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Rezensionen 2011/12
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Lausitzer Rundschau 6.2.2012 Schlepziger Brauhaus geht auf Dixieland-Reise
Erst den musikalischen Olymp, dann die
Galerie des Schlepziger Brauhauses erklommen: v.l.n.r.: Tilo Wedell,
Sören Pehrs, Joachim König, Klaus Gusche Beyersdorff, Reiner
Ahrens und Oliver Küntzel.
Schon kurz nach ihrer Gründung nahm die Band an vielen Jazzfestivals mit großen Erfolgen teil. 1967 erhielten drei Bandmitglieder im Geburtsort des Jazz sogar die Ehrenbürgerschaft der Stadt New Orleans. Bis heute besuchen wir immer wieder New Orleans, um uns dort musikalische Inspirationen zu holen, berichtete Klaus Beyersdorff. Running Wild 50 Jahre Sir Gusche Band ist die aktuelle Platte der Kapelle überschrieben, ein weiteres Dutzend findet sich in der Diskografie. Musikalisch bewegte sich der Schlepziger Jazz-und-Buffet-Abend mit Auszügen aus diesem Schaffen auch in dieser Saison im Stil des New Orleans Revival Jazz. Mit einer ganzen Armada unterschiedlicher Dämpfer für Posaune und Trompete spielten sich die nicht mehr ganz taufrischen Musiker die Bourbon-Street hoch und runter. Dass alle Bandmitglieder die leisen genauso wie die lauten Töne beherrschen wurde bei jeder Gelegenheit mit kleinen Soli bewiesen. Oliver Küntzel präsentierte mit Running wild, gar ein beinahe durchgängiges Banjosolo. Der Song war nicht das erste Stück, bei dem das Publikum ebenfalls wild wurde. So auch bei Sweet and lovely, einem relativ modernen Stück aus den 40er-Jahren. Das haben wir irgendwie 50 Jahre lang übersehen und erst jetzt neu ins Repertoire aufgenommen, entschuldigte sich Gusche mit einem Augenzwinkern. Während des mehr als dreistündigen Auftritts steigerten die Herren ihre hör- und sichtbar steigende Spielfreude. Dazu gehörten auch in Schlepzig gemeinsame Raucherpausen mit den Fans ihrer Musik, die sich gern auf Fachgespräche vor der Tür einließen. Auch die Veranstalter schätzen den Kontakt zu ihren Musikern: Als Sir Gusche noch nicht bei uns war, eilte ihnen eine gewisse Arroganz als Ruf voraus, erinnerte sich Gastgeberin Anja Römer. Jetzt weiß ich, dass sie die Besten sind und die Anderen einfach die Konkurrenz scheuten. In einer ganz anderen Liga spielen am 25. Februar die vier Musiker von Mo' Blow, die einer deutlich jüngeren Jazz-Generation angehören, aber schon als Doppelsieger des Jazz&Blues Award 2008 oder zuletzt als Gewinner des Future Sounds Award 2011 als Spitzenband auf sich aufmerksam gemacht haben. Dieser Abend könnte zu einem weiteren Höhepunkt unserer Jazz-Konzerte avancieren, zeigt sich Gastgeber Torsten Römer überzeugt. Zunächst werde jedoch am 11. Februar Klassik & Schlemmen serviert. Von Monteverdi über Mendelssohn bis zur Moderne präsentieren Eleanor Forbes, Harald Maiers, Martin Lindsay und Stewart Emerson A capella-Gesang aus fünf Jahrhunderten. 4 Stimmen, 5 Jahrhunderte beginnt schon um 18 Uhr. Jens Golombek Lausitzer Rundschau 10.1.2012 Musikalische Reise mit eigener Mischung Spritzige Funkmusik mit ordentlichen
Portionen Jazz, Soul und Blues-Rock - Ron Spielman verstand es Samstagabend
im Schlepziger Brauhaus spielend die Stile zu seiner ganz eigenen, energiegeladenen
und tanzbaren Mischung zusammenfügen.
Klassisch und Schlemmend in Schlepziger Weihnachtszeit Katharina Richter und Rudolf Gäbler
sind als MUSICA E PAROLE ein unschlagbares Duo geworden,
das sich fröhlich in allen Musikgenres kreuz und quer auf höchstem
Niveau bewegt.
