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Der
nördliche, "untere" Spreewald hält für
Ihre Freizeitaktivitäten eine Vielzahl von Möglichkeiten
bereit. So können Sie mit hauseigenen Fahrrädern auch
völlig unentdeckte Wege erschließen, mit unseren Paddelbooten
die Ruhe und die Einsamkeit genießen oder mit unseren Kahnfährmännern
sich sachkundig durch die Fließe des Unterspreewaldes staaken
lassen. Weiterhin steht unsere Bierkutsche bereit, die Sie an das
Ziel Ihrer Wahl schaukelt, versorgt natürlich mit frischem
Bier und einer deftigen Brotzeit. Grillplätze gilt es zu entdecken
und Wanderungen, sachkundig geführt, sind mit im Programm.
Für den kleinen Stadtbummel durch Lübben, Lübbenau,
Beeskow, Vetschau, Burg usw. steht Ihnen auf Wunsch unser Smart
zur Verfügung.
Sie
können bei uns:
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Kahn fahren
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Paddelboot fahren
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Kremser
fahren |
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Fahrrad fahren
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angeln oder baden
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mit dem Smart fahren
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heiraten und mit dem
Helikopter fliegen
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nur Helikopter fliegen
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sich Wohlfühlen
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beim Brauen helfen
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nur gucken
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Badewannen bauen
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Kupfer putzen
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| Ihre engsten Freunde einladen |
| auch Draußen mit dem
Nötigsten versorgen lassen |
| Schober bauen |
die letzten Störche
fotographieren |
| Spirituosenfabrikanten beobachten |
mit Petschaft |
und Brenngerät |
| nebulöse Teichvergrößerungen
erleben |
Diese
Reihe wird fortgesetzt
Der Spiegel 19.12.2005
EIN JAHR TROPICAL
ISLANDS
Ausgerechnet "Titanic"
Von Matthias Streitz,
Brand
Vor exakt einem Jahr
öffnete die Regenwaldhalle Tropical Islands, seither hat sie
zweistellige Millionenverluste angehäuft und ihren ersten Chef
verloren. Der neue erklärte nun, was er besser und anders machen
will. Anfangs heißt das: Bauarbeiten, Schließungen -
und noch größere Defizite.
Brand - Im Shuttlebus,
der am Zwerg-Bahnhof von Brand wartet, läuft am Morgen das
Lied "Africa" über die Lautsprecher. Das ist bloß
ein Zufall des Radioprogramms - es wirkt aber wie eine forsche Versprechung,
als der Bus auf die 107 Meter hohe Halle von Tropical Islands zurollt.
Rundherum liegt Schnee in den Wäldern der Niederlausitz an
diesem 19. Dezember. Auf den Tag genau ein Jahr ist es her, seit
die 70 Millionen Euro teure, artifizielle Tropenwelt in der alten
CargoLifter-Halle erstmals Besucher einließ.
DDP
Tropenwelt in Brand: "Ab 2008 wird es richtig gut"
Ole Bested Hensing
trägt Office-Kleidung wie ein Banker, als er eine halbe Stunde
später das Thai-Haus im "Tropendorf" betritt. In
der Hand hält er aber, passend zum Setting, einen Cocktail
mit buntem Papier-Sonnenschirm. Seit fast zwei Monaten ist der 41-jährige
gebürtige Däne Chef bei Tropical Islands - und macht seinerseits
forsche Versprechungen, gibt Ziele vor. "Wir wollen die Nummer
zwei unter den Freizeitparks in Deutschland werden", sagt er
vor rund zwei Dutzend Reportern, die er am Jubiläumstag eingeladen
hat. Im laufenden Jahr reichte es, wie er anhand von Besuchertabellen
zeigt, aber nur für Platz sieben - weit abgeschlagen hinter
dem Marktführer Europa-Park.
Als der monströse
Hallendom vor einem Jahr nach mehreren Umbau-Monaten aufmachte,
waren die Erwartungen ebenso hoch gesteckt wie utopisch. Der malaysische
Tropenplaner und erste Chef, Colin Au, träumte öffentlich
von bis zu drei Millionen Besuchern und Profiten im allerersten
Jahr. Au hatte, so scheint es, nicht lange genug auf die Landkarte
geschaut - er glaubte wohl wirklich, dass zwei Badebereiche, Palmen
und ein China-Büffett reichen würden, Millionen in die
Halle irgendwo zwischen Königswusterhausen und Lübbenau
zu locken.
