagott muss
nicht immer nur die Orchester-Basisfunktion bedienen,
sagte Behrsing, um mit Rimski-Korsakows Hummelflug
in den Abend zu starten. Von seinem Classic-Elektronik-Studio
begleitet, bewegte sich der Musiker zwischen Pop und
Prosa. Der Diplom-Kulturwissenschaftler der Literatur
stand zu dieser, seiner zweiten Passion. Seine Lieblingsautoren
habe er schon immer in seine Programme eingeflochten,
im Fall von Erich Kästner sogar in der Gestalt
musikunterlegter Rezitationen.
Da meine Hochschulfächer
Fagott, Geige, Schlagzeug und Klavier waren, ist es
für mich eine Selbstverständlichkeit, diese
Instrumente selbst einzuspielen, um sie hier auf der
Bühne abzurufen, erklärte Behrsing seine
elektronische Begleitmusik. Die elektronische
Musik soll nach meiner Philosophie den Musiker nicht
ersetzen. Er solle sich statt dessen dieser Unterstützung
bedienen. Seine anderen Programme würden beweisen,
dass er diesen Instrumenten in ihrer physikalischen
Form damit keineswegs abgeschworen habe.
Es war sehr unterhaltsam,
das Fagott mal als Instrument kennenzulernen, das auf
den Konzertbühnen selten solo zu hören ist,
beschrieb Detlef Jähns seine musikalischen Eindrücke.
Aber diese Elektronikgeschichte hat mich persönlich
nicht überzeugt. Da kommt mit einem realen Begleitmusiker
mehr Atmosphäre herüber. Dennoch wolle
er auf keinen Fall die nächste und letzte Klassik-Veranstaltung
versäumen.
Ende der Reihe
Mit dem Frühling
kündigt sich auch das Ende unserer dreimonatigen
Reihe an, denn im Sommer haben wir einfach nicht die
Ruhe und die Muße, diese Musik genießen
zu können, sagte Gastgeberin Anja Römer.
Aber ich verspreche schon jetzt, dass es im Oktober
wieder weiter geht. Mit dem Säbeltanz von
Aram Chatschaturian klang der Fagott-Abend musikalisch
aus.
Am 27. März findet
das letzte Konzert der diesjährigen Klassik-und-Schlemmen-Reihe
in Schlepzig statt. Pianist Rainer Roos, die Violinisten
Bettina Hartl und Marco Reiss sowie der Sänger
Alejandro Briglia werden einen Tango-Abend gestalten.
Jens Golombek
Lausitzer Rundschau
22.02.2010
Übermut und Harmonien
in Schlepziger Konzert
Schlepzig Es gab vor Johann Sebastian
Bach doch hörenswerte Musik. Den Beweis dafür
haben zwei Musiker von Format am Samstag im Rahmen von
Klassik und Schlemmen in Schlepzig angetreten.

Martina Feldmann mit Blockflöten und ihr Mann Professor
Rainer Feldmann mit der Laute haben am Samstag zahlreiche
Musikfreunde im Schlepziger Landgasthof vergnüglich
in die musikalische Zeit des Frühbarock versetzt
und verzaubert. Foto: -ds
Martina und Professor Rainer Feldmann aus Berlin boten
im Landgasthofes La Follia an und
das heißt ins Deutsche übersetzt nichts anderes
als Übermut.
Natürlich gingen
die Konzertbesucher im gut besuchten Saal bei frühbarocken
Klängen vor lauter Übermut nicht über
Tisch und Bänke. Aber sie haben in etwa anderthalb
Stunden guter Musik gelernt, dass die Musik von Johann
Sebastian Bach, Georg Friedrich Händel und deren
namhaften Nachfolgern in den Komponisten-Almanachen
auf Wissen von ebensolchen Könnern in Sachen Musik
aus etlichen Ländern Europas beruht. Genau dies
wollten Martina Feldmann mit verschiedenen Blockflöten
und Professor Rainer Feldmann an der Laute zeigen.
Überhaupt nicht
verstaubt
Glauben sie uns:
Ältere Musik ist überhaupt nicht verstaubt.
Sie wurde von Menschen voller Lebensfreude erdacht und
gespielt. So wollen wir das heute auch für Sie
tun, versprach Rainer Feldmann gleich zum Beginn
des kurzweiligen Ereignisses. Eine Sonate von Antonio
Vivaldi zum Einstieg in diese Musik, die vor mehr als
300 Jahren erstmals zu hören gewesen sein mag,
zeigte Optimismus mit Lauten-Klängen und hellen
Flöten-Tönen. Kein Wunder, denn Vivaldi
soll auch ein fröhlicher Mensch gewesen sein,
kommentierte der Lautenist.
Arcangelo Corelli, berühmter
Kirchenmusiker im Rom seiner Zeit, steuerte mit seinem
Werk La Follia den Namen zum Programm ebenso
bei wie ein kleines Musik-Feuerwerk mit eher zarten
Instrumenten. Er verwendete ein liedhaftes und seinerzeit
beliebtes musikalisches Thema aus Spanien und schuf
daraus 23 Variationen höchst unterschiedlicher,
aber immer kunstvoller Art. Die beiden Feldmanns spielten
so, dass ihren Zuhörern fast der Atem stockte.
Das mündete schließlich in einen kräftigen
Beifall.
Vorfreude auf den Frühling
Auch als Solisten hatten
beide Kostbarkeiten parat. Flötistin Martina Feldmann
brachte ihrem Publikum den niederländischen Komponisten
Jacob van Eyck zunächst mit einem Soldaten-Lied
und dessen raschen Umspielungen nahe. Dem folgte gewissermaßen
als Vorfreude auf den Frühling das furios gespielte
Lied von der Engels-Nachtigall. Beides ist
im Spreewald so wohl sicher noch nicht zu hören
gewesen.
Rainer Feldmann entführte
seine Hörer mit der Laute und der d-Moll-Tanzsuite
von Robert de Visee an den Hof des französischen
Sonnenkönigs Ludwig XIV. De Visee durfte
dem König zum Nachtmahl aufspielen und genoss daher
eine gehobene Stellung am Hofe, gab der Lautenist
Informationen für diese Klänge, die in Schlepzig
sicher auch eine Premiere gewesen sind.
Die C-Dur-Sonate von Georg Philipp Telemann als einzigem
deutschen Komponisten in diesem Programm der Entdeckungen
in der europäischen Musikliteratur des frühen
Barock sollte der fröhliche Abschluss des Konzerts
werden. Das Publikum erbat sich mit herzlichem Beifall
zwei Sätze aus einer Sonate des frühbarocken
italienischen Komponisten Benedetto Marcello als Zugaben.
Detlef Simsch
Südstaatenreise
mit Musik und Köstlichkeiten
Im Rahmen der Jazz&Buffet-Konzertreihe
im Brauhaus der Schlepziger Privatbrauerei boten die
Veranstalter am Samstagabend Urgesteine dieser Musikrichtung
auf. Küchenchefin Sabine Stelldinger schloss sich
dem ausgegebenen Motto an und hatte ihren Buffet-Part
der Veranstaltung ebenfalls in die amerikanischen Südstaaten
ausgerichtet.

Die Sir Gusche Band bezeichnet sich ganz selbstbewusst
als Berlins bekannteste Jazzband. Seit 1961
besteht die Formation und ist damit nach deren Angaben
auch noch die dienstälteste Jazzband der Hauptstadt.
Gusche ist der Spitzname ihres Gründers
Klaus Beyersdorff.
Schon kurz nach ihrer Gründung nahm die Band an
vielen deutschen und internationalen Jazzfestivals mit
großen Erfolgen teil. 1967 erhielten drei Bandmitglieder
im Geburtsort des Jazz sogar die Ehrenbürgerschaft
der Stadt New Orleans. Bis heute besuchen wir
immer wieder New Orleans um uns dort musikalische Inspirationen
zu holen, berichtete Klaus Beyersdorff.
Mit "Ice Cream - live" und "STILL WALKING"
hat die Band aktuell sogar zwei CD's im Verkauf, noch
einmal zehn Alben in der Diskografie.
Musikalisch bewegte sich der Schlepziger Jazz&Buffet-Abend
im Stil des New Orleans Revival Jazz. Um die Bourbon-Street
hoch und runter zu spielen hatten die Musiker eine ganze
Armada unterschiedlicher Dämpfer für Posaune
und Trompete aufgefahren.
Nicht nur bei den neueren Stücken aus
den 40'er Jahren bekam jeder Musiker Gelegenheiten für
ausgiebige Soli.
Während des mehr als dreistündigen Auftritts
gönnten sich die Herren dem fortgeschrittenen Alter
geschuldet mehrere kurze Pausen, entschädigten
aber im Verlauf des Abends mit hör- und sichtbar
steigender Spielfreude.
Es ist ja momentan chic, sich den Frühling
herbei zu sehnen verkündete Claudia Futter
vor dem Nachhauseweg. Wenn ich aber bedenke, dass
mit dem April auch das Ende dieser bisher wunderbaren
Konzertsaison in diesem Räumen bedeutet, möchte
ich offen dagegen protestieren.
Schon am 6. Februar wird in Schlepzig weiter gejazzt.
Die vier Musiker von Mo' Blow gehören
zwar einer deutlich jüngeren Generation an, haben
aber schon als Doppelsieger des Jazz&Blues Award
2008 als Spitzenband auf sich aufmerksam gemacht. Dieser
Abend könnte zum Höhepunkt unserer Jazz-Konzert
avancieren, zeigte sich Gastgeber Dr. Torsten
Römer überzeugt.
Trompeter Joachim König
Bandgründer und Klarinettist Klaus "Gusche"
Beyersdorff
Posaunist Sören Pehrs
Bassist Tilo Wedell
Banjo Oliver Künzel
Drummer Reiner Ahrens

Jens Golombek
Lausitzer Rundschau
14.01.2010
Ron Spielman verwandelt
Brauhaus in eine Tanzfläche
Schlepzig Der Berliner Gitarrenvirtuose
Ron Spielman hat bei der jüngsten Auflage von Jazz
und Buffet mit Unterstützung von Jan Eckelmann
und Björn Werra das Schlepziger Brauhaus gerockt.
Wir haben kein festes Programm, gestalten es heute
einfach frei, entschuldigte Spielman den Stuhl
voller Notenblätter an seinem Mikrofonständer.
Brauhaus Schlepzig
Ron Spielman, Jan Eckelmann und Björn Werra brachten
die Tanzfläche im Brauhaus zum Beben.
Nach einem ruhigen Einstieg verwandelte sich die Empore
während des dreistündigen Konzerts in eine
von den Gästen regelrecht gestürmte Tanzfläche.
Der Musiker staunte,
dass so viele Menschen hier sind. Denn unsere
Anreise war heftig. Die Heizung im Auto funktioniert
nicht, wir hatten platte Reifen und konnten die Schneeketten
nicht aufziehen.
Dennoch sei Ron Spielman
wieder gern in das Brauhaus im Spreewald gekommen. Ich
bin froh, dass er hier spielt, weil er einfach gut ist,
sagte Veranstalter Torsten Römer. Und wenn
man sich diese tanzende Meute ansieht, muss man gar
nicht mehr dazu sagen.
Musikalisch geht es
in Schlepzig am Sonnabend, dem 16. Januar, weiter. Brasilianische
Klänge des Choros, einer populären
jazzigen Musik Südamerikas, werden ab 18 Uhr im
Landgasthof Zum grünen Strand der Spree
zu hören sein. Mit diesem Konzert voller ungewöhnlicher
Klänge wird die Serie Klassik und Schlemmen
fortgesetzt.
Der Choro
entstand in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts
in Brasilien als Variante europäischer Tänze
wie Polka, Mazurka, Walzer und Habanera mit landestypischem
Flair. Das Quarteto Ideal aus Berlin will
diese spezielle Musik mit Gitarre, Flöten, der
selten gespielten Ophicleide und Schlaginstrumenten
in Schlepzig erklingen lassen. Im Brauhaus wird zwei
Wochen später mit der Sir Gusche Band
ein Dixieland-Urgestein erwartet.
jgk/-ds
Lausitzer Rundschau
07.12.2009
Frohes-Fest-Kitsch auf
die Schippe genommen
Schlepzig: Was mag dabei
herauskommen, wenn vier angeblich angeheiterte Schauspieler
und Musiker mit Bierseideln in der Hand darüber
laut nachdenken, wieso Weihnachten eigentlich jedes
Jahr um diese Zeit stattfindet? Ebenso schwierig
kann die Weihnachtsbescherung werden, wenn statt des
einen Weihnachtsmannes gleich drei und dann noch der
Erzengel Gabriel als Zugabe erscheinen.