Foto: Jens Golombek
Suse Jank & Band: Ostpoesie (monocelli production) 05.12.2011
Wiedervereinigung in der Musik, 22 Jahre nach dem Mauerfall. Über zwei begnadete MusikerInnen aus dem Westen und dem Osten Berlins, die sich fanden. Mehr als 20 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer gründeten die Ost-Berliner Sängerin, Suse Jank und der West-Berliner Jazzpianist, Clemens Süssenbach eine neue Band "Ostpoesie". Kompositionen von ehemaligen DDR-Musikern und Bands wie Silly, Klaus Renft Combo, Manfred Krug oder Veronika Fischer begannen sie neu zu auszulegen. Die beiden Musiker wiederholen nicht etwa das Alte. Ganz im Gegenteil: sie kreieren die Musik aus eigener, charmanter Perspektive mit viel Witz und Humor neu. Durch die intime Darstellung der poetischen Texte und Melodien präsentiert das Duo ihre verjazzte Popmusik in verführerischer Schnörkellosigkeit und Direktheit. Eine neue künstlerische Ausdrucksform. Die 27-Jährige ist in Ost-Berlin geboren, noch nach dem Fall der Mauer ließen ihre Eltern im Wohnzimmer DDR-Schlager laufen von Bands und Künstlern wie Veronika Fischer, Silly, Lift oder eben Petra Zieger. Suse Jank will den alten Songs neues Leben einhauchen: Ostpoesie heißt ihr Projekt, das sie gemeinsam mit ihrem Pianisten und Arrangeur Clemens Süssenbach vorantreibt. Clemens Süssenbach, in Zehlendorf
aufgewachsen in den 90ern noch mit eigener Band, dem "Clemens
Süßenbach Quartett", im Quasimodo und A-Trane bekannt
hatte bisher wie die gewöhnlichen Westberliner jener Generation,
wenig Interesse an der Musik aus dem Osten. Immerhin von der Band "City",
hatte er schon gehört, bevor er mit Suse Jank auf Songsuche ging.
Auch City-Lieder interpretiert das Duo neu, dazu haben sie Kompositionen
von Manfred Krug und Renft im Repertoire. Suse Jank, die in Berlin und
Weimar Schulmusik mit den Schwerpunkten Gesang, Klavier und Schlagzeug
studiert hat findet die Lieder wünderschön, das mit ostalgischen
Gefühlen ihr Projekt nichts zu tun habe. Besonders für Clemens Süssenbach war es ein Abenteuer, die unbekannten Songs zu entdecken und sich anzueignen. Einige brachte Jank von zu Hause mit, andere holten sie aus dem Archiv für DDR-Rockgeschichte der Universität Potsdam, das von Birgit Jank, Mutter der Sängerin und Musikprofessorin, angelegt wurde. So hörten sie sich gemeinsam durch die gesamte Rock- und Pop-Geschichte der DDR. Suse Jank legte bei der Song-Auswahl viel Wert auf die Texte: z.B. von Manfred Krug. Da heißt es etwa: Wachst du endlich auf, seh ich in die Tiefe deiner Augen, und mir ist, als riefe es wie Gesang von Glück und Seeligkeit zu mir herauf. Von Anfang an legten sie großen Wert darauf, die alten Songs ins Heute zu transportieren und ihre eigenen Interpretationen der Lieder in den Mittelpunkt zu rücken. »Wir versuchen, uns einen eigenen Sound aufzubauen, die eigene Identität spielt eine ganz entscheidende Rolle«, so die 25-Jährige, die Musik in Weimar und Berlin studierte. Die Bühne hat den Charme eines
gutbürgerlichen Wohnzimmers. Doch wenn Suse Jank diese betritt,
startet eine emotionale Traumreise. Ganz bezaubernd swingt und philosophiert
die Berlinerin - kein Thema zu weich, kein Text zu seicht. Suse findet
mit ihrem Improvisationstalent stets den richtigen Ton. So schickte
sie den geneigten Zuhörer im Landgasthof zu Schlepzig auch gestern
Abend in ihr persönliches Kopfkino mit Wohlfühl-Garantie.
Poetisch beschwingt und federleicht summte sie sich durch die Jazz-Pop-Nummern
ihres aktuellen Albums "SUSE JANK & BAND: OSTPOESIE".