"Das Produkt
fertig stellen"
Tatsächlich
kamen seit dem Premierentag 975.000 Besucher - diese Zahl gaben
Hensing und sein neuer Marketing-Mann Rainer Wilkens heute bekannt.
"Aber von null auf gut eine Million" - das sei doch, realistisch
gesehen, ein gigantischer Erfolg, sagen sie, "die erfolgreichste
Markteinführung seit Jahren." Selbst das Legoland komme
ja im Jahr nur auf ein paar Hunderttausend Besucher mehr. Tropical
Islands aber hat für seine Größe reichlich Geld
verbrannt im ersten Geschäftsjahr - die Summe liege "zwischen
zehn und 20 Millionen Euro", heißt es.
Millionen aus Kuala Lumpur mitgebracht
Hensing wischt sich mit der Hand über die Stirn. Es ist subtropisch
schwül im thailändischen Holzhaus, sein Sakko aber zieht
er nicht aus. 2006, erklärt er, werde für Tropical Islands
ein entscheidendes Jahr - das Jahr, "in dem wir unser Produkt
fertig stellen wollen". Wohl schon ab März wird die Halle
nicht mehr rund um die Uhr geöffnet sein, sondern immer zwischen
22 und 5 Uhr schließen. Dann laufen, zunächst nur nachts,
die ersten Umbauarbeiten an.
Wahrscheinlich im
November, nach den Herbstferien, bleibt Tropical Islands dann für
mehrere Wochen völlig geschlossen. In dieser Zeit will Hensing
im bisher leeren Westbereich eine Wellness-Welt hochziehen. "Zehn
verschiedene Saunen, ein Ruhehaus, Whirlpools" verspricht er
- Angebote, die viele Gäste bisher vermisst hätten. Hensing
nimmt in Kauf, dass wegen der Schließung die Besucherzahlen
noch tiefer fallen - von nur noch 700.000 im Jahr 2006 ist die Rede.
Dafür soll die Wellness-Zone, wenn sie denn fertig ist, extra
Eintritt kosten und die Umsätze hoch treiben.
"Es hat keine
fiesen Fragen gegeben"
Hensings Handschrift
ist, nach nur anderthalb Monaten, schon hier und da sichtbar. Das
Management ist umgekrempelt: Der Operations Manager ist neu, der
Gastro-Chef ebenso, die alte Marketingleiterin ist auch nicht mehr
da.
TROPEN AUCH IN MOSKAU?
In Kuala Lumpur, dem Standort des Mutterkonzerns Tanjong, unterhält
Tropical Islands eine weitgehend unbekannte Filiale. 13 einheimische
Mitarbeiter erledigen dort unter anderem buchhalterische Aufgaben
für die deutsche Tochter - und planen die internationale Expansion.
Der Tropical- Standort
in Brandenburg sei zwar der erste, solle aber nicht der letzte sein,
sagte Ole Bested Hensing zu SPIEGEL ONLINE. So sei eine Ausdehnung
in die USA möglich. In der russischen Hauptstadt Moskau gebe
es sogar schon "drei Offerten" von potentiellen Partner,
die am Aufbau einer künstlichen Tropenwelt interessiert seien.
Das deutsche Tropical
Islands werde aber sicherlich auch in Zukunft die größte
bleiben, sagt Hensing - eine vergleichbar dimensionierte Halle sei
schließlich weltweit nirgendwo zu finden.
Die Optik der Halle ändert sich langsam: Das Riesenrad im Osten,
erst im Frühjahr aufgestellt, ist wieder verschwunden - es
erinnerte wohl zu sehr an Rummelplatz mit Bratwurst. Stattdessen
gibt es hier eine Hüpfburg und eine Kinderrutsche in Schiffsform,
die ausgerechnet den Namen "Titanic" trägt. Provisorisch
sieht das aus - aber im Verlauf der Monate soll rundherum eine professionellere
"Kinderwelt" entstehen. "Wir müssen unser Angebot
für Familien mit Kindern ausbauen", sagt Hensing.
