01.09.2004
Europaministerin am Weidendom
Barbara Richstein besuchte Landkreis und machte in Schlepzig Halt
«Suchen Sie vielleicht mich?» , fragte Brandenburgs
Europaministerin lachend in den Rücken von Carl-Heinz Klinkmüller.
Der Landkreis-Beigeordnete hatte prüfend den Kopf aus der
Tür des Schlepziger Landgasthofs gesteckt und Ausschau nach
Barbara Richstein gehalten. Die war durch den Hintereingang gekommen
und freute sich über den gelungenen Scherz. Ihr Besuch im
Landkreis Dahme-Spreewald begann mit Gelächter und guter
Stimmung.
Drei Wochen vor der Landtagswahl war die Atmosphäre ohnehin
freundlich. Barbara Richstein (CDU), Brandenburgs Justiz- und
Europaministerin, besichtigte in Schlepzig den Weidendom. Dessen
Bau war mit Fördermitteln aus dem Leader-Projekt unterstützt
und mit einem privaten Investor durchgeführt worden.
Daran hatte die Ministerin zwar keine direkten Aktien. Doch das
Beispiel taugte, um «darauf hinzuweisen, was Gutes von der
EU kommt» , so die Ministerin. Eigeninitiative und Nachhaltigkeit
wurden als wichtige Förderkriterien genannt. Der Weidendom,
darauf wies Dieter Irlbacher vom koordinierenden Spreewaldverein
hin, sei «ein gut angelegtes Projekt aus Leader heraus»
und in seiner Art einzigartig, wenn auch in Burg ein ähnlicher
entstehen soll.
Carl-Heinz Klinkmüller lobte die Zusammenarbeit mit dem privaten
Investor, der Familie Römer. So etwas funktioniert offenbar
nicht immer, kam das Gespräch, an dem auch Landrat Martin
Wille teilnahm, auf «Kleinstaaterei» , im Spreewald
wie in Brandenburg und «allgemein in Deutschland»
, stimmte die Ministerin zu. Wie dadurch Vorhaben behindert werden,
tauchte erneut auf, als Carl-Heinz Klinkmüller abschließend
die neue europäische ILE-Förderung (Integrierte Ländliche
Entwicklung) umriss. Mit ihr können in Ergänzung zum
Leader-Programm Infrastrukturmaßnahmen auf dem Land unterstützt
werden.
Nach einem kleinen Imbiss fuhr die Ministerin weiter nach Luckau,
wo sie in der «alten» Justizvollzugsanstalt erwartet
wurde. (is)
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Foto: Foto: A. Wawro
Wandeln unter Weiden: Ministerin Barbara Richstein (rechts) besuchte
im Landkreis am Montag den Schlepziger Weidendom und sprach mit
Torsten Römer (hinten rechts), Dieter Irlbacher (links) sowie
Carl-Heinz Klinkmüller und Landrat Martin Wille über
europäische Förderung und darüber, wo regionale
Zusammenarbeit funktioniert und wo nicht.