Zusammen mit ihren fünf gut gekleideten Begleitern schwedischer,
italienischer und armenischer Herkunft - von "Ostpoesie" gaben
sie einem für den Moment das Gefühl von Freiheit und Sorglosigkeit. Alle Plätze waren besetzt doch selbst im Stand lauschen zu dürfen, wurde von den Gästen gerne in Kauf genomen. Man merkt, sie wollen neue musikalische Wege und Erprobungen im Hier und Heute überliefern. Mit modernen Stilmitteln des Jazz, Folk und Pop gelingen der jungen, kurz vor dem Fall der Mauer geborenen Sängerin und dem Jazzpianisten, der zu jener Zeit im Alter Suses war, eine Reinkarnation des Ost-Rocks als stimmungsvolle romantische, aktuelle Jazz- und Popmusik. Durch die intime Darstellung der poetischen Texte und Melodien präsentierte das Duo ihre Musik in bezaubernder Einfachheit und Unmittelbarkeit. Eine junge Künstlerin aus der Jazzecke führt bei Weitem mit "Ostpoesie light" den deutschen PopJazz an. Suse Jank, 27, die "Jazzpop-Prinzessin", betört mit Songs, die uns unwiderstehlich ins Ohr flüstern. Der sinnliche Jazzpop ist die schönste Gegenbewegung zu den gecasteten "Superstars". Und so war jede Minute des zweistündigen Konzerts von einem feinen Sound durchsetzt, der ohne zu übertreiben in die Spitzenliga heutiger Jazz-Popmusik gehört. So überraschte es nicht, dass das Publikum gebannt horchend, am Ende des Konzerts in der vollbesetzten Spreewaldbrauerei Schlepzig leidenschaftlich applaudierte. Einem der ersten vereinigten Musikprojekte der Nachwendegeneration so hautnah zu spüren, versetzte selbst eine lauschende West-Berlinerin in einen Rauschzustand. Vollständiger
Artikel auf: Claudia Zundel
Lausitzer Rundschau 19.11.2011 Choro ist flexibel und heute wieder sehr lebendig
Hartmut Preyer, was ist Choro und wie hat er sich entwickelt? Choro entstand in Rio de Janeiro um 1870 als Freizeitbeschäftigung von Beamten und der Mittelschichtbevölkerung in Brasilien. Man spielte die damals angesagten Stücke aus Europa wie Walzer, Polkas, Mazurkas und Tangos. Nach und nach entwickelte sich durch Einflüsse afrobrasilianischer Rhythmen ein eigener Stil, diese Stücke zu spielen. Aber Choro ist eigentlich kein Musikstil, sondern eine Art, alle Stile zu spielen. Choro ist flexibel und heute in Brasilien wieder sehr lebendig. Auch in anderen Ländern gewinnt er Freunde. Wie ist die klassische Besetzung des Choros und in welcher Besetzung spielen Sie und Ihre Musiker in Schlepzig? Die klassische Bestzung ist eine siebensaitige Gitarre, eine mit sechs Saiten, Cavaquinho, Pandeiro, das typische Percussioninstrument in Brasilien, und ein Melodieinstrument, Flöte oder Mandoline, oder auch ein anderes Instrument. Das Konzert in Schlepzig ist eigentlich ein Gitarrenduo, das mit der Percussion von Tom Erben vervollständigt wird. Und es ist das Abschiedskonzert von Daniel Rosa, der zurück nach Brasilien geht. Wie wichtig ist die soziale Komponente des Choros in Brasilien? Choro ist nur eine von vielen Musikrichtungen in Brasilien. Wenn sich Menschen treffen, um Choro zu spielen, nennt man das eine Roda de Choro, ein Kreis von Musikern, die Choro spielen. Es ist oft ein regelmäßiges Ereignis und das lieben die Brasilianer. Choro war in Brasilien immer im Radio zu hören und Generationen sind mit ihm aufgewachsen. Wie sind Sie als Deutscher auf den Choro gestoßen? Ich komme vom Jazz und da hat man viel mit Bossa Nova zu tun. Da ist Brasilien nie weit weg. Choro lief mir zu einer Zeit über den Weg, als ich keine Lust auf Jazz mehr hatte. Ich spielte in ein paar Bands Bass, meistens Soul aus den 1960ern, und während eines Auftritts, bei dem auch andere Musiker mitmachen konnten, fragte mich eine Sängerin, ob ich Lust hätte, in ihrem Trio den Gitarristen zu ersetzen, brasilianische Musik, aber keine