Der neue Tropen-Chef
hat, kurz vor seinem Auftritt, eine Woche in Kuala Lumpur verbracht.
Dort hat er dem Aufsichtsrat des malaysischen Mutterkonzerns Tanjong
sein Konzept vorgestellt und erklärt, wie viel Zeit und Investitionen
Tropical Islands noch braucht, um profitabel zu werden. "Die
Atmosphäre der Sitzung war gut. Es hat überhaupt keine
fiesen Fragen gegeben", sagt er.
Aus Asien habe er
"jede Menge" Geld mitgebracht, lacht Hensing - er habe
die Zusage, dass Tanjong 2006 "mindestens 15 Millionen Euro"
für die malade Tochter ausgeben wird. Dazu sollen weitere 15
Millionen an Fördergeldern kommen, die das Land Brandenburg
nach kontroversen Debatten bald freigeben will. Noch sei es nicht
so weit, noch gebe es eine "lange Liste von Punkten",
die geklärt werden müssten, räumt Hensing ein, ohne
Details nennen zu wollen. "Aber ich bin sicher, dass man sich
am Ende einigen wird."
"Ab 2008 wird
es richtig gut"
So bekommt der neue
Chef Zeit zum Experimentieren, Reformieren. Ein einfacheres Preissystem
soll es ab 2006 geben, das Mehrfach-Besucher belohnt und Familien
mit mehreren Kindern entlastet. "Viele werden sich über
den niedrigen Preis wundern", kokettiert der Tropen-Chef, "ich
selber musste eine Nacht drüber schlafen."
Die Shows sollen
angepasst werden - die neue kubanische Revue, die ab Donnerstag
und dann noch bis Ende Februar läuft, wird wohl das letzte
Abendprogramm sein, das täglich zu sehen ist. Alles in allem
könne Tropical Island 2007 erstmals zumindest operativ schwarze
Zahlen schreiben, glaubt Hensing. "Und ab 2008 wird es dann
richtig gut." Nachdem man, unter anderem bei Energie und Personal,
Kosten gekappt habe, brauche man ohnehin nur noch 1,35 Millionen
Gäste im Jahr, um Profite zu schaffen.
Als der Shuttle-Bus
am Nachmittag zurück zum kleinen Bahnhof von Brand fährt,
rollt er an den Autos der Tropen-Besucher vorbei. Vielleicht 300
Pkw stehen auf den Parkplätzen vor der Halle, großzügig
geschätzt. Wenn Hensings Plan aufgehen soll, müssen es
schon in zwölf Monaten mehr sein.
20.12.2005 Lausitzer
Rundschau
Tropical Islands plant Saunawelt und Kinderpark im Regenwald
Auflagen für Zuschuss von 15 Millionen Euro Fördergeld
noch nicht akzeptiert
Die tropische Freizeit- und Erlebniswelt Tropical Islands in Brand
bei Lübben will innerhalb der kommenden fünf Jahre die
Nummer zwei unter den 200 Anbietern auf dem deutschen Freizeitmarkt
werden. Dieses ehrgeizige Ziel nannte gestern Geschäftsführer
Ole Bested Hensing. Er kündigte Investitionen «von beträchtlichem
Umfang» an.
Ole Bested Hensing will die Bade- und Erlebniswelt Tropical Islands
attraktiver gestalten.
Die riesigen Parkflächen vor der größten freitragenden
Halle der Welt in Brand (Dahme-Spreewald) sind leer. Im Dome selbst
können sie die wenigen Besucher an diesem Montag vormittag
quasi per Handschlag begrüßen. Dennoch bleiben Ole Bested
Hensing und sein neuer Marketing-Chef, Rainer Wilkens, optimistisch.
Spätestens ab dem Jahr 2008 «wird es richtig gut»
, verkündet Hensing. Der Aufsichtsrat des malaysischen Mutterkonzerns
Tanjong, der 75 Prozent der Anteile von Tropical Islands besitzt,
habe ein überarbeitetes Konzept, das ab dem kommenden Jahr
verwirklicht wird, «außerordentlich positiv» aufgenommen.