Einen satirischen Blick auf die Weihnachtszeit vermittelten
Matthias Witting, Hanna Petkoff, Eva Blum und Mirko
Böttcher (v.l.) in ihrem Programm am Samstag im
Schlepziger Landgasthof ihren Zuhörern. Sie konnten
sich über viel Beifall freuen. Foto: Detlef Simsch
Von diesen und anderen weihnachtlichen Katastrophen
haben die Schauspieler Hanna Petkoff, Eva Blum und Mirko
Böttcher gemeinsam mit ihrem Pianisten Matthias
Witting am Samstag im Schlepziger Landgasthof Zum
grünen Strand der Spree berichtet.
Diese Veranstaltung
in der Reihe Klassik und Schlemmen fiel
vergnüglich aus dem Rahmen. Die vier Künstler
aus Berlin sie wirken alle an Theater- und Fernsehproduktionen
mit und sind Zuschauern keine Unbekannten wollten
die schwülstige und kitschige Weihnachtsvorbereitung
satirisch auf die Schippe nehmen. Das ist ihnen in ihrem
gut 90 Minuten währenden Programm auch gelungen.
Wieso wird also Weihnachten
immer im Winter um diese Zeit gefeiert? Das Quartett
war sich zwar bewusst, dass das irgendwie mit
Maria und Josef zu tun haben müsse, aber
waren die das nicht, die Ärger mit dem Paradies
hatten? So richtig kamen alle vier nicht drauf. Außer,
dass der Herr Noah seine Arche für die vielen
Viecher bauen musste, weil es zu Weihnachten immer so
stark regnet. Die biblischen Geschichten wurden
bunt durcheinandergewürfelt bis man sich
schließlich salomonisch darauf einigte: Das
Weihnachtsfest ist eben eine Erinnerung an Weihnachten.
Diese Geschichte aus
der Feder von Robert Gernhardt machte nachdenkliches
Vergnügen, ebenso die Lesung von der Falle.
Ein gut situierter Familienvater aus Berlin-Dahlem heuert
vor dem weihnachtlichen Festmahl mit Geschäftsfreunden
einen studentischen Weihnachtsmann für seine Kinder
an. Der wird dann zum Weihnachtsmann-Umkleiden in die
Küche geschickt, entdeckt mit knurrendem Studenten-Magen
das Lukullische und telefoniert mit Mitstudenten. Er
bringt die elterlichen Auftraggeber mit der Weihnachtsmann-Billigung
der Sünden des Nachwuchses zunächst
zur Verzweiflung, um dann mit ebenfalls eingetroffenem
Knecht Ruprecht, dem Nikolaus und dann auch noch mit
einem männlichen Erzengel Gabriel die halbe Geschäfts
essen-Tafel zu plündern. Erst ein deftiges Handgeld
des Hausherren verabschiedet die weihnachtlichen Persönlichkeiten
vor dem Eintreffen der vermeintlich besseren Gesellschaft.
Das Quartett und Hanna
Petkoff (bekannt aus den Fernsehserien In aller
Freundschaft, dem Tatort oder Im
Namen des Gesetzes) bot in Lesungen, Liedern und
Szenen zwar Weihnachtliches, aber das ohne falsches
Pathos. Ihre Fassungen bekannter Weihnachtslieder erklangen
gewollt schaurig-schön. Aber sie erinnerten mit
Gedichten bekannter Lyriker ebenfalls daran, dass schon
jene in vorweihnachtlicher Zeit den kritischen Blick
nicht verloren so Bertolt Brecht, Hoffmann von
Fallersleben oder Hermann Hesse.
Ein Programm, das so
sicher nicht alltäglich ist. Die Gäste der
Veranstaltung genossen das zum überwiegenden Teil
und dankten mit Applaus.
Detlef Simsch
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Rezensionen
2009/10
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Musikalische Sprachbereicherung
erklingt in Schlepzig
Balletttänzerin,
Schauspielerin, Sängerin, das alles auch noch mit
ausgeprägtem flämischen Hintergrund. Katelijne
Philips-Lebon präsentierte in Schlepzig am Sonnabend
anrührende und emotionale flämische Lieder
und französische Chansons.
In ihrem Programm Rencontres (Begegnungen)
erlebten die Gäste einen witzigen, realistischen,
damit durch seine Aktualität auch sehr nachdenklichen
Chansonabend. Mit dem interessanten und bewegenden Programm
sorgte die Belgierin für einen künstlerisch
wertvollen und harmonischen Wochenausklang.
Eine lange Zeit war der Tanz die Nummer Eins in
meinem Leben. Erst sehr spät wuchs mein Interesse
für andere darstellerische Formen, gestand
die Künstlerin zurückblickend. Während
ich begann, an der Schauspielschule neue Ausdrücke
für meinen Körper zu finden, fand ich zurück
zu den Liedern der Kindheit und Jugend. Ich begann wieder
zu singen. Diese wunderbaren französischen Chansons
und flämischen Lieder waren plötzlich wieder
da.
Gemeinsam mit Freunden begann sie eigenen Programme
zu schreiben. Dabei bedeutet mir Gesang am meisten,
wenn ich selbst und das Publikum den eigenen Ton zu
spüren bekommen. Und genau dieser Ton entspringt
vor allem den persönlichen Erfahrungen, den Gefühlen,
den Bildern auf der Straße, also dem eigenen Leben.
Musikalisch und stimmungsvoll geht es in Schlepzig mit
Klassik & Schlemmen am 5. Dezember 2009 weiter.
Hanna Petkoff, Eva Blum, Mirko Böttcher und Matthias
Witting rezitieren Gedichten und Liedern in szenischer
Lesung. O schöne herrliche Weihnachtszeit,
was bringst du Lust und Fröhlichkeit steht
als Motto fest.
Der Brauhaus-Jazz pausiert dagegen über die Vorweihnachtszeit
bis 2010. Erst am 9. Januar 2010 rocken Ron Spielman,
Jan Eckelmann und Björn Werra das Buffet.

Foto: Jens Golombek
Matthias Baumhof, der
sich bei Produktion und Komposition internationaler
Festivals und Musicals wie Mamma Mia und Phantom der
Oper einen Namen machte, begleitete Katelijne Philips-Lebon
am Klavier.
Lausitzer Rundschau
23.11.2009
Alte Wache
verwandelt Schlepzig in Dixieland
Schlepzig: Mit mehr als 100 Gästen
hat sich die Alte Wache aus Potsdam bei
ihrem Gastspiel in der Schlepziger Privatbrauerei als
Publikumsmagnet erwiesen. Bei der Jazz und Buffet-Reihe
stiegen sie mit einer Jam-Session samt Vorstellung der
Musiker in eine stimmungsvolle Musiknacht ein.
Die Band Alte Wache aus Potsdam be ihrem
Auftritt: Jobst Illing (Klarinette), Helmuth Feibicke
(Tuba), Mark Altschuller (Trompete), Detlef Czopp (Schlagzeug),
Gunnar Beetz (Banjo) und Dieter Ristau (Posaune, v.l.n.r.).
Fotos: Jens Golombek
Die Dixieland- und Swingband, benannt nach der alten
Stadtwache in Potsdam, gibt es seit über 20 Jahren.
Am Samstagabend spielten die reifen Herren mit ihrem
Dixieland die legendäre Bourbon Street in New Orleans
rauf und runter.
Kennern fiel sofort
auf, dass Trompeter und Bandchef Erhard Pannek durch
Mark Altschuller ersetzt worden war. Unser Erhard
befindet sich momentan nach einer Operation in der Reha,
um ab Januar wieder voll mitspielen zu können,
berichtete Posaunist Dieter Ristau. In unserem
Alter muss auch mit Ausfällen gerechnet werden.
Bei ihrem letzten Schlepziger Besuch im Sommer hatten
die Musiker nach einer sehr lustigen Kahnfahrt
im Brauereihof unter dem großem Baum gespielt,
so Dieter Ristau. Das vergessen wir nie.
Da bei der Konzertreihe
das Schlemmen dazu gehört, hatte Küchenchefin
Sabine Stelldinger auch diesmal ein großes Buffet
arrangiert. Für so einen Abend fangen wir
bereits mittags mit den Vorbereitungen an. Da werden
Kartoffeln geschält, Salate vorbereitet, der Teig
für den Holzbackofen angerührt, berichtete
sie. Neben Fisch, Hühnchen und Aufläufen bot
das Team um Sabine Stelldinger gefüllte Schweinsrouladen
und Spreewälder Hirschbraten an. Ob das Essen den
Geschmack der Kundschaft trifft, erfährt die Küchenchefin
sofort. Am Buffet-Tisch geben mir viele Gäste
gleich eine Rückmeldung.
Neben der Jazz
und Buffet-Reihe gibt es noch die Klassik
und Schlemmen-Konzerte im angeschlossenen Landgasthof.
Stelldinger hat keinen klaren Favoriten. Beide
Veranstaltungsreihen haben ihren eigenen Charme, jede
auf ihre Art, sagte sie. Aber in der Brauerei
ist der Kontakt mit den Gästen intensiver.
Die Gäste zeigten
sich von der Kombination aus Jazz-Musik hören und
dabei Essen beim Alte Wache-Konzert begeistert.
Ich werde langsam süchtig nach dieser Veranstaltung,
erzählte Anne-Kathrin Rhode. Die Karten reserviere
ich immer so früh wie möglich.
Nachdem die Musiker
der Alten Wache die Musiksüchtigen
bereits drei Stunden lang mit Live-Musik versorgt hatten,
ließen sie sich sogar noch zu einer Zugabe überreden.
Mit einem Auftritt von
Katelijne Philips-Lebon geht es am kommenden Samstag
in Schlepzig weiter. Sie singt ab 19 Uhr flämische
Lieder und französische Chansons.
J. Golombek
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Rezensionen
2009/10
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Lausitzer Rundschau
12.11.2009
Haarsträubendes
bei guter Gurken-Musik in Schlepzig
Schlepzig Mozart hat gern Spreewälder
Gurken gegessen. Pachelbel war mit einem Kahn im Spreewald
verschollen.
Noten auf dem Bühnenboden, aber gut gelaunte Musiker
des Jupiter-Quartetts mit Wolfram Korr (l.),
Angelika Mauruschat, Igor Budinstein und Anna Korr.
Ihr musikalischer Abend Klassik goes Gurken
in Schlepzig war sowohl abenteuerlich wie ein bisschen
chaotisch, aber musikalisch ein Vergnügen für
die Zuhörer. Foto: -ds
Und der Moon-River heißt in Wirklichkeit
Spree. Das sind Erkenntnisse eines gestandenen
Musikers, der Wolfram Korr heißt. Der leitet das
Jupiter-Quartett und ist mit seinen Musikern
zum Konzert im Landgasthof Zum grünen Strand
der Spree gewesen und das hatte es in sich.