Bossas, interressant. Mit der Percussionistin dieser Band hörte ich bei der Copa de Cultura 2006 in Berlin mit dem Trio Madeira Brasil eine der bekanntesten Choro-Gruppen aus Rio. Das war die Initialzündung. Worin besteht der Reiz des Choros für Sie? Der Reiz des Choros besteht für mich darin, dass er weder Jazz noch klassische Musik ist. Natürlich steht man bei jedem Choro-Stück vor einem Wald von Noten. Es dauert, bis man sich darin wohlfühlt und damit spielen kann. Es ist etwas, was ich im Jazz vermisse. Die Grundlage der Improvisation sind nicht die Changes, also die Akkorde, die dem Stück zugrunde liegen, sondern die Melodie. Wenn man Choro spielt, kann man improvisieren, muss aber nicht. Früher wurde im Choro wenig improvisiert; später änderte sich das. Wie sieht das bei Ihnen aus? Ich versuche, den Drang zur Improvisation zu dosieren. Bei einem Konzert mit einstudiertem Programm ist das sowieso nur beschränkt möglich, bei einer Roda, also Session, kann da schon mal mehr passieren und alles ist möglich. Dafür ist die Roda da. Es gilt: Je länger man mit einer bestimmten Besetzung zusammen spielt, desto mehr passiert. In den vergangenen Jahren gab es Wellen, die lateinamerikanische Musikformen international populär machten. Das gelang unter anderem mit argentinischem Tango. Können Sie sich so etwas auch beim Choro vorstellen? Diese Wellen waren immer mit dem jeweiligen Tanz verbunden. Choro ist nicht wirklich Tanzmusik. Es gibt die Gafieira-Variante, bei der getanzt wird, aber ob die es in die Tanzschulen schafft, da bin ich mir nicht sicher. Noch vor zehn Jahren gab es keinen Choro in Europa oder nur sehr vereinzelt und nun ist er überall vertreten. Von einer Welle kann man nicht sprechen. Aber ich denke, dass sich Choro lange halten wird quasi als Brücke zur brasilianischen Musik. Mit Hartmut Preyer sprach Thomas Seifert 5.11.2011 "Gipsy Gentlemen" und Küchenchefin Sabine Stelldinger
Foto: Jens Golombek Fünf Gipsy Gentleman und eine Dame Ganz Gentleman haben die fünf,
teils russischen - teils deutschen Jazzmusiker den Konzertauftritt ganz
ruhig angehen lassen um im Laufe des Jazz & Buffet-Abends
umso energischer eine Lanze für ihr musikalisches Idol zu brechen.
2.11.2011 Lausitzer Rundschau Handgemachte Musik in Schlepzig
Sparsam, auch mal nur mit Pianobegleitung, interpretierte die stimmgewaltige Lady Birgit Breuer mit ihren flexible friends auch klassische Jazzkompositionen. Foto: Jens Golomkbek
Sängerin Birgit Breuer hatte beim Auftaktkonzert der Jazzreihe ihr Publikum schon nach den ersten Takten der von ihrem Jazzensemble arrangierten Rock und Pop-Songs in ihren Bann gezogen. Eingebettet zwischen Autumm leaves und Round midnight führten die Musiker jazzend durch den nebligen Abend. Es ist sehr schön, dass es wieder weitergeht mit J&B, obwohl das auch bedeutet, dass der Winter vor der Tür steht, sagte Friedjoff Kaluhn. Aber kein Problem, so lange man es bei guter Musik und leckerem Essen gemütlich machen kann. Gastgeberin Anja Römer fand den Auftakt sehr gelungen. Auch das Publikum war vom ersten Ton an mit dabei. Viele Leute würden gezielt zu Wiederholungstäterkonzerten kommen, zu denen auch Ron Spielmann oder die Jazz family zum regelmäßigen Saisonende zählen. Diese Konstanz werden wir noch weiter ausbauen, kündigte Anja Römer an. Denn in jedem Jahr spielen sie etwas ganz anderes. Bei vielen merkt man, wie sie wachsen und besser werden und es ist toll zu hören, wie unendlich viele schöne Titel es gibt und wie sie interpretiert werden. Entgegen öffentlich geförderter Winterkonzerte erklingen im Spreewalddorf Schlepzig Konzerte aus Jazz und Klassik seit 19 Jahren auf rein private Initiative. Anja und Dr. Torsten Römer erheben dabei mit ihren Winterkonzerten für sich den regionalen Anspruch des Originals. Bevor die Jazz Family im