Keiner habe ihm in Kuala Lumpur «gemeine Fragen» gestellt,
blickt Hensing zufrieden auf seinen Besuch in der Konzernzentrale
in der vergangenen Woche zurück.
Wie im RUNDSCHAU-Exklusiv-Interview im November bereits angekündigt,
will sich Tropical Islands gegenüber «Freizeitpark-Actions»
als ruhiger Ort positionieren, der Lebensgenuss, Strandwelt, Entspannung
und Unbeschwertheit bietet. Dabei setzten die Manager auf die zunehmende
Beliebtheit von künstlichen Freizeitwelten. «Erlebniskonsumenten
von heute sind auch mit Scheinwelten zufrieden, wenn sie die Wirklichkeit
übertreffen» , stellt der bekannte deutsche Freizeitforscher
Horst Opaschowski fest. Rainer Wilkens zieht daraus die Schlussfolgerung:
«Unser Produkt lebt von der Inszenierung. Die muss perfekt
sein.»
Im kommenden Jahr soll für diese «perfekte Inszenierung»
auf der bisher weit gehend ungenutzten Ostseite in der riesigen
Halle auf 6000 Quadratmetern ein Erholungsbereich mit zehn Saunen,
Wellness- und Ruhehaus, Wasserfällen und Whirlpools entstehen.
«Das wird die erste Regenwald-Sauna in Europa» , hebt
Optimist Hensing hervor. Die Ostseite im Dome soll zum Kinder-Themenspielplatz
werden. Konkrete Vorhaben wurden noch nicht genannt. Für Sauna
und Kinderbereich müsse zusätzlich Eintritt bezahlt werden.
Gebaut werden soll nachts, «weil den Besuchern Staub und Lärm»
nicht zumutbar seien. Ab Ende März werde täglich ab 22
Uhr, ab November für sechs Wochen ganz geschlossen. «Danach
wird in der Halle kein Beton mehr zu sehen sein, wenn er architektonisch
nicht gewollt ist» , stellte Hensing in Aussicht. Ab 2008
soll neben der Halle ein Bungalowdorf mit 5000 Betten entstehen.
Bedeckt hielt sich der Geschäftsführer mit Verweis auf
die «Börsennotierung» von Tanjong bei Fragen nach
dem exakten Investitionsumfang. «Der Börsenkurs reagiert
auf jede veröffentlichte Zahl» , habe er sich in der
malaysischen Hauptstadt überzeugen lassen müssen. Es werde
«in beträchtlichem Umfang» Geld in die Hand genommen.
Die Rede war von 15 Millionen Euro «plus X» . Die Zusage
von 15 Millionen Euro Fördermittel durch das Land sei für
den Konzern ein «wichtiges Signal» gewesen. Hensing
räumte ein, dass Tanjong die damit verbundene «lange
Liste von Auflagen» noch nicht akzeptiert hat. Dazu gehören
eine Ausfallbürgschaft im Falle der Insolvenz von Tropical
Islands, aber auch ein Verbot, das Geld für den Ausgleich von
Verlusten zu verwenden. «Darüber muss noch verhandelt
werden, doch wir werden uns sicher einigen» , sagte Geschäftsführer
Hensing.
Indes sieht die grüne Europa-Abgeordnete Elisabeth Schrödter
für das Tropenparadies keine Zukunft. «Es ist doch absurd
zu glauben, dass Brand für unsere europäischen Nachbarn
eine höhere Anziehungskraft hat als die Ferienoasen in Südeuropa.»
Das Land werde mit 15 Millionen Euro Fördergeld «die
Pleite nicht aufhalten können» .
Hensing dagegen sieht Tropical Islands nach dem ersten Jahr seines
Bestehens in einer guten Ausgangsposition. Nach seinen Angaben wurden
975 000 Besucher gezählt. Damit liege die Tropenwelt am Rand
des Spreewalds auf Platz sieben unter allen Anbietern. «Das
war die erfolgreichste Markteinführung der vergangenen neun
Jahre.»
Von Wolfgang Swat
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