Nonsense mit Musik
Klassik goes Gurken
so neudeutsch hatte Wolfram Korr auf die Programmzettel
des Abends schreiben lassen. So schräg wie die
Idee, dass klassische Musik auf Spreewälder Gurken
treffen könnte, war der Gedanke von Korr aber nicht.
Er hält in seinen Programm-Ideen und seinen Moderationen
viel von dem Grundsatz: Was wäre, wenn
und das hätte doch auch sein können, selbst
wenn es nicht stimmt! Und das alles wird gemixt
mit Musik von vier Musikern, die ihre Kunst verstehen
und Sinn für fröhlichen Nonsens haben. Das
Vergnügen an dieser Mixtur hatten die Gäste
dieser Veranstaltung in der Schlepziger Konzertreihe
Klassik und Schlemmen.
Wolfram Korr als musikalischer
Könner an der ersten Violine hatte seine Mitstreiter
mit einer seiner originellen Ideen angesteckt. Angelika
Mauruschat (zweite Violine), Igor Budinstein (Bratsche)
sowie Korrs Ehefrau und musikalische Partnerin Anna
am Violoncello machten den Spaß mit hörbarem
Vergnügen am Musizieren gern mit.
Johannes Brahms war
1870 im Spreewald, hörte die sorbische Tanzmusik
und schon fielen ihm Motive für seine Ungarischen
Tänze ein so eine der abenteuerlichen Exkurse
in die Musikgeschichte von Wolfram Korr. Dem folgte
prompt der Ungarische Tanz Nummer 4 in Streichquartett-Fassung
und so gespielt, als wären die Furien hinter den
Musikern her. Und Mozart hätte morgens manchmal
nach durchzechter Nacht eine Spreewälder Gurke
zu schätzen gewusst, worauf ihm auch die Kleine
Nachtmusik eingefallen sei, wusste
Korr auch. Um gleich den ersten fröhlichen Satz
dieses Werkes mit seinem Ensemble zu spielen.
Moon River
im Spreewald
So hangelte sich der
Moderator durch das bunte Programm, in dem auch die
Barcarole aus Offenbachs Hoffmanns
Erzählungen als Gurkarole nicht
fehlte. Henry Mancinis Moon River sei vom
Meister eigentlich auf die Spree gemünzt, sagte
Korr mit treuem Augenaufschlag. Und die Filmtitel-Melodie
von Lovestory spiele natürlich nicht
in Afrika, sondern im Spreewald: Das ist doch
der Klang der gleitenden Kähne und der Spreewellen,
der zu hören ist, gab Korr seinen Zuhörern
mit auf den Weg.
Nonsens in Worten, aber
gekonnt gespielte Musik des Streichquartetts
das ist dieses kurzweilige Konzert gewesen. Das Vergnügen
haben die Zuhörer gehabt, aber die Musiker sichtlich
auch. -ds
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Rezensionen
2009/10
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Lausitzer Rundschau
2.11.2009
In Schlepzig wird wieder
gejazzt
Die Jazz & Buffet-Konzertreihe
in Schlepzig hat sich aus der Sommerpause zurückgemeldet:
Die Berliner Musiker von My Flexible Friends spielten
im Brauhaus sparsam arrangierten, klassischen Jazz.
Einen glänzenden Start legte die Jazz &
Buffet-Konzertreihe im Schlepziger Brauhaus am
Samstagabend hin. Rund 50 Gäste widerstanden den
diversen Halloween-Partys an diesem Tag und genossen
zu kulinarischen Köstlichkeiten die handgemachte
Musik der Berliner Jazz-Band My Flexible Friends.
Seit zehn Jahren zusammen
Sängerin Birgit
Breuer zählte den ersten Takt der neuen Saison
nach der Sommerpause an. Seit zehn Jahren macht sie
gemeinsam mit dem Bassisten Andreas Brzezinski Musik
unter dem Namen My Flexible Friends. Schlagzeuger Peter
Sandmann und Pianist Borries Schlüter ergänzten
später die Formation.
Die Künstler präsentierten
in Schlepzig eine Auswahl aus ihren drei bisher erschienenen
Studioalben. Mit ihren sparsam arrangierten, klassischen
Jazz-Songs pflegen sie einen sehr eigenen Stil.
Heute Abend wurde,
wie angekündigt, alles zwischen Jazz- und Pop-Musik
geboten, sagte Ina Henschelchen aus Schönwalde
nach dem Konzert. Die jazzfreie Zeit hat nun endlich
ein Ende, und ich bin wieder regelmäßig verabredet.
Mir persönlich
war der Gesang von Birgit Breuer zu dominierend,
kritisierte Gerd Henschelchen. Aber vielleicht
muss sich mein Gehör auch erst wieder einstellen,
scherzte er. Dennoch war es ein sehr gemütlicher
Abend, der Lust auf mehr macht.
Ein gelungener
Start
Diese Veranstaltungen
sind doch das Schönste an der kühlen Jahreszeit,
so Gastgeberin Anja Römer. Ich denke mit
diesem Konzert haben wir einen gelungenen Start für
die Fortführung unserer Musikreihe erlebt.
Beim nächsten Jazz
& Buffet im Schlepziger Brauhaus am 21. November
spielen die Dixieland-Musiker von Alte Wache.
Von Jens Golombek
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Rezensionen
2009/10
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Lausitzer Rundschau
19.10.2009
Saitenweise Musikfreude
mit Berliner Cellharmonikern
Schlepzig Einen gelungenen Frühstart
in die Saison 2009/2010 von Klassik und Schlemmen
im Schlepziger Landgasthof Zum grünen Strand
der Spree hat es am Samstag gegeben vor
gut gefülltem Haus. Die Berliner Cellharmoniker
haben als Magnet für viele Musikfreunde gewirkt,
und ihr Programm über gute 80 Minuten brachte viele
Überraschungen.

Sie sorgten in Schlepzig bei Klassik und Schlemmen
für Furore: die Berliner Cellharmoniker mit David
Drost, Alexander Kahl, Andreas Kipp und Rouven Schirmer.
Foto: PR Berliner Cellharmoniker / Schultze
Ursprünglich
sollte es am 7. November den Start in die diesjährige
Saison geben, aber die Cellharmoniker hatten für
uns nur diesen Termin im Oktober frei, so Konzert-Veranstalterin
Anja Römer auf RUNDSCHAU-Nachfrage. Also
haben wir früher angefangen. Dieses Ensemble
mit inzwischen internationalem Renommee, das schon seit
1996 des öfteren in der Schlepziger Konzertreihe
zu Gast gewesen war, wollten Gastgeber und das Publikum
wieder erleben.
Die vier Cellisten wurden
an Berliner Musikhochschulen ausgebildet, weitergebildet
in den Konzertakademien des Berliner Rundfunk-Sinfonieorchesters
oder der Berliner Philharmoniker und sind Gewinner namhafter
Wettbewerbe der Kammermusik. Sie erinnern sich nach
Worten ihres Sprechers Rouven Schirmer gern an die Begegnungen
mit Musik in Schlepzig und dem Publikum in fast intimer
Atmosphäre. Am Samstag lauschten etwas mehr als
30 Gäste den Cellisten David Drost, Alexander Kahl,
Andreas Kipp und Rouven Schirmer. Das Programm hatte
es in sich und in der Auswahl seinen Witz.
Seltenes Hörerlebnis
Bachs sechstes Brandenburgisches
Konzert ist an sich schon ein Ohrwurm und
das einprägsame beschwingte Allegro als Abschluss-Satz
ohnehin. Aber selbst ein häufiger Konzertbesucher
wird in einer solch lupenrein und einfühlsamen
Cello-Interpretation in ungewöhnlichem Arrangement
wie selten gehört haben. Die vier jungen Musiker
aber setzten dem noch eins drauf mit zwei musikalisch
ganz anders als Bach zu hörenden Cello-Werken des
belgischen Komponisten Joseph Jongen aus dem 20. Jahrhundert.
Die waren teils elegisch, teils beschwingt und quicklebendig
zu hören und für viele Zuhörer ein Wissenszuwachs,
ist Jongens Musik doch heute nur noch selten im Programm.
Nicht nur Barockes
Die Berliner Cellharmoniker
können Barockes, aber auch Jazz und Swing. Das
wollten sie im weiteren Verlauf ihres Programms beweisen,
und so spielten sie in Arrangements ihres Ensemble-Mitgliedes
Andreas Kipp fröhlich und scheinbar unbekümmert
Legenden wie Duke Ellingtons It don´t mean
a thing oder den legendären Meple Leaf
Rag von Scott Joplin. Und dabei wippte so mancher
Fuß von Hörern im Takt mit.
In Schlepzig zu
sein, ohne einen Tango im Programm zu haben, das wäre
nicht gut, kündigte Rouven Schirmer Oblivion
(auf deutsch etwa Versunkenheit) von Astor
Piazzolla an. Diesen wenig bekannten Tango spielten
die vier Musiker als elegische, in sich gekehrte Melodie
so recht passend zum herbstlich-nebligen Wetter
im abendlichen Unterspreewald.
Mit einem Feuerwerk
in Musik setzten die Cellisten den Schlusspunkt des
Konzertes: Moment For Morricone heißt
ein Potpourri bekannter Filmmelodien des legendären
Komponisten. Doch damit gab sich das Publikum nicht
zufrieden und erklatschte sich drei Zugaben, darunter
die zärtlich gespielte Melodie Moon River
von Henry Mancini aus dem Film Frühstück
bei Tiffany. -ds
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Rezensionen
2008/9
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31.3.2009 Lausitzer
Rundschau
Rüstige Band macht
in Schlepzig jazz-süchtig
Sieben Jazzmusiker, alle schon eine deutliche
Sieben an erster Stelle im Lebensalter, haben dem Schlepziger
Brauhaus am Samstagabend 30er-Jahre-Atmosphäre
verschafft. Damit beendeten sie die Saison 2008/2009
der Reihe Jazz und Buffet.