April nächsten Jahres zum Saisonausklang aufspielen kann stehen
mit Waldi Weiz & Adwoa Hackman, der Sir Gusche Band, Jessia Gall
oder natürlich Ron Spielmann wieder Künstler von Weltruf auf
dem musikalischen Brauhausplan. Schon am kommenden Samstag lassen die
Gipsy Gentlemen Django Reinhardt musikalische erwachen. Von Jens Golombek
14.04.2011 Lausitzer Rundschau Die Takte sind gezählt
Tagsüber hatte sich die Jazz-Family auf dem Spreewaldkahn bei der Schlepziger Saisoneröffnung eingespielt. Natürlich haben wir nicht das erste Mal auf einem Kahn Musik gemacht, aber in Berlin sind die Kähne ein bisschen größer, weiß angestrichen und aus Stahl, scherzte Klaus Sörensen. Den angestammten letzten Platz im Veranstaltungskalender von Jazz & Buffet nimmt der Musiker gelassen. Jetzt hören die Leute ein halbes Jahr nichts mehr und kommen deswegen noch einmal extra zu uns nach Schlepzig. Zudem sei der späte Termin eine Garantie für schönes Wetter. Vor zwei Monaten hätten wir keine Kahnfahrt machen können. Durchaus wehmütig blickt Veranstalterin Anja Römer auf das vergangene halbe Jahr zurück. Und wir haben längst noch nicht genug, leiden ja noch heute Abend bestimmt schon wieder an Entzugserscheinungen von der Sir Gusche Band, Ron Spielmann und all den Anderen, sagte sie. Im Programm für die nächste Saison werde man sehen, dass sie die Anzahl der Termine wieder ein bisschen herunter gefahren und auf bewährte Namen konzentriert habe. Das ist gar nicht so einfach. Die Bands machen schon so massiven Druck, haben ja ihre Stammtermine. Als wir hier aufgemacht und mit der Jazzreihe begonnen haben, wurde viel experimentiert. Mittlerweile ist mir aufgefallen, dass Dixieland und New Orleans irre in dieses Ambiente passen und dass diese Musik spürbar besser angenommen wird. Ab dem 29. Oktober 2011 werden im Brauhaus wieder Mood Indigo & Co. zu genießen sein. Dann beginnt mit my flexible friends die neue Jazzsaison in Schlepzig. Dieter Hillbricht: Trompete und Gesang Von Jens Golombek 12.03.2011 Lausitzer Rundschau Schlepzig swingt durch musikalische Nacht
Die Samstagnacht war in Schlepzig ganz
der Musik gewidmet. Während die Jugend mit ihrem Eierkuchenball
im Unterspreewald den Fastnachtsreigen beendete hatte sich
die nächste Generation in der Schlepziger Privatbrauerei zu erstklassig
swingender Dixielandmusik versammelt. Lausitzer Rundschau 1.02.2011 Deutscher Rock auf Schlepziger Jazzbuffet
»Ostpoesie« ist die aktuelle Platte von Suse Jank überschrieben, aus der die Berlinerin, mit einer Prise Soul versehen, ausgewählten deutschen Jazz-Rock präsentierte. In Schlepzig belebte die international besetzte Band in drei Sets diese unvergessenen Songs von Silly, Veronika Fischer, City oder Manfred Krug über Liebe und Poesie. Zwischen den ausschließlich deutschen Texten fand eine Eigenkomposition Platz. Außerdem wurde Gelegenheit gefunden, die Temposchraube mal komplett zurückzudrehen. »Meine Mutter hörte wenig Musik, aber wenn, dann Veronika Fischer«, erklärte Suse Jank deren deutliche Häufung im Repertoire ihrer Interpretationen. Aber auch die Renft-Fans kamen mit dem »Gänselieschen« oder - ausgerechnet in einer Brauerei - »Wasser und Wein« nicht zu kurz. »So langsam frage ich mich als nahezu regelmäßiger Besucher, wie die Organisatoren neben dem Altbewährten immer wieder neue musikalische Volltreffer auftun und hier nach Schlepzig bekommen«, applaudierte Enriko Klettwitz. »Denn die wissen ja auch, dass die Abende hier zumindest relativ gesehen im wirklich kleinen Kreis stattfinden.« »Musik kann wirklich eine Brücke sein«, staunte Evelyn Niederegger. »Die junge Dame hat zumindest heute Abend das Publikum aller Herkunft und Generationen vereint.