Foto: Jens Golombek
Mit der Jazz-Family Berlin hatten die Veranstalter
für die mehr als 100 Gäste wieder Musiker
der Extraklasse im Angebot. Das musste sich im Vorfeld
herumgesprochen haben. Mein Mann wollte mir gar
nicht glauben, wie viele Anmeldungen wir für den
heutigen Abend hatten, berichtete Wirtin Anja
Römer.
Sie gestand auch: Ich
war heute Abend richtig erschrocken, als ich merkte,
dass ich einige der Musiker schon vor 30 Jahren in Berliner
Jazzkneipen wie der ,Eierschale' erlebt hatte. Da merkt
man, wie die Zeit vergangen ist.
Im Herbst 1974 trafen
sich erfahrene Musiker aus verschiedenen Berliner Jazz-
und Swingbands zu einer Session. Nach einem ersten gemeinsamen
Auftritt beschlossen Klaus Sörensen, Wolfgang Krüger
und fünf weitere Männer, weiterhin gemeinsam
zu musizieren. Wegen der guten privaten Kontakte untereinander
nannte sich die Band dann Jazz-Family Berlin
und spielt bis heute in fast unveränderter Besetzung.
Die Kapelle bevorzugte
schon immer den New-Orleans-Stil. In ihrem Repertoire
finden sich Stücke von Louis Armstrong, Duke Ellington,
Sam Morgan, King Oliver oder Bennie Moten. Die Jazz
Family wird regelmäßig zu Jazzfestivals
eingeladen und ist offizieller Teilnehmer beim Dresdner
Dixielandfestival.
Die rüstige Familie
war schon am frühen Morgen in Schlepzig erschienen
und hatte vor ihrem Auftritt einen gemeinsamen Urlaubstag
verbracht, um sich für das Konzert in Stimmung
zu bringen. Ich kam 1958 durch ein Louis-Armstrong-Konzert
zum Jazz, erzählte Sänger Dieter Hillbricht.
Vor meinem Einstieg in die Family' spielte
ich bei fünf Jazz-Bands Kornett. Heute geben wir
Stücke ab 1923 bis in die 30er-Jahre zum Besten.
Aber ich suche nur die sehr melodiösen Lieder aus.
Nach dem Ausstieg aus dem Berufsmusikerleben habe die
Gruppe jetzt mehr Zeit, besonders schwierige Stücke
einzustudieren. Denn wir sind alle mit Herzblut
dabei, deshalb klingt das Ergebnis auch so toll, oder?
Ans Aufhören denke keiner von ihnen. Die Ovationen
nach jedem Soli, von dem jeder Musiker reichlich in
Schlepzig präsentierte, tun ihr Übriges.
Klaus Sörensen
leitet seit dem Jahr 1974 die Family. Ich
habe damals in Eigeninitiative, von dem Schlagzeuger
,Papa Ko' inspiriert, dieses Instrument gelernt. Neben
Engagements in Swing- und Bigbandmusik bin ich der ,Family'
bis heute treu geblieben.
Die Verpflichtungen
der rüstigen Truppe bringe sie öfter ins Berliner
Umland oder bis an die Ostsee. Unsere treuesten
Fans, darunter erstaunlicherweise auch jüngere
Jahrgänge, reisen fast zu jedem Termin mit,
so Dieter Hillbricht.
Das war doch wirklich
ein würdiger Abschluss einer wahnsinnigen Jazz-Saison,
freute sich Gastgeberin Anja Römer über die
Atmosphäre im Brauhaus. Es wird nicht einfach,
das im nächsten Winter zu toppen. Auf jeden Fall
arbeiten wir daran.
Schade, dass die
Saison schon vorbei ist, ärgerte sich Alois
Becker. Natürlich beginnt von nun an die
Vorfreude, aber die Zeit wird schon verdammt lang werden,
so der Lübbener. Die Jazz-Family sei
daran keineswegs unschuldig. Wenn man erlebt,
was sie darbietet, das ist schon unglaublich und macht
süchtig. Die virtuosen Solodarbietungen hätten
ihn genauso beeindruckt wie die gleichzeitigen kleinen
Tuscheleien der Musiker während des Spielens.
Auch aus ihrer Heimat
hatten die Berliner wieder Fans mitgebracht. Ich
kann gar nicht mehr zählen, wie oft ich die Jungs
schon erleben durfte, sagte Sybille Falk. Ich
hoffe, das geht ewig so weiter. Zu altern scheinen die
Herren ja nicht. Und an so intimen Orten wie in einem
Brauhaus klingt es noch hundertmal besser als auf einer
Konzertbühne. Schade für alle, die das verpasst
haben.
Von Jens Golombek
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Rezensionen
2008/9
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4.3.2009 Lausitzer Rundschau
Schlepziger entdecken
brasilianischen Choro
Schlepzig Ungewöhnlich flotte klassische
Melodien sind bei Klassik und Schlemmen
im Schlepziger Landgasthof zu hören gewesen. Wir
nehmen heute den meteorologischen Frühlingsanfang
etwas vorweg, stimmte Veranstalterin Anja Römer
auf den Abend ein. Und ich denke, mit brasilianischem
Sommer wird uns das auch gut gelingen.

Foto: Jens Golombek
Quarteto Ideal mit De Ipanema a Copacabana
Musik vom Strand und den Kneipen Rios. Was sich
zunächst nach einem Arrangement für die Schwesterveranstaltungsreihe
Jazz und Buffet anhörte, war doch eine
klassische Offerte.
Das Musikerquartett
bot brasilianischen Choro, wörtlich übersetzt
das Weinen. Er ist eine der höchst
entwickelten Gattungen der instrumentalen populären
Musik Brasiliens. In den 1920er Jahren erreichte der
Choro seinen ersten Höhepunkt und Ernesto Nazareth
(18631934) war bestimmt der originellste Komponist
dieser Zeit.
Die modischen Tänze
dieser Zeit wie Polka, Walzer, Tango, Habanera oder
Schottisch werden dabei mit einem eigenen brasilianischen
Akzent interpretiert. Choro ist weniger für
die Massen konzipiert, als kammermusikalisch geprägt,
verriet Flötist Marcos Mesquita. Seine Markenzeichen
sind das hohe technische Können sowie die Virtuosität
und heitere Gelassenheit der Musiker, die sich spontan
zu einer zwanglosen Choro-Runde auf öffentlichen
Plätzen oder in Lokalen zusammenfinden.
Erhard Schwartz überraschte
das Publikum im Landgasthof Zum grünen Strand
der Spree mit einer Ophicleide, ein aus Saxophon
und Horn kombiniertes Holzblasinstrument. Katja Höllein
rückte die Percussion deutlich stärker in
den Vordergrund, als von europäischen Kompositionen
gewöhnt.
André Bayer spielte
auf einer siebensaitigen Gitarre. In Brasilien
sind die recht normal. Bei uns eine zu finden, ist nahezu
unmöglich, berichtete er. Aber ich
konnte in Bayern einen Instrumentenbauer aufspüren,
der diese hier für mich angefertigt hat.
Nach der eineinhalbstündigen
musikalischen Reise, von der Der Spatz im Maismehl
allen Zuhörern unvergessen bleiben dürfte,
knüpfte die Landgasthof-Chefköchin mit ihrem
Menü an das brasilianische Reiseziel an.
Ich wurde nicht
nur von der Musik, sondern auch von diesem wunderbaren,
angemessenen Ambiente überrascht, staunte
Dorothea Wolf. Damit hatte ich hier auf den Dörfern
nicht gerechnet, das überragt die ein oder andere
Lübbener Lokalität bei Weitem.
Man hat gesehen
und gehört, dass auch die Musiker an den Stücken
trotz ihres Anspruchs großen Spaß hatten,
sagte Dr. Bernhard Lauge. Da es mir auch beim
Schlemmen ähnlich ging, bin ich bestimmt beim nächsten
Mal wieder dabei.
Von Jens Golombek
18.2.2009 Lausitzer
Rundschau
Brauhausbesucher schlemmen
auf musikalischer Südamerika-Tour
Schlepzig: Während im Erdgeschoss
des Schlepziger Brauhauses das Buffet die zahlreichen
Gäste erfreut hat, verwöhnte direkt darüber
Lily Dahab im Rahmen der winterlichen Jazz &
Buffet-Reihe die Musikfreunde.
Die Jazzmusikerin spielte
schon gemeinsam mit Yvonne Catterfeld, Phil Collins,
Freundeskreis sowie Udo Lindenberg.

Lily Dahab bei ihrem Auftritt im Schlepziger Brauhaus
im Rahmen der Reihe Jazz & Buffet. Die
Musikerin spielte schon gemeinsam mit Yvonne Catterfeld,
Phil Collins sowie Udo Lindenberg. Foto: jgk
Bei ihrem zweiten Auftritt im Schlepziger Brauhaus,
unterstützt von ihrer eigenen Band, ließ
sie ihre Stimme strahlen. Die Südamerikanerin nahm
ihr Publikum mit auf eine Reise zwischen Tango, Bolero
und Bossa nova, abgerundet durch eine erlesene Auswahl
an Perlen des Great American Songbook.
Lily Dahab wurde in
Buenos Aires geboren. Während ihres Studiums der
Musik und des Gesangs erweiterte sie ihr künstlerisches
Repertoire um Bossa nova, Bolero und Tango.
An der Seite von Madonna
fand Lily Dahab mit dem Kinofilm Evita den
Weg aus Südamerika heraus. Es folgten Hauptrollen
in Broadway-Musicals. Seit 2007 lebt die Südamerikanerin
in Berlin.
Hier kehrte Dahab zu
ihren Wurzeln zurück. Zusammen mit ihrer Band,
relaxt und energiegeladen zugleich, vermag die Sängerin
auf unvergleichliche Weise der Musik ihrer Heimat den
ihr zustehenden Raum zu geben.
Die Verständigung
mit dem Pianisten Bene Aperdannier, Bassist Andreas
Henze und Schlagzeuger Topo Gioia klappt dank Sprachkurs
und gemeinsamen Hauptstadtleben offensichtlich hervorragend.
Das Konzert von Lily Dahab empfand Veranstalterin Anja
Römer wie drei Stunden Urlaub. Ihre
Begeisterung über die Sängerin teilte sie
mit dem Schlepziger Publikum im Brauhaus.
Irgendwie hat
mich der Abend total mitgerissen, berichtete Dietmar
Leithäuser. Nach dieser Vorstellung möchte
man am liebsten mit Lily Dahab bis nach Südamerika
tanzen. Brauereibesitzer Torsten Römer schwärmte
von Stimme und Ausstrahlung der Sängerin.
Südamerikanisch
geht es am 28. Februar 2009 mit Quarteto Ideal
im Brauhaus weiter. De Ipanema a Copacabana
spielen dann Musik aus Rio.
Jens Golombek
2.2.2009 Lausitzer Rundschau
Romantischer Liederabend
in Schlepzig gefiel
Schlepzig Da muss man erst nach
Schlepzig in den Unterspreewald fahren, um so was Schönes
zu hören! Edwin Roggener aus Berlin ist nach
dem Konzert der Romantik in der Reihe Klassik
und Schlemmen förmlich aus dem Häuschen
gewesen. Berliner Künstler haben dafür gesorgt.
Romantische Lieder mit Gefühl, aber ohne falsches
Pathos haben sie am Samstag beim Konzert in der Reihe
Klassik und Schlemmen in Schlepzig geboten:
die Mezzosopranistin Maria-Elisabeth Weiler, ihre Sopran-Kollegin
Konstanze Löwe und ihr Pianist Robert Heimann.