« Davon abgesehen sei das Konzert »wieder ein tolles Erlebnis in der kulturellen Einöde dieses Landstriches« gewesen. Nach dieser bezaubernden Ohren- und Augenweide ziehen am kommenden Samstag mit der dienstältesten Berliner Jazzband wieder ausgesprochen erfahrene Jazzmusiker ins Brauhaus ein. »Wir achten auf eine gute Mischung«, versicherte Gastgeberin Anja Römer, »obwohl die bekannten Größen, ob bei Jazz oder Klassik, verständlicherweise immer Publikumsmagnete sind«. Die Jank-Premie sei allemal gelungen »sie wird hier sicher wieder auftauchen. Ich denke mit einer Prise Neuem haben wir immer wieder einen richtig schönen Cocktail.« Eleanor Forbes, begleitet von Stewart Emerson an der Klaviatur, tischt am 12. Februar gemeinsam mit der Gedichte lesenden Schauspielerin Bettina Schubert einen »musikalischen Rosenstrauß« auf. Auch eine Woche später bleibt es klassisch, wenn die Kontratenöre Stewart Emerson und Kaspar Kröner Kreationen von Purcell, Dowland und Sigismondo D'India duettieren. Nach zwei weiteren Terminen mit swingendem Dixieland und französischen Chansons fällt am 9. April im Brauhaus der musikalische Hammer. »Die Jazz Family versüßt uns mit New Orleans-Klängen die lange Wartezeit bis zur nächsten Konzertsaison«, kündigte Anja Römer an. jgk1 Suse Jank (Gesang) trat mit Clemens Süssenbach am Klavier, Malte Tönißen am Bass in Schlepzig auf. Das Schlagzeug spielte Javier Reyes. Von Jens Golombek
Martin Stempel mit Band 15.1.2011 Foto: Ilia Melcher Heiße Töne im Schlepziger Winterkonzert
Seit 2007 sind Felix Falk (Saxophon, Perkussion), Matti Klein (Fender Rhodes), Bassist Tobias Fleischer und André Seidel an der Schießbude als Mo' Blow unterwegs. Mo'Blow standen am Samstagabend
in Schlepzig auf der Karte. Bei Jazz & Buffet zog trotz
Wärme aus dem Backofen eine kräftige musikalische Briese durch
das Brauhaus.
Lausitzer Rundschau 22.11.2010 Musikalische Vorspeise in Schlepziger Landgasthof
Am Samstagabend waren Rainer Feldmann (Gitarre) und Jan Tomes (Violine) zu Gast. »Concert d'aujourd'hui« heißt ihr Programm. Das Duo spielte virtuose Musik des 20. Jahrhunderts von Astor Piazolla, Jacques Ibert und Manuel de Falla. 25 Gäste erlebten ein Konzert der Extraklasse. Rainer Feldmann begeistert mit seiner außergewöhnlichen Spieltechnik, Jan Tomes mit seiner brillanten Virtuosität und seiner technischen Sicherheit. Feldmann hat sich längst einen Namen in der internationalen Gitarrenwelt gemacht. Er ist nicht nur Musiker, sondern arbeitet auch als Professor für Gitarre. Jan Tomes hat unter anderem am Prager Konservatorium studiert. Er tourt als Solist durch zahlreiche Länder, arbeitet als Professor für Violine und leitet internationale Meisterkurse. Beide Künstler brauchen nicht die große Bühnenshow. Der Klang ihrer Musik verzaubert auch so das Publikum. Kaum hatten sie ein Stück beendet, brauste anerkennender Beifall auf. Klassische Musik quasi als künstlerische
Vorspeise. Amuse Bouche sowie rote und gelbe Paprikasuppe mit gegrillter
Jacobsmuschel waren dann die kulinarischen Vorspeisen. Als Hauptgang
wurde Roulade vom eigenen Charolais Rind an Quittenrotkraut und Kartoffel-Pastinaken-Gratin
serviert. Topfen-Mohn-Mousse an Schattenmorellen mit Rum verfeinert
stand als Nachgang auf dem Menüplan. Am 4. Dezember lädt Anja
Römer erneut zu »Klassik & Schlemmen« in den Landgasthof
ein. Lausitzer Rundschau 15.11.2010 Gänsehautmusik in Schlepzig mit viel Seele
Lausitzer Rundschau 1.11.2010 Brauhauspublikum mit Leckerbissen auf Südamerikatour Begleitet von ihrer Band und Bene Aperdannier
an der Klaviatur servierte die in Buenos Aires geborene Südamerikanerin
Lily Dahab bei ihrem dritten musikalischen Brauhausbesuch auch optische
Leckerbissen. Die passenden kulinarischen Pendants servierte Buffetkreateurin
Sabine Stelldinger.