Foto: -ds
Die sind in Berlin eher selten solistisch, dafür
aber in Chören an der Staatsoper Unter den Linden,
im Kammerchor Apollini et Musis dieses Opernhauses
oder aber als Chor-Direktor der Komischen Oper Berlin
aktiv: die Mezzosopranistin Maria-Elisabeth Weiler,
die Sopranistin Konstanze Löwe und ihr Begleiter
Robert Heimann am gut gestimmten Flügel im Landgasthof
Zum grünen Strand der Spree. In der
Oper zu Hause Sie werden ein Konzert mit Werken
erleben, deren Komponisten einen großen Namen
haben. Und Interpreten mit schönen Stimmen und
großer Virtuosität, hatte Konzert-Veranstalterin
Anja Römer ihrem kleinen, aber interessierten Publikum
versprochen. Überraschungen seien aber vorgesehen,
konterte Robert Heimann als begleitender Pianist des
Abends. Wir drei sind im Berliner Opernbetrieb
zu Hause. In unserer raren Freizeit machen wir gern
Musik, die eben nicht Oper ist, und haben dabei viel
Spaß, versicherte er. Das war hör-
und sichtbar in diesem fast zweistündigen Konzert.
Vielen im Publikum blieb erst einmal fast der Atem weg,
als der Programmzettel aufgeschlagen wurde: 25 Duette
in einem Konzert das hatte Seltenheitswert. Die
Sängerinnen, gut aufgelegt wie ihr Pianist, nahmen
aber gleich die Angst vor einem Herz-Schmerz-Konzert
mit viel gesungenem Schmalz. Natürlich hat
die romantische Zeit, in der die Hausmusik gepflegt
und viele Geschichten erzählt wurden, vor allem
zwei Themen die Liebe und die Natur. Weil das
aber zeitlos ist und das Konzert außerdem in einer
der reizvollsten Gegenden des Spreewaldes stattgefand,
habe das aktuellen Bezug, befand ein Gast aus Cottbus.
Felix Mendelssohn Bartholdy, dessen 200. Geburtstages
die Musik-Welt gedenkt, war im Programm gleich mit sechs
Stücken vertreten. Seine Lieder vertonten Texte
namhafter Lyriker einfach, elegisch und fröhlich
wie es die Texte erforderten. Und so wurde das
auch vom Trio interpretiert. Louis Spohr, der in Kassel
hoch Geehrte, aber in anderen deutschen Breiten selten
aufgeführte Komponist, wurde mit drei Duetten gekonnt
in Erinnerung gerufen. Es sehnt sich das Herz
nach Lust und nach Schmerz das haben nicht wir
uns ausgedacht. Das Motto unseres Konzertes stammt von
einem unbekannten Poeten, dessen Gedicht Spohr anno
1838 im Lied ,Das Herz' in Töne gesetzt hat,
informierte Maria-Elisabeth Weiler ihre Gäste.
Wanderers Nachtlied Rubinstein nicht der legendäre
Pianist neuerer Zeit, sondern der Mitbegründer
des Petersburger Konservatoriums und seinerzeit berühmte
Komponist Anton Rubinstein steuerte sieben Lieder
im russischen Volkston, aber in deutscher Sprache bei.
Darunter Wanderers Nachtlied von Goethe,
aber auf Umwegen: erst der Goethe in Lermontows russischer
Übertragung, dann in Rubinsteins Rückübersetzung
auf deutsch. Mit im kurzweiligen Konzert waren drei
Duette von Benjamin Britten in englischer Sprache, vom
musikalischen Duktus ganz anders als das zuvor Gehörte.
Vorzüglich beherrschte das Trio auch dies. Mit
sechs Liedern der Klänge aus Böhmen
von Antonin Dvorak setzten die Künstler den vergnüglichen
Schlusspunkt unter ein besonderes Konzert. ds
Ron Spielman rockt Schlepziger
Brauhaus
Die Jazz
& Buffet-Reihe in der Spreewälder Privatbrauerei
1877 ist am Sonnabend mit Ron Spielmann in das Jahr
2009 gestartet. Auf der kulinarischen Seite des Angebotes
hatten die Gastgeber für den Jahresauftakt neben
dem Buffetangebot Wildschweinbraten aus dem Holzbackofen
aufgefahren.

Ron Spielman aus Berlin, unterstützt von Jan Peter
Eckelmann und Björn Werra an Schlagzeug beziehungsweise
Bassgitarre, zog die Besucher schon zum zweiten Mal musikalisch
in seinen Bann.
Sänger, Komponist und Gitarrist Ron Spielman gehört
seit Jahren zu den interessantesten Köpfen in der
deutschen Rock-Szene. Er versteht es, Soul, Funk, Jazz
und Blues-Rock zu einer ganz eigenen spritzigen und tanzbaren
Musik zusammenzufügen. Rons eindringliche Stimme
und besessenes Gitarrenspiel verliehen seiner Musik die
nötige Eigenständigkeit.
Nach 9 Alben hat er momentan ein Live-Album am Start.
Dieses Album zeigt Ron Spielman nach Expertenmeinung von
seiner einzigartigen Seite, als einen der besten und innovativsten
Gitarristen und Sänger, die derzeit in Deutschland
zu hören sind.
Unüberhörbar waren die musikalischen Vorlieben
Ron Spielmans, Blues von Motown bis zum Misissipidelta,
der Gitarrenstil von Jimi Hendrix, der Jazz von Miles
Davis, John Coltrane und Charlie Mingus zu erkennen.
Der Einfluss des Schlepziger Hammers, mit
dem das Gastro-Team von Rene Tschersich die Band versorgte,
auf die instrumentalen Fähigkeiten wird nicht mehr
auszuwerten sein, die Stimme Ron Spielmans erschien jedoch
besonders gut geölt.
Bei all den kleinen Ausflügen in unterschiedlichste
Musikstile, die fast wie Jam-Sessions klangen, konnte
man kaum glauben, dass die Instrumentalbetonten Interpretationen
der gespielten Songs alles niedergeschriebene Kompositionen
seien sollen, staunte Manuel Wambach. Ich
glaube es hat niemand geschafft, dabei die Füße
unter den Tischen stillzuhalten.
Wir haben hier zwar keinen Blickkontakt, nannte
Leonore Geßner den einzigen Nachteil ihrer eingeschränkten
Sitzplatzwahl, aber die Plätze hier unten haben
sich wieder einmal als Geheimtipp erwiesen. Nicht nur
weil dichter an der Theke, sondern das Brauhaus gibt der
Musik hier eine ganz eigene Note, ja fast ein Aroma mit.
Sie werden hier Keinen finden, der den Abend nicht
genossen hat, unterbrach Jörg Geßner
die Nachfrage nach Kritikpunkten. Spielmann sei zwar etwas
rockiger als erwartet herüber gekommen, aber
ich war von Künstler, Brauhaus und Gebräu durchaus
positiv überrascht.
Die Wartezeit bis zum Valentinstag, an dem Lily Dahab
und Bene Aperdannier im Brauhaus mit Tango, Bolero und
Bossa Nova aufwarten verkürzen am 31. Januar 2009
Romantische Duette für Sopran, Mezzosopran und Klavier.
Konstanze Löwe, Maria Elisabeth Weiler und Robert
Heimann werden dann unter dem Motto Es sehnt sich
das Herz nach Lust und nach Schmerz" im Schlepziger
Landgasthof zu Klassik & Schlemmen erwartet.
Ron Spielman, Gesang und Gitarre
Jan Peter Eckelmann Schlagzeug
Björn Werra Bassgitarre
Musikalisches
Kontrastprogramm in Schlepziger Vorweihnachtszeit
Posaunen und Trompeten und doch keine Weihnachtsklänge
Bei der
letzten Ausgabe der Jazz & Buffet-Reihe im Schlepziger
Brauhaus hatten am Samstag die Veranstalter mit einer
Neuheit im Programm wieder ihr gutes Gespür bewiesen.

Die Potsdamer Dixieland- und Swingband "Alte Wache",
benannt nach der alten Stadtwache in Potsdam, vertritt
seit 25 Jahren Dixieland und Swing im traditionellen Stil
und in Originalbesetzung.
Elektrisch verstärkt, umso präsenter und dynamischer
im angenehm vollen Brauhaus, präsentierten die sechs
reifen Herren einen Mix aus klassischen Titeln und fröhlichem
Swing. Auch Welthits und Stück aus der brandenburgischen
Heimat der alten Wache sowie schöne alte
Gassenhauer und natürlich die Klassiker des Dixieland
wurden zu einem sehr unterhaltsamen Musikprogramm kombiniert.
Durch die sechs Bandmitglieder und ihre Instrumente zum
Tanzen nur die Brauhaustreppe geblieben währe, machte
es sich nicht nur die weiße Brennereikatze im warmen
Brauhaus gemütlich.
Jobst Illing
Klarinette, Saxophon, Gesang
Erhard
Pannek
Trompete, Gesang
Dieter
Ristau
Posaune
Detlef
Czopp
Schlagzeug
Gunnar
Beetz
Banjo, Gesang
Helmuth
Feibicke
Tuba
10.11.2008
Lausitzer Rundschau
Lebensweisheiten
mit Schalk im Nacken
Schlepzig
"Das Gute ist, und das steht fest, stets das Böse,
was man lässt!" Mehr als 40 Leute haben am Samstag
das Gute gewollt und sich Vergnügen gegönnt.

Mit einem,
der vor 176 Jahren im niedersächsischen Wiedensahl
geboren wurde und auch dort seine Streiche gemacht hat.
Wilhelm Busch ist sein Name.
Und dessen
Ansichten, Lebensweisheiten und kleine Boshaftigkeiten
haben die erste Veranstaltung von "Klassik und Schlemmen"
im Schlepziger Landgasthof "Zum grünen Strand
der Spree" ausgemacht.
"Was
Wilhelm Busch in vielen seiner Bildergeschichten gezeigt
hat, das hat er oft selber erlebt oder zumindest gehört",
versicherte Hanna Petkoff als Erzählerin in diesem
Abendprogramm. Das ist in keiner der mehr als 90 Minuten
langweilig geworden. Petkoff hatte fünf Weggefährten
das waren die Sopranistinnen Eleanor Forbes und
Karen Buck, die Violinistin Eva Högel sowie die Pianisten
Stewart Emerson und Matthias Baumhof. Sie führten
durch das Programm auf der kleinen Bühne im Saal
und sorgten mit ihrem szenischen Gewusel bei den mehr
als 30 Programm-Punkten "in Sachen Wilhelm Busch"
für fröhliche Abwechslung.
Max und
Moritz wer kennt sie nicht? Hanna Petkoff las aus
einer Autobiografie des Multitalents, der neben dem kurz-knappen
Verseschmieden voller Hintersinn auch noch Malen und Zeichnen
konnte. "Von ihm ist überliefert: dass sein
Freund und Küster-Junge einen ,Schlüssel mit
Loch so groß wie Petrus seiner´ gehabt hätte.
Blei auch. Aber kein Schießpulver", zitierte
Hanna Petkoff aus einer Autobiografie.
Vater Busch
hatte auf dem Speicher eine besondere Kruke, und beide
Jungen ließen es auf einer Weide bald kräftig
donnern, war weiter zu hören. Vater Busch, sonst
ein liebevoller Mann, ließ das seinen Sohn umgehend
auf dem Allerwertesten spüren aus solchen
Erinnerungen schöpfte Busch viele Episoden seiner
Geschichten.
Wie kann
man nun mit Wilhelm Busch die Bekanntschaft mit Johannes
Brahms, Richard Strauss, Hugo Wolf, Felix Mendelssohn
Bartholdy, Gioacchino Rossini, Charles Gounod und dann
noch mit den zeitgenössischen Komponisten Joachim
Raff und Robert Köbler machen? Mit Wilhelm Busch
geht vieles, sagten sich die Künstler. Auch wenn
er schrieb: "Musik ist angenehm zu hören, doch
muss sie ja nicht ewig währen!" Mit diesen Interpreten
konnte man es "aushalten". Weil sie Lieder ins
Programm nahmen, die Bezug auf das Leben des Mannes nehmen,
der heute als Urvater des Humors und des späteren
Comics gilt.
Hanna Petkoff
gab mit ihren ausgewählten Texten und den darin eingebetteten
Versen so aus der "Frommen Helene", dem
"Geigen-Seppel", "Der verliebte Schmetterling"
und eben aus "Max und Moritz" ein Spektrum
des wechselvollen, erfüllten Lebens eines Künstlers,
der 76 Jahre alt werden durfte. 1908 ist er in einem Stadtteil
in Seesen am Harz gestorben, aber das will heute dank
seiner Bildgeschichten und lebensnahen Verse keiner so
recht glauben.
Las Hanna
Petkoff einfühlsam und ohne jedes "Schmalz",
so sangen Karen Buck und Eleanor Forbes, begleitet von
Matthias Baumhof und Steward Emerson, Heiteres und Nachdenkliches
mit Freude und Können. Besondere Freude machten sie
mit Hintersinn auf die Attitüden mancher Sängerinnen
mit ihrer Interpretation von Rossinis Miau-Duett
und spielten auf den fröhlichen Sarkasmus von Wilhelm
Busch in seinen Arbeiten an. Das Publikum kringelte sich
vor Vergnügen.
"Die
Zeit, sie orgelt ewig weiter", zitierte Hanna Petkoff
aus Buschs "Wanderlust". Diesen Titel hatten
sich die Künstler gewählt und so auch von einem
bewegten Leben erzählt. Ein schöner Auftakt
für die Serie von "Klassik und Schlemmen"
im Schlepziger Landgasthof. Bis in den März hinein
gibt es noch weitere vier Veranstaltungen in dieser Konzertreihe.
-ds
27.10.2008
Lausitzer Rundschau
Jazz zum
Hören und Sehen im Schlepziger Brauhaus
Schlepzig
Die Berliner Band "Perido" hat am Samstagabend
im Schlepziger Brauhaus amerikanischen Jazz von Horace
Silver gespielt.

Dabei gab
es nicht nur etwas zu hören, sondern auch zu sehen.
Perido
ist der Name unter dem die Berliner Sängerin, Schauspielerin
und Stepptänzerin Angela-Luise Bohrmann ihre künstlerische
Arbeit definiert.
2005 gründete
sie das gleichnamige Jazz-Quartett mit Martin Zentner
am Piano, Klaus Janek am Bass und Robert Michler an den
Drums. Ausgefallene Standards boten das erste Experimentierfeld
der Band. 2007 folgte eine intensive Auseinandersetzung
mit der Musik Horace Silvers. Der hatte inspiriert von
Blues, Gospel, Swing, Klassik und Broadwaymelodien mit
dem von ihm entwickelten "Funky Style" Musikgeschichte
geschrieben. Rob Cummings übernahm den Schlagzeug-
und Percussionpart bei "Perido". Klassiker wurden
neu arrangiert, einige selbst geschriebene Songtexte kamen
ins Programm der Berliner Band.
Die typischen
Bläserarrangements von Horace Silver wichen bei "Perido"
nach der selbst komponierten Eröffnungsnummer der
warmen und facettenreichen Stimme der Sängerin Angela
Bohrmann und dem Jazz Tap. So zogen die grazilen
Beine der Sängerin die größte Aufmerksamkeit
der Konzertbesucher auf sich. Bewegten sie sich doch bildschön
im schwungvollen Jazz-Tap. So bezeichnet man
eine Form des Stepptanzes, die früher fester Bestandteil
von Konzerten war
Horace
Silver hat seine Inspirationen stets wie in einem Eintopf
verwendet, so Angela-Luise Bohrmann. Und so
haben wir heute auch dieses Konzertprogramm zusammengestellt.
Ich
bin sehr überrascht, so machen Neuentdeckungen Spaß,
freute sich Jazz-Freundin Anja Römer, Veranstalterin
der Reihe "Jazz & Buffet", für deren
neue Saison "Perido" den Auftakt gab. So
kann es im kommenden Winter gerne weiter gehen.
Und Martin Zentner hat unser frisch gestimmtes Piano
erstaunlich gut bearbeitet, sagte Brauereibesitzer
Torsten Römer. Der Junge ist richtig gut.
"Ich
fand es erstaunlich, wie füllig die Stimme einer
so zierlichen jungen Frau sein kann", wunderte sich
Joe Mierbach. Trotzdem war sie beim Tanzen nett
anzuschauen. Welchen Beitrag das hier gebraute Bier bei
meiner Einschätzung hat, kann ich nicht genau sagen,
aber die Musik war in jedem Falle spitzenmäßig.
Einzig
schade an dem Abend fand ich, dass man zu der uramerikanischen
Musik leider keinen einzigen Tropfen des Schlepziger Hauswhiskeys
mehr ergattern konnte, sagte Ilona Graf.
Das nächste
Schlepziger Kulturhäppchen wird am 8. November im
Landgasthof Zum grünen Strand der Spree
bei Klassik und Schlemmen serviert. Hanna
Petkoff wird Wilhelm Busch rezitieren. "Die Zeit,
sie orgelt emsig weiter" heißt es dann mit
musikalischer Begleitung von Eva Högel, Matthias
Baumhof und Stewart Emerson.
Weitere
Informationen zu den nächsten Terminen gibt es im
Internet unter www.spreewaldbrauerei.de. jgk
Lausitzer
Rundschau 7.4.2008
Schlepziger
Veranstaltungsreihe findet würdigen Saisonabschluss
im Brauhaus
Jessica
Gall mit samtiger Stimme und voller Emotionen
Schlepzig.
Zum letzten Mal für dieses Winterhalbjahr hat es
am Sonnabend im Brauhaus der Schlepziger Privatbrauerei
1788 kombinierten Jazz- und Gaumengenuss gegeben.
Sängerin Jessica Gall und Pianist Robert Matt wurden
bei Jazz & Buffet von Marko Jovanowic
und seinen 15 silbernen Mundharmonikas mit verschiedenen
Tonlagen und Klangfarben unterstützt.
Die Poetin Jessica Gall stammt aus einer Berliner Musikerfamilie.
Im Alter von sieben Jahren stand sie das erste Mal auf
der Bühne. Mit ihrer ersten Band «Solid Groove»
gewann sie mit einer Mischung aus Funk und Soul im Jahr
1996 den Studiopreis des Senats von Berlin. Den Jazz entdeckte
Jessica Gall 1995 bei der Zusammenarbeit mit verschiedenen
Berliner Big Bands, unter anderem der Rias Big Band unter
der Leitung von Jiggs Wigham, der sie damals ermutigte,
Sängerin zu werden. Später fing die Künstlerin
an der Hanns-Eisler-Hochschule für Musik in Berlin
ihr Studium an, wo bereits ihre Großmutter Klavier
studiert hatte.
Seitdem ich die Hochschule 2006 abgeschlossen habe,
mache ich mit meiner Band nur noch das, was ich seit meinem
sechsten Lebensjahr schon immer wollte: Einfach gute Songs
singen, erzählte Jessica Gall in Schlepzig.
Just Like You heißt ihre aktuelle CD.
Wenn man so will, ist diese eine Art Tagebuch der
letzten Jahre. Ich singe über den Tod meines geliebten
Schäferhundes, über die Wichtigkeit, Gemeinsamkeiten
wahrzunehmen und Freundschaften zu genießen. Die
Worte des Klassikers ,Imagine werden für mich
immer das Bekenntnis zum Frieden sein.
Mehrmals wurde das Schlepziger Publikum zum Mitwirken
animiert. Galls Stimme umgarnte die Klänge des omnipräsenten
Pianos nicht nur bei den größten Hits der Popgeschichte.
Mit Zwischenapplaus für Harmonika-Soli und außergewöhnlich
jazzlastige Interpretationen wurde nicht gespart.
Einfach heiß und begabt. Denn sie trifft mit
ihrer dynamischen Stimme immer jeden Ton, lobte
Veranstalter Dr. Torsten Römer die Sangeskünste
der 28-jährigen Berlinerin. Da sie schwanger
ist, wirkt sie besonders sinnlich. Schon bei ihrem ersten
Auftritt hier in der Brauerei war dies der Fall und ihre
vierjährige Tochter wirbelt nun heute Abend hier
herum. Jessica Gall hat sich mit ihrer samtigen
Stimme mittlerweile so schön entwickelt, die kann
man einfach immer hören, ergänzte Gattin
Anja Römer. Es ist schon unglaublich, sobald
ein Lied verklungen ist, wartet man mit Spannung auf das
nächste, zeigte sich Karl-Heinz Baumeister
begeistert. Die perfekte Harmonie von Gesang und
instrumentaler Begleitung eine Sinfonie voller
Emotionen.
Die Grenzen zwischen Jazz und Pop scheinen zu verschwimmen,
wenn man Jessica Gall zuhört, resümierte
Gina Puhler. Mir ist dieser Jazz persönlich
etwas zu jung, da stehe ich viel mehr auf die richtig
klassischen Sachen. Leider haben wir erst jetzt von dieser
Veranstaltungsreihe erfahren. Ich bin dennoch begeistert
und freue mich auf die Fortsetzung Ende Oktober, denn
da ist bestimmt für jeden Geschmack wieder etwas
dabei. (jgk)
Jens Golombek


Fotos:
Jens Golombek
Die Sängerin Jessica Gall und Robert Matt am Piano
wurden beim Saisonabschlusskonzert in Schlepzig von Marko
Jovanowic mit seinen 15 Mundharmonikas unterstützt.
31.03.2008
Lausitzer Rundschau
Schlepziger
Podium als kleine Opernbühne
Berliner
Quartett begeisterte
Schlepzig
Im beginnenden Frühling ist fast alles möglich.
Sogar die kleine Bühne im Schlepziger Gasthof Zum
grünen Strand der Spree wurde am Sonnabend
zu einer beschwingten Opernbühne. Möglich machten
das Sängerinnen und Pianisten mit gutem Ruf und Können.