Lily Dahab mit Bassist Andreas Henze Lausitzer Rundschau 26.10.2010 Flexible Freunde eröffnen Jazz-Saison in Schlepzig
»Es gibt nicht DEN Jazz, es gibt nicht DAS Jazzensemble», meinte Birgit Breuer. »Wir haben uns auch Songs aus dem Rock und Pop genommen und arrangiert.» Sparsam, auch mal nur mit Pianobegleitung, interpretierte die stimmgewaltige Lady auch Jazzkompositionen. Während in der Kreisstadt die Lübbener Winterkonzerte von öffentlicher Hand gefördert wieder für klassische Musikmomente sorgen, erklingen im nahen Spreewalddorf Schlepzig auf private Initiative seit 18 Jahren Konzerte aus Jazz und Klassik. Anja und Dr. Torsten Römer erheben dabei mit ihren Winterkonzerten für sich den regionalen Anspruch des Originals. »Uns hat es über all die Jahre viel Spaß gemacht und den Musikern offensichtlich auch.» Sonst würden diese nicht immer wieder gern nach Schlepzig kommen. »Wenn meine Frau den jährlichen E-Mail Rundruf macht dauert es einen halben Tag und die Termine sind voll.» In besonderer Erinnerung seien ihm beispielsweise Hartmut Preyer mit seiner siebensaitigen Gitarre, Ron Spielmann oder Mo'blow gelieben, »die waren schon sensationell gut«. Für große Veränderungen in der Künstlerauswahl »sind wir einfach zu konservativ, trotzdem auch mal für ein oder zwei Experimente in der Aufstellung zu haben«. Das Konzept sei mit viel Herzblut zum Selbstläufer geworden und habe sich in der Berliner Musikszene schon herum gesprochen. »Wenn Du mal Ruhe haben möchtest, fahre nach Schlepzig und mache da Mucke.» Bevor die »Jazz Family» im nächsten Jahr zum Saisonausklang aufspielen kann, stehen mit Jessia Gall, Mo' Blow, Ron Spielman oder Martin Stempel Künstler von Weltruf auf dem musikalischen Brauhausplan. Wenn bei Anderen mal nicht alle Plätze besetzt sind, sei dies für Torsten Römer kein Problem. »Das macht ja nichts, die Musik ist für uns, wir lassen die Leute quasi nur teilhaben. Und das noch lange so weiter. Die Musik ist das Letzte, worauf ich verzichten möchte.» Um auch mit den Künstlern diese Freude zu teilen, sei für den Februar ein Crossover-Treffen geplant. »Wenn hier gar nichts los ist, laden wir alle Musiker die jemals bei uns waren unter der Woche mal ein», verspricht Römer. Dafür wird dann sicher auch das Brauhausklavier wieder gestimmt werden. »Das ist ein sensibles Instrument und im Brauhaus haben wir sich ständig ändernde Luftfeuchtigkeit und Temperaturen.» Deshalb reise vor jedem Konzert der Klavierstimmer an. »Denn wir machen hier richtig Musik, keine Elektrik.» Der nächste Brauhausjazz steht schon am kommenden Sonnabend an. »Mit Lily Dahab gibt es etwas für Ohren und Augen. Und sie bringt diesmal ihren Gitarristen aus Brasilien mit, was ihrem Bossanova sicher gut tun wird.« Konzertbeginn ist um 20 Uhr, das Buffet startet schon früher. jgk1
Lausitzer Rundschau 13.04.2010
Jazz Family kommt in Schlepzig sehr gut an
Die Berliner Kapelle bevorzugt nach eigener Aussage schon immer den New-Orleans-Stil, Musik der 30er Jahre. In ihrem Repertoire finden sich Stücke von Duke Ellington, Louis Armstrong, Sam Morgan oder King Oliver. Die seit 1974 musizierende rüstige Familie wird regelmäßig zu Jazzfestivals eingeladen. Vor ihrem jüngsten Auftritt in Schlepzig, hatten die Familienmitglieder einen gemeinsamen Frühlingstag im Unterspreewald verbracht, um sich für das Konzert in Stimmung zu bringen. Dieter Hillbricht nahm am Samstag bei einigen Stücken das Mikrophon in die Hand. Ich kam vor 50 Jahren durch ein Louis-Armstrong-Konzert zum Jazz, habe aber erst