Foto: -ds
Ein Konzert vom Barock bis zur Romantik, das begeisterte,
gestalteten Berliner Künstler bei Klassik und
Schlemmen in Schlepzig: die Sopranistinnen Karen
Buck (Kanada), Eleanor Forbes (Schottland), Matthias Baumhof
(Deutschland) und Professor Stewart Emerson (England,
v.r.n.l.)
Zum abschließenden
Konzert der Reihe Klassik und Schlemmen in
der Saison 2007/08 hatte Veranstalterin Anja Römer
die Sopranistinnen Eleanor Forbes und Karen Buck sowie
die Begleiter am Flügel Professor Stewart Emerson
und Matthias Baumhof aus Berlin gebeten. Sie machten den
musikalischen Frühlingsabend für ihr Publikum
zum abwechslungsreichen Genuss.
Eleanor Forbes ist bei Konzerten in der Schlepziger Veranstaltungsreihe
seit der ersten Auflage vor mehr als einem Jahrzehnt dabei.
Sie bringt fast alljährlich neue Partner von Rang
mit. Der Pianist Stewart Emerson bewies seinen guten Namen
als einfühlsamer Lied-Begleiter in Schlepzig.
Beide brachten mit der Sopranistin Karen Buck und dem
Pianisten Matthias Baumhof ebenbürtige Kollegen auf
die Bühne. Es war für das Publikum ein Vergnügen
zu sehen und vor allem zu hören, wie sich die vier
Interpreten musikalisch die Bälle zuspielten.
Die beiden Sopranistinnen harmonierten während der
75 Konzert-Minuten stets. Ob es Duette des englischen
Barock-Großmeisters Henry Purcell waren, romantische
Kunstlieder von Robert Schumann, Antonin Dvorak, Felix
Mendelssohn Bartholdy oder Johannes Brahms immer
kam einfühlsam nachempfundene Musik in der Symbiose
von Gesang und Begleitung am Flügel vom Podium. Forbes
und Buck waren sich künstlerisch so einig, dass man
ihnen das Brahms-Lied Wir Schwestern zwei, wir Schönen
fast wörtlich abnahm.
Aus der Oper Lakme des romantischen französischen
Komponisten Leo Delibes sangen sie das Dome epais.
Der Titel sagte den wenigsten Zuhörern etwas, aber
als die Musik mit ihren Schwierigkeiten in makelloser
Interpretation erklang, wurden viele an den Ohrwurm
erinnert. Mit einem heiteren Duett aus Mozarts Cosi
fan tutte und dem Brief-Duett aus Figaros
Hochzeit als Zugabe setzten die Künstler das
Tüpfelchen aufs i eines gelungenen Konzerts.
Veranstalterin Anja Römer war zufrieden mit den vier
Konzerten der nun beendeten Wintersaison von Klassik
und Schlemmen. Die Reihe wird im Winter 2008/2009
fortgesetzt, informierte sie. Ein Wilhelm-Busch-Abend
am 8. November soll der Auftakt werden.
Bis zum Konzert mit der Berliner Gruppe Tango amortal
am 14. März 2009 soll es in dieser Reihe voraussichtlich
fünf Veranstaltungen geben. Das Interesse,
bei uns aufzutreten, ist bei den Künstlern erstaunlich
groß. Vielleicht gibt es Zusatz-Konzerte,
sagte Anja Römer. (-ds)
03.03.2008
Lausitzer Rundschau
Deutsch-polnisches
Dudelsacktreffen begeisterte in Schlepzig
Verliebt
in ein ganz altes Instrument
Während
der Sturm «Emma» draußen um die Hausecken
pfiff und Fensterläden zum Wackeln brachte, tauchte
die Schlepziger Brauerei am Samstagabend während
des ersten deutsch-polnischen Dudelsacktreffens in einen
Orkan der hohen Töne ein. Dort war zu einem «Oidche
Ghàidhlig» einem Gälischen Abend
im Rahmen der Konzertreihe «Jazz und Buffet»
der Privatbrauerei eingeladen worden. Die Dresden
Pipes&Drums, die mecklenburgischen Pipes&Drums
of Clan MacLanborough und die polnischen Zbaszyniacy
schickten ihre Sammelrufe bis in die letzten Ecken des
Gebäudes.
Gespielt
wurde auf der Brauhaus galerie. Zusätzlich wurde
der Platz zwischen den Sudkesseln kurzerhand zur Bühne
umfunktioniert, wobei dann der Rest zur Tribüne avancierte.
Immerhin mussten drei Musikergruppen im Gebäude untergebracht
werden. Das ist der totale Wahnsinn, kommentierte
Veranstalterin Anja Römer die drei ganz besonderen
Kapellen im Schlepziger Brauhaus.
Gefunden
durch Mundpropaganda
Ich bin vor acht Jahren nach Dresden gekommen, hatte
schon vorher Pipes gespielt, berichtete Pipe-Major
Ulrich Frey von den Anfängen seiner Pipes &Drums.
Und da es dort vorher keine Band gab, haben sich
irgendwann durch Mundpropaganda und das Internet die ersten
drei Dudelsackspieler gefunden. Mittlerweile sind wir
20, aber darunter auch Anfänger, die sich noch keine
Auftritte zutrauen.
Er selbst sei durch Zufall in eine Dudelsack-Übungsstunde
geraten und nach einer halben Stunde infiziert gewesen.
Die
Hälfte der Leute lieben sie, die anderen hassen diese
Musik, so Ulrich Freys Erfahrungen. Ich denke,
heute überwiegen hier eindeutig die Liebenden, denn
das ganze Event ist einfach Superklasse. Auch wenn das
Zusammenspielen mit den anderen Gruppen toll aussieht,
so ist es doch für uns sehr schwer.
Schon an den Vortagen hatte in Schlepzig ein Workshop
stattgefunden. Denn bei den Pipes muss man jedes
Stück mehrfach lernen. Einmal auf der Flöte,
dann mit dem Dudelsack, und abschließend das Zusammenspiel
in der Band.
Neben den sächselnden Hobbymusikern waren auch Spieler
aus den nördlichen Gefilden vertreten. In der Band
um den Schotten George Getty fand sich mit der Schwerinerin
Anna Kummerlöw eine Frau, die wie ihre Kollegen keinen
Rock, sondern einen Quilt trug, der bei dem von ihr aufgeführten
keltischen Tanz erst richtig zur Geltung kam.
Ich
wurde durch meine Eltern erheblich vorbelastet,
erklärte die 18-jährige Tochter des mecklenburgischen
Pipe-Majors ihr ungewöhnliches Hobby. Aber
ich habe erst mit elf Jahren begonnen, Dudelsack zu spielen,
obwohl ich nach dem ersten bewussten Hören verliebt
in das Instrument war.
Mittlerweile darf sie sich als erfolgreiche Spielerin
bezeichnen. Ein Wettbewerb im Januar brachte ihr zwei
Deutsche Meisterschaftstitel. Es ist halt voll und
ganz meine Musik, mein Leben.
Die Herren von Zbaszyniacy hatten keine Quilts,
sondern ihre großpolnische Trachten angelegt. Wir
sind eine Folkloregruppe, die fast nur Volkslieder aus
unserer westpolnischen Region ,Bock spielt,
erklärte Christoph Olszenski. Es ist einfach
super, hier mit den Anderen zu spielen. Deshalb freuen
wir uns alle sehr, dass dieses Treffen geklappt hat.
Bier, Brauhaus
und Verpflegung sind auch einfach super.
Auffällig waren die weißen Dudelsäcke
der Polen, die dort Böcke heißen.
Der stilisierte Kopf eines Ziegenbocks verbirgt die Melodiepfeife
und ist, je nach Anlass vorgegeben in Weiß oder
Schwarz, nur eine von fünf Varianten. Die Dudelsackkunst
in Polen geht mehr als 700 Jahre weit zurück. Neben
den Geigen sind das bis heute die populärsten Instrumente,
so Christoph Olszenski.
Seltene
Geigen waren dabei
Neben der abgebundenen Geige, erst durch die
um eine Quinte erhöhten Töne zusammen mit Dudelsäcken
spielbar, hatten die Zbaszyniacy auch eine
berühmte Dreisaitengeige im Gepäck, ein kleines,
aus einem Stück Holz gefertigtes einfaches Instrument.
Ich freue mich, dass so viele Leute aus der näheren
Umgebung den Weg durch den Sturm zu uns gefunden haben,
zeigte sich Dr. Torsten Römer von der Zuhörerresonanz
begeistert.
Da
spielen wir bestimmt bis in die Puppen, auch wenn die
Fenster wackeln. Dabei hätte ich es niemals für
möglich gehalten, dass ich eines Tages mal einen
deutsch-polnischen Dudelsackabend veranstalten würde.
Spreewälder Whiskey und dunkles Bier im Ausschank,
stürmisches Hochlandwetter vor der Tür, das
Brauhaus durchflutet von Dudelsackmusik, schwärmte
Marko Lehmann. Käme die Rechnung in britischen
Pfund, die Illusion wäre perfekt.
Auch für Beate Gessner hatten sich die Erwartungen
erfüllt. Ich finde es toll, dass nicht nur
ein Haufen Dudel säcke spielen, sondern die Musik
mit Trommeln und Pauken, Geigen und Klarinetten oder der
Gitarre immer wundervolle klangliche Abwechslung bietet.
Ihr Mann kritisierte augenzwinkernd die fellbesetzten
Instrumente: Ich finde es voll gemein, dass die
Polen die ganze Zeit die kleinen, weißen, wolligen
Knuts unter den Armen zerdrücken.
Am 5.April findet die Schlepziger Jazz-Saison im Brauhaus
mit Jessica Galle ein vorläufiges Ende. Aber
Ende Oktober geht es dann wieder los mit Neuentdeckungen
und Bewährtem, versprach Anja Römer.

die Herren in Rot: die polnischen "Zbaszyniacy"

Anna Kummerlöw

und die "Dresden Pipes & Drums"
Text und
Fotos: Jens Golombek
18.02.2008
Lausitzer Rundschau
Volles
Haus beim Auftritt der gestandenen «Jazz Family»
aus Berlin / Treff von Dudelsackspielern im März
Jazz-Musiker
der Extraklasse in Schlepzig
Schlepzig.
Sieben Jazzmusiker, alle schon eine Sieben an erster Stelle
im Lebensalter, haben dem Schlepziger Brauhaus am Samstagabend
30er-Jahre-Atmosphäre verschafft.

Foto: Jens
Golombek
Die Berliner «Jazz-Family» und damit geballte
Erfahrung als Jazz-Musiker erlebte das Publikum im Schlepziger
Brauhaus.
Mit der Berliner Jazz-Family hatten die «Jazz
& Buffet» -Veranstalter wieder Musiker der Extraklasse
im Angebot. Das musste sich im Vorfeld herumgesprochen
haben. Mein Mann wollte mir gar nicht glauben, wie
viele Anmeldungen wir für den heutigen Abend hatten,
berichtete Wirtin Anja Römer. Torsten Römer
fügt prompt an: «Deshalb kommt die Jazz
Family ganz bestimmt im Sommer wieder zu uns.»
Anja Römer gestand: Ich war heute Abend richtig
erschrocken, als ich merkte, dass ich einige der Musiker
schon vor 30 Jahren in Berliner Jazzkneipen wie der ,Eierschale
erlebt hatte. Da merkt man, wie die Zeit vergangen ist.
Im Herbst 1974 trafen sich erfahrene Musiker aus verschiedenen
Berliner Jazz- und Swingbands zu einer Session. Nach einem
ersten gemeinsamen Auftritt beschlossen Klaus Sörensen,
Wolfgang Krüger und fünf weitere Männer,
weiterhin gemeinsam zu musizieren. Wegen der guten privaten
Kontakte untereinander nannte sich die Band dann «Jazz-Family
Berlin» und spielt bis heute in fast unveränderter
Besetzung. Die Band bevorzugt den New Orleans Stil. In
ihrem Repertoire finden sich Stücke von Louis Armstrong,
Duke Ellington, Sam Morgan, King Oliver oder Bennie Moten.
Die «Jazz Family» wird noch heute regelmäßig
zu Jazzfestivals eingeladen und auch offizieller Teilnehmer
beim Internationalen Dixielandfestival in Dresden. Und
es gibt mit ihr an jedem ersten Sonntag im Monat einen
Frühschoppen in einem Berliner Hotel.
«Ich kam 1958 durch ein Louis-Armstrong-Konzert
zum Jazz» , erzählte Sänger Dieter Hillbricht.
Vor meinem Einstieg in die Family spielte
ich bei fünf Jazz-Bands Kornett. Heute geben wir
Stücke ab 1923 bis in die 30er-Jahre zum Besten.
Aber ich suche nur die sehr melodiösen Lieder aus.
Nach dem Ausstieg aus dem Berufsmusikerleben habe die
Gruppe jetzt mehr Zeit, besonders schwierige Stücke
einzustudieren. Denn wir sind alle mit Herzblut
dabei, deshalb klingt das Ergebnis auch so toll, oder?
Ans Aufhören denke keiner von ihnen.
Klaus Sörensen leitet seit dem Jahr 1974 die Jazz
Family Berlin. Ich habe damals in Eigeninitiative,
von dem Schlagzeuger ,Papa Ko inspiriert, dieses
Instrument gelernt. Neben verschiedenen Engagements in
Swing- und Bigbandmusik bin ich der ,Family bis
heute treu geblieben. Die Verpflichtungen der rüstigen
Truppe bringe sie auch öfter ins Berliner Umland
oder bis an die Ostsee. Unsere treuesten Fans, darunter
erstaunlicherweise auch jüngere Jahrgänge, reisen
fast zu jedem Termin mit, so Dieter Hillbricht.
Die Jazz-Reihe in Schlepzig hat sich zu einem richtigen
Kulturtreffen gemausert, sagte Margret Richter-Span.
Viele Bekannte kommen ja nicht mehr nur wegen der
phantastischen Künstler her, sondern um sich bei
dem ein oder anderen Bier regelmäßig niveauvoll
auszutauschen.
Ich war schon ein bisschen enttäuscht, dass
wir ausgerechnet an diesem Abend auf der Galerie keinen
Platz mehr bekommen haben, berichtete Bernd Sueben.
«Aber hier unten am offenen Feuer von dem Sound
durchdrungen zu werden, hat auch seinen Reiz.» Aber
zum von Torsten Römer angekündigten Dudelsackspielertreffen
am 1. März wolle er «überpünktlich
sein, denn da will man ja auch richtig was sehen»
. Für den ersten März haben sich außer
20 Pipes und Drums nachträglich noch einmal acht
weitere Spieler aus der Republik Polen zum 1. Dudelsackspielertreffen
im Spreewald angesagt, berichtete Torsten Römer
stolz. Die werden unsere Brauerei mit Ihren Instrumenten
mit Sicherheit zum Kochen bringen. (jgk)
Jens Golombek
12.02.2008
Lausitzer Rundschau
Gitarrist
Rainer Feldmann im Konzert in Schlepzig
Gehauchte
Klänge mit Fingerspitzen-Gefühl
SCHLEPZIG.
Einen Abend mit leisen, anrührenden Tönen haben
mehr als 40 Musikfreunde im Landgasthof Zum grünen
Strand der Spree erlebt.

Foto: -ds
Mit zarten Gitarrenklängen und virtuoser Interpretation
hat er sein Publikum im Konzert bei Klassik und
Schlemmen begeistert: Rainer Feldmann.
Professor Rainer Feldmann, der in den großen Konzertsälen
der Welt zu Hause ist und als Lehrer an der Universität
der Künste Berlin und anderen namhaften Bildungseinrichtungen
in Deutschland Meisterkurse gibt, genoss sichtlich die
familiäre Atmosphäre der kleinen Konzertreihe
Klassik und Schlemmen. Die Hörer lauschten
im Kerzenschein dem Spiel auf der Gitarre. Sonate
kommt von ,sonare, was soviel wie sinnliches Klingen
bedeutet. So soll auch unser Abend heute werden,
hatte Rainer Feldmann die Wahl der Stücke für
das Programm in Schlepzig begründet. Langweilig war
das in keiner Sekunde.
Feldmann hat eine Vorliebe für Musik mit spanischen
Wurzeln. Das machte er in Schlepzig deutlich. Eine Gitarren-Sonate
des Andalusiers Joaquin Turina, der im Jahr 1949 verstarb,
gab dem Musiker gleich zu Anfang alle Möglichkeiten,
um künstlerische Meisterschaft mit musikalischem
Witz zu paaren. Feldmann gab im Lento-Satz melancholische
Klänge, um gleich danach Ton-Kaskaden über dem
Publikum niederprasseln zu lassen. Im quicklebendig gespielten
Allegro vivo schließlich erahnten die Hörer
Ausbrüche spanischer Leidenschaft in Musik, die immer
wieder mit lyrischen Stimmungen wechselte virtuoses
Spiel machte dieses Wechselbad der Gefühle möglich.
Nur für
Könner
In die Musik-Welt von Johann Sebastian Bach aus dessen
glücklicher Köthener Zeit entführte der
Interpret das Publikum ebenfalls. Die a-Moll- Sonate des
Großmeisters war ursprünglich für die
Violine geschaffen worden. An der nicht weniger kunstvollen
Adaption für Gitarre dürfen sich nur Könner
versuchen, doch für Feldmann war die Interpretation
hörbares Vergnügen. Dem ruhigen Grave mit kunstvollen
tonalen Verzierungen folgten eine verästelte Fuge
und ein innig-zart gespieltes Andante sowie das fröhlich-beschwingte
Allegro. Das Publikum war entzückt.
Ganz andere Töne ließ Feldmann mit der Gitarren-Suite
des zeitgenössischen kubanischen Komponisten Leo
Brouwer erklingen. Brouwer zitiert in musikalischen Karikaturen
gekonnt andere Komponisten. So waren Anleihen von Beethoven,
Alexander Skrjabin und Tonkaskaden im Stil des barocken
Cembalo-Komponisten Pasquini zu hören. Das gab Rainer
Feldmann mit dem nötigen hintergründigem Humor.
Paganini
als «Kompott»
Als Sahnehäubchen erklang eine Sonate
des Italieners Mauro Giuliani, einem Zeitgenossen der
Klassik. Heiteres in Musik in seiner harmonischen Liedhaftigkeit
machte dem Publikum großen Spaß. So kam Rainer
Feldmann nicht ohne Zugaben vom Podium. Eine heitere einsätzige
Sonate von Paganini, die erneut Virtuosität verlangte,
erfreute als konzertantes Kompott.
Wie kommt ein Künstler von Weltrang darauf, in Schlepzig
zu gastieren? Er habe von Kollegen, die im Rahmen der
Konzertreihe aufgetreten waren, von dem besonderen Fluidum
erfahren und sei neugierig geworden, sagte Feldmann gegenüber
der RUNDSCHAU. Das Gastspiel am Sonnabend habe ihn angenehm
überrascht. Er könne sich vorstellen, in Schlepzig
wieder ein Konzert zu geben. (-ds)
-ds
22.01.2008
Lausitzer Rundschau
Matti Klein
und Björn Missal bieten im Schlepziger Brauhaus den
Jazz zum Buffet
Musik auf
Empfehlung
Schlepzig.
Obwohl diesmal noch unbekannte Künstler an den Start
gegangen sind, wurde bei Jazz und Buffet im
Schlepziger Brauhaus Schlepzig wieder Live-Musik der Extra
klasse präsentiert.
Foto: Jens
Golombek
Matti Klein und Björn Missal bei ihrem Auftritt im
Schlepziger Brauhaus.
Matti Klein am Klavier und Sänger Björn Missal
versetzten die Zuhörer mehr als zwei Stunden in Verzückung.
Jeder fängt mal an und sollte eine Chance gekommen,
begründete Veranstalterin Anja Römer die Entscheidung,
mit dem Engagement der beiden jungen Herren einer Empfehlung
zu folgen. Natürlich waren beide sehr ehrfürchtig,
als sie hörten, wer hier im Brauhaus schon alles
gespielt hat, so Anja Römer.
Nicht nur mit Stücken aus der ersten Hälfte
des vergangenen Jahrhunderts, sondern auch mit Kompositionen
von den Beatles, Eric Clapton, Sting, Whitney Houston
und Phil Collins ernteten Klein und Missal viel Zwischenapplaus.
Diese Musik ist zeitlos, wird aber immer wieder
neu interpretiert. Da muss man einfach Gänsehaut
bekommen, sagte Anja Römer. «Jazz und
Buffet» sei zunehmend eine Veranstaltungsreihe für
Generationen. Ich erstelle gerade den Plan für
unser nächstes Jazz-Jahr, Matti Klein und Björn
Missal laden wir auf jeden Fall wieder ein.
Ich hätte die ganze Nacht dieser Mischung aus
ruhigen und flotten Melodien lauschen können,
sagte Anna Kopp. Die Zusammenstellung der Lieder sei sensationell.
An solche Stücke muss man sich erst einmal
heranwagen, erklärte Frank Packer. Das
hätte ich den jungen Herren auf den ersten Blick
nicht unbedingt zugetraut.
Die Auswahl ist sicher nicht einfach gefallen,
so Björn Missal. So gut auch manche aktuellen
Songs klingen, in diese Brauhausatmosphäre hätten
sie nicht gepasst. Die Stücke müssen freundlich
und ausgereift sein und eine gute Jazzharmonik zeigen.
Die besondere Ästhetik liege sowieso in den Stücken
sehr früher Jahrgänge, ergänzte Pianist
Matti Klein. Man merkt den Stücken einfach
an, dass die Jazz-Komponisten wahnsinnig von der Klassik
inspiriert wurden. Die Möglichkeiten für Improvisationen
sind da ungleich größer. Etwa 70 Prozent
der Stücke seien nicht einstudiert, sondern würden
aus dem Moment heraus entstehen, sich aus dem Zusammenspiel
der beiden Musiker entwickeln, so der Künstler. Dass
beide in Schlepzig erst zum vierten Mal gemeinsam spielten,
habe die Sache besonders spannend gemacht.
Björn Missal ist Jahrgang 1983 und wuchs in der Nähe
von Stralsund auf. Als Kind erhielt er zehn Jahre lang
klassischen Gitarrenunterricht. Es folgten klassischer
Gesangsunterricht und mit 17 die erste eigene Band. Seit
fast fünf Jahren singt er in Berlin in den unterschiedlichsten
Jazzchören und -Bands.
Jazzpianist Matti Klein (23) erhielt er auf dem Musikgymnasium
Demmin eine klassische Klavierausbildung. Seit Oktober
2004 studiert er am «Jazz Institut Berlin»
. Er hat sich zu einem gefragten Musiker der Berliner
Jazzszene entwickelt. Mit zahlreichen Projekten gastierte
er auf nationalen und internationalen Jazzfestivals unter
anderem in Kaliningrad und Los Angeles.
Jens Golombek
7.01.2008
Lausitzer Rundschau
Argentinierin
verwöhnt mit Gesang und Ausstrahlung Konzertgäste
und -veranstalter
Lily Dahab
begeistert Schlepziger Publikum
Schlepzig.
Während im Erdgeschoss des Schlepziger Brauhauses
das Buffet die Gaumen erfreute, verwöhnte direkt
darüber Lily Dahab im Rahmen der winterlichen Jazz
& Buffet-Reihe Ohren und Seele zahlreicher Musikfreunde.
 |
Foto: Jens
Golombek
Das Konzert von Lily Dahab empfand Veranstalterin Anja
Römer «wie zwei Stunden Urlaub» . Ihre
Begeisterung über die Sängerin teilte sie mit
dem Schlepziger Publikum im Brauhaus.
Die Jazzmusikerin spielte schon gemeinsam mit Yvonne Catterfeld,
Phil Collins, Freundeskreis, Udo Lindenberg. Am Sonnabend
ließ sie im Schlepziger Brauhaus, unterstützt
von ihrer neuen eigenen Band, ihre Stimme strahlen.
Lily Dahab wurde in Argentinien in Buenos Aires geboren.
Neben Jazz und Pop hat sie spätestens nach dem Studium
von Musik und Gesang auch noch Bossa Nova, Bolero und
Tango im künstlerischen Repertoire. An der Seite
von Madonna fand Lily Dahab mit dem Kinofilm «Evita»
den Weg aus Südamerika heraus. Hauptrollen in Broadway-Musicals
brachten sie ebenso wie Engagements auf Kreuzfahrtschiffen
nach Europa.
Seit November lebt die Südamerikanerin in Berlin.
Obwohl ihr Sprachkurs erst im Februar beginnt, klappt
die Verständigung mit dem Pianisten Bene Aperdannier,
Bassist Andreas Henze und Topo Gioia (Percussion) offensichtlich
hervorragend. Stücke mit veränderter Tempi sorgten
wie Instrumentalsoli für im Schlepziger Brauhaus
ungewöhnlich kräftigen Applaus.
Inhaber Dr. Torsten Römer schwärmte von Stimmorgan
und Ausstrahlung der Sängerin. Und das vor
allem nahezu unplugged, wir sind ja schließlich
kein Elektroschuppen, war er begeistert.
Ich bin wunschlos glücklich, sagte strahlend
Ernst Lamping. Erst anständig und geschmackvoll
satt geworden, jetzt diese unglaubliche Vorstellung.
Obwohl dann für die Kulturreihe ein Stammgast verloren
ginge, könne er sich durchaus vorstellen, mit
Lily Dahab bis nach Südamerika zu tanzen.
Ich bin sehr stolz, diese phantastischen Musiker
zu haben, bedankte sich Lily Dahab bei ihren Künstlern.
Wir haben gestern zum allerersten Mal geprobt. Dass
es heute schon so gut geklappt hat, ist ein göttliches
Zeichen.
Die Anfahrt aus Lübben hat sich auf jeden Fall
gelohnt, sagte Simone Reusch. Früher
sind die Leute ja immer für die Kultur in die Stadt
gekommen. Aber diese Klassik- und Jazz-Geschichten hier
in Schlepzig dürften dies langsam aber sicher umkehren.
Das war wie zwei Stunden Urlaub, fügte
Anja Römer schwärmend an.
Den Höhepunkt der Saison sehen die Römers im
Abend mit New Orleans und Dixieland von der Jazz
Family am 16. Februar. Da kommen 400 Jahre
geballte Jazz-Kompetenz auf uns zu, freut sich Gastwirt
Römer schon seit langem. Aber auch die 20 Dudelsackspieler
und Trommler von ,Pipes & Drums sind Anfang
März auf jeden Fall einen Besuch wert. Bereits
am 19. Januar wartet erstklassiger Jazz von und mit Björn
Missal auf die Spreewälder. (jgk)
Jens Golombek
Rezensionen
2007