vor kurzem mit dem Singen angefangen, erzählte er. Ich suche mir sicherheitshalber nur die sehr melodiösen Lieder aus. Nach dem Ausstieg aus dem Berufsmusikerleben habe die Gruppe jetzt mehr Zeit, musikalisch besonders schwierige Stücke einzuüben. Ans Aufhören denke keiner von ihnen. Kräftiger Applaus nach jedem Soli, von dem jeder Musiker reichlich in Schlepzig präsentierte, dürfte sein übriges zum Festhalten an der Leidenschaft zur Musik tun. Unsere treuesten Fans, darunter auch richtig junge Menschen, reisen fast zu jedem Auftritt mit, freut sich Klaus Sörensen. Er leitet seit 35 Jahren die Jazz-Family. Neben Engagements in anderen Big- und Swingmusikensembles ist er der ,Family' bis heute treu. Wenn so eine Truppe im schummrigen Kerzenlicht neben einer Destille mit ihren Instrumenten verschmilzt, dann ist das doch jede noch so weite Reise wert, schwärmte Sybille Falk aus Berlin. Mit unserer kleinen Truppe versuchen wir, diese Musik so oft wie möglich zu genießen. Keine Tonaufnahme könne jemals mit dem Live-Erlebnis mithalten. Das war ja heute schon gar kein Konzert mehr sondern entwickelte sich während der vier Sets fast in eine Jam-Session, staunte Rolf-Dieter Blanke. Wenn sich Klarinette, Trompete und Posaune in solchen Räumlichkeiten mit voller Power duellieren, geht es einem doch in Mark und Knochen. Bei jedem ,Mood Indigo' gibt es für die Kapelle einen Schlepziger Hammer. Und die wissen das natürlich genau, erklärte Gastgeber Torsten Römer die ständigen Anspielungen auf den 80 Jahre alten Song von Duke Ellington und Barney Bigard. Über einen einfach wunderbar gelungenen und würdigen Saisonabschluss freute sich Wirtin Anja Römer. Kein Künstler habe im Rahmen der jetzt beendeten Jazz-Saison in Schlepzig die Erwartungen enttäuscht. Mo' Blow sei zudem eine tolle Neuentdeckung für unser Haus gewesen. Und weil Jazz in Schlepzig so viel Spaß macht, gibt es noch ein Zusatzkonzert: Am 17. April wird das Epiphany Project sphärische, avantgardistische Musik vorstellen, so Anja Römer. Eine Neuentdeckung musste noch sein. Da uns die Termine innerhalb der Jazz-Konzertsaison ausgegangen waren, haben wir eben noch einen dran gehängt. Die Künstler für die nächste
Jazz-Reihe ab Ende Oktober seien schon gebucht.
Lausitzer Rundschau 23.03.2010 Hollywood-Evergreens in Schlepzig
Fast alle Stücke wurden von ihm selbst für sein Ensemble neu arrangiert. Von Frank Sinatra und Fred Astaire über The Mamas and the Papas bis hin zu Barbra Streisand reichte das folgende musikalische Spektrum entlang der Filmklassiker. Wir spielen heute zum ersten Mal hier und haben gehört, dass hier immer sehr viele Stammgäste im Publikum sind, bedankte sich der Sänger bei den Konzertgästen. Umso mehr freut uns der viele Applaus. Wir sind hier Spazieren gewesen und hörten die Musik auf der Straße, erklärte Karl-Heinz Schulla. Da war es nicht möglich, einfach so vorbei zu gehen. Das ausgefallene Buffet hätte die Familie zusätzlich gefesselt Und jetzt blicken wir auf einen Abend zurück, wie man ihn sich nicht besser vorstellen könnte. Bei aller Freude über einen gelungenen Abend würde ich mir wünschen, dass die Musiker hier in diesem Gebäude mehr Mut beweisen und auf elektronische Verstärkung verzichten, meinte Dorothea Beil. Das würde die Atmosphäre und den Musikgenuss perfektionieren und man könnte sich ein bisschen besser unterhalten. Am 10. April endet die 2010'er Reihe Jazz & Buffet mit der dort fast Einheimischen Jazzfamily. Jens